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Armutsmaße

Title: Armutsmaße

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Kerz (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung von Methoden zur Armutsmessung. Armut stellt nicht nur unterentwickelte Volkswirtschaften vor große politische und sozio-ökonomische Herausforderungen, sondern Armut und die damit verbundenen Konsequenzen nehmen auch in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion in den entwickelten Industrieländern einen bedeutenden Stellenwert ein.
Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der wirtschaftlichen Prozesse (Stichwort ’Globalisierung’) sowie dem daraus resultierenden Erfordernis, sich an diese Veränderungen anzupassen, wird der Diskussionsbedarf bezüglich des Themenbereiches Armut, Ungleichheit, Gerechtigkeit noch verstärkt.
Unabdingbar für die Ableitung konkreter Entscheidungsregeln zur Bekämpfung von Armut ist ihre möglichst exakte Definition und Messung. In dieser Arbeit wird daher basierend auf theoretischen Überlegungen zusammen mit empirischem Datenmaterial ein Überblick über die Methoden zur Messung
von Armut gegeben. Dabei wird zunächst versucht, Armut als solche zu definieren. Es ist also abzugrenzen, wann jemand als ’arm’ gilt und wann nicht. In einem zweiten Schritt ist es erforderlich, Maße zu entwickeln, die die Armut zuverlässig messen. Beurteilungsmaßstab für die Güte dieser Maße sind bestimmte Axiome, die von dem jeweiligen Maß zu erfüllen sind. Es werden ausgewählte Maße betrachtet und einer Analyse unterzogen, ob sie den in der Literatur geforderten Kriterien genügen beziehungsweise es wird dargelegt, welche Mängel die Maße aufweisen.
Schließlich wird in einem dritten Schritt eine vergleichende Beurteilung der ausgewählten Maße anhand eines empirischen Datensatzes durchgeführt. Dabei soll untersucht werden, welche Ergebnisse die Maße hervorbringen und welche Sensitivität sie in Bezug auf Änderungen der Armutsgrenze aufweisen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Zur Relevanz der Armutsmessung

2 Definitorische und axiomatische Grundlagen der Armutsmessung

2.1 Statistische Maße und Armutsdefinition

2.2 Problematik der Einkommensabgrenzung

2.3 Absolute versus relative Armutsmessung

2.4 Axiome fur statistische Armutsmaße

2.4.1 Hinweise zur Notation

2.4.2 Darstellung der Axiome

3 Ausgewählte statistische Armutsmaße

3.1 Head-Count-Ratio

3.1.1 Formale Darstellung des Maßes

3.1.2 Kritische Würdigung

3.2 Poverty-Gap-Ratio

3.2.1 Formale Darstellung des Maßes

3.2.2 Kritische Würdigung

3.3 Armutsmaß nach Sen

3.3.1 Formale Darstellung des Maßes

3.3.2 Kritische Würdigung

3.4 Armutsmaß nach Foster, Greer und Thorbecke

3.4.1 Formale Darstellung des Maßes

3.4.2 Kritische Würdigung

3.5 Armutsmaß nach Blackburn

3.5.1 Formale Darstellung des Maßes

3.5.2 Kritische Würdigung

4 Vergleichende empirische Analyse der Maße

5 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen Überblick über Methoden der statistischen Armutsmessung zu geben, diese anhand theoretischer Axiome zu bewerten und ihre Anwendung an einem empirischen Datensatz zu vergleichen.

  • Grundlagen der Armutsdefinition und Einkommensabgrenzung
  • Axiomatische Anforderungen an statistische Armutsmaße
  • Formale Darstellung und kritische Würdigung gängiger Indizes
  • Empirische Vergleichsanalyse verschiedener Armutsmaße

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Kritische Würdigung

Der Head-Count-Ratio betrachtet allein den Anteil der Armen an der Gesamtbevölkerung und stellt damit ein sehr anschauliches und leicht zu interpretierendes Armutsmaß dar. Wenn jemand arm im Sinne eines Einkommens unterhalb der Armutsgrenze ist, dann zeigt dies das Maß an (’incidence’ wird berücksichtigt) und ein wirtschaftspolitischer Entscheidungsträger kann darauf entsprechend reagieren. Nur wenn Armut als bloße 0-1-Eigenschaft angesehen wird (jemand ist arm oder nicht), ist es vertretbar, den HCR zu verwenden. Die Tatsache, dass dieses Maß in der Praxis so häufig verwendet wird, scheint jedoch allein auf dessen Simplizität zurückzuführen sein (vgl. Ravallion 1996, S.1329). Der leichten Berechenbarkeit und Interpretation stehen nämlich gravierende Schwächen gegenüber (vgl. Atkinson 1987, S.754). Sowohl die absolute Einkommenshöhe (’intensity’) der Armen als auch die Einkommensverteilung (’inequality’) innerhalb der Klasse der Armen bleibt unberücksichtigt. Die poverty rate zeigt somit das gleiche Maß an, unabhängig davon, ob die Armen alle ein Einkommen von 0 haben oder ob sie nur minimal unterhalb der Armutsgrenze liegen (vgl. Sen 1976, S.219).

Zwar ist der HCR zerlegbar, verstößt aber sowohl gegen das Axiom H (Monotonie im Einkommen der Armen) als auch gegen das Transferaxiom I, denn ein Einkommenstransfer einer armen zu einer reicheren, aber dennoch armen Person lässt H unverändert, obwohl ein adäquater Armutsindex eigentlich eine Zunahme an Armut registrieren müsste. Ferner ist zu bemängeln, dass die Wirkung staatlicher Umverteilungsmaßnahmen durch den Vergleich zweier zeitbezogener HCR nicht beurteilt werden kann. Positive Einkommenswirkungen auf arme Haushalte, die zwar nach der staatlichen Maßnahme weiterhin arm bleiben, aber eine verbesserte Einkommensposition haben, schlagen sich nicht im HCR nieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zur Relevanz der Armutsmessung: Einleitung in das Thema Armut und Motivation zur Darstellung von Messmethoden angesichts aktueller sozio-ökonomischer Herausforderungen.

2 Definitorische und axiomatische Grundlagen der Armutsmessung: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Armutsdefinition sowie der Festlegung relevanter Indikatoren und Darstellung der Anforderungen an Armutsmaße durch Axiome.

3 Ausgewählte statistische Armutsmaße: Formale Einführung und kritische Analyse verschiedener Armutsindizes hinsichtlich ihrer Eignung und Erfüllung theoretischer Anforderungen.

4 Vergleichende empirische Analyse der Maße: Praktische Anwendung der vorgestellten Maße auf einen empirischen Datensatz zur Verdeutlichung ihrer unterschiedlichen Ergebnisse bei variierenden Armutsgrenzen.

5 Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritischer Ausblick auf die Grenzen der monetären Armutsmessung sowie die Notwendigkeit dynamischerer Ansätze.

Schlüsselwörter

Armutsmessung, statistische Maße, Head-Count-Ratio, Poverty-Gap-Ratio, Armutsaxiom, Einkommensverteilung, Wohlfahrtsmessung, Sen-Index, FGT-Maß, Blackburn-Maß, Gini-Koeffizient, Armutsgrenze, Äquivalenzeinkommen, Einkommensabgrenzung, empirische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Es geht um die wissenschaftliche Darstellung, theoretische Prüfung und empirische Anwendung statistischer Methoden zur Messung von Armut.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Definition von Armut, die axiomatische Bewertung von Armutsmaßen sowie der Vergleich verschiedener Kennzahlen anhand von Daten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über Methoden der Armutsmessung zu geben und zu analysieren, wie zuverlässig sie Armut abbilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Axiomen für Armutsmaße und eine vergleichende empirische Analyse unter Verwendung des Programms EViews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden fünf spezifische Armutsmaße formal hergeleitet und kritisch hinsichtlich ihrer Eigenschaften (wie Incidence, Intensity, Inequality) diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristisch sind Begriffe wie Armutsmaß, Axiom, Einkommensverteilung, Head-Count-Ratio und Armutsgrenze.

Warum wird das Blackburn-Maß trotz theoretischer Stärken kritisiert?

Es wird kritisiert, weil die verwendete Logarithmus-Funktion bei negativen Einkommen nicht definiert ist, was zu praktischen Berechnungsproblemen führt.

Welchen Vorteil bietet das FGT-Maß laut Autor?

Das FGT-Maß zeichnet sich durch die Kombination der Erfüllung wichtiger Sen-Axiome mit der Eigenschaft der additiven Zerlegbarkeit aus.

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Details

Title
Armutsmaße
College
University of Cologne  (Seminar für Wirtschafts- und Sozialstatistik)
Course
Statistisches Hauptseminar
Grade
1,7
Author
Thomas Kerz (Author)
Publication Year
2004
Pages
29
Catalog Number
V66810
ISBN (eBook)
9783638592086
Language
German
Tags
Armutsmaße Statistisches Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Kerz (Author), 2004, Armutsmaße, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66810
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