Einkaufen geht in der heutigen Zeit längst über den reinen Versorgungszweck hinaus und hat sich für viele Menschen zu einer bedeutenden Freizeitbeschäftigung entwickelt. In Bezug auf diesen freizeitorientierten Charakter wird das Einkaufen auch als Shopping bezeichnet. Das Konsumentenverhalten wird immer emotionaler, so dass viele Menschen versuchen über den Einkauf ein Lebensgefühl auszudrücken und gleichzeitig die Suche nach Erlebnissen zu befriedigen.
Das veränderte Einkaufsverhalten begründet sich durch die gestiegene Mobilität sowie die ausgeprägte Erlebnisorientierung breiter Bevölkerungsschichten und beeinflusst das Entstehen neuer Angebotsformen im Einzelhandel. Die Tätigkeit des Einkaufens spielt sich dementsprechend nicht mehr ausschließlich in seinem ursprünglichen Umfeld in der Nähe des Wohnortes ab, sondern es werden auch Standorte weiter außerhalb aufgesucht.
Werden nun die beiden grundlegenden Funktionen Einkauf und Erholung miteinander kombiniert, kann das Einkaufen eine Nebenaktivität im Rahmen von Tagesausflügen oder Urlaubsreisen und sogar einen Hauptanlass für Unternehmungen darstellen. Einkaufen entwickelt sich demgemäß immer mehr zu einer bedeutenden touristischen Aktivität und wird sogar zum Schwerpunkt eines eigenen Urlaubsstils (vgl. STEINBACH 2000, S. 51).
Factory Outlet Center (FOC) als neue Angebotsform im deutschen Einzelhandel können sich entsprechend als Destination für Erlebniseinkäufer im Shoppingtourismus positionieren. Einkaufsmotivierte Besucher sind ob ihrer Freizeitorientierung auch anderen touristisch relevanten Attraktionen und Freizeitangeboten im regionalen Umfeld eines FOC gegenüber aufgeschlossen. Somit können diese Besucher ein Potenzial für touristische Leistungen der Standortregion darstellen, wenn die Bereitschaft zu einer Kopplung des FOC Besuchs mit anderen Freizeitaktivitäten gegeben ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Entwicklungen von Freizeit und Konsum
2. Entwicklungen von Freizeit und Konsum
2.1 Freizeit
2.2 Konsum
2.3 Erlebnis- und Konsumorientierung in der Freizeit
2.3.1 Erlebniseinkauf
2.3.2 Konsumententypologien: Der Erlebniskonsument
3. Shoppingtourismus - Einkaufen als touristische Aktivität
3.1 Begriffsbestimmungen
3.2 Formen des Shoppingtourismus
3.3 Shopping als Reiseaktivität
3.3.1 Einkaufen im Tagestourismus
3.3.3 Die Ausgaben der Tagesreisenden
3.3.4 Einkaufen im Übernachtungstourismus
3.3.5 Ausgaben der Übernachtungsgäste
4.1 FOC als neue Form der Einkaufszentren?
4.1.1 Begriffsbestimmungen
4.2 Historische Entwicklung von FOC
4.2.1 Entwicklung von FOC in den USA
4.2.2 Entwicklung von FOC in Europa
4.2.3 Entwicklung von FOC in Deutschland – vom Fabrikverkauf zum FOC
4.3 Diskussion über FOC in Deutschland
4.3.1 Landesplanerische Diskussion über FOC
4.3.2 Mögliche negative Auswirkungen von FOC
4.3.2.1 Auswirkungen auf den Einzelhandel
4.3.2.2 Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
4.3.3 Positive Auswirkungen eines FOC
4.4 Strukturmerkmale eines FOC
4.4.1 Standortwahl
4.4.2 Betreiberkonzept und Architektur
4.4.3 Mietermix, Sortimentsgestaltung und Preise
4.4.4 Kundenpotenzial Wohnbevölkerung, Tourismus und fließender Verkehr
4.4.5 Besucherstruktur
5. Shoppingtourismus als Faktor der regionalen touristischen Entwicklung am Beispiel des DOZ
5.1 Methodik
5.2 Das Designer Outlet Zweibrücken
5.2.1 Die Stadt Zweibrücken
5.2.2 Tourismus in Zweibrücken
5.3 Ergebnisse der Untersuchung
5.3.1 Analyse der soziodemographischen Merkmale der Besucher
5.3.2 Analyse der Gästestruktur und Aufenthaltsmerkmale
5.3.3 Analyse des Einkaufsverhaltens und der Kopplungsaktivitäten der Besucher
6. Schlussbetrachtung
6.1 Das DOZ und der Regionale Raum als Destination für Shoppingtouristen
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die ökonomische Bedeutung des Shoppingtourismus aufzuzeigen und zu untersuchen, inwieweit Factory Outlet Center (FOC) als Destinationen zur Stärkung des regionalen Tourismus beitragen können. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, ob und wie Besucher von FOC durch Kopplungsangebote für das touristische Umfeld gewonnen werden können und welche Effekte dies für die Standortregion hat.
- Strukturen und Entwicklungen des Shoppingtourismus in Deutschland
- Die Rolle von Factory Outlet Centern als moderne Einkaufsdestinationen
- Analyse des Konsumentenverhaltens und der Erlebnisorientierung
- Empirische Untersuchung des Einflusses des Designer Outlets Zweibrücken (DOZ) auf den regionalen Tourismus
- Potenziale für Kopplungseffekte zwischen Einzelhandel und touristischen Attraktionen
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Einkaufen geht in der heutigen Zeit längst über den reinen Versorgungszweck hinaus und hat sich für viele Menschen zu einer bedeutenden Freizeitbeschäftigung entwickelt. In Bezug auf diesen freizeitorientierten Charakter wird das Einkaufen auch als Shopping bezeichnet. Das Konsumentenverhalten wird immer emotionaler, so dass viele Menschen versuchen über den Einkauf ein Lebensgefühl auszudrücken und gleichzeitig die Suche nach Erlebnissen zu befriedigen.
Das veränderte Einkaufsverhalten begründet sich durch die gestiegene Mobilität sowie die ausgeprägte Erlebnisorientierung breiter Bevölkerungsschichten und beeinflusst das Entstehen neuer Angebotsformen im Einzelhandel. Die Tätigkeit des Einkaufens spielt sich dementsprechend nicht mehr ausschließlich in seinem ursprünglichen Umfeld in der Nähe des Wohnortes ab, sondern es werden auch Standorte weiter außerhalb aufgesucht.
Werden nun die beiden grundlegenden Funktionen Einkauf und Erholung miteinander kombiniert, kann das Einkaufen eine Nebenaktivität im Rahmen von Tagesausflügen oder Urlaubsreisen und sogar einen Hauptanlass für Unternehmungen darstellen. Einkaufen entwickelt sich demgemäß immer mehr zu einer bedeutenden touristischen Aktivität und wird sogar zum Schwerpunkt eines eigenen Urlaubsstils (vgl. STEINBACH 2000, S. 51).
Factory Outlet Center (FOC) als neue Angebotsform im deutschen Einzelhandel können sich entsprechend als Destination für Erlebniseinkäufer im Shoppingtourismus positionieren. Einkaufsmotivierte Besucher sind ob ihrer Freizeitorientierung auch anderen touristisch relevanten Attraktionen und Freizeitangeboten im regionalen Umfeld eines FOC gegenüber aufgeschlossen. Somit können diese Besucher ein Potenzial für touristische Leistungen der Standortregion darstellen, wenn die Bereitschaft zu einer Kopplung des FOC Besuchs mit anderen Freizeitaktivitäten gegeben ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Problematik des sich wandelnden Einkaufsverhaltens hin zum Erlebnisshopping dar und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
2. Entwicklungen von Freizeit und Konsum: Hier werden die historischen und soziologischen Hintergründe der Erlebnisgesellschaft erläutert, die das Einkaufen als zentrale Freizeitaktivität etabliert haben.
3. Shoppingtourismus - Einkaufen als touristische Aktivität: Das Kapitel definiert den Shoppingtourismus, kategorisiert verschiedene Formen und Reiseanlässe und analysiert die Bedeutung für Tages- und Übernachtungstouristen.
4. Factory Outlet Center: Dieser Abschnitt beleuchtet FOC als neue Vertriebsform, diskutiert ihre historische Entwicklung, landesplanerische Aspekte sowie ihre Auswirkungen auf den Einzelhandel und den Arbeitsmarkt.
5. Shoppingtourismus als Faktor der regionalen touristischen Entwicklung am Beispiel des DOZ: In diesem empirischen Hauptteil wird das Designer Outlet Zweibrücken untersucht, um Potenziale für regionale Kopplungseffekte und Besucherstrukturen zu analysieren.
6. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bedeutung des DOZ als Shoppingdestination und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen Anforderungen an ein integriertes Regionalmarketing.
Schlüsselwörter
Shoppingtourismus, Factory Outlet Center, FOC, Erlebniseinkauf, Freizeitorientierung, Designer Outlet Zweibrücken, DOZ, Einzelhandel, Konsumentenverhalten, Smart Shopper, Tourismusentwicklung, regionale Wirtschaft, Kopplungseffekte, Tagesausflug, Destination.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung des Shoppingtourismus in Deutschland und analysiert am Beispiel des Designer Outlets Zweibrücken (DOZ), inwiefern solche Einkaufszentren zur touristischen Entwicklung einer Region beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die soziologische Entwicklung von Freizeit und Konsum, die Einordnung von Factory Outlet Centern als moderne Handelsform sowie die empirische Analyse von Besucherstruktur und Einkaufsverhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie durch gezielte Kopplungsangebote zwischen dem Einkaufserlebnis im FOC und touristischen Attraktionen der Standortregion eine wechselseitige Stärkung des Tourismus und des Einzelhandels erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Besucherbefragung mittels eines voll standardisierten Fragebogens, der an zwei Tagen persönlich vor Ort im DOZ durchgeführt wurde, sowie eine statistische Auswertung der Daten mittels SPSS.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Erlebniseinkaufs und des Shoppingtourismus erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Beschreibung der FOC-Struktur und der konkreten empirischen Untersuchung des DOZ hinsichtlich Besuchermotiven, Herkunft und Aufenthaltsdauer.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Shoppingtourismus, Factory Outlet Center (FOC), Erlebniseinkauf, Smart Shopper, Kopplungseffekte, Konsumverhalten und regionale Tourismusentwicklung.
Wie unterscheidet sich das DOZ von anderen Einkaufszielen?
Das DOZ fungiert als "new-age" Einkaufsdestination, die nicht primär der Deckung des täglichen Bedarfs dient, sondern durch markenorientiertes Shopping, reduzierte Preise und freizeitorientiertes Ambiente als Ausflugsziel wahrgenommen wird.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für die Region?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass FOC ein großes Potenzial bieten, Besucher anzuziehen, die als "Smart Shopper" grundsätzlich offen für regionale Angebote sind, jedoch ein aktives Informations- und Kopplungsmarketing seitens der Region erfordern, um diesen Effekt voll auszuschöpfen.
- Quote paper
- Birte Müller (Author), 2005, Shoppingtourismus als ein Faktor der regionalen Tourismusentwicklung? Das Factory Outlet Center Zweibrücken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66650