Bodenschätze, Industrie und Erdölwirtschaft im nordwestlichen Südamerika


Seminararbeit, 2006

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Erdöl- und Erdgaswirtschaft

3. Ecuador
3.1. Überblick
3.2. Erdölpolitik und Erdölwirtschaft
3.3. Erdölinfrastruktur- Pipelines und Raffinerien
3.4. Konflikte und Probleme
3.5. Erdgas

4. Kolumbien
4.1. Überblick
4.2. Erdölpolitik und Erdölwirtschaft
4.3. Erdölinfrastruktur- Pipelines und Raffinerien
4.4. Konflikte und Sicherheitsprobleme
4.6. Erdgas

5.Peru
5.1. Überblick
5.2. Erdölpolitik und Erdölwirtschaft
5.3. Erdölinfrastruktur- Pipelines und Raffinerien
5.4. Erdgas

6. Sonstige Bodenschätze in Ecuador, Peru und Kolumbien
6.1. Metalle
6.2.Kohle
6.3.Sonstige nichtmetallische Bodenschätze

7. Die Industrie in Ecuador, Peru und Kolumbien
7.1. Petrochemische Industrie
7.2. Metallindustrie
7.3. Energieindustrie
7.3.1. Ecuador
7.3.2. Kolumbien
7.3.3. Peru

8.Sonstige Industriesektoren

9.Schlusswort

10. Quellen

1. Einleitung

Der Bergbau spielte schon in vielen präkolumbischen Hochkulturen Lateinamerikas eine große Rolle. Nach der Entdeckung Amerikas war die Suche nach Bodenschätzen der wichtigste Faktor bei der geographischen Erforschung vieler Gebiete Südamerikas, insbesondere während der Conquista in Peru (vgl. Blouet 1997, S. 59ff). In Peru erfolgte 1869 in Zorritos im äußersten Nordwesten des Landes die erste Erdölbohrung in Südamerika, im Jahr 1884 wurden hier erstmals ca. 776 t Rohöl gefördert. Bodenschätze, insbesondere Erdöl und Erdgas, sind heute die wichtigsten Exportgüter der Staaten im Nordwesten Südamerikas und stellen mit Abstand deren größte Devisenquelle dar. Die Erschließung und Ausbeutung von Lagerstätten ist aber immer mit Problemen verbunden: Territoriale und kulturelle Konflikte zwischen Erdölunternehmen und indigener Bevölkerung führen immer wieder zu Zwischenfällen in den Fördergebieten, Demonstrationen und gerichtlichen Prozessen der Indigenas gegen die Unternehmen. Insbesondere die Erdölwirtschaft verursacht massive Umweltprobleme: Abholzung, Boden- und Gewässerkontamination und damit die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts sind in allen Fördergebieten zu beobachten. Besonders gravierend sind die Auswirkungen der Erdölexploration und -förderung im Amazonastiefland, wo noch viele indigene Bevölkerungsgruppen naturverbunden und in ihrer ursprünglichen Kultur leben und das Ökosystem besonders sensibel ist (vgl. www.eia.doe.gov/ emeu/cabs/). Der sekundäre Wirtschaftssektor Industrie –als Mittel zur Wertschöpfung der Schlüssel zur Entwicklung einer Nation – hat sich in den Ländern des nordwestlichen Südamerika bis heute nur in einem eher unbedeutenden Umfang entwickelt. Deshalb soll diesbezüglich eher auf den Bereich Energieindustrie eingegangen werden, da hier neuere Entwicklungen zu beobachten sind, die anderen Industrien nur der Vollständigkeit halber genannt werden. In der vorliegenden Arbeit werden die aktuellen Daten zu Bodenschätzen, Erdölwirtschaft und Industrie in Ecuador, Kolumbien und Peru dargestellt und verglichen. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Erdöl- und Erdgassektor, da in diesem Bereich das größte wirtschaftliche Potential der besprochenen Länder liegt.

2. Die Erdöl- und Erdgaswirtschaft

Im nordwestlichen Südamerika sind besonders in den Sedimentbecken östlich der Andenkette noch große Erdöl- und Erdgasreserven vorhanden (vgl. Abb. 26). Ecuador, Kolumbien und Peru besitzen auf ihren Territorien bestätigte Reserven von rund 6,7 Mrd. Barrels Erdöl (1Barrel entspricht 158,987 l) und rund 379,3 Mrd. m³ Erdgas (vgl. www.eia.doe.gov/emeu/cabs). In den Sedimentbecken Maracaibo, Putumayo, Llanos, Middle Magdalena, Progreso und Talara vermutet der USGS [D1](United States Geological Survey) mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % noch unentdeckte Lagerstätten mit Reserven von insgesamt ca. 5,7 Mrd. Barrel Erdöl und ca. 264,3 Mrd. m³ Erdgas (vgl. Abb. 27) (vgl. www.usgs.gov).

3. Ecuador

3.1. Überblick

Erdölexporte stellen in Ecuador 40 % der nationalen Exportgewinne dar und ein Drittel aller Steuereinnahmen kommen durch die Erdölindustrie zustande. Durch den hohen Ölpreis hatte das Bruttosozialprodukt Ecuadors 2004 verglichen mit anderen Entwicklungsländern eine sehr gute Wachstumsrate von 6,2 %. Auf dem Territorium Ecuadors befinden sich bestätigte Reserven von 4,6 Mrd. Barrels, damit befindet sich das Land an dritter Stelle in Lateinamerika. Die größten Lagerstätten liegen im Oriente, besonders wichtig ist das derzeit noch in Erschließung befindliche Ishpingo-Tapococha-Tputini-Ölfeld (ITT) mit bestätigten Reserven von 900 Mio. Barrels, hier ist eine Fördermenge von 190.000 Barrel/Tag geplant.

Das derzeit produktivste Ölfeld ist das von der US-Firma Occidental bewirtschaftete Eden Yuturi im Oriente, dort wurden im Jahr 2004 75.500 Barrels/Tag gefördert. Weitere wichtige Ölfelder sind Shushufindi (von Petroecuador bewirtschaftet), Dorine (von Encana bewirtschaftet) und Sacha (von Petroecuador bewirtschaftet).

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] In Ecuador unterscheidet man zwischen den zwei Ölsorten "Napo", einem schweren Öl mit 2 % Schwefel und "Oriente", einem mittelschweren Öl mit 1 % Schwefel. Die Gesamtfördermenge Ecuadors betrug 2004 534.800 Barrels/Tag. Insgesamt ist bei der Erdölförderung Ecuadors derzeit eine steigende Tendenz zu beobachten. Der Eigenverbrauch betrug 2004 144.000 Barrels/Tag, also knapp ein Viertel der Gesamt-fördermenge (vgl. Abb. 28).

3.2. Erdölpolitik und Erdölwirtschaft

Die staatliche Erdölfirma Petroecuador kontrolliert über ein Drittel der gesamten Erdölförderung Ecuadors. Durch die derzeitige Politik ist hierbei eine fallende Tendenz zu beobachten, da immer mehr Förderverträge mit Privatunternehmen geschlossen werden. Die wichtigsten in Ecuador tätigen privaten Erdölunternehmen sind Occidental (USA), die kanadische EnCana und die französische Repsol YPF. 50 % der Erdölexporte Ecuadors gehen in die USA, die andere Hälfte in südamerikanische Länder und nach Asien. Im Jahr 2004 wurden 226.000 Barrel/Tag an die USA geliefert, das entspricht 2,3 % der gesamten US-Erdölimporte.

3.3. Erdölinfrastruktur- Pipelines und Raffinerien

Es existieren in Ecuador drei Pipelinestrecken: Das in den frühen 70er Jahren gebaute „Sistema Oleoducto Trans-Ecuatoriano“ (SOTE) hat eine Transportkapazität von 400.000 Barrel/Tag und verbindet Lago Agrio im Oriente mit dem Erdölhafen Esmeraldas an der nördlichen Pazifikküste. Das „Oleoducto de Crudos Pesados“ (OCP) erweitert als Parallelleitung von SOTE die Erdöltransportkapazität von Lago Agrio nach Esmeraldas, es wird seit 2003 von einem Konsortium privater Investoren unter der Schirmherrschaft von EnCana betrieben und hat eine Kapazität von 450.000 Barrel/Tag. Die internationale Pipeline TransAndino stellt für Ecuador eine Kapazität von ca. 50.000 Barrel/Tag bereit und verbindet Lago Agrio mit dem kolumbianischen Pazifikhafen Tumaco.

Ecuador besitzt zwei Raffinerien an der Küste und zwei Raffinerien im Oriente ("Lago Agrio" & "Amazonas") (vgl. www.menergia.gov.ec), die eine Gesamtkapazität von ca. 176.000 Barrel/Tag bewältigen können.

3.4. Konflikte und Probleme

Viele Privatfirmen haben Schwierigkeiten, sich mit der ecuadorianischen Regierung über Vertragsbedingungen und Abgaben zu einigen. Occidental und EnCana prozessieren seit Jahren in Steuerfragen gegen die Regierung, was zur Folge hatte, dass 2004 einige Steuergesetze geändert werden mussten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Bodenschätze, Industrie und Erdölwirtschaft im nordwestlichen Südamerika
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Vorbereitungsseminar Hauptexkursion Ecuador 2005
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V66674
ISBN (eBook)
9783638599122
ISBN (Buch)
9783638768054
Dateigröße
1193 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bodenschätze, Industrie, Erdölwirtschaft, Südamerika, Vorbereitungsseminar, Hauptexkursion, Ecuador, Erdöl, Erdölindustrie, Anden, Amazonasbecken
Arbeit zitieren
Rainer Lißewski (Autor), 2006, Bodenschätze, Industrie und Erdölwirtschaft im nordwestlichen Südamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66674

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