Geschlechterstereotype und Rollenklischees in Comics - Umsetzungsmöglichkeiten im Deutschunterricht der Grundschule


Seminararbeit, 2006
15 Seiten, Note: 1,0
Franziska Marschick (Autor)

Leseprobe

Gliederung

I. Allgemeines
1. Gender Mainstreaming
1.1 Der Begriff
1.2 Bedeutung
1.3 Folgen
2. Comics
2.1 Geschichte
2.2 Wirkung
2.3. Geschlechterstereotype und Klischees in Comics

II. Theorie
1. Geschlechterspezifische Unterschiede bei Mädchen und Jungen
1.1 Sozialverhalten
1.2 Leseverhalten
1.3 Interesse am Deutschunterricht
2. Geschlechtsspezifischer Deutschunterricht

III.III. Praxis
1. Comics im Unterricht
1.1 Chance für Jungen
1.2 Anlass zum handlungs- und produktionsorientierten Unterricht
2. Vorschläge an die Lehrkraft
3. Unterrichtsvorschläge
3.1 Selbstbetrachtung
3.2 Unterrichtsgespräch
3.3 Erstellen einer Collage
3.4 Verfassen eines eigenen Comics
4. Ziele
4.1 Bewusstwerden der eigenen Rolle
4.2 Sensibilität für Rollenklischees
4.3 Gemeinsamkeiten finden - Unterschiede anerkennen

IV. Literaturliste

Die Zugehörigkeit zum weiblichen oder männlichen Geschlecht ist noch immer eine der prägendsten und bedeutsamsten gesellschaftlichen Unterscheidungen.

Denn das Leben von Frauen und Männern weist in den meisten Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens große Unterschiede auf, ohne dass dies immer bewusst wäre (http://www.gender-mainstreaming.net/gm/frauen-und-maenner-im-alltag.html).

Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist immer ein aktuelles Thema. Ob in TV Produktionen, in Frauenrunden oder auch im Klassenzimmer.

Es bestehen zahlreiche Unterschiede im Verhalten von Frauen und Männern, die wir im Alltag immer wieder wahrnehmen. Wichtig im Bezug auf Schule ist, dass wir uns klar werden, dass diese Differenzen auch schon im Kindesalter bestehen. Mädchen und Jungen denken, sprechen und handeln äußerst verschieden und es ist die Aufgabe der Lehrkraft beide gleich zu fördern. Dabei ist es wichtig, dass man sich selbst nicht von gängigen Klischees und Rollenstereotypen beeinflussen lässt. Die Reflektion über das eigene Selbstbild, Diskussionen und die Betrachtung von Studien können dabei hilfreich sein.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, Wege aufzuzeigen um Kinder in der Grundschule auf Geschlechterstereotype in Comics aufmerksam zu machen um somit eine bewusste Medienrezeption zu ermöglichen. Dazu werde ich zuerst den Begriff „Gender Mainstreaming“ klären und „Comic“ definieren. Anschließend gehe ich auf die Unterschiede von Jungen und Mädchen ein um die Gründe für einen geschlechtsspezifischen Unterricht aufzuzeigen. Darauf werde ich einige Umsetzungsmöglichkeiten für die Erarbeitung von Geschlechterstereotypen in Comics zeigen und die damit verbundenen Ziele darstellen.

I. Allgemeines

1. Gender Mainstreaming

Gender Mainstreaming wurde im Jahre 1985 auf der 3. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Nairobi als politische Strategie vorgestellt[1].

1.1 Der Begriff

Der Begriff „Gender Mainstreaming“ ist ein Ausdruck, der heute oft fällt, aber vielen Leuten Schwierigkeiten bereitet, wenn er erklärt werden soll.

Aus dem englischen Wörterbuchs erfährt man, dass „gender“ für das Geschlecht und „mainstream“ für Strömung steht[2]. „Gender“ wird hier jedoch nicht im biologischen, sondern im historisch und sozialen Sinne verstanden[3]. Im Deutschen bezeichnet der Begriff „Geschlecht“ die biologische Einordnung, wobei „Gender“ sich auf die unterschiedlichen Interessen und Verhaltensweisen von Frauen und Männern bezieht[4].

1.2 Bedeutung

Nach der Klärung des Begriffes stellt sich nun die Frage welche Bedeutung diese Formulierung hat. Unter „Gender Mainstreaming“ versteht man also die Rücksicht auf die Tatsache, dass Frauen und Männer verschieden agieren. Der Ausdruck beinhaltet ein sensibles Vorgehen, wobei immer bedacht wird, dass es Unterschiede im Verhalten der beiden Geschlechter gibt.

Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt (http://www.gender-mainstreaming.net/gm/definition.html).

Bei „Gender Mainstreaming“ geht es also nicht nur um die Gleichberechtigung der Frau, sondern um die Gleichbehandlung beider Geschlechter.

Männer und Frauen können gleichermaßen durch gleichzeitige, aber unterschiedliche Maßnahmen profitieren. Ein Beispiel hierfür sind unterschiedliche Präventionsmaßnahmen und Anspracheformen im Gesundheitsbereich für Frauen und Männer (http://www.gender-mainstreaming.net/gm/Hintergrund/gender-mainstreaming-und-frauenpolitik.html).

1.3 Folgen

Aus der vorangehenden Darstellung der Bedeutung von „Gender Mainstreaming“ lässt sich folgern, dass darauf reagiert werden muss. Dass dies zum Teil schon geschehen ist zeigt die Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die dem Thema eine eigene Internetseite gewidmet hat.

Um so wichtiger ist es, dass diese Erkenntnisse nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis, beispielsweise in der Schule, beachtet werden. Hier sollte auf die Fähigkeiten und Interessen von Mädchen und Jungen eingegangen und beide Geschlechter gleich stark gefördert werden.

2. Comics

„Zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen, die Informationen vermitteln und/oder eine ästhetische Wirkung beim Betrachter erzeugen sollen“ (McCloud, 17). So lautet Scott McClouds Definition des Comics. Da mehrere Bilder aufeinander folgen, wird auch von „sequentieller Kunst“ gesprochen[5].

2.1 Geschichte

Es gibt ganz unterschiedliche Meinungen dazu, wann das erste Comic entstanden ist[6]. Gewiss ist jedoch, dass Menschen schon immer versucht haben Abläufe und Informationen durch aufeinanderfolgende Bilder darzustellen: beginnend mit Höhlenmalerei über die Ägypter und die „illustrierten Romane“ der Goethezeit bis hin zu den Comics der Neuzeit[7]. Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden die Comics als Erzählkunst wiederentdeckt[8].

Allerdings gab es gegen diese Form von Unterhaltung zum Teil großen Widerstand, da viele meinten, dass die Fantasie der Jugend und der Bücherkonsum würden.

[...]


[1] Vgl. www.gender-mainstreaming.net.

[2] „gender = the fact of being male or female” Langenscheidt, 587); “mainstream = the people whose ideas about a subject are shared by most people and regarded as normal: Genet started as a rebel, but soon became part of the literary mainstream” (ebd. 863); vgl. auch: http://www.gender-mainstreaming.net/gm/definition.html.

[3] Vgl. Barth, 18.

[4] Vgl. ebd.

[5] Vgl. Mc Cloud, 13.

[6] Vgl. ebd, 4.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. ebd. 5.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Geschlechterstereotype und Rollenklischees in Comics - Umsetzungsmöglichkeiten im Deutschunterricht der Grundschule
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Sprach- und Literaturwissenschaften)
Veranstaltung
Geschlechterspezifische Unterschiede im Deutschunterricht der Primarstufe
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V67085
ISBN (eBook)
9783638593595
ISBN (Buch)
9783638768177
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlechterstereorype, Rollenklischees, Comics, Umsetzungsmöglichkeiten, Grundschule, Geschlechterspezifische, Unterschiede, Primarstufe, "Gender Mainstreaming", Unterricht, Interesse, handlungsorientiert, produktionsorientiert, Gemeinsamkeiten
Arbeit zitieren
Franziska Marschick (Autor), 2006, Geschlechterstereotype und Rollenklischees in Comics - Umsetzungsmöglichkeiten im Deutschunterricht der Grundschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67085

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