Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics

Indirekte Sprechakte

Title: Indirekte Sprechakte

Seminar Paper , 2000 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nadia Hamdan (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Indirekte Sprechakte".
Im Bereich der Pragmatik stellen Sprechakte einen wichtigen Teilbereich dar, da sie, " zur Entwicklung der Pragmatik den entscheidenden Anstoß gaben"
Um den Begriff "Indirekte Sprechakte" näher definieren zu können, wird zunächst geklärt, was ein "Sprechakt" überhaupt ist.
Die von John L. Austin 1955 (veröffentlicht postum 1962) vorgestellte Theorie der Sprechakte wird kurz angerissen, um John Searles Weiterentwicklung ( aus dem Jahre 1965) daran anzuschließen.
Im Jahre 1975 stellte Searle zunächst in "Syntax and Semantics, Vol.3" einen Aufsatz über indirekte Sprechakte vor. Dieser erschien 1982. in Searles "Ausdruck und Bedeutung".
Ausgehend von diesem Aufsatz beschäftigt sich diese Arbeit mit Searles Theorien.
Neben Searles Ausführungen werden vor allem auf die von Grice 1967 ausgearbeiteten Theorie der Implikaturen eingegangen.
Grice führte Searles Theorien weiter, indem er sie um einige wichtige Punkte ergänzte:
Während Searle die indirekten Sprechakte mit Sprechakttheoretischen Prinzipien, sowie Gesprächsrekonstruktionen zu erklären versucht, befaßt sich Grice mit den allgemeinen Konversationsprinzipien, auf deren Grundlage Kommunikation überhaupt erst möglich ist.
Eine abschließende Zusammenfassung beider Theorien hat schließlich das Ziel ihr Zusammenwirken zu erläutern.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Sprechakttheorie

3. Indirekte Sprechakte

3.1. Direktive

4. Grices Theorie der Implikaturen

4.2. Implikaturen

4.2.1. konventionelle Implikaturen

4.2.2. Konversationelle Implikaturen

5. Zusammenfassung

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen indirekter Sprechakte, indem sie die Sprechakttheorie von John L. Austin und John Searle mit der Theorie der Implikaturen von Paul Grice verknüpft. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hörer durch Schlusfolgerungsstrategien und Hintergrundwissen die tatsächliche Intention eines Sprechers entschlüsseln, wenn diese über die wörtliche Bedeutung der Äußerung hinausgeht.

  • Grundlagen der Sprechakttheorie nach Austin und Searle
  • Die systematische Struktur indirekter Direktiva
  • Grices Theorie der Konversationsmaximen
  • Die Unterscheidung zwischen konventionellen und konversationellen Implikaturen
  • Interaktion von Sprechakt und Implikatur bei der Interpretation von Äußerungen

Auszug aus dem Buch

3. Indirekte Sprechakte

Äußerungen sind nicht immer wörtlich so gemeint, wie sie gesagt werden. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Ironien oder Metaphern, bei denen meist das genaue Gegenteil gemeint ist. Dann gibt es Sätze, die über ihre eigentliche Bedeutung hinaus noch mehr sagen wollen: Die Eingangs erwähnten indirekten Sprechakte.

Searle stellt in "Ausdruck und Bedeutung" die Merkmale der indirekten Sprechakte dar. Weitergeführt, bzw. systematisiert und ergänzt wird sie durch Grices "Theorie der Implikaturen", die sich mit dem Verständnis zwischen Sprecher und Hörer beschäftigt: Wie wird eine indirekte Äußerung so verstanden wie sie gemeint ist?

Bei der These der indirekten Sprechakte geht es in erster Linie darum, zu erklären wie der Hörer die Intention des Sprechers durchschaut, wenn er nicht wörtlich das sagt, was er meint. "Mit indirekten Sprechakten teilt der Sprecher dem Hörer dadurch mehr mit als er eigentlich sagt, daß er sich darauf verläßt, daß der Hörer rational ist und korrekt schließen kann, und daß er mit ihm gewisse Hintergrundinformationen teilt"

Zur Erklärung indirekter illukutionärer Akte benötige man lediglich "eine Sprechakttheorie, Prinzipien kooperativer Konversation, außersprachliche Hintergrundinformationen und die Fähigkeit des Hörers Schlüsse zu ziehen".

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Einleitung definiert das Thema der indirekten Sprechakte und skizziert den theoretischen Rahmen, bestehend aus Searles Sprechakttheorie und Grices Theorie der Implikaturen.

2. Die Sprechakttheorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von Sprechakten nach Austin und Searle, wobei insbesondere die Differenzierung in lokutionäre, illokutionäre und perlokutionäre Akte im Zentrum steht.

3. Indirekte Sprechakte: Hier wird analysiert, wie Hörer die Intention hinter nicht wörtlich gemeinten Äußerungen mittels Schlußfolgerungsstrategien rekonstruieren.

3.1. Direktive: Dieser Abschnitt klassifiziert indirekte Aufforderungen (Direktiva) in sechs Gruppen und erörtert deren Funktion als Höflichkeitsmittel.

4. Grices Theorie der Implikaturen: Es werden die Grundlagen der Kooperationsprinzipien und die vier Kategorien der Konversationsmaximen vorgestellt, welche die Kommunikation strukturieren.

4.2. Implikaturen: Das Kapitel führt in das Konzept der Implikaturen ein, die es ermöglichen, mehr zu vermitteln, als wörtlich ausgesprochen wird.

4.2.1. konventionelle Implikaturen: Erläuterung der Implikaturen, die auf konventioneller Wortbedeutung beruhen und kaum durch Kontext beeinflussbar sind.

4.2.2. Konversationelle Implikaturen: Untersuchung der hypothetischen Implikaturen, die aus der Einhaltung oder bewussten Verletzung von Konversationsmaximen resultieren.

5. Zusammenfassung: Eine Synthese der Theorien von Austin, Searle und Grice, um das Zusammenwirken von Sprechhandlung und Interpretation im täglichen Sprachgebrauch zu verdeutlichen.

6. Schlusswort: Abschließende Reflexion darüber, dass die theoretische Analyse des Sprechaktes essenziell für das Verständnis alltäglicher Kommunikation ist.

Schlüsselwörter

Sprechakttheorie, Indirekte Sprechakte, Pragmatik, John Searle, Paul Grice, Implikaturen, Konversationsmaximen, Kooperationsprinzip, Illokution, Perlokution, Sprachphilosophie, Kommunikation, Höflichkeit, Konventionelle Implikatur, Konversationelle Implikatur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Analyse von indirekten Sprechakten, bei denen die intendierte Bedeutung einer Äußerung von der wörtlichen Aussage abweicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Sprechakttheorie von Austin und Searle sowie die Implikaturtheorie von Paul Grice, um die Mechanismen des Sprachverstehens zu erklären.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Schlußfolgerungsprozess aufzuzeigen, durch den ein Hörer in einer Konversation die wahre Absicht des Sprechers bei indirekten Sprechakten erkennt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es erfolgt eine theoretische Analyse und Rekonstruktion von Sprechakten sowie die Anwendung von Grices Konversationsmaximen auf konkrete Dialogbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sprechakttheorie (inklusive der Klassifikation von Direktiva) und die detaillierte Ausarbeitung der Implikaturtheorie mit ihren verschiedenen Unterformen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sprechakt, Konversationsmaximen, Implikaturen, Illokution und Kooperationsprinzip.

Warum spielt das "Hintergrundwissen" bei indirekten Sprechakten eine wichtige Rolle?

Ohne das Teilen von kontextuellem Hintergrundwissen zwischen Sprecher und Hörer wäre der Hörer nicht in der Lage, die logischen Schlußfolgerungen zu ziehen, die notwendig sind, um eine nicht wörtlich gemeinte Äußerung korrekt zu interpretieren.

Wie unterscheidet Searle die verschiedenen Gruppen von indirekten Direktiva?

Searle unterteilt sie in sechs Gruppen, die sich auf unterschiedliche Aspekte beziehen, wie etwa die Fähigkeit des Hörers zur Handlungsausführung, den Wunsch des Sprechers oder das Vorliegen von Gründen für eine Handlung.

Warum können konversationelle Implikaturen vom Sprecher zurückgenommen werden?

Da konversationelle Implikaturen auf der Annahme basieren, dass der Sprecher kooperativ ist, beruhen sie auf einer Interpretation. Der Sprecher kann dieser Deutung widersprechen, da er sie nicht explizit und wörtlich geäußert hat.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Indirekte Sprechakte
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Philosophische Fakultät)
Course
Proseminar Gesprächsanalyse
Grade
1,3
Author
Nadia Hamdan (Author)
Publication Year
2000
Pages
21
Catalog Number
V6681
ISBN (eBook)
9783638142007
Language
German
Tags
Grice Searle Implikaturen Sprechakte indirekte Sprechakte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadia Hamdan (Author), 2000, Indirekte Sprechakte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6681
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint