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Wahnsinn in der Literatur am Beispiel von Oskar Maria Grafs "Wir sind Gefangene" und Arnold Zweigs "Der Mann des Friedens"

Title: Wahnsinn in der Literatur am Beispiel von Oskar Maria Grafs "Wir sind Gefangene" und Arnold Zweigs "Der Mann des Friedens"

Seminar Paper , 2006 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Franziska Marschick (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Der Wahnsinn ist ein Motiv mit langer Tradition in der Literatur. Ob „Iwein“, der Ritter der Artusrunde, das Gretchen im „Faust“ oder der Bahnwärter „Thiel“, viele Figuren werden aus den verschiedensten Anlässen wahnsinnig und dies hat die unterschiedlichsten Folgen für sie. Die Gründe dafür sind zahlreich: Enttäuschung, Wut, Verzweiflung, etc.
Auch in der Literatur, welche zur Zeit des Ersten Weltkrieges spielt, erliegen die Protagonisten dem Wahnsinn, wie z.B. „Oskar“ in Oskar Maria Grafs „Wir sind Gefangene“ und der „Richter Helbret“ in Arnold Zweigs „Der Mann des Friedens“.
In dieser Seminararbeit möchte ich die beiden Figuren und deren Geisteszustand miteinander vergleichen. Zuerst werde ich dazu den Begriff Wahnsinn kurz definieren und auf die Tradition des Motivs in der Literatur eingehen, dann das Weltbild Oskar Maria Grafs dem von Arnold Zweig gegenüberstellen und den Inhalt der beiden Werke erläutern. Im Folgenden werde ich die zwei Protagonisten unter verschiedenen Gesichtspunkten beschreiben und herausarbeiten aus welchen Gründen sie „verrückt“ werden und welche Konsequenzen dieser Zustand für sie hat. Zuletzt werde ich darauf eingehen, welche Funktion das Motiv „Wahnsinn“ in den beiden Werken erfüllt.

Excerpt


Gliederung

I. Wahnsinn – Der Versuch einer Definition

1. Definition

2. In der Literatur

II. Hintergrund

1. Der Erste Weltkrieg

2. Autoren

2.1 Oskar Maria Graf

2.1.1 Im Krieg

2.1.2 Nach dem Krieg

2.2 Arnold Zweig

2.2.1 Im Krieg

2.2.2 Nach dem Krieg

3. Inhalt

3.1 „Wir sind Gefangene“

3.2 „Der Mann des Friedens“

III. Richter Helbret in „Der Mann des Friedens“

1. Ausgangslage

1.1 Stellung in der Gesellschaft

1.2 Helbrets Weltbild

2. Anlass

3. Anzeichen

3.1 Isolation

3.2 Körperliche Anzeichen

4. Folgen

4.1 Reaktion der Familie

4.2 Reaktion der Gesellschaft

IV. Oskar in „Wir sind Gefangene“

1. Ausgangslage

1.1 Stellung in der Gesellschaft

1.2 Oskars Weltbild

2. Anlass

3. Anzeichen

4. Folgen

4.1 Reaktion der Familie

4.2 Reaktion der Gesellschaft

V. Vergleich der beiden Protagonisten und deren Geisteszustand

1. Zu Anfang

2. Wahnsinn

3. Am Ende

VI. Funktion des Wahnsinns in beiden Werken

1. Kriegsdarstellung

2. Erleben des Individuums

Zielsetzung & Themen

Die Seminararbeit untersucht das Motiv des Wahnsinns in der Literatur des Ersten Weltkriegs, indem sie den Geisteszustand der Protagonisten Oskar aus Oskar Maria Grafs „Wir sind Gefangene“ und Richter Helbret aus Arnold Zweigs „Der Mann des Friedens“ vergleicht und analysiert.

  • Definition und literarische Tradition des Wahnsinns
  • Biografischer Kontext der Autoren Oskar Maria Graf und Arnold Zweig
  • Analyse der Wahnsinnsauslöser und -anzeichen im Kriegsgeschehen
  • Reaktionen von Familie und Gesellschaft auf das abweichende Verhalten
  • Vergleich der persönlichen Entwicklung und psychischen Zustände
  • Funktion des Motivs „Wahnsinn“ in der Antikriegsliteratur

Auszug aus dem Buch

3.2 Körperliche Anzeichen

An Helbrets Körper sind nach Ausbruch des Krieges Zeichen der Krankheit zu sehen:

Und er wanderte den ganzen Tag ziellos hin und her, an allen Gliedern ganz leise zitternd wie ein Tier beim Beben der Erde; und wahrhaft schüttelte etwas seine Welt […] Ununterbrochen, ohne es mehr zu bemerken, rang er die Hände, eiskalte Hände wie die eines schon Toten. Die ersten Tage des August gewöhnten ihn an das Gegebene, aber sie alterten ihn um Jahre; (167).

Er ist also nicht mehr Herr seiner selbst und sein Körper zeigt Anzeichen von Schwäche und Alterung. Auch schläft er nur noch wenig. Mit der Zeit verwahrlost Helbret, wie auch seine Wohnung:

[…] und da seine Frau von seinem Dasein keinerlei Kenntnis nahm, verschmutzten diese Zimmer sehr schnell, stanken nach kaltem Rauch und lagen voller Staub. Aber er bemerkte das nicht, ebenso wenig, dass er selber in staubigen Kleidern und ungeputzten Schuhen herumging, ungekämmt und ganz vernachlässigt, essend, was die Köchin für gut fand ihm, meist kalt, aufzutragen; (171).

Er bemerkt dies jedoch nicht, wie er auch sein verändertes Verhalten nicht wahrnimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Wahnsinn – Der Versuch einer Definition: Dieses Kapitel nähert sich dem schwierigen Begriff des Wahnsinns durch eine allgemeine Definition und betrachtet seine Bedeutung sowie Tradition innerhalb der Literatur.

II. Hintergrund: Hier wird der historische Kontext des Ersten Weltkriegs erläutert sowie die Lebensläufe und Werke der Autoren Oskar Maria Graf und Arnold Zweig kurz vorgestellt.

III. Richter Helbret in „Der Mann des Friedens“: Die Analyse beleuchtet den psychischen Zusammenbruch der Hauptfigur, von der stabilen Ausgangslage über die auslösenden Ereignisse bis hin zur sozialen und familiären Isolation.

IV. Oskar in „Wir sind Gefangene“: Dieses Kapitel untersucht den Geisteszustand der Figur Oskar, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen seiner individuellen Unfreiheit im Krieg und seinem abweichenden Verhalten herausgearbeitet wird.

V. Vergleich der beiden Protagonisten und deren Geisteszustand: Die beiden Figuren werden einander gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten in der Suche nach Selbstbestimmung und Unterschiede in der Wahrnehmung ihres Wahnsinns aufgezeigt werden.

VI. Funktion des Wahnsinns in beiden Werken: Abschließend wird reflektiert, welche Rolle das Motiv des Wahnsinns in der Antikriegsliteratur einnimmt, um die desillusionierende Wirkung des Krieges auf das Individuum zu verdeutlichen.

Schlüsselwörter

Wahnsinn, Literatur, Erster Weltkrieg, Oskar Maria Graf, Arnold Zweig, Wir sind Gefangene, Der Mann des Friedens, Antikriegsliteratur, Geisteszustand, Isolation, Individuum, Gesellschaft, Kriegsdarstellung, Nervenerkrankungen, Selbstbestimmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das literarische Motiv des Wahnsinns vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs anhand zweier spezifischer Werke.

Welche Themenfelder stehen im Fokus der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die psychische Entwicklung der Protagonisten, deren soziale Entfremdung sowie die gesellschaftliche Reaktion auf deren abweichendes Verhalten in Kriegszeiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, durch einen Vergleich der Charaktere Oskar und Richter Helbret herauszuarbeiten, wie der Krieg das Individuum psychisch deformiert und welche Funktion der Wahnsinn als narratives Mittel in der Antikriegsliteratur einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wendet eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse an, die biographische Kontexte mit textimmanenter Interpretation verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der beiden Romane, unterteilt in Ausgangslage, Anlass, Anzeichen und Folgen des Wahnsinns bei den jeweiligen Hauptfiguren.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Typische Begriffe sind Wahnsinn, Erster Weltkrieg, Antikriegsliteratur, soziale Isolation und das Spannungsverhältnis zwischen Individuum und kollektivem Kriegserleben.

Warum wird Richter Helbret als Pazifist charakterisiert?

Helbret verehrt die friedliche Zeit vor dem Krieg und hält einen militärischen Konflikt in Europa für unmöglich, was dazu führt, dass sein Weltbild beim Kriegsausbruch vollkommen zusammenbricht.

Spielt Oskar seinen Wahnsinn nur, um dem Kriegsdienst zu entkommen?

Die Arbeit lässt dies offen; es gibt Indizien für gespielten Irrsinn, um Freiheit zu erlangen, aber auch Hinweise auf einen tieferliegenden, bereits vor dem Krieg existierenden anormalen Geisteszustand.

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Details

Title
Wahnsinn in der Literatur am Beispiel von Oskar Maria Grafs "Wir sind Gefangene" und Arnold Zweigs "Der Mann des Friedens"
College
LMU Munich  (Fakultät für Sprach – und Literaturwissenschaften)
Course
Der Erste Weltkrieg in der Literatur
Grade
2,0
Author
Franziska Marschick (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V67090
ISBN (eBook)
9783638599764
ISBN (Book)
9783638671842
Language
German
Tags
Wahnsinn Literatur Beispiel Oskar Maria Grafs Gefangene Arnold Zweigs Mann Friedens Erste Weltkrieg Literatur verrückt Figuren Geisteszustand Motiv Funktion Vergleich Richter Helbret Gesellschaft Familie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Marschick (Author), 2006, Wahnsinn in der Literatur am Beispiel von Oskar Maria Grafs "Wir sind Gefangene" und Arnold Zweigs "Der Mann des Friedens", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67090
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