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Die ethnologischen Konzepte von Clifford Geertz, Fredrik Barth und Unni Wikan

Title: Die ethnologischen Konzepte von Clifford Geertz, Fredrik Barth und   Unni Wikan

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Magister Artium Roland Sonntag (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Clifford Geertz zählt zweifellos zu den Klassikern der ethnologischen Autoren zu balinesischen Kultur. Seine Interpretationen zu Bali, vor allem aber seine, weit über Bali hinaus, anwendbaren, theoretischen Konzeptionen fanden einen enormen Widerhall in der Geisteswissenschaft, nicht nur innerhalb der Ethnologie. Unni Wikan und Fredrik Barth erscheint dieser Ansatz demgegenüber irreführend. Folgerichtig setzen sie in ihren Büchern „Managing turbulant hearts“ bzw. „Balinese Worlds“ das Geertzsche Modell starker Kritik aus und formulieren einen neuen, ihres Erachtens gewinnbringenderen Ansatz.
Im 1. Kapitel der Arbeit werden zunächst die grundlegenden Komponenten des Geertzschen Kulturbegriffs sowie das Konzept der „Dichten Beschreibung“ vorgestellt. Zudem wird der, meines Erachtens, eigentliche Kern der Geertzschen „Kulturtheorie“ erläutert, den er in den Aufsätzen des ethnologischen Klassiker „Dichte Beschreibung“ entwirft. So die Konzeption des Bedeutungsreservoirs, der Weltbildenden Sichtweisen, der „Modelle von bzw. für Wirklichkeit“ und des Kultur als Text – Ansatzes. Mit einem kurzen Einblick in die mögliche methodische Umsetzung seiner Konzeption werde ich Kapitel 1 beschließen.
Im 2. Kapitel der Arbeit werde ich die wichtigsten theoretischen Annahmen von Unni Wikan bzw. Fredrik Barth präsentieren. Da die Ansätze wesentliche Gemeinsamkeiten innerhalb ihrer Konzeptionalisierung aufweisen, beide Autoren innerhalb des gleichen Zeitraums Forschungen auf Nordbali durchgeführt haben, und auch zu ähnlichen Forschungsergebnissen und Interpretationen zur balinesischen Kultur gelangen, erscheint es mir angemessen, sie in einem gemeinsamen Kapitel vorzustellen. Dabei werde ich zunächst ihre wichtigsten Kritikpunkte an der Geertz’schen Konzeption vortragen und ihre daraus resultierenden Schlussfolgerungen zu einer Neuausrichtung der bisherigen ethnologischen Forschung auf Bali nachzeichnen. Mit einer Skizzierung der, nach Wikan und Barth, sinnvollsten methodischen Vorgehensweise zur Umsetzung ihrer Ansätze werde ich das 2. Kapitel der Arbeit beenden.
Im 3. Kapitel werde ich schließlich die wichtigsten Interpretationen der Autoren zur balinesischen Kultur darstellen, ehe sie im 4. Kapitel einer kritischen Bewertung unterzogen werden sollen, nicht zuletzt unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Globalisierungsprozesses.
Im Fazit werde ich schließlich die wichtigsten Erkenntnisse meiner Hausarbeit noch einmal zusammenfassen.


Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: 2

1) Vorstellung des Ansatzes von Clifford Geertz 5

1.1. Einordnung der Geertz’schen Konzeption 5

1.2. Grundzüge der Geertz’ schen „Kulturtheorie“ 7

1.2.1. Das Bedeutungsreservoir einer Kultur 7

1.2.2. Das Konzept der weltbildenden Perspektiven 8

1.2.3. Modelle von Wirklichkeit – Modelle für Wirklichkeit 8

1.3. Zur Methodischen Umsetzung des Ansatzes 9

2. Vorstellung der Konzepte von Barth und Wikan 11

2.1. Einordnung der Konzepte von Barth und Wikan 11

2.2. Barth’s Paradigemwechsel zur Dimension der Prozesse 13

2.2.1. Das Modell zur Konstruktion von Realiät nach Fredrik Barth 13

2.2.2. Konsequenzen des neuen Ansatzes 15

2.3. Zur methodischen Umsetzung des Ansatzes 15

2.3.1. Konkrete Vorgehensweise nach Wikan: 16

3. Darstellung der unterschiedlichen Aussagen der Autoren zu Bali 18

4. Kritik der unterschiedlichen Konzeptionen 21

4.1. Kritik des Ansatzes von Clifford Geertz 21

4.2. Kritik des Ansatzes von Barth und Wikan 22

5. Fazit: 24

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den ethnologischen Konzepten von Clifford Geertz, Fredrik Barth und Unni Wikan im Kontext der balinesischen Kultur auseinander. Dabei wird untersucht, inwiefern der interpretative Ansatz von Geertz durch die prozessorientierten Ansätze von Barth und Wikan erweitert oder abgelöst werden kann, um den Herausforderungen der Globalisierung und der individuellen Handlungsdimension gerecht zu werden.

  • Vergleichende Analyse der ethnologischen Konzepte von Geertz, Barth und Wikan
  • Kritik an der Vorstellung einer homogenen balinesischen Kultur
  • Fokussierung auf individuelle Realitätskonstruktion und Prozesse statt statischer Systeme
  • Methodische Bewertung der "person-centered ethnography" gegenüber der "dichten Beschreibung"
  • Diskussion der Anwendbarkeit dieser Theorien im Zeitalter der Globalisierung

Auszug aus dem Buch

1.1. Einordnung der Geertz’schen Konzeption

Der theoretische Ansatz von Clifford Geertz, der als symbolische oder interpretative Ethnologie bekannt geworden ist, „ [...] gehört zu den prominentesten Versuchen, menschliches Handeln als eingebunden in kollektive Sinnstrukturen zu konzeptualisieren.“ Im Gegensatz zur klassischen social anthropology „ [ ..]. fragt die interpretative Ethnologie nicht in erster Linie nach den Funktionen kultureller Institutionen oder analysiert soziale Strukturen. Vielmehr untersucht die interpretative Ethnologie, die einer Kultur zu Grunde liegenden indigenen Symbolsysteme, mit denen die Angehörigen einer Kultur ihre Erfahrungen deuten, miteinander kommunizieren und in denen sich ihre Vorstellungsstrukturen artikulieren.“

Bei diesen Symbolsystemen, so Geertz, handele es sich um „ [...] historisch entstandene, gesellschaftlich bewahrte und individuell angewandte Systeme.“ So vertritt Geertz in Anlehnung an Max Weber die Auffassung, wonach „ [...]der Mensch ein Wesen ist, das in selbstgesponnene Bedeutungsgewebe verstrickt ist [...]“ Folgerichtig versteht Geertz unter einer Bedeutung nicht etwas, was den Gegenständen, Handlungen oder Vorgängen inne wohnt, sondern im Sinne Durkheims und Webers, etwas was ihnen von den Individuen zugeschrieben wird.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die wissenschaftliche Bedeutung von Clifford Geertz sowie die Kritik von Unni Wikan und Fredrik Barth und legt den strukturellen Aufbau der Arbeit dar.

1) Vorstellung des Ansatzes von Clifford Geertz: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der symbolischen Ethnologie, den Kulturbegriff als Bedeutungsgewebe und die methodische Herangehensweise der "Dichten Beschreibung".

2. Vorstellung der Konzepte von Barth und Wikan: Hier werden die prozessorientierten Ansätze von Barth und Wikan präsentiert, die den Fokus auf die individuelle Konstruktion von Realität und das Konzept des "Cultural Stock" legen.

3. Darstellung der unterschiedlichen Aussagen der Autoren zu Bali: Dieses Kapitel kontrastiert die Interpretationen der Autoren zur balinesischen Gesellschaft, insbesondere den Gegensatz zwischen Geertz' "radikalem Ästhetizismus" und dem von Wikan und Barth konstatierten "kollektiven Sorgen".

4. Kritik der unterschiedlichen Konzeptionen: Eine kritische Auseinandersetzung mit beiden Ansätzen, wobei die Schwächen von Geertz im Hinblick auf Kulturalismus und Machtfragen sowie die hohen Anforderungen der "person-centered ethnography" beleuchtet werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der theoretischen Konzepte für die Analyse von Kultur im Zeitalter der Globalisierung.

Schlüsselwörter

Clifford Geertz, Fredrik Barth, Unni Wikan, Ethnologie, Bali, Kulturtheorie, Dichte Beschreibung, interpretative Ethnologie, Cultural Stock, Realitätskonstruktion, Symbolsysteme, person-centered ethnography, Globalisierung, Handeln, Sinnstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht das klassische interpretative Modell von Clifford Geertz zur balinesischen Kultur mit den neueren, prozessorientierten Ansätzen von Fredrik Barth und Unni Wikan.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Kultur als Bedeutungssystem versus Kultur als prozessuale Realitätskonstruktion, die Rolle des Individuums und die Validität ethnographischer Daten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Erkenntniswert der vorgestellten Theorien zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf deren Anwendbarkeit bei der Analyse gesellschaftlicher Dynamiken unter modernen Bedingungen der Globalisierung.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische und vergleichende Analyse ethnologischer Konzepte basierend auf der Fachliteratur der genannten Autoren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Geertz’schen Kulturtheorie, die kritische Gegenüberstellung durch Wikan und Barth sowie deren alternative Modelle zur individuellen Realitätskonstruktion.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe umfassen Ethnologie, Interpretative Ethnologie, Kulturbegriff, Realitätskonstruktion, balinesische Gesellschaft und Prozessanalyse.

Was genau ist Geertz’ Konzept der "Dichten Beschreibung"?

Es ist eine Methode, die über die bloße Beobachtung physischer Handlungen hinausgeht, um die spezifischen Intentionen und Bedeutungskontexte der Akteure hinter einer Geste oder Handlung offenzulegen.

Warum kritisieren Wikan und Barth den Ansatz von Geertz?

Sie kritisieren, dass Geertz’ Modell zu abstrakt sei, den Einfluss von Macht ignoriere, das Individuum zu wenig berücksichtige und zu einer irreführenden Homogenisierung der Gesellschaft neige.

Was ist mit dem „Cultural Stock“ nach Fredrik Barth gemeint?

Er beschreibt damit das Wissen, die Erfahrungen und Wertvorstellungen, auf die ein Individuum bei der Konstruktion seiner Realität zurückgreift und die sich durch Handlungen kontinuierlich verändern.

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Details

Title
Die ethnologischen Konzepte von Clifford Geertz, Fredrik Barth und Unni Wikan
College
University of Freiburg  (Institut für Ethnologie)
Course
Ethnologische Globalisierungsforschung am Beispiel Balis
Grade
1,7
Author
Magister Artium Roland Sonntag (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V67021
ISBN (eBook)
9783638599672
ISBN (Book)
9783656815747
Language
German
Tags
Konzepte Clifford Geertz Fredrik Barth Unni Wikan Ethnologische Globalisierungsforschung Beispiel Balis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Roland Sonntag (Author), 2005, Die ethnologischen Konzepte von Clifford Geertz, Fredrik Barth und Unni Wikan , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67021
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