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Prostitution und Kult in der griechischen Antike

Title: Prostitution und Kult in der griechischen Antike

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sven-Ole Schoch (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das Ausmaß der Prostitution in der griechischen Antike ist beispiellos in der Geschichte. In nahezu allen Lebensbereichen waren Hetären zu finden, so auch in der Religion. Allerdings gab es für die Hetären gewisse Einschränkungen, so dass sich die Frage stellt, ob die Prostitution vom Kult ausgeschlossen werden sollte.
Die Einschränkungen galten für Prostituierte gerade bei der aktiven Teilnahme an kultischen Handlungen. Sie waren jedoch nicht aufgrund ihres Berufes davon ausgeschlossen, sondern aufgrund ihres Standes in der Gesellschaft der jeweiligen griechischen Polis. Allein die Bürgerin durfte bei fast allen Kulten ihrer Polis aktiv an den Handlungen teilnehmen. Die Prostituierten zählten aber zu den Fremden. Dieser Personengruppe, bei denen es sich um Sklaven und Metöken handelte, war es zwar durchaus erlaubt die Heiligtümer aufzusuchen und an den Feierlichkeiten teilzunehmen, sie durften aber nur einen passiven Part übernehmen. Wie alle Frauen, so mussten sich auch Prostituierte an Reinheitsvorschriften halten, die den Zutritt zu den Heiligtümern regelten. Nur in wenigen Fällen ist überliefert, dass Prostituierte strengere Reinheitsvorschriften einhalten mussten.
Zeugnisse der Teilnahme von Prostituierten am griechischen Kult stellen die Votivgaben dar. Insbesondere die Gottheiten Aphrodite, Athene und Apollon wurden mit Gaben von Prostituierten bedacht. Dass die Prostitution im Kult der griechischen Antike durchaus kein Tabu war, versuchen einige Historiker durch die Tempelprostitution zu begründen. In erster Linie handelt es sich hierbei nicht um Prostitution, die im Tempel selbst stattfand, sondern um Prostitution zu Ehren einer Gottheit außerhalb der Heiligtümer. Allerdings sind hierzu die Quellen spärlich und zeitlich sehr ungenau, so dass viele Historiker bezweifeln, dass es im griechischen Raum zur Tempelprostitution kam.
Die Zeugnisse zeigen dennoch sehr wohl, dass Prostitution mit der Religion vereinbar war. Die schriftlichen Quellen über Hetären im griechischen Kult sind zwar wenig, allerdings kann hieraus geschlossen werden, dass Hetären in den Heiligtümern und bei kultischen Festen kein Aufsehen erregten, sondern als alltägliche Begebenheit angesehen wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Frau im Kult

2.1 Die Fremde

3. Reinigung

3.1 Weitere Reinheitsvorschriften

4. Religiöse Feste

5. Votivgaben der Prostituierten

6. Männliche Prostituierte

7. Aphrodite und Prostituierte

7.1 Tempelprostitution

8. Fazit

9. Literaturangaben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Rolle und Partizipation von Prostituierten im religiösen Leben des klassischen Griechenlands. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit Prostituierte an Kulten teilnehmen durften und ob ihre Tätigkeit mit den religiösen Anforderungen der damaligen Zeit vereinbar war.

  • Statusunterschiede zwischen Frauen in der Polis
  • Religiöse Reinheitsvorschriften und Tempelzutritt
  • Teilnahme an religiösen Festen und Votivgaben
  • Phänomen der männlichen Prostitution und deren soziale Exklusion
  • Tempelprostitution zu Ehren der Aphrodite

Auszug aus dem Buch

3. Reinigung

Die Reinheitsvorschriften galten in erster Linie für den Tempelzutritt nach dem sexuellen Kontakt. Dies sollte keineswegs bedeuten, dass der sexuelle Kontakt unmoralisch war. Die Vorschriften lassen sich eher auf den Respekt zurückführen. Die Griechen erwiesen durch die Reinigung Respekt vor den Göttern, aber auch vor der Gemeinschaft. Ein guter Beleg hierfür ist die Vorschrift, dass kein Geschlechtsverkehr vor dem Herdfeuer stattfinden durfte. Das Herdfeuer war heilig.

Sex war im klassischen Griechenland eine private Angelegenheit und fand nur hinter verschlossenen Türen statt. Um eine Trennung zwischen Privatem und Öffentlichen herzustellen, war daher die Reinigung nötig. Da auch der Tempelbesuch ein öffentlicher Auftritt war, musste sich auch aus diesem Grund jeder reinigen. Sex galt als Verunreinigung und daher ist es nicht verwunderlich, dass der sexuelle Akt im Tempel verboten war:

„Auch das Verbot, mit Weibern Umgang zu pflegen in den Tempeln, oder ungewaschen nach weiblichem Umgang in den Tempel zu treten, haben die Ägypter zuerst eingeführt. Denn fast alle anderen Menschen, außer den Ägyptern und Hellenen, pflegen Umgang mit Weibern in den Tempeln und erheben sich von den Weibern ungewaschen zum Eintritt in einen Tempel.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert des Hetärenwesens im antiken Griechenland und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Inklusion von Prostituierten in den religiösen Kult.

2. Die Frau im Kult: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Statusgruppen Bürgerin und Fremde, wobei der Status maßgeblich den Grad der aktiven Teilnahme an kultischen Handlungen bestimmte.

3. Reinigung: Hier werden die rituellen Reinheitsvorschriften thematisiert, die als Voraussetzung für den Tempelzutritt galten und den Respekt gegenüber dem Heiligen sowie die Trennung von Privatem und Öffentlichem unterstrichen.

4. Religiöse Feste: Das Kapitel analysiert die Teilnahme von Prostituierten an panhellenischen und anderen Festen, bei denen berufliche Präsenz und religiöse Praxis eng miteinander verwoben waren.

5. Votivgaben der Prostituierten: Anhand von archäologischen und literarischen Zeugnissen über Weihgaben von Hetären wird die Integration von Prostituierten in das religiöse Leben belegt.

6. Männliche Prostituierte: Das Kapitel zeigt die drastische soziale und religiöse Marginalisierung männlicher Prostituierter auf, die im Vergleich zu ihren weiblichen Kollegen vom öffentlichen Kult ausgeschlossen waren.

7. Aphrodite und Prostituierte: Die enge Verbindung zwischen der Göttin der Liebe und den Hetären sowie die kontrovers diskutierte Praxis der Tempelprostitution werden hier kritisch untersucht.

8. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass weibliche Prostituierte trotz ihrer sozialen Stellung als Fremde im religiösen Kult geduldet wurden, während männliche Prostituierte eine klare Ausnahmestellung der Ausgrenzung erfuhren.

Schlüsselwörter

Antike, Griechenland, Prostitution, Hetären, Kult, Religion, Reinheitsvorschriften, Tempel, Votivgaben, Aphrodite, soziale Stellung, Polis, Tempelprostitution, rituelle Reinheit, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Integration von Prostituierten in den religiösen Kultbetrieb des antiken Griechenlands.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf Statusunterschieden, Reinheitsgeboten, religiösen Festen, Votivgaben und dem spezifischen Kult um Aphrodite.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Es soll geklärt werden, ob Prostitution mit der religiösen Praxis der Polis vereinbar war und ob Prostituierte Zugang zu Tempeln hatten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse antiker literarischer Quellen, Inschriften und archäologischer Berichte, um ein Gesamtbild der antiken Situation zu zeichnen.

Was behandelt der Hauptteil?

Er analysiert detailliert die rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen für Frauen und Männer, die in der Prostitution tätig waren, und deren Auswirkungen auf die Partizipation am Kult.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Hetärenwesen, Miasma (Reinheit), kultische Partizipation, soziale Marginalisierung und Tempelprostitution.

Warum war der Zugang zu Tempeln für Prostituierte oft an Reinheitsrituale gebunden?

Sex galt als eine Form der rituellen Verunreinigung; daher mussten sich Besucher vor dem Tempelbesuch reinigen, um den Zorn der Götter zu vermeiden und den Respekt gegenüber dem Heiligtum zu wahren.

Warum waren männliche Prostituierte vom Kult ausgeschlossen?

Im Gegensatz zu weiblichen Prostituierten, deren Tätigkeit als alltagsüblich galt, wurde bei Männern der passive Part bei sexuellen Handlungen als gravierender Verstoß gegen die Geschlechterrolle und die bürgerliche Integrität empfunden, was zum Verlust der politischen und religiösen Rechte führte.

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Details

Title
Prostitution und Kult in der griechischen Antike
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Historisches Seminar)
Course
Prostitution in der Antike
Grade
2,0
Author
Sven-Ole Schoch (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V66927
ISBN (eBook)
9783638592932
ISBN (Book)
9783638671712
Language
German
Tags
Prostitution Kult Antike Prostitution Antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven-Ole Schoch (Author), 2006, Prostitution und Kult in der griechischen Antike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66927
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