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Die Aufhebung der Stände, Enteignung der Kirche und Auflösung der Klöster in der Französischen Revolution (Juli 1789-Februar 1790)

Title: Die Aufhebung der Stände, Enteignung der Kirche und Auflösung der Klöster in der Französischen Revolution (Juli 1789-Februar 1790)

Term Paper , 2002 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom- Theologin Katja Vogel (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

In Frankreich gab es 1789 eine in drei Stände geteilte Gesellschaft, bestehend aus Klerus, Adel und Dritten Stand. (Auf dieses Thema wird im folgenden noch näher eingegangen) An der Spitze des Staates stand ein König, Ludwig XVI, der von Gottes Gnaden berufen war. Dies bedeutete, dass er in der Ausübung seiner Herrschaft nur Gott unterstand. Was er anordnete war damit von Gott gegeben und hatte allgemeine Gültigkeit für jeden Franzosen.
Ausgangspunkt für alles Folgende war die Finanzkrise des Staates. Was die Übel dieses Finanznotstandes wirklich waren, ist nicht eindeutig feststellbar. Einige Historiker sprechen von einer Geldverschwendung des königlichen Hofes, andere sind der Meinung, es würde an unterschiedlichen Faktoren liegen. Tatsache ist nur, dass Frankreich in extremen Geldnöten steckte und der König nun eine Lösung finden musste. Aus diesem Grund berief Ludwig im Mai 1789 die Generalstände. Bei dieser Versammlung waren sowohl Klerus, Adel, als auch der Dritte Stand vertreten. Letzterer erhoffte sich dadurch endlich die Gleichberechtigung von allen drei Ständen durchzusetzen. Man muss hinzufügen, dass nach alter Regelung alle drei Stände die gleiche Anzahl von Abgeordneten inne hatten und die Abstimmung nach Ständen erfolgte. Diese Regelung war für den Dritten stand äußerst ungünstig, denn gerechterweise müsste er doppelt so viele Abgeordnete wie Klerus und Adel stellen. Die Regelung über die Zahl der Abgeordneten wurde bereits Ende 1788 geändert, so dass dem Dritten Stand etwa 600 Abgeordnete zustanden. Doch die Entscheidung wie abgestimmt werden sollte, wurde den Generalständen überlassen. Es kam zu heftigen Konflikten zwischen den einzelnen Ständen, doch der Dritte Stand erreichte schlussendlich sein Ziel: Es wurde nach Köpfen abgestimmt.
Somit war nun der Weg für den Dritten Stand frei, um Missstände und Benachteiligungen abzuschaffen und die Gleichheit der Stände durchzusetzen. Wohin dieser Weg führte und wie es schließlich zu der ersten eigentlichen Revolution, der Nacht des 04. August 1789, kam, soll diese Hausarbeit näher erläutern.
Für diese Hausarbeit habe ich mich nicht auf ein bestimmtes Werk gestützt, sondern versucht, die unterschiedlichen Strömungen, vom kommunistischen Historiker Albert Soboul, über Francois Furet, Ernst Schulin und Martin Göhring, u.a. einfließen zu lassen, um eine möglichst ausgewogene Hausarbeit darlegen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gesellschaftsstruktur des Ancien Regimes

2.1. Der Klerus

2.2. Der Adel

2.3. Der dritte Stand

3. Der Sturm auf die Bastille

4. Die Bauernrevolte und die „Grande Peur“

5. Die Folgen der Revolution des Volkes

5.1. Die Nacht des 04. August 1789

5.2. Die darauffolgenden Tage und die Entstehung der Dekrete vom 05. und 11. August 1789

5.3. Die Folgen für die französische Kirche

6. Auflösung der Klöster

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzungen in Frankreich zwischen Juli 1789 und Februar 1790, insbesondere den Wegfall der ständischen Privilegien und die sukzessive Enteignung sowie Schwächung der katholischen Kirche. Die zentrale Fragestellung beleuchtet, wie die Finanzkrise und soziale Spannungen zu diesem historischen Umbruch führten.

  • Strukturelle Analyse der drei Stände des Ancien Regimes
  • Dynamik der revolutionären Ereignisse: Bastillesturm und Grande Peur
  • Bedeutung der Nacht vom 4. August 1789 für die Abschaffung des Feudalwesens
  • Kirchenpolitische Maßnahmen: Enteignung, Zehnt-Abschaffung und Klosterauflösungen

Auszug aus dem Buch

5.1. Die Nacht des 04. August 1789

Innerhalb der französischen Parlamentsgeschichte stellte die Nacht des 04. August das denkwürdigste Ereignis dar. In dieser Nacht zerbrach das seit vielen Jahrhunderten bestehende Gesellschaftssystem des Ancien Regimes. Die ersten Ansätze des am 04. August entwickelten Gedanken stammen aus einer Sitzung des Bretonischen Klubs am Vorabend, dem 03. August. Seit Mai 1789 traf sich in regelmäßigen Abständen eine bretonische Gruppe von Abgeordneten des Dritten Standes, um gemeinsam zu überlegen, wie man in der Nationalversammlung abstimmen sollte.

Diese Gruppe traf sich also auch am Vorabend des 04. August. Bei diesem Treffen diskutierten die Teilnehmer untereinander und beschlossen sich „einer Art Magie zu bedienen“ und die Diskussion der Nationalversammlung liegen zu lassen, um dadurch die Privilegien der einzelnen Stände zu beseitigen. Mit diesem Vorhaben im Kopf gingen sie am nächsten Tag in den Sitzungssaal.

Um 17 Uhr begann die denkwürdige Sitzung. Gleich am Anfang der Versammlung meldete sich Vicomte de Noailles, ein verarmter liberaler Adeliger zu Wort. Er verteidigte und unterstützte die Bauern, in dem er erklärte, dass diese die indirekten Steuern (d.h. Steuerträger und Steuerschuldner sind nicht identisch) und die Feudalrechte abschaffen wollten. De Noailles schlug nun den Abgeordneten vor, die Steuern von allen, also auch von den Mitgliedern des Adels und des Klerus, im Verhältnis zu ihrem jeweiligen Einkommen einzuziehen. Die Feudalrechte sollten in einem Geldbetrag abgelöst werden. Die Frondienste hingegen sollten entschädigungslos abgeschafft werden. Diese Rede von de Noailles sprach in einer radikaleren Form genau die Überlegungen des Bretonischen Klubs aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Finanzkrise des französischen Staates von 1789 und der Einberufung der Generalstände als Ausgangspunkt der revolutionären Bewegung.

2. Die Gesellschaftsstruktur des Ancien Regimes: Untersuchung der ständischen Hierarchie zwischen Klerus, Adel und dem dritten Stand vor dem Hintergrund historischer Privilegien.

3. Der Sturm auf die Bastille: Beschreibung des politischen Aufstiegs des dritten Standes zur Nationalversammlung und des symbolträchtigen Angriffs auf die Bastille als Reaktion auf königliche Truppenbewegungen.

4. Die Bauernrevolte und die „Grande Peur“: Analyse der Massenpanik in der ländlichen Bevölkerung, die zu gewaltsamen Übergriffen auf Schlösser und zur Forderung nach Vernichtung feudaler Urkunden führte.

5. Die Folgen der Revolution des Volkes: Aufarbeitung der Sitzung vom 4. August, der Verabschiedung der August-Dekrete und der kirchenpolitischen Konsequenzen.

6. Auflösung der Klöster: Erörterung des gesetzlichen Verbots der Ordensgelübde und der systematischen Auflösung klösterlicher Gemeinschaften bis 1790.

7. Zusammenfassung: Retrospektive Analyse der Kausalketten zwischen Finanzmisere, gesellschaftlichem Umbruch und der zunehmenden staatlichen Bindung der Kirche.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Ancien Regime, Nationalversammlung, Klerus, Adel, Dritter Stand, Feudalwesen, Bastille, Grande Peur, August-Dekrete, Kirchenvermögen, Säkularisierung, Zehnter, Klöster, Zivilverfassung des Klerus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Übergang vom Ancien Regime zur revolutionären Ordnung in Frankreich zwischen 1789 und 1790, mit einem spezifischen Fokus auf die institutionellen und wirtschaftlichen Veränderungen für den Klerus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der ständischen Gesellschaftsstruktur, dem städtischen Aufruhr in Paris, der bäuerlichen Erhebung sowie den legislativen Schritten zur Abschaffung von Privilegien und der Enteignung kirchlicher Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Transformationsprozess nachzuzeichnen, durch den das Feudalwesen innerhalb kürzester Zeit liquidiert wurde und die Kirche ihren status quo als geistliche und materielle Machtinstanz im Staat verlor.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die sich auf eine Zusammenschau etablierter historiographischer Quellen stützt, um die historischen Ereignisse und ihre soziale Dynamik einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch und thematisch: Von der Analyse der sozialen Schichtung über den politischen Bruch mit dem Königshaus bis hin zu den konkreten Gesetzesdekreten, die das Ende des Feudalismus und den Beginn der Kirchenreform markierten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie "Ancien Regime", "August-Dekrete", "Kirchenvermögen" und "Ständegesellschaft" geprägt, da diese die zentralen Vektoren der Transformation beschreiben.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Klerus vor 1789?

Die Autorin stellt den Klerus als privilegierten "Ersten Stand" dar, der durch die Einhebung des Zehnten und den Besitz umfangreicher Ländereien eine mächtige, jedoch intern stark differenzierte gesellschaftliche Säule bildete.

Welche Bedeutung kommt der "Nacht des 04. August 1789" zu?

In dieser Sitzung der Nationalversammlung wurden die Privilegien der Stände de facto in einem beispiellosen Akt friedlicher Einigung aufgehoben, was laut der Autorin das "Ende des Ancien Regimes" besiegelte.

Wie kam es zur Auflösung der Klöster?

Die Auflösung war ein zweistufiger Prozess: Zunächst wurde das Kirchenvermögen verstaatlicht, und kurz darauf (Februar 1790) wurden die Ordensgelübde für unwirksam erklärt, sofern die Orden nicht karitativen oder lehrenden Zwecken dienten.

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Details

Title
Die Aufhebung der Stände, Enteignung der Kirche und Auflösung der Klöster in der Französischen Revolution (Juli 1789-Februar 1790)
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Katholische Fakultät)
Course
Proseminar
Grade
1,7
Author
Diplom- Theologin Katja Vogel (Author)
Publication Year
2002
Pages
17
Catalog Number
V66738
ISBN (eBook)
9783638599511
ISBN (Book)
9783656791614
Language
German
Tags
Aufhebung Stände Enteignung Kirche Auflösung Klöster Französischen Revolution Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom- Theologin Katja Vogel (Author), 2002, Die Aufhebung der Stände, Enteignung der Kirche und Auflösung der Klöster in der Französischen Revolution (Juli 1789-Februar 1790), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66738
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