In dieser Diplomarbeit wird eine Branchenanalyse über die Wellpappenindustrie durchgeführt, die die strukturellen Einflussfaktoren identifiziert. Als Grundlage wird in den Kapiteln 2 bis 5 ein theoretischer Bezugsrahmen festgelegt, der als Basis für den praktischen Teil dienen wird. Als Grundgerüst dient das Triebkräftemodell von Porter.
Nach einer allgemeinen Einführung über das Packmittel Wellpappe wird zunächst der europäische Verpackungsmarkt im allgemeinen vorgestellt, um dann den Wellpappenmarkt in Deutschland explizit zu analysieren. Die Kapitel 8 bis 12 analysieren die fünf individuellen Triebkräfte von Porter, bei denen es sich um die Verhandlungsmacht der Lieferanten und Abnehmer, die Wettbewerbsintensität und die Gefahr durch Substitutionsprodukte sowie potentielle neue Konkurrenten handelt. Über dieses Modell hinaus wurden zusätzliche Faktoren als Einflussträger identifiziert. Legislative Institutionen können durch neue Gesetzgebungen oder Dokumentationspflichten die Branche negativ aber auch positiv beeinflussen. In Kapitel 14 wird auf die zunehmende Konzentration der Branche eingegangen, die im speziellen durch die Expansionsstrategien der größten Wellpappenkonzerne entsteht. Der europäische Kontext findet in Kapitel 15 Beachtung, indem die fünf größten europäischen Märkte sowie die Potentiale der osteuropäischen Wellpappenindustrie analysiert werden. Da Innovationen als Voraussetzung für Wirtschaftswachstum gelten, wird die Innovationsfähigkeit der Branche in Kapitel 16 untersucht. Als Abschluss dient ein vorsichtiger Ausblick in die Zukunft.
Eine Branchenanalyse setzt eine Industrie in Beziehung zu ihrem wirtschaftlichem Umfeld. Dieses soll im Vorwege abgegrenzt werden. Wird die Wellpappenindustrie als Teil einer Wertschöpfungskette betrachtet, so ergibt sich als Vorstufe die Papierherstellung und als nachgestellte Stufe die Abnehmerindustrien. Alle weiteren Stufen der Wertschöpfungskette sollen in dieser Diplomarbeit nur in Ausnahmen berücksichtigt werden. Ausnahmen ergaben sich durch Einbeziehen der Altpapierverarbeitung und des Einzelhandels.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Relevanz der Thematik
1.2. Zielsetzung und Problemstellungen
1.3. Methodik
2. Branche und Markt
2.1. Der Begriff „Branche“
2.2. Der Begriff „Markt“
2.2.1. Business-to-business – Märkte (B2B – Märkte)
2.2.2. Produkte auf B2B – Märkten
2.2.3. Marktformen in B2B – Märkten
2.2.4. Marktsegmente
2.2.5. Marktnischen
3. Einflussfaktoren in der Branche
3.1. Branchenanalyse
3.2. Branchenanalyse nach Porter
3.2.1. Markteintritt
3.2.2. Verhandlungsstärke von Lieferanten
3.2.3. Wettbewerb in einer Branche
3.2.3.1. Strukturtypen von Branchen
3.2.4. Abnehmer in einer Branche
3.2.4.1. Die Entstehung von Verhandlungsmacht
3.2.4.2. Vertriebskanäle
3.2.5. Gefahr durch Substitutionsprodukte
3.2.6. Bewertung des Modells von Porter
4. Innovationen
5. Prognosen
6. Grundlagen über das Verpackungsmittel Wellpappe
6.1. Wellenarten und Wellpappeverpackungen
6.2. Anforderungen an die Wellpappenindustrie
7. Struktur der Verpackungsmärkte
7.1. Der europäische Verpackungsmarkt
7.2. Die Wellpappenindustrie in Deutschland
7.2.1. Struktur der deutschen Branche
7.2.2. Gegenwärtige wirtschaftliche Lage
8. Der Beschaffungsmarkt
8.1. Die Kostenstruktur in der Wellpappenindustrie
8.1.1 Humankapital bzw. Personalkosten
8.1.2. Energiekosten
8.1.3. Transportkosten
8.1.4. Sonstige Kosten
8.2. Materialkosten: Verhandlungsmacht der Papierhersteller
8.3. Vertikale Integration
9. Der Absatzmarkt
9.1. Abgrenzung des relevanten Marktes
9.2. Die Attraktivität von Marktnischen
9.3. Entwicklungen auf der Kundenseite
9.4. Wachstumsmärkte innerhalb des Kundenkreises
9.5. Starkes Wachstum durch Discounter bzw. Handelsmarken
9.6. Vertriebswege
10. Wettbewerbssituation
10.1. Auslastung der Branche
10.2. Investitionsquote
10.3. Neue Trends bei mittelständischen Unternehmen
10.4. Niedrige Renditen
11. Konkurrenz- bzw. Ersatzprodukte
11.1. Vollpappe und Holz
11.2. Mehrwegverpackungen aus Plastik
12. Markteintritt
13. Gesetzgebende Institutionen
14. Konzentration der europäischen Wellpappenindustrie
14.1. SCA (Svenska Cellulosa Aktiebolaget)
14.2. Kappa Packaging
14.3. JSG (Jefferson Smurfit Group)
14.4. Mondi
14.5. DS Smith
14.6. Besondere Ereignisse in 2005
14.6.1. Stellenabbau bei SCA
14.6.2. Fusion von Kappa Packaging und JSG
15. Der europäische Markt
15.1. Die fünf größten westeuropäischen Märkte
15.1.1. Italien
15.1.2. Frankreich
15.1.3. Großbritannien
15.1.4. Spanien
15.2. Osteuropa: Chance oder Risiko
15.2.1. Vorstellung einiger osteuropäischer Märkte
16. Innovationen
16.1. Innovationsstärke
16.2. RFID
17. Zusammenfassung und Prognosen
17.1. Herleitung und Resultat der quantitativen Prognose
17.2. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die deutsche Wellpappenindustrie strukturell unter Anwendung des Triebkräftemodells von Porter. Das primäre Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf die Wettbewerbsfähigkeit zu identifizieren, die Marktdynamik zu bewerten und zukünftige Marktentwicklungen zu prognostizieren, insbesondere unter Berücksichtigung von Kostenstrukturen und Innovationspotenzialen.
- Strukturelle Analyse der Wellpappenindustrie mittels Porter-Modell
- Untersuchung der Wettbewerbssituation und Überkapazitäten
- Bedeutung der Beschaffungskosten für Papier und Energie
- Marktentwicklungen durch Handelsmarken und Discounter
- Innovationspotenziale, insbesondere RFID und neue Wellenarten
- Wachstumsperspektiven in Osteuropa
Auszug aus dem Buch
1.2. Zielsetzung und Problemstellungen
In dieser Diplomarbeit wird eine Branchenanalyse über die Wellpappenindustrie durchgeführt, die die strukturellen Einflussfaktoren identifiziert. Als Grundlage wird in den Kapiteln 2 bis 5 ein theoretischer Bezugsrahmen festgelegt, der als Basis für den praktischen Teil dienen wird. Als Grundgerüst dient das Triebkräftemodell von Porter.
Nach einer allgemeinen Einführung über das Packmittel Wellpappe wird zunächst der europäische Verpackungsmarkt im allgemeinen vorgestellt, um dann den Wellpappenmarkt in Deutschland explizit zu analysieren. Die Kapitel 8 bis 12 analysieren die fünf individuellen Triebkräfte von Porter, bei denen es sich um die Verhandlungsmacht der Lieferanten und Abnehmer, die Wettbewerbsintensität und die Gefahr durch Substitutionsprodukte sowie potentielle neue Konkurrenten handelt. Über dieses Modell hinaus wurden zusätzliche Faktoren als Einflussträger identifiziert. Legislative Institutionen können durch neue Gesetzgebungen oder Dokumentationspflichten die Branche negativ aber auch positiv beeinflussen. In Kapitel 14 wird auf die zunehmende Konzentration der Branche eingegangen, die im speziellen durch die Expansionsstrategien der größten Wellpappenkonzerne entsteht. Der europäische Kontext findet in Kapitel 15 Beachtung, indem die fünf größten europäischen Märkte sowie die Potentiale der osteuropäischen Wellpappenindustrie analysiert werden. Da Innovationen als Voraussetzung für Wirtschaftswachstum gelten, wird die Innovationsfähigkeit der Branche in Kapitel 16 untersucht. Als Abschluss dient ein vorsichtiger Ausblick in die Zukunft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz von Wellpappe dar und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Branche und Markt: Es werden die grundlegenden Begriffe Branche und Markt definiert und für das Verständnis der Wellpappenindustrie in einem B2B-Umfeld spezifiziert.
3. Einflussfaktoren in der Branche: Das Porter-Modell der fünf Wettbewerbskräfte wird als theoretische Basis zur Branchenanalyse eingeführt und detailliert erläutert.
4. Innovationen: Dieses Kapitel thematisiert die Bedeutung von Innovationen als Wachstumsfaktor und unterscheidet zwischen Produkt- und Prozessinnovationen.
5. Prognosen: Es werden Methoden zur Erstellung von Prognosen vorgestellt, von quantitativen Trendextrapolationen bis hin zu qualitativen Expertenbefragungen.
6. Grundlagen über das Verpackungsmittel Wellpappe: Das Kapitel beschreibt technische Spezifikationen von Wellpappe, deren Herstellung sowie Anforderungen an die Branche.
7. Struktur der Verpackungsmärkte: Es erfolgt eine Analyse des europäischen Verpackungsmarktes und der spezifischen Situation der Wellpappenindustrie in Deutschland.
8. Der Beschaffungsmarkt: Die Kostenstruktur der Branche wird detailliert analysiert, mit Fokus auf Personalkosten, Energie, Transport sowie die Materialkosten (Wellpappenrohpapiere).
9. Der Absatzmarkt: Es wird der relevante Markt abgegrenzt, Nischenmärkte evaluiert und der Einfluss von Discountern und Handelsmarken auf die Kundenseite untersucht.
10. Wettbewerbssituation: Der Wettbewerb wird anhand von Branchenauslastung, Investitionsverhalten und Renditen bewertet, wobei auch die Rolle der Konzentration beleuchtet wird.
11. Konkurrenz- bzw. Ersatzprodukte: Substitutionsgefahren durch Vollpappe, Holz und Mehrwegverpackungen aus Plastik werden analysiert.
12. Markteintritt: Die Barrieren für neue Wettbewerber in der Wellpappenindustrie werden erörtert, insbesondere im Hinblick auf Kapitalintensität.
13. Gesetzgebende Institutionen: Der Einfluss staatlicher Regulierung und europäischer Richtlinien auf die Branche wird dargestellt.
14. Konzentration der europäischen Wellpappenindustrie: Es werden die großen Konzerne der Branche analysiert und Konsolidierungstendenzen durch Fusionen und Werksschließungen aufgezeigt.
15. Der europäische Markt: Die fünf bedeutendsten nationalen Märkte Europas werden im Vergleich analysiert und das Potenzial der osteuropäischen Märkte diskutiert.
16. Innovationen: Vertiefende Beispiele für Innovationen in der Branche sowie die Rolle der RFID-Technologie werden behandelt.
17. Zusammenfassung und Prognosen: Die Arbeit schließt mit einer Herleitung quantitativer Prognosen für die Wellpappennachfrage und einem Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung.
Schlüsselwörter
Wellpappenindustrie, Branchenanalyse, Porter-Modell, Verpackungsmarkt, Wellpappenrohpapiere, Wettbewerbsintensität, Marktnischen, Handelsmarken, Preiskampf, Investitionsquote, Konzentration, Osteuropa, Supply Chain, Innovationsfähigkeit, Prognose.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert eine umfassende Branchenanalyse der deutschen Wellpappenindustrie und bettet diese in einen europäischen Kontext ein.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Wettbewerbskräfte nach Porter, die Kostenstruktur der Wellpappenherstellung, Marktentwicklungen durch Handelsmarken, der Einfluss des Einzelhandels sowie Innovationsansätze und Marktpotenziale in Osteuropa.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die Identifikation struktureller Einflussfaktoren auf die Branche, um die aktuelle Wettbewerbssituation zu verstehen und fundierte Prognosen für die zukünftige Marktentwicklung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich primär auf die Auswertung von Sekundärdaten (Branchenberichte, Statistiken, Fachzeitschriften) und ergänzt diese durch eine qualitative Primärforschung in Form von Experteninterviews.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert detailliert die fünf Wettbewerbskräfte nach Porter, die Kostenfaktoren, die Konzentrationsprozesse innerhalb der europäischen Konzerne sowie die spezifischen Bedingungen in verschiedenen europäischen Märkten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wellpappenindustrie, Porter-Modell, Marktkonzentration, Preiskampf, Materialkosten, logistische Optimierung durch RFID und Osteuropa als Wachstumsmarkt.
Wie beeinflussen Handelsmarken und Discounter die Wellpappenbranche?
Der Zuwachs an Handelsmarken erhöht den Preisdruck auf die Produzenten massiv, da Discounter durch große Abnahmemengen eine starke Verhandlungsmacht ausüben und Lieferanten gegeneinander ausspielen.
Welche Rolle spielt die vertikale Integration für die Hersteller?
Vertikale Integration ist eine Strategie, um die eigene Rohstoffbasis zu sichern und die Abhängigkeit von Papierlieferanten zu verringern, ist jedoch mit hohem Kapitalbedarf verbunden.
Wie verändern sich die Anforderungen an die Verpackungsproduktion?
Es besteht ein Trend zu hochwertigeren Veredelungen, komplexeren Konstruktionen sowie zu „Just-in-Time“-Logistik, was von den Herstellern hohe Flexibilität und Investitionen in moderne Technik erfordert.
- Quote paper
- Christoph Kilian (Author), 2006, Analyse der deutschen Wellpappenindustrie in einem europäischen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66851