Wort, Wortart und Wortbildung


Hausarbeit, 1997

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Wort. Mögliche Definitionen, deren Grenzen und Unzulänglichkeiten

2. Wörter und ihre Einteilung in Wortarten
2.1. Einteilung nach semantischen Merkmalen
2.2. Einteilung nach semantischen, morphologischen und
syntaktischen Merkmalen

3. Wortbildung
3.1. Wortbildungstypen nach Fleischer
3.2. Wortbildungstypen nach Lühr
3.3. Wortbildungstypen nach Coseriu
3.3.1. Typ Komposition
3.3.2. Typ Entwicklung
3.3.3. Typ Modifikation

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Wort, Wortarten und Wortbildungen. Als Grundlage dienten hauptsächlich das Handbuch der deutschen Grammatik von Hentschel und Weydt[1] und eine Einführung in die Sprachwissenschaft von Lühr[2].

Da das Wort ein „intuitiv vorgegebener und umgangssprachlich verwendeter Begriff für sprachliche Grundeinheiten“[3] ist, ist es schwierig, eine allgemeingültige und befriedigende Definition für dieses zu geben. Deshalb werden im ersten Kapitel mehrere Definitionsweisen, die auf unterschiedliche Beschreibungsebenen basieren, vorgestellt. Anschließend werden im zweiten Kapitel - nach kurzer Definition des Begriffs Wortart - Wörter anhand von unterschiedlichen Merkmalen in Wortarten eingeteilt. Es erfolgt eine Einteilung der Wörter nach Merkmalen , die von rein semantischer (bedeutungsunterscheidender) Art sind und Wörter in fünf verschiedene Bereiche gliedert. Eine andere mögliche Einteilung richtet sich nach semantischen, morphologischen (Form und Gestalt betreffend) und syntaktischen (Satzbau betreffend) Kriterien. Im dritten und letzten Kapitel wird die Wortbildung erläutert. Mögliche grammatische Mittel und Verfahren zur Neubildung eines Wortes und mögliche Einteilungen in Wortbildungstypen sind Bestandteil dieses Kapitels. Insgesamt werden drei verschiedene Einteilungsarten aufgeführt. Auf die Einteilung in Wortbildungstypen nach Coseriu[4] in Hentschel und Weydt (neben den beiden Einteilungen nach Fleischer und Lühr)[5] wird in Kapitel drei näher eingegangen, da diese durch ihre geringe Zahl an Typen und leicht verständliche Art der Einteilung am übersichtlichsten ist. An den jeweiligen Wortbildungstyp schließen sich Beispiele für die drei Hauptwortarten Verb, Substantiv und Adjektiv in genannter Reihenfolge an. In den folgenden drei Kapiteln sind Beispiele kursiv gedruckt und Zitate in Anführungszeichen gesetzt.

1. Das Wort. Mögliche Definitionen, deren Grenzen und Unzulänglichkeiten

Wörter sind sprachliche Zeichen. Das sprachliche Zeichen wird unterschieden in Signifikant (Lautbild oder Bezeichnendes) und Signifikat (Vorstellung oder Bezeichnetes) - die lautliche und die inhaltliche Seite des Zeichens. Die Bezeichnung (Lautfolge) eines Gegenstandes geschieht willkürlich, genauso wie die begriffliche Abgrenzung eines aus der Menge der in der Wirklichkeit vorhandenen Gegenstände oder Gedanken willkürlich geschieht. Ein Beispiel hierfür ist der Bereich der Farbwörter. Die Anzahl der Farbwörter ist je nach Sprache sehr verschieden. Manche Sprachen besitzen nur zwei Farbwörter, bei denen der Zentralpunkt im Bereich von schwarz und weiß liegt. In anderen Sprachen wiederum wird der Bereich von weiß (hell) bis schwarz (dunkel) mittels sechs grundlegender Farbwörter eingeteilt in schwarz, weiß, rot, grün, gelb und blau.[6] Bereiche aus der Wirklichkeit (dem Sein) werden also unterschiedlich voneinander abgegrenzt und mit willkürlichen Lautfolgen benannt. Das Farbwort mit der Lautfolge gelb erhält im Englischen die Lautfolge yellow.

Ein Kriterium für das Wort ist seine zusammenhängende Form[7] Bei diesem Kriterium treten aber u.a. folgende Schwierigkeiten auf: Sind Verben wie ankommen in dem Satz Sie kamen gegen zwölf Uhr zu Hause an. als ein oder zwei Wörter einzustufen? Wie sollen kontinuierliche Prozesse aufgefaßt werden, die das Zusammenwachsen von Wörtern zur Folge haben?, erkennbar zum Beispiel an Rad fahren - radfahren.

Lühr versucht, je nach Beschreibungsebene, unterschiedliche Definitionen für das Wort zu geben. Sie teilt ein in:[8]

- phonetisch-phonologische Ebene: Hier ist das Wort die „kleinste durch Wortakzent und Grenzsignale wie Pausen isolierbare Einheit“.
- orthographisch-graphemische Ebene: Das Wort wird „als durch Leerstellen im Schriftbild isolierbare Einheit“ definiert.
- morphemische Ebene: Ein oder mehrere Morpheme (kleinste bedeutungstragende Einheiten) bilden die Einheit Wort.
- syntaktische Ebene: Das Wort wird als „Einheit mit syntaktischer Funktion“ bezeichnet.
- semantisch-lexikalische Ebene: Auf dieser Ebene ist das Wort „kleinster, selbständiger sprachlicher Bedeutungsträger.“ Hier ist eine Einschränkung zu machen, da es Wörter ohne Eigenbedeutung wie in, neben, weil (Pronomen, Konjunktionen usw.) gibt.

Die Morphologie - Lehre von der Gestalt/Form - versucht u.a., Wörter in Wortarten einzuteilen. Diese Zugehörigkeit zu Wortklassen gilt als Beweis für die Autonomie des Wortes. Nach Bloomfields abstrakter Definition des Wortes wird dieses als „kleinste freie Form“[9] bezeichnet, d.h. ein Wort kann als selbständige Äußerung vorkommen. Die schon erwähnten Wörter ohne Eigenbedeutung entfallen aber bei solch einer Definition, denn Lautfolgen wie in, weil, der usw. sind als vollständige Äußerungen im Sprachgebrauch so gut wie nicht gebräuchlich.

Manchmal können Wörter im Bereich der Morphologie gleichzeitig als Morpheme bezeichnet werden, wenn sie als kleinste bedeutungstragende Einheit, so die Definition eines Morphems, vorkommen. Ein Beispiel hierfür ist das Wort Tür, denn es ist nicht zerlegbar in mehrere bedeutungstragende Einheiten. Im Gegensatz dazu können das Wort Fuchsbandwurm in die bedeutungstragenden Einheiten fuchs, band und wurm oder das Wort begehbar in die bedeutungstragenden Einheiten be, geh und bar zerlegt werden. Morpheme werden einerseits unterschieden in lexikalische (z.B.der Lexikoneintrag Kind) und grammatische Morpheme (z.B. das Flexionsmorphem - es in des Kindes). Andererseits werden sie unterschieden in freie (Morphem kann in Isolierung, d.h. selbständig auftreten) und gebundene Morpheme, die nur als Teile von Wörtern vorkommen (z.B. das Präfix - be- in beschwören). Lexikalische Morpheme werden auch als Lexeme bezeichnet, da sie mit lexikalisierten Wörtern gleichzusetzen sind.

2. Wörter und ihre Einteilung in Wortarten

Nachdem nun im vorangegangenen Kapitel versucht worden ist, den Begriff Wort zu erläutern, wird jetzt ein weiterer Schritt unternommen, anhand von bestimmten Kriterien, Wörter unterschiedlichen Wortarten zuzuordnen. Was aber sind Wortarten? Nach Hentschel und Weydt sind „Wortarten Gruppen von Wörtern, die in bestimmten Merkmalen übereinstimmen“.[10] Mittels morphologischer Kriterien werden Wörter generell unterschieden in flektierende (veränderliche) und nicht flektierende (unveränderliche) Wortarten, doch über „Art und Anzahl der (für das Deutsche) anzusetzenden Wortarten bestehen unterschiedliche Auffassungen“.[11]

Flektierbar sind Substantive, Verben, Adjektive, Pronomen und Artikel.

Für die Bestimmung der Wortarten besteht die Möglichkeit, verschiedene Kriterien anzuwenden: semantische (bedeutungsunterscheidend), morphologische (Form und Gestalt betreffend) und syntaktische (den Satzbau betreffend).

[...]


[1] Elke Hentschel und Harald Weydt, Handbuch der deutschen Grammatik (Berlin/New York 1990).

[2] Rosemarie Lühr, Neuhochdeutsch: Eine Einführung in die Sprachwissenschaft

(München 51996)

[3] Hadumod Bußmann, Lexikon der Sprachwissenschaft (Stuttgart 21990)

[4] Vgl. Hentschel und Weydt, Handbuch der deutschen Grammatik, S. 23ff.

[5] Ebd. S. 23 und vgl. Lühr, Neuhochdeusch, S. 149ff.

[6] Vgl. John Lyons, Semantik. Band 2 (München 1980), Kap. 8.3., S. 258.

[7] Vgl. Hentschel und Weydt, Handbuch der deutschen Grammatik, S.14.

[8] Vgl. Rosemarie Lühr, Neuhochdeutsch (München 1996), S.131f.

[9] Vgl. Lyons` Ausführung in John Lyons, Einführung in die moderne Linguistik

(München 21971), S. 204ff.

[10] Hentschel und Weydt, Handbuch der deutschen Grammatik, S.14.

[11] Vgl. Wilfried Kürschner, Grammatische Grundbegriffe in systematischer Anordnung (Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag Trier 1988), S. 39f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Wort, Wortart und Wortbildung
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Veranstaltung
Einführung in die Sprachwissenschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
1997
Seiten
20
Katalognummer
V67245
ISBN (eBook)
9783638602280
ISBN (Buch)
9783638793537
Dateigröße
446 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wort, Wortart, Wortbildung, Einführung, Sprachwissenschaft
Arbeit zitieren
MA Angela Exel (Autor), 1997, Wort, Wortart und Wortbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67245

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