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Möglichkeiten und Grenzen der Ikonologie als kunsthistorische Methode. Panofsky und seine Kritiker

Title: Möglichkeiten und Grenzen der Ikonologie als kunsthistorische Methode. Panofsky und seine Kritiker

Seminar Paper , 2006 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Irsigler (Author)

Art - Arts and Crafts
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Die kunsthistorische Methode der Ikonologie, in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts von Aby Warburg und Erwin Panofsky entwickelt, bereicherte die Forschung ungemein und lieferte neue, um nicht zu sagen bahnbrechende, Erkenntnisse. Doch im Laufe der Jahre wurden immer mehr Fragen aufgeworfen, die nicht nur die Methode an sich, sondern auch ihre Ergebnisse bezweifeln.
Gerade in den Interpretationen Eddy de Jonghs zur holländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts wird man mit Problemen konfrontiert: So kann man feststellen, dass der ikonologische, bzw. emblematische Ansatz zwar interessante und meistens auch in sich schlüssige Ergebnisse lieferte – sich aber komplementär zu anderen Forschungsmeinungen verhält. Der somit auferlegte ‚Zwang zur Entscheidung’ führte zu einer notwendig und nützlich erscheinenden intensiveren Weiterbeschäftigung mit dieser Thematik: Die Validität der Ikonologie als Methode, ihre Verwendbarkeit, Nützlichkeit und vor allem die sich aus ihr ergebenden Probleme stellen daher das Thema dieser Arbeit dar.
Zuerst werden die Begriffe ‚Ikonographie’ und ‚Ikonologie’ erklärt, dann ein kurzer Überblick über die Entwicklung der ikonologischen Methode gegeben. Anschließend wird die Forschungsmethode anhand repräsentativer Kunsthistoriker hinsichtlich ihres Aufbaus, fehlenden Aspekten und Problemen chronologisch vorgestellt.
Vorab konstatiert werden kann, dass im Laufe der Forschungsbeschäftigung immer weniger an der Methode an sich gearbeitet wurde, sondern vielmehr bisher vernachlässigte Aspekte und neue Betätigungsfelder integriert wurden: Die ikonologische Methode entwickelte sich vom Allgemeinen zum Speziellen.
Nach diesem allgemeinen Überblick wurde ein Schwerpunkt gewählt, an welchem sich die Problematik besonders deutlich zeigt: Die Forschungspositionen zur Ikonologie der holländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts gehen (fast) unvereinbar weit auseinander und verdeutlichen daher exemplarisch die Schwierigkeiten ikonologischer Untersuchungsansätze.
Jan van Eycks Gemälde „Die Arnolfini-Hochzeit“ bot sich schließlich für eine praktische Analyse der Methode an, da es zum einen von einem Begründer der Ikonologie, Erwin Panofsky, als auch, über 50 Jahre später, von seinem Kritiker Joannes Bedaux untersucht wurde.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt somit eher auf den Grenzen als den Möglichkeiten der Ikonologie.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Thematische Einführung

1. Die Termini ‚Ikonographie’ und ‚Ikonologie’

2. Kleine Geschichte der Ikonologie

III. Die Entwicklung der Ikonologie in Dekaden

1. 1930-1940: Erwin Panofsky: Die Grundlagen

2. 1950-1960: Rudolf Wittkower: Ergänzung der Stilistik

3. 1960-1970: Erik Forssmann: Die Rolle des Kunstrezipienten

4. 1970-1980: Ernst H. Gombrich: Problemfelder

5. 1980-1990: Eric Sluijter: Zur Bedeutung der Quellenlage

6. 1990-2000: Martin Warnke: Politische Ikonologie

IV. Die ikonologische Revolution: Die holländische Genremalerei

1. Emblematische Vorbilder: Eddy de Jongh

2. Beschreibende Weltschau: Svetlana Alpers

Kritiken und Anmerkungen

V. Die Ikonologie im Beispiel: Die Arnolfini-Hochzeit

1. Erwin Panofsky

2. Joannes Baptist Bedaux

VI. Grenzen: Kritik der Ikonologie

VII. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die kunsthistorische Methode der Ikonologie auf ihre Validität, Verwendbarkeit und Nützlichkeit. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Auseinandersetzung mit den Grenzen der Methode, insbesondere im Kontext der niederländischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts.

  • Methodische Grundlagen der Ikonologie nach Erwin Panofsky
  • Die Debatte um den „scheinbaren Realismus“ und versteckte Symbolik
  • Kritik an der Übertragung ikonologischer Modelle auf verschiedene Kunstepochen
  • Fallstudien zur praktischen Anwendung der Ikonologie (Beispiel: Arnolfini-Hochzeit)
  • Entwicklungen und alternative Forschungsansätze wie die anthropologische Ikonologie

Auszug aus dem Buch

1. 1930-1940: Erwin Panofsky – Die Grundlagen

Erwin Panofskys Theorie zur Interpretation eines Kunstwerks umfasst drei Ebenen. Die erste Ebene, die vor-ikonographische Beschreibung, beschäftigt sich mit dem Interpretationsgegenstand als ‚primäres oder natürliches Sujet’. Hier spricht Panofsky von einer Region des ‚Phänomensinns’, der sich in Sach-Sinn und Ausdrucks-Sinn aufteilt, also entweder das unumstößlich klar Dargestellte beschreibt (z. B. einen Menschen) oder gleich auch den Ausdruck des Bildgegenstandes, der ja auch schon eine gewisse Art von Interpretation darstellt, mit berücksichtigt (also z. B. einen traurigen oder fröhlichen Menschen feststellt). Um eine korrekte Interpretation zu erlangen, muss der Betrachter eine gewisse kulturell-praktische Erfahrung haben, also Gegenstände und Ereignisse erkennen können. Die Beobachtungen müssen jedoch durch die Kenntnis der Stilgeschichte kontrolliert werden – also verstanden werden, wie bestimmte Ereignisse oder Gegenstände in verschiedenen Epochen und Zeitabschnitten dargestellt wurden.

Die zweite Ebene stellt die ikonographische Analyse dar, bei welcher das ‚sekundäre oder konventionale Sujet’ untersucht wird. Hierzu muss der Interpret literarische Quellen kennen, um bestimmte Themen oder Vorstellungen richtig zu identifizieren, also laut Panofsky die Region des ‚Bedeutungssinns’ aktivieren. Kontrolliert wird dieser Zugang dann durch die Typenlehre und natürlich die Einsicht, dass unter wechselnden historischen Bedingungen gewisse Themen oder Vorstellungen durch unterschiedliche Gegenstände oder Ereignisse ausgedrückt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die untrennbare Verbindung der Ikonologie mit Erwin Panofsky ein und umreißt die Problematik der Methode, die Ausgangspunkt für die vorliegende Hausarbeit ist.

II. Thematische Einführung: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Ikonographie und Ikonologie und gibt einen historischen Abriss über die Ursprünge der ikonologischen Betrachtungsweise.

III. Die Entwicklung der Ikonologie in Dekaden: Hier wird die chronologische Entwicklung der Methode anhand bedeutender Kunsthistoriker wie Wittkower, Forssman, Gombrich, Sluijter und Warnke nachgezeichnet.

IV. Die ikonologische Revolution: Die holländische Genremalerei: Das Kapitel analysiert die kontroverse Anwendung der Ikonologie auf die holländische Genremalerei des 17. Jahrhunderts, insbesondere durch Eddy de Jongh und die Kritik von Svetlana Alpers.

V. Die Ikonologie im Beispiel: Die Arnolfini-Hochzeit: Anhand von Jan van Eycks „Arnolfini-Hochzeit“ wird die praktische Anwendung der Methode durch Panofsky und die Gegenposition von Bedaux untersucht.

VI. Grenzen: Kritik der Ikonologie: Zusammenfassung der wesentlichen Schwachstellen und Probleme der ikonologischen Methode, insbesondere die Fixierung auf Textquellen und die Vernachlässigung ästhetischer Aspekte.

VII. Ausblick: Der Ausblick zeigt mögliche zukünftige Wege auf, wie die Ikonologie in transformierter Form, beispielsweise durch die Hermeneutik oder die anthropologische Ikonologie, weiterbestehen kann.

Schlüsselwörter

Ikonologie, Ikonographie, Erwin Panofsky, Kunstgeschichte, Bildinterpretation, niederländische Genremalerei, versteckte Symbolik, disguised symbolism, Eddy de Jongh, Svetlana Alpers, Arnolfini-Hochzeit, Joannes Baptist Bedaux, Stilistik, Hermeneutik, historische Anthropologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der ikonologischen Methode in der Kunstgeschichte und analysiert kritisch, inwieweit das Modell von Erwin Panofsky auf verschiedene Kunstepochen übertragbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Ikonologie, die Debatte um die Interpretation niederländischer Genremalerei sowie die Kritik an einer zu starken Textfixierung der Methode.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Validität und Verwendbarkeit der Ikonologie zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Methode als theoretisches Gebilde in ihrer ursprünglichen Form Bestand haben kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen chronologischen Ansatz, stellt Positionen namhafter Kunsthistoriker gegenüber und führt eine praktische Analyse an einem Fallbeispiel durch, um die Problematik zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Dekaden-Entwicklung der Ikonologie, die ikonologische Revolution in der holländischen Genremalerei sowie eine detaillierte Fallstudie zur Arnolfini-Hochzeit von Jan van Eyck.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch die Begriffe Ikonologie, Ikonographie, Bildinterpretation, versteckte Symbolik und die Auseinandersetzung zwischen Panofsky und seinen Kritikern charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Panofsky zu der von Bedaux bezüglich der Arnolfini-Hochzeit?

Während Panofsky in dem Gemälde eine sakramentale Hochzeit mit religiös-versteckter Symbolik sieht, deutet Bedaux es als ein dokumentiertes Ereignis des 15. Jahrhunderts, wobei er die vermeintlichen Symbole als einfache Objekte des damaligen Hochzeitsrituals einstuft.

Welchen Ansatz schlägt Svetlana Alpers in ihrer Kritik vor?

Alpers plädiert für eine „Kunst der Beschreibung“, die das Gemälde nicht primär als Träger versteckter moralischer Botschaften, sondern als genaue Repräsentation der Welt und des damaligen Wissens versteht.

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Details

Title
Möglichkeiten und Grenzen der Ikonologie als kunsthistorische Methode. Panofsky und seine Kritiker
College
University of Trier
Course
Seminar Symbol, Allegorie, Emblem
Grade
1,0
Author
Franziska Irsigler (Author)
Publication Year
2006
Pages
42
Catalog Number
V66726
ISBN (eBook)
9783638599467
ISBN (Book)
9783638711241
Language
German
Tags
Möglichkeiten Grenzen Ikonologie Methode Panofsky Kritiker Seminar Symbol Allegorie Emblem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Irsigler (Author), 2006, Möglichkeiten und Grenzen der Ikonologie als kunsthistorische Methode. Panofsky und seine Kritiker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66726
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