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Der Beginn der Hexenverfolgung durch die Inquisition im 15. Jahrhundert

Title: Der Beginn der Hexenverfolgung durch die Inquisition im 15. Jahrhundert

Examination Thesis , 2004 , 88 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Doreen Fricke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Denken und Handeln vieler Europäer des Mittelalters war beherrscht von der Vorstellung, man könne durch Zauberei Einfluss auf den Alltag nehmen. So glaubten vor allem die ungebildeten Schichten, man könne mit Hilfe von magischen Riten z. B. Nachbarn aus Neid Schaden zufügen oder sich selbst vor derartigen Angriffen schützen. Derartige Vorstellungen hatte die mittelalterliche Christianisierung der europäischen Länder nicht ausrotten können. Da jedoch das Christentum die offiziell ausgeübte Religion war, duldete die katholische Kirche lange den heidnischen Aberglauben, der unter der Oberfläche erhalten geblieben war. Die Kleriker predigten, dass Zauberei keine Wirkung hätte und dass Menschen, die diese dennoch praktizierten, mit Kirchenbußen zu bestrafen sein, weil sie an die Effizienz der Magie glaubten.
Mit dem Beginn des 15. Jahrhunderts wandelte sich in einigen europäischen Regionen die Einstellung der katholischen Kirche zur Ausübung nicht-christlicher Rituale. Immer stärker sahen sich christliche Geistliche die Erhaltung des von ihnen praktizierten Glaubens bedroht. Somit galt es, etwas gegen den erhalten gebliebenen heidnischen Aberglauben zu unternehmen. Auf der Suche nach jenen, die Zauberei betrieben, meinten Theologen, eine neue Gemeinschaft von Teufelsbündnern entdeckt zu haben, die nämlich die Hexensekte. Den Mitgliedern dieser vermeintlichen Sekte wurde vorgeworfen, einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein, um seine Hilfe bei der Schädigung von Mitmenschen beanspruchen und mit ihm Unzucht treiben zu können.
Für die Bekämpfung der Hexen war die Inquisition zuständig. Diese mittelalterliche Institution war vom Papst geschaffen worden, um alle Häretiker, die den christlichen Glauben anders auslegten, als es die katholische Kirche wünschte, zurück zu schlagen. Aufgabe der Kirchenmänner, die das Amt des Inquisitors ausübten, war es, die ketzerischen Sekten, also seit dem 15. Jahrhundert auch die Hexen, zu verfolgen und mittels eines Prozessverfahrens wegen ihrer Abtrünnigkeit von der katholischen Kirche unschädlich machen.
Diese Arbeit setzt sich speziell mit dem Beginn der Hexenverfolgung durch die Inquisition im 15. Jahrhundert auseinander. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die spätmittelalterlichen Hexenverfolgungen entstehen konnten. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt dabei auf dem Einfluss der päpstlichen Inquisition bei der Umgestaltung des Hexereibegriffs und dem daraus resultierenden Umgang mit den vermeintlichen Hexen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung

1.2. Zeitliche und räumliche Eingrenzung

1.3. Quellen- und Forschungsbericht

1.3.1. Quellen

1.3.2. Literatur

1.4. Aufbau und Methode der Arbeit

2. Die Hexen

2.1. Antike und germanische Ursprünge der Hexereivorstellungen

2.2. Der Wandel des Hexenbegriffs im Spätmittelalter durch den Einfluss der mittelalterlichen Kirche

2.2.1. Die Verbindung zwischen Ketzern und Hexen

2.2.2. Die Bulle Summis desiderantes affectibus

2.3. Die Verbreitung des neuen Hexenglaubens

2.3.1. Das Basler Konzil

2.3.2. Die Übernahme der kirchlichen Hexereivorstellungen in der Bevölkerung

3. Der Hexenhammer Malleus Maleficarum

3.1. Der Autor Heinrich Kramer (Institoris)

3.1.1. Der Lebenslauf Kramers

3.1.2. Die Charakteristik des Inquisitors Kramer

3.1.3. Das Verfasserproblem des Hexenhammers

3.2. Der Entstehungskontext des Hexenhammers

3.3. Der Aufbau des Werkes

3.3.1. Aufbau und Inhalt des ersten Teils

3.3.2. Aufbau und Inhalt des zweiten Teils

3.3.3. Aufbau und Inhalt des dritten Teils

3.4. Die Hexenlehre des Hexenhammers

3.4.1. Das Teufelsbild

3.4.2. Frauenfeindlichkeit im Hexenhammer

3.4.3. Der Teufelspakt und die daraus resultierenden Fähigkeiten der Hexen

a.) Vermittlungen von Hexen

b.) Sexualdämonen

c.) Das Anrufen des Teufels

3.5. Hexerei als Mischverbrechen

3.6. Die unmittelbare Rezeption des Hexenhammers als Anleitung zur Hexenverfolgung

4. Die Inquisitionspraxis bei der Verfolgung der Hexen

4.1. Die beteiligten Organe der Inquisition

4.2. Denunzianten und Verdächtige vor der Inquisition

4.2.1. Die der Hexerei Verdächtigten

4.2.2. Die Denunzianten

4.2.3. Das Verhalten der Inquisition gegenüber Verdächtigen und Denunzianten

4.3. Das Prozessverfahren

4.3.1. Die Verhöre und der Einsatz der Folter

4.3.2. Urteilsverkündung und Bestrafung

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Ursprung und die Etablierung der Hexenverfolgung durch die Inquisition im 15. Jahrhundert. Ziel ist es zu analysieren, wie unter dem Einfluss kirchlicher Gelehrter und durch den spezifischen Kontext der Inquisitionsverfahren ein neuer, gelehrter Hexenbegriff entstand, der das gesellschaftliche Denken und Handeln maßgeblich beeinflusste.

  • Ursprünge und Wandel des Hexenbegriffs im Spätmittelalter
  • Einfluss der päpstlichen Inquisition und des Basler Konzils
  • Die Rolle von Heinrich Kramers „Malleus Maleficarum“ (Hexenhammer)
  • Struktur und Praxis der inquisitorischen Hexenprozesse
  • Sozioökonomische Faktoren und gesellschaftliche Konflikte bei der Hexenverfolgung

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Die Charakteristik des Inquisitors Kramer

Aus heutiger Sicht wird Heinrich Kramer oft als streitsüchtiger und verschlagener Mensch charakterisiert, der alles tat, um seinen erbitterten Krieg gegen das vermeintlich Böse durchzusetzen und jede Form der Verunreinigung des Glaubens zu verhindern, auch wenn er dafür häufig von seinen Ordensobern getadelt wurde. Beispiele dafür liefert seine Biografie viele. Zum Beispiel klagte er 1475 in Rom zwei seiner Schlettstädter Mitbrüder wegen Verleumdung an. Im Jahr 1482 existierte außerdem ein Haftbefehl gegen ihn wegen des Verdachts der Unterschlagung von Ablassgeldern in Augsburg. Letztlich geriet der Mönch Kramer auch mit seinem Inquisitorenkollegen Sprenger in Konflikt, ohne sich bis zu dessen Tod 1495 mit ihm ausgesöhnt zu haben.

Ihm wird heute eine Neigung zum Verdrehen von Tatsachen und Verfälschen von Texten vorgeworfen, wodurch er sich möglicherweise argumentative Vorteile zu verschaffen versuchte. Für diese Charaktereigenschaften Kramers sprechen auch die Inhalte seines Hexenhammers. Er erweckte unter anderem in diesem Buch den Eindruck, der Brixener Bischof habe seine Tätigkeit befürwortet und unterstützt, obwohl dieser sich gegen Kramer stellte. Außerdem stellte er das Fiasko der Innsbrucker Hexenverfolgung in den 1480er Jahren als Erfolg hin, indem er im Hexenhammer vermeintlichen Hexen Geständnisse in den Mund legte, die in dieser Form niemals über deren Lippen gekommen waren, ihre Aussagen entstellte und stattdessen seine persönliche Meinung wiedergab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Entstehung der Hexenverfolgung im 15. Jahrhundert vor und erläutert den zeitlichen sowie räumlichen Rahmen der Untersuchung.

2. Die Hexen: Das Kapitel analysiert die antiken und germanischen Vorstellungen von Hexerei und zeigt auf, wie diese durch kirchliche Einflüsse zu einem neuen Hexenbegriff im Spätmittelalter umgewandelt wurden.

3. Der Hexenhammer Malleus Maleficarum: Hier wird das zentrale Werk des Inquisitors Heinrich Kramer untersucht, wobei der Entstehungskontext, der Aufbau und die ideologischen Kernpunkte wie das Teufelsbild und die Frauenfeindlichkeit beleuchtet werden.

4. Die Inquisitionspraxis bei der Verfolgung der Hexen: Dieses Kapitel detailliert die organisatorischen Strukturen der Inquisition, die Methoden der Denunziation sowie den Ablauf der Prozessverfahren, inklusive Verhörtechniken und Folter.

5. Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird reflektiert, dass die Hexenverfolgung aus einem komplexen Wechselspiel von sozialen Krisen, kirchlichen Ängsten und dem Wirken einzelner Akteure wie Kramer entstand.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Inquisition, Malleus Maleficarum, Heinrich Kramer, Hexenhammer, Teufelspakt, Ketzer, Spätmittelalter, Dämonologie, Frauenfeindlichkeit, Prozessverfahren, Denunziation, Hexenprozesse, Schadenszauber, Häresie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und den Hintergründen der Hexenverfolgung im 15. Jahrhundert durch die päpstliche Inquisition in Europa.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit analysiert die historische Konstruktion des Hexenbegriffs, den Einfluss kirchlicher Traktate wie des Hexenhammers sowie die konkrete inquisitorische Prozesspraxis.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die spätmittelalterlichen Hexenverfolgungen entstehen konnten und welche Rolle der Einfluss der päpstlichen Inquisition bei der Umgestaltung des Hexereibegriffs spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse, insbesondere durch die Auswertung zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zum Thema Inquisition und Hexenglaube.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Hexenbegriffs (antike/germanische Ursprünge und kirchlicher Wandel), die Analyse des Malleus Maleficarum als zentralem Medium der Hexenlehre sowie die Beschreibung der inquisitorischen Verfolgungspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Inquisition, Hexenhammer, Teufelspakt, Frauenfeindlichkeit, Häresie und der historische Wandel des Zaubereibegriffs im Spätmittelalter.

Warum wird im Buch zwischen Jakob Sprenger und Heinrich Kramer unterschieden?

Die Autorin argumentiert gegen die klassische Zuschreibung des Hexenhammers an beide als Mitautoren, da Anzeichen auf ein persönliches Zerwürfnis hindeuten und Kramer das Werk maßgeblich zur Durchsetzung seiner eigenen Agenda nutzte.

Wie wurde die Folter in den Inquisitionsprozessen gerechtfertigt?

Die Anwendung der Folter wurde mit "christlicher Barmherzigkeit" begründet, da man vorgab, damit die Seele des Beschuldigten zu retten und ihn zur Wahrheit zu zwingen, um das Seelenheil vor dem endgültigen Abfall zu bewahren.

Welche Bedeutung hatte das Basler Konzil für die Verbreitung des Hexenglaubens?

Das Basler Konzil fungierte als internationaler Knotenpunkt, an dem sich Gelehrte trafen und die neuen Konzepte über eine organisierte Hexensekte in verschiedene Regionen Europas weitertrugen.

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Details

Title
Der Beginn der Hexenverfolgung durch die Inquisition im 15. Jahrhundert
College
University of Kassel
Grade
1,0
Author
Doreen Fricke (Author)
Publication Year
2004
Pages
88
Catalog Number
V66897
ISBN (eBook)
9783638587273
ISBN (Book)
9783638714372
Language
German
Tags
Beginn Hexenverfolgung Inquisition Thema Hexenverfolgung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doreen Fricke (Author), 2004, Der Beginn der Hexenverfolgung durch die Inquisition im 15. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66897
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