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Geldwäsche bei Automobilbanken. Gefährdungsanalyse und effektive Verhinderung

Title: Geldwäsche bei Automobilbanken. Gefährdungsanalyse und effektive Verhinderung

Diploma Thesis , 2006 , 114 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl.-Kfm. Lars Damrose (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Seitdem Geld als Zahlungsmittel eingesetzt wird, ist vermutlich das Phänomen der Geldwäsche existent. Der Begriff Geldwäsche wurde jedoch erst in den 20er Jahren des vorherigen Jahrhunderts durch den legendären, amerikanischen Gangsterboss Alphonse Capone (1899-1947) nachhaltig geprägt. Er investierte die kriminell erwirtschafteten Gelder aus Glücksspiel, Prostitution und illegalem Alkoholhandel in Waschsalons, den so genannten ‚laundromats’, um die ursprüngliche Herkunft des Vermögens zu verschleiern. So war die Bezeichnung ‚money laundering’ geboren. 1

Geldwäsche ist besonders häufig bei der Organisierten Kriminalität zu beobachten. 2 Das erhebliche Gefährdungspotenzial der Geldwäsche resultiert aus der Finanzierung weiterer Straftaten und der Investition der illegal erwirtschafteten Gelder in die legale Wirtschaft. Dadurch lassen sich erneut Einnahmen generieren, wodurch sich die Kapitalkraft der Verbrecherkartelle ständig erhöht und somit Betrugs- und Korruptionsfälle bis hin zur Terrorismusfinanzierungen permanent weiter steigen. Demzufolge begünstigt Geldwäsche die Erschließung neuer Deliktfelder, das Vordringen in geografisch neue Märkte und das Eindringen in legale Geldanlagen. 3 Durch Geldwäsche kann der Wirtschaft einen schweren Schaden zugefügt werden, obwohl es dem Anschein nach keine direkten Opfer und keinen offensichtlichen Schaden gibt. 4

Eine aktuelle Studie zur Wirtschaftskriminalität in Deutschland kommt zu den Ergebnissen, dass jedes zweite große Unternehmen in den vergangenen drei Jahren ein Opfer von wirtschaftskriminellen Handlungen war. Dabei wird die Dunkelziffer der unentdeckten Fälle von Wirtschaftkriminalität auf über 80 Prozent geschätzt. 5

Deshalb ist es notwendig, Geldwäsche nicht nur intensiver zu bekämpfen sondern viel mehr für die Verhinderung Sorge zu tragen. Aus diesem Grund wurden die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Finanzunternehmen in den letzten Jahren immer umfangreicher, wobei sich auch die bisher formalistisch geprägten Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung um eine risikoorientierte Geldwäscheprävention erweiterten. 6

Nach dem Geldwäschegesetz haben dessen Normadressaten 7 Vorkehrungen zur Verhinderung der Geldwäsche durch Entwicklung interner Grundsätze, Verfahren, und Kontrollen zu treffen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Vorgehensweise

2 Grundlagen zur Geldwäsche

2.1 Akteure des Geldwäscheprozesses

2.2 Geldwäscheprozess

2.2.1 Placement

2.2.2 Layering

2.2.3 Integration

2.3 Wirtschaftlicher Schaden

3 Anforderungen und Empfehlungen zur Geldwäscheprävention

3.1 Internationale Regulierungen und Empfehlungen

3.1.1 Financial Action Task Force on Money Laundering

3.1.2 Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht

3.1.3 Die EU-Geldwäscherichtlinien

3.2 Nationale Regulierungen und Empfehlungen

3.2.1 Kreditwesengesetz

3.2.2 Vortaten des Strafgesetzbuchs

3.2.3 Geldwäschegesetz

3.2.4 Rundschreiben und Verlautbarung der BaFin

3.2.5 Die Wolfsberg Gruppe

3.2.6 Typologiepapiere

4 Aufbau einer institutsspezifischen Gefährdungsanalyse

4.1 Gefährdungsanalyse als Bestandteil des Risikomanagements

4.2 Ziel der Gefährdungsanalyse

4.3 Vorgehensweise

4.4 Rahmenbedingungen

4.5 Struktur der Risikoanalyse

4.5.1 Festlegen der Risikofelder

4.5.2 Bestandsaufnahme der Risiken

4.5.3 Bewertung und Kategorisierung der Risiken

4.5.4 Ableiten von Präventionsmaßnahmen

4.6 Erstattete Verdachtsanzeigen und betrügerische Handlungen

4.7 Zuverlässigkeitsprüfung

4.8 Kombinationsanalyse

4.9 Indizien des AML-Tools

4.10 Zusammenfassung und Gesamtbewertung der Risikolage

4.11 Detaillierungsgrad einer Gefährdungsanalyse

5 Analyse der institutsspezifischen Situation und derer Risiken

5.1 Institutsspezifische Gefährdungslage

5.2 Kundenbezogene Risiken

5.3 Produktbezogene Risiken

5.4 Transaktionsbezogene Risiken

5.5 Länderrisiken

5.6 Vertriebsrisiken

5.7 Prozessrisiken

5.8 Mitarbeiterrisiken

6 Prinzipien zur Verhinderung der Geldwäsche

6.1 Know-Your-Customer durch Identifizierung

6.2 Know-Your-Customer durch Research und Monitoring

6.3 Know-Your-Customer’s-Customer

6.4 Know-The-Source-Of-Money

6.5 Know-Your-Employee

6.6 Know-Your-Process

7 Anti-Money-Laundering-Software-Tool

7.1 Anforderungen und Einsatz

7.2 Aufbau und Funktionsweise

7.3 Arten von Indizien

7.3.1 Statische Indizien

7.3.2 Dynamische Indizien

7.3.3 Unbedingte Indizien

7.3.4 Allgemeine Indizien

7.3.5 Kombinationsindizien

7.3.6 Selbstlernende Indizien

8 Gefährdungsanalyse der Automobilbank BMW Bank GmbH

8.1 Unterschiede von Automobilbanken zu Universalbanken

8.2 Institutsspezifische Situation der BMW Bank GmbH

8.2.1 Institutspezifische Gefährdungslage

8.2.2 Handelsorganisation

8.2.3 Einlagengeschäft und sonstige Geschäfte

8.2.4 Ausländische Zweigniederlassung

8.2.5 Importeursfinanzierung

8.3 Institutsspezifische Präventionsmaßnahmen

9 Zusammenfassung und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen konzeptionellen Aufbau für eine institutspezifische Gefährdungsanalyse zur Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Finanzinstitute, am Beispiel der BMW Bank GmbH, effektive Präventionssysteme etablieren und welche Rolle dabei IT-gestützte Analysetools spielen.

  • Konzeptioneller Aufbau und Durchführung einer Gefährdungsanalyse
  • Risikoorientierte Ansätze zur Geldwäscheprävention
  • Funktionsweise und Anforderungen an Anti-Money-Laundering-Software (AML-Tools)
  • Vergleich zwischen Automobilbanken und Universalbanken im Hinblick auf Geldwäscherisiken
  • Implementierung von Präventionsmaßnahmen in die Unternehmensprozesse

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Placement

In der ersten Phase, dem Placement, werden die Vermögenswerte aus Vortaten wie Waffenschmuggel, Drogenhandel, Korruption, Menschenhandel, Raub, Erpressung, Verschiebung von Kraftfahrzeugen und hochwertigen Waren im Finanzsystem platziert. Dabei werden die meist großen Bargeldbestände durch Einzahlungen auf Konten von Banken in Buchgeld umgewandelt oder zum Erwerb von kurzfristig liquidierbaren Vermögensgegenständen wie Edelmetalle, Edelsteine, Wertpapiere sowie Lebensversicherungen mit hohen Einstiegsprämien und kurzer Laufzeit genutzt.

Da jedoch in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) Schwellwerte für die Einzahlung von Bargeldbeträgen vorgegeben sind, versuchen die Geldwäscher durch Aufteilung der Geldmengen die kleinen Teilbeträge bei Banken, Geldwechselstuben, Wertpapiermaklern, Spielkasinos und Münzhändler unterzubringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Phänomen der Geldwäsche ein und definiert die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise der Arbeit.

2 Grundlagen zur Geldwäsche: Es werden die zentralen Akteure, der typische Drei-Phasen-Geldwäscheprozess (Placement, Layering, Integration) sowie der resultierende wirtschaftliche Schaden erläutert.

3 Anforderungen und Empfehlungen zur Geldwäscheprävention: Dieses Kapitel analysiert internationale Regulierungen (FATF, Baseler Ausschuss, EU-Richtlinien) und nationale gesetzliche Anforderungen wie das Kreditwesengesetz (KWG) und das Geldwäschegesetz (GwG).

4 Aufbau einer institutsspezifischen Gefährdungsanalyse: Hier wird der Kern der Arbeit dargelegt, der den strukturierten Prozess zur Risikoanalyse, Bewertung, Kategorisierung und Ableitung von Präventionsmaßnahmen beschreibt.

5 Analyse der institutsspezifischen Situation und derer Risiken: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung verschiedener Risikofelder wie Kunden-, Produkt-, Transaktions-, Länder-, Vertriebs-, Prozess- und Mitarbeiterrisiken.

6 Prinzipien zur Verhinderung der Geldwäsche: Die Arbeit stellt essenzielle Prinzipien wie Know-Your-Customer, Know-The-Source-Of-Money und Know-Your-Employee zur effektiven Prävention vor.

7 Anti-Money-Laundering-Software-Tool: Dieses Kapitel erklärt die Anforderungen, den Aufbau und die Funktionsweise von IT-basierten Research- und Monitoring-Systemen sowie die verschiedenen Arten von Indizien.

8 Gefährdungsanalyse der Automobilbank BMW Bank GmbH: Anhand des Praxisbeispiels der BMW Bank GmbH werden spezifische Risiken für Automobilbanken analysiert und Präventionsmaßnahmen abgeleitet.

9 Zusammenfassung und Bewertung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Bewertung der Problematik bei der Erstellung von Gefährdungsanalysen und der Effektivität von Präventionssystemen.

Schlüsselwörter

Geldwäsche, Gefährdungsanalyse, Geldwäscheprävention, Geldwäschegesetz, Kreditwesengesetz, Risikomanagement, Know-Your-Customer, Anti-Money-Laundering-Tool, Automobilbank, BMW Bank GmbH, Compliance, Terrorismusfinanzierung, Wirtschaftsbetrug, Identifizierung, Transaktionsmonitoring.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Identifizierung und Bewertung von Geldwäscherisiken in Finanzinstituten und der Entwicklung effektiver Präventionsmaßnahmen unter Berücksichtigung gesetzlicher Anforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind der Aufbau von Gefährdungsanalysen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Geldwäschebekämpfung sowie der Einsatz technischer Software-Tools für das Transaktionsmonitoring.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erstellung eines konzeptionellen Modells für eine institutsspezifische Gefährdungsanalyse, um Reputations- und Rechtsrisiken durch Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu minimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse rechtlicher Vorgaben mit einer strukturierten prozessorientierten Analyse, die an einem Praxisbeispiel (BMW Bank GmbH) angewendet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Geldwäsche, die detaillierte Darstellung des Gefährdungsanalyse-Prozesses und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf die spezifischen Strukturen einer Automobilbank.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Kernbegriffe sind insbesondere Gefährdungsanalyse, Geldwäscheprävention, Know-Your-Customer (KYC), AML-Software und institutsspezifisches Risikomanagement.

Wie unterscheidet sich die Gefährdungslage einer Automobilbank von der einer Universalbank?

Automobilbanken agieren oft als Direktbanken ohne Filialnetz und nutzen Handelsorganisationen als Vermittler, was zu spezifischen Anforderungen an die Überprüfung der Zuverlässigkeit dieser Dritten führt.

Welche Rolle spielen AML-Tools laut dieser Arbeit?

AML-Tools dienen als zentrale Instrumentarien zur Früherkennung von verdächtigen Transaktionen durch die Anwendung von Indizienmodellen (statisch, dynamisch, selbstlernend), die auf der Gefährdungsanalyse basieren.

Was ist das Fazit zur Wirksamkeit von Gefährdungsanalysen?

Der Autor stellt fest, dass detaillierte Analysen zwar einen hohen Ressourcenaufwand erfordern, jedoch unverzichtbar sind, um der Komplexität moderner Geldwäschetechniken risikoorientiert zu begegnen.

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Details

Title
Geldwäsche bei Automobilbanken. Gefährdungsanalyse und effektive Verhinderung
College
University of Rostock
Grade
1,7
Author
Dipl.-Kfm. Lars Damrose (Author)
Publication Year
2006
Pages
114
Catalog Number
V67051
ISBN (eBook)
9783638585156
ISBN (Book)
9783656444626
Language
German
Tags
Gefährdungsanalyse Verhinderung Geldwäsche Automobilbanken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Kfm. Lars Damrose (Author), 2006, Geldwäsche bei Automobilbanken. Gefährdungsanalyse und effektive Verhinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67051
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