„Nichts ist spannender als Wirtschaft“. Dieser Werbeslogan sollte im Dienste eines der führenden deutschen Wirtschaftsblätter, der Wirtschaftswoche, das Interesse der deutschen Bevölkerung an der Wirtschaftsberichterstattung wecken. Wirtschaft, so die Meinung vieler Journalisten geht uns heute alle an, ob als Stakeholder, speziell als Shareholder oder als Bürger. Statistiken der Allensbacher Werbeträgeranalyse zeigen, das sowohl Wirtschaftsinformationen in den Medien als auch deren Nutzung zunehmen. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Titel- und Auflagenzahl der Wirtschaftspublikationen. Es ist ersichtlich, dass sowohl die Auflagen als auch die Titelanzahl deutlich anstiegen. Laut Definition des Institutes für die Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) existierten im Jahr 1999, 32 Wirtschaftstitel auf dem deutschen Printmarkt mit einer Gesamtauflage von fast 4.000.000 Exemplaren. Im Jahr 2002 spricht das Institut sogar von über 5 Millionen Lesern in Deutschland. Damit hat die Auflagenentwicklung seit dem Jahr 1994 einen Zuwachs von 98,4% zu verzeichnen. Dies lässt keinen Zweifel an der gesellschaftlichen Relevanz der Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland.
Wirtschaftsberichterstattung ist nicht mehr nur bloßer Informationsjournalismus, sondern besitzt ebenfalls hohen Unterhaltungswert. Ob Holzmann-Pleite und der Bundeskanzler als „weißer Ritter“, oder ein „Merger of Equals“ zwischen Deutscher und Dresdner Bank. Jedes Thema bietet genügend Stoff für ein Drama eine Komödie oder eine Daily Soap. In dieser Arbeit sollen die Veränderungen der Wirtschaftsberichterstattung als Informationsquelle untersucht werden. Es soll gezeigt werden, dass der Wirtschaftsjournalismus vor allem in den 90er Jahren einen tief greifenden Wandel vollzogen hat. Die Hauptgründe der Veränderung sieht der Autor in der Gesellschaft und den Interessenlagen der Bevölkerung verankert. Diese These wird im zweiten Teil der Arbeit ausgeführt. Anschließend wird im letzten Abschnitt das heutige Informationsverhalten aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Der Begriff der Wirtschaftsberichterstattung
- Wandel der Wirtschaftsberichterstattung
- Themenschwerpunkte in der Wirtschaftsberichterstattung
- Themenschwerpunkte Anfang der 90er Jahre
- Kritik an der Wirtschaftsberichterstattung Anfang der 90er Jahre
- Ansprüche an die moderne Wirtschaftsberichterstattung
- Umsetzung der Forderungen in der heutigen Wirtschaftsberichterstattung
- Gründe des Wandels in der Wirtschaftsberichterstattung
- Verlagerung wirtschaftlicher Entscheidungen auf niedrigere Ebenen
- Persönliche Betroffenheit
- Verflechtung von Politik und Wirtschaft
- Informationsinteresse der deutschen Bevölkerung
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit zielt darauf ab, die Veränderungen der Wirtschaftsberichterstattung als Informationsquelle zu untersuchen. Sie soll belegen, dass der Wirtschaftsjournalismus vor allem in den 90er Jahren einen tiefgreifenden Wandel vollzogen hat. Die Hauptgründe für diese Veränderung werden in der Gesellschaft und den Interessenlagen der Bevölkerung verankert gesehen. Die Arbeit beleuchtet das Informationsverhalten in Bezug auf Wirtschaftsthemen und zeigt die Entwicklung der Wirtschaftsberichterstattung auf.
- Wandel der Wirtschaftsberichterstattung
- Entwicklung von Themenschwerpunkten in der Wirtschaftsberichterstattung
- Kritik an der Wirtschaftsberichterstattung
- Ansprüche an die moderne Wirtschaftsberichterstattung
- Gründe für den Wandel der Wirtschaftsberichterstattung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einführung: Die Einleitung stellt die Bedeutung der Wirtschaftsberichterstattung in der heutigen Gesellschaft dar. Es wird auf den wachsenden Informationsbedarf der Bevölkerung sowie auf die Entwicklung der Titel- und Auflagenzahlen von Wirtschaftspublikationen eingegangen.
- Der Begriff der Wirtschaftsberichterstattung: In diesem Kapitel wird der Begriff der Wirtschaftsberichterstattung definiert und ihre Bedeutung im Kontext des Alltagslebens erörtert. Es wird betont, dass Wirtschaftsaspekte in fast allen Lebensbereichen relevant sind.
- Wandel der Wirtschaftsberichterstattung: Dieses Kapitel analysiert die Veränderungen der Wirtschaftsberichterstattung, insbesondere in den 1990er Jahren. Es werden die Themenschwerpunkte der Berichterstattung am Anfang der 1990er Jahre dargestellt und kritische Punkte beleuchtet. Außerdem werden Ansprüche an die moderne Wirtschaftsberichterstattung formuliert und deren Umsetzung untersucht. Die Gründe für den Wandel der Wirtschaftsberichterstattung werden im Zusammenhang mit der Verlagerung wirtschaftlicher Entscheidungen, der persönlichen Betroffenheit der Bevölkerung und der Verflechtung von Politik und Wirtschaft erörtert.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Arbeit sind die Wirtschaftsberichterstattung, der Wandel des Wirtschaftsjournalismus, Themenschwerpunkte in der Wirtschaftsberichterstattung, Kritik an der Wirtschaftsberichterstattung, Ansprüche an die moderne Wirtschaftsberichterstattung, Gründe für den Wandel der Wirtschaftsberichterstattung und das Informationsinteresse der deutschen Bevölkerung. Wichtige Begriffe sind unter anderem: Unternehmensberichterstattung, Wirtschaftspolitik, Verbraucherorientierung, Produktionswirtschaft, Allensbacher Werbeträgeranalyse, IVW (Institut für die Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.), Tageszeitungen und Informationsquellen.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat sich die Wirtschaftsberichterstattung seit den 90er Jahren verändert?
Der Wirtschaftsjournalismus wandelte sich in den 90ern von reinem Informationsjournalismus hin zu einer massenorientierten Berichterstattung mit höherem Unterhaltungswert und persönlicher Betroffenheit.
Warum stieg das Interesse der Bevölkerung an Wirtschaftsthemen?
Gründe sind die Verlagerung wirtschaftlicher Entscheidungen auf niedrigere Ebenen, die zunehmende Verflechtung von Politik und Wirtschaft sowie die Rolle der Bürger als Stakeholder oder Shareholder.
Welche Kritik gab es an der Berichterstattung Anfang der 90er?
Anfangs wurde die Wirtschaftsberichterstattung oft als zu trocken oder zu wenig verbraucherorientiert kritisiert. Die Arbeit beleuchtet, wie diese Mängel durch moderne Ansätze behoben wurden.
Was sind "Stakeholder" und "Shareholder" im Medienkontext?
Stakeholder sind alle Interessengruppen eines Unternehmens, während Shareholder die Anteilseigner sind. Beide Gruppen benötigen spezifische Informationen, was die Relevanz der Fachmedien erhöht hat.
Welche Rolle spielen Wirtschaftspublikationen heute?
Die Auflagenzahlen und die Titelvielfalt sind massiv gestiegen. Wirtschaftsthemen werden heute oft dramaturgisch aufbereitet, ähnlich wie in "Daily Soaps", um ein breiteres Publikum zu erreichen.
- Quote paper
- Jürgen Mehrlich (Author), 2004, Wirtschaftsberichterstattung in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66657