Das Multiplikatorprinzip. Möglichkeiten und Folgen in Hinblick auf Gütermarkt und Fiskalpolitik


Hausarbeit, 2006

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Möglichkeiten und Grenzen des Multiplikatorprinzips

1 Zusammenspiel zwischen Multiplikatorprinzip, Gütermarkt und Beschäftigungspolitik

2 Der gesamtwirtschaftliche Gütermarkt
2.1 Ausgangslage
2.2 Störung des Gleichgewichtes
2.3 Anpassungsprozesse

3 Das Multiplikatorprinzip
3.1 Formen des Multiplikators
3.2 Möglichkeiten des Multiplikatorprinzips für Anpassungsprozesse am gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt
3.3 Auswirkungen des Multiplikatorprinzips auf die Beschäftigung im Rahmen der Fiskalpolitik

4 Grenzen des Multiplikators

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Zusammenspiel zwischen Multiplikatorprinzip, Gütermarkt und Beschäftigungspolitik

In dieser Hausarbeit soll der Multiplikatoreffekt, der für die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge von großer Bedeutung ist, näher erläutert werden. Die Wirkung des Multiplikators wird über eine Darstellung der Abläufe am gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt und die IS-Kurve intensiv verdeutlicht. Auch Folgen auf dem Arbeitsmarkt und somit die Beschäftigungspolitik sind Bestandteil dieser Arbeit. Es wird aufgezeigt, dass etwaige Veränderungen auf dem Gütermarkt, in Form von erhöhter bzw. verminderter Nachfrage, zu durch den Multiplikator beeinflussten Reaktionen führen. Zum Einstieg folgt aber zuerst die Erläuterung des gesamtwirtschaftlichen Gütermarktes.

2 Der gesamtwirtschaftliche Gütermarkt

Auf dem gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt treffen die Pläne der Güteranbieter auf die Pläne der Güternachfrager. Anbieter von Gütern sind Unternehmer, Nachfrager die privaten Haushalte und der Staat. Die gesamte auf dem Gütermarkt angebotene und nachgefragte marktgerichtete Produktion einer Volkswirtschaft wird auch als Bruttosozialprodukt bezeichnet. Hierbei werden die für die Produktion erforderlichen Vorleistungen außer Betracht gelassen bzw. vernachlässigt und die gesamte Produktion wird lediglich mit dem Sozialprodukt gleichgesetzt.[1]

Für die weitere Analyse wird davon ausgegangen, dass das aus der Produktion resultierende Güterangebot stets auf eine gleich große Güternachfrage trifft. Demnach herrscht bei Betrachtung des gesamtwirtschaftlichen Gütermarktes in der Ausgangs-situation ein Gleichgewicht.

2.1 Ausgangslage

Der in der Ausgangslage sich im Gleichgewicht befindende gesamtwirtschaftliche Gütermarkt kann am geeignetsten anhand der IS-Kurve beschrieben werden. Diese ist nämlich die Linie des güterwirtschaftlichen Gleichgewichts, das heißt die Linie, bei der alle Kombinationen von Zinssatz und Einkommen einem Gleichgewicht auf dem Gütermarkt entsprechen.[2]

Bedingung für eine Gleichgewichtslösung am Gütermarkt ist eine Übereinstimmung von Nachfragezuflüssen und Nachfrageausfällen (NZ = NA). Die IS-Kurve stellt die Entstehung des Einkommens in Form von Nachfragezuflüssen, welche die Investitions-, Staats- und Exportnachfrage (Kurzform: „I“) beinhalten und die Verwendung des Einkommens in Form der gesamten Nachfrageausfälle, welche die Ersparnisse, Steuern und Importe (Kurzform: „S“) widerspiegeln, gegenüber. Dabei sind die Nachfragezuflüsse vom jeweiligen Zinssatz und die Nachfrageausfälle vom Realeinkommen abhängig.[3]

2.2 Störung des Gleichgewichtes

Weichen die durch den Arbeitmarkt und die Produktionsfunktion bestimmten Einkommenshöhen und die am Geldmarkt gebildeten Zinsniveaus von den Gleichgewichtswerten der IS-Kurve ab, so ist das Gleichgewicht am gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt nicht mehr erfüllt.[4] Dieses Ungleichgewicht stellt entweder eine expansiv oder kontraktiv wirkende Lücke zwischen Güterentstehung und Güterverwendung dar. Bei allen Ungleichgewichten, die rechts der Kurve liegen, handelt es sich um kontraktive Lücken, die durch I < S gekennzeichnet sind. Das bedeutet, dass die Nachfrageausfälle, bestimmt durch die einkommensabhängigen Faktoren „marginale Sparneigung“ (s’), „Steuersatz“ (t’) und „Importquote“ (m’) größer sind als die Nachfragezuflüsse, welche durch die Investitionen (Ir) und die exogenen Einflussgrößen der Staatsausgaben (Gr) und der Exporte (Exr) charakterisiert werden:

(s’ + t’ + m’) Yr > Ir + Gr + Exr

In diesen Fällen herrscht ein Angebotsüberhang bzw. ein Nachfragedefizit, so dass sich die Ursprungsgleichung aus dem Gleichgewicht des gesamtwirtschaftlichen Gütermarktes von
YrD = YrS auf YrD < YrS verändert.[5]

Expansive Lücken sind entsprechend durch I > S (YrD > YrS) gekennzeichnet und haben ihre Lage links der IS-Kurve.

2.3 Anpassungsprozesse

Durch kontraktive bzw. expansive Lücken werden Anpassungs-prozesse ausgelöst, da der Markt stets ein Gleichgewicht anstrebt. Diese Anpassungsprozesse können entweder als Bewegung auf der IS-Kurve oder als Verschiebung der IS-Kurve erfolgen. Wird die Gleichgewichtsstörung durch eine Veränderung des Zinsniveaus (∆i) verursacht, so verläuft der Anpassungsprozess durch eine daraus resultierende Veränderung des Einkommens (∆Yr) als eine Bewegung auf der Kurve, basierend auf folgender Formel:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die erforderliche Veränderung des Einkommens wird also mit der Zinsreagibilität der Investitionsnachfrage (z’ ∆i) und der Summe der Nachfrageausfallquoten (s’ + t’ + m') berechnet.[6] Schlussfolgernd bewegen sich beide modellendogenen Variablen i und Yr, wohingegen sich bei einer Verschiebung der IS-Kurve lediglich eine der beiden Variablen verändert.

[...]


[1] vgl. Baßeler/Heinrich, Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft,

16. Aufl., Stuttgart 2001, S. 287

[2] vgl. Cezanne, Allgem. Volkswirtschaftslehre, 5. Aufl., München 2002,
S. 326

[3] vlg. Rettig/Böckmann/Voggenreiter, Makroökonomische Theorie, 7. Aufl.,

Düsseldorf 1998, Seiten 155, 156

[4] vlg. Rettig/Böckmann/Voggenreiter, Makroökonomische Theorie, 7. Aufl.,

Düsseldorf 1998, S. 158

[5] vgl. Rittenbruch, Makroökonomie, 10. Aufl., München 1998, S. 179

[6] vlg. Rettig/Böckmann/Voggenreiter, Makroökonomische Theorie, 7. Aufl., Düsseldorf 1998, S. 172

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Multiplikatorprinzip. Möglichkeiten und Folgen in Hinblick auf Gütermarkt und Fiskalpolitik
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V67009
ISBN (eBook)
9783638593281
ISBN (Buch)
9783640334193
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Möglichkeiten, Grenzen, Multiplikatorprinzips, Erklärung, Anpassungsprozessen, Gütermarkt, Anwendung, Rahmen, Nachfragesteuerung, Sicht
Arbeit zitieren
Nadine Hannemann (Autor), 2006, Das Multiplikatorprinzip. Möglichkeiten und Folgen in Hinblick auf Gütermarkt und Fiskalpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67009

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