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Das stotternde Kind in der Klasse

Title: Das stotternde Kind in der Klasse

Seminar Paper , 2006 , 22 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Mag. Susanne Biermair (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Stottern ist eine zeitweise auftretende, willensunabhängige, situationsabhängige Redeflussstörung. Die Ursache ist im Einzelfall oft nicht bekannt. Die Störung ist durch angespanntes, stummes Verharren in der Artikulationsstellung (tonisches Stottern), Wiederholungen (klonisches Stottern), Dehnungen und Vermeidungsreaktionen charakterisiert. Eine allgemein gültige, auch die ursächlichen Faktoren berücksichtigende Definition gibt es bis heute nicht. Das liegt hauptsächlich darin begründet, dass es bis heute keine objektiven, vom Zuhörer unabhängigen Kriterien gibt, Unflüssigkeitssymptome sicher als Ausdruck eines Stotterns zu werten oder ein Kind auf Grund bestimmter Symptome sicher als Stotterer zu klassifizieren (vgl. Führing M./Lettmayer O. et al., 2000, S. 70).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist „Stottern“?

1.1. Entstehung und Häufigkeit

1.2. Beschreibung des Zustandsbildes

1.3. Ätiologie und Erklärungsansätze

1.4. Entwicklung des echten Stotterns

1.5. Formen des Stotterns und Symptome

2. Stottern und Schule

2.1. Belastungen des stotternden Kindes in der Klasse

2.2. Unterstützungsmöglichkeiten der Lehrperson

2.3. Beratungsstellen in Österreich

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis über das Phänomen Stottern bei Kindern im schulischen Kontext zu vermitteln. Dabei wird insbesondere untersucht, welche Belastungen betroffene Kinder im Unterricht erfahren und welche konkreten Unterstützungsmöglichkeiten Lehrpersonen zur Verfügung stehen, um eine förderliche Lernumgebung zu schaffen.

  • Grundlagen des Stotterns: Definition, Ätiologie und Symptomatologie
  • Entwicklungsphasen und Stadien des Stotterns bei Kindern
  • Psychosoziale Belastungen stotternder Kinder im Klassenverband
  • Pädagogische Interventions- und Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrkräfte
  • Förderung der Sprechfreude durch gezielte Unterrichtsgestaltung und Spiele

Auszug aus dem Buch

1.2. Beschreibung des Zustandsbildes

Stottern besteht in Unterbrechungen des Redeflusses. Die Ursache des Stotterns ist unbekannt. Zu Beginn des Sprechens oder mitten in der Rede treten Störungen auf. Es kommt zu Wiederholungen von einzelnen Lauten, Silben oder Wörtern. Der Stotterer bleibt bei irgendeinem Laut stecken und versucht dann, mit gesteigerter Kraft darüber hinwegzukommen. Für den Beobachter ist es oft unverständlich, dass ein eben noch mit Mühe hervorgebrachtes Wort ein anderes Mal ohne Anstrengung gesprochen werden kann.

Auffallend ist, dass stotternde Menschen beim Singen fast nie und beim Aufsagen eingelernter Texte nur selten Probleme haben. Die meisten können fließend lesen. Störungen treten dort auf, wo der Text erdacht oder disponiert werden muss, bei der freien Rede. Auch vor Zuhörern oder vorgesetzten Personen ist die Neigung zum Stottern verstärkt. Oft kommt es vor, dass Kinder unbeobachtet fließend mit ihrer Puppe oder mit ihrem Teddybären sprechen, das Dazwischentreten eines Erwachsenen hingegen ruft sofort wieder die Störung hervor. Manche Kinder sprechen mit Erwachsenen, zu denen sie eine gute Beziehung aufgebaut haben, besser als etwa mit gleichaltrigen Kindern, deren Angriffe oder Spottlust sie fürchten.

Das wechselnde Bild, welches das Sprechen des Stotterers bietet, macht viele Beobachter in ihrer Einstellung unsicher. Sie wissen nicht, wie sie angemessen reagieren sollen. Viele betrachten Stottern als Nachlässigkeit, Unart oder schlechte Angewohnheit. Sie glauben dem Kind mit Strenge entgegentreten zu müssen. Eines der beliebtesten Mittel der „Laienbehandlung“ ist die Aufforderung, eben gestotterte Wörter und Sätze richtig zu wiederholen. Auch wenn die unmittelbare Wiederholung gelingt, trügt der kurze Erfolg. Durch Wiederholen lassen treibt man Stotterer nur noch tiefer in ihren Leidensdruck hinein. Die Ungeduld der Kommunikationspartner macht das Kind nur noch unsicherer und mutloser.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist „Stottern“?: Dieses Kapitel definiert Stottern als komplexe Redeflussstörung und beleuchtet dessen Ursachen, Häufigkeit sowie die verschiedenen klinischen Formen und Stadien.

2. Stottern und Schule: Hier wird der schulische Alltag von stotternden Kindern analysiert, wobei der Fokus auf den entstehenden Belastungen sowie auf praktischen Strategien zur Unterstützung durch Lehrkräfte liegt.

Schlüsselwörter

Stottern, Redeflussstörung, Sprachheilkunde, Grundschule, Symptomatologie, Pädagogische Unterstützung, Sprechhemmung, Interaktionsstörung, Sprachlernsituation, Sprechfreude, Therapieansätze, Inklusion, Kommunikation, Kindesentwicklung, Beratungsstellen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von stotternden Kindern in der Grundschule und bietet einen Überblick über das Phänomen sowie pädagogische Handlungsoptionen für Lehrkräfte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die wissenschaftliche Einordnung des Stotterns, die psychischen Auswirkungen auf die Kinder und der professionelle Umgang mit dieser Störung im Schulalltag.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Lehrpersonen für das Thema zu sensibilisieren und ihnen konkrete, praxisnahe Unterstützungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, um stotternde Kinder optimal in den Unterricht zu integrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Zusammenfassung des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes zu den Ursachen, Erscheinungsformen und therapeutischen sowie pädagogischen Ansätzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Stotterns (Definition, Ätiologie) und die praktische Anwendung in der Schule, inklusive Tipps für die Unterrichtsgestaltung und Beziehungsarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen Stottern, Redeflussstörung, Grundschule, pädagogische Unterstützung, Sprechfreude und Kommunikation.

Wie unterscheidet sich das Entwicklungsstottern vom echten Stottern?

Das Entwicklungsstottern ist eine natürliche, vorübergehende Phase im Kindesalter, während sich aus einem chronifizierten Verlauf bei mangelnder oder falscher Begleitung das "echte" Stottern entwickeln kann.

Warum ist das "richtige" Wiederholen von Wörtern bei Kindern kontraproduktiv?

Die Aufforderung zur bewussten Korrektur erhöht den Leistungsdruck und den Leidensdruck, was die Sprechflüssigkeit durch die resultierende Unsicherheit und Angst weiter verschlechtert.

Welche Rolle spielt die Unterrichtsatmosphäre für stotternde Kinder?

Eine Atmosphäre, die durch Respekt, Geduld und das Fehlen von Leistungsdruck geprägt ist, hilft den Kindern, Hemmungen abzubauen und ihre soziale sowie kommunikative Teilhabe zu fördern.

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Details

Title
Das stotternde Kind in der Klasse
College
Pädagogische Akademie des Bundes in der Steiermark
Course
Fachdidaktik 1
Grade
Sehr gut
Author
Mag. Susanne Biermair (Author)
Publication Year
2006
Pages
22
Catalog Number
V67031
ISBN (eBook)
9783638593335
ISBN (Book)
9783656777090
Language
German
Tags
Kind Klasse Fachdidaktik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Susanne Biermair (Author), 2006, Das stotternde Kind in der Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67031
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