Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Wort, Wortarten und Wortbildungen. Als Grundlage dienen hauptsächlich das „Handbuch der deutschen Grammatik“ von Elke Hentschel und Harald Weydt (1990) und „Neuhochdeutsch: Eine Einführung in die Sprachwissenschaft“ von Rosemarie Lühr (1996).
Da das Wort ein intuitiv vorgegebener sowie umgangssprachlich verwendeter Begriff für sprachliche Grundeinheiten ist, ist es schwierig, eine allgemeingültige und befriedigende Definition für dieses zu geben. Deshalb werden im ersten Kapitel mehrere Definitionsweisen, die auf unterschiedliche Beschreibungsebenen basieren, vorgestellt.
Anschließend werden im zweiten Kapitel - nach kurzer Definition des Begriffs Wortart - Wörter anhand von unterschiedlichen Merkmalen in Wortarten eingeteilt. Es erfolgt eine Einteilung der Wörter nach Merkmalen, die von rein semantischer (bedeutungsunterscheidender) Art sind und Wörter in fünf verschiedene Bereiche gliedert. Eine andere mögliche Einteilung richtet sich nach semantischen, morphologischen (Form und Gestalt betreffend) und syntaktischen (Satzbau betreffend) Kriterien.
Im dritten und letzten Kapitel wird die Wortbildung erläutert. Mögliche grammatische Mittel und Verfahren zur Neubildung eines Wortes und mögliche Einteilungen in Wortbildungstypen sind Bestandteil dieses Kapitels. Insgesamt werden drei verschiedene Einteilungsarten aufgeführt. Auf die Einteilung in Wortbildungstypen nach Coseriu in Hentschel und Weydt (neben den beiden Einteilungen nach Fleischer und Lühr) wird in Kapitel drei näher eingegangen, da diese durch ihre geringe Zahl an Typen und leicht verständliche Art der Einteilung am übersichtlichsten ist. An den jeweiligen Wortbildungstyp schließen sich Beispiele für die drei Hauptwortarten Verb, Substantiv und Adjektiv in genannter Reihenfolge an.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Das Wort. Mögliche Definitionen, deren Grenzen und Unzulänglichkeiten
2. Wörter und ihre Einteilung in Wortarten
2.1. Einteilung nach semantischen Merkmalen
2.2. Einteilung nach semantischen, morphologischen und syntaktischen Merkmalen
3. Wortbildung
3.1. Wortbildungstypen nach Fleischer
3.2. Wortbildungstypen nach Lühr
3.3. Wortbildungstypen nach Coseriu
3.3.1. Typ Komposition
3.3.2. Typ Entwicklung
3.3.3. Typ Modifikation
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Konzepte von Wörtern, Wortarten und Wortbildungsprozessen im Deutschen. Ziel ist es, die Schwierigkeiten einer eindeutigen Definition des Wortbegriffs aufzuzeigen, verschiedene Klassifikationsmodelle für Wortarten zu vergleichen und die Mechanismen der Wortneubildung zu systematisieren.
- Problematik und Ebenen der Wortdefinition
- Semantische, morphologische und syntaktische Kriterien der Wortarteneinteilung
- Produktivität und Verfahren der Wortbildung
- Vergleich der Wortbildungstypen nach Fleischer, Lühr und Coseriu
- Interdependenz von Wort, Wortart und Wortbildung
Auszug aus dem Buch
1. Das Wort. Mögliche Definitionen, deren Grenzen und Unzulänglichkeiten
Wörter sind sprachliche Zeichen. Das sprachliche Zeichen wird unterschieden in Signifikant (Lautbild oder Bezeichnendes) und Signifikat (Vorstellung oder Bezeichnetes) - die lautliche und die inhaltliche Seite des Zeichens. Die Bezeichnung (Lautfolge) eines Gegenstandes geschieht willkürlich, genauso wie die begriffliche Abgrenzung eines aus der Menge der in der Wirklichkeit vorhandenen Gegenstände oder Gedanken willkürlich geschieht. Ein Beispiel hierfür ist der Bereich der Farbwörter. Die Anzahl der Farbwörter ist je nach Sprache sehr verschieden. Manche Sprachen besitzen nur zwei Farbwörter, bei denen der Zentralpunkt im Bereich von schwarz und weiß liegt. In anderen Sprachen wiederum wird der Bereich von weiß (hell) bis schwarz (dunkel) mittels sechs grundlegender Farbwörter eingeteilt in schwarz, weiß, rot, grün, gelb und blau. Bereiche aus der Wirklichkeit (dem Sein) werden also unterschiedlich voneinander abgegrenzt und mit willkürlichen Lautfolgen benannt. Das Farbwort mit der Lautfolge gelb erhält im Englischen die Lautfolge yellow.
Ein Kriterium für das Wort ist seine zusammenhängende Form. Bei diesem Kriterium treten aber u.a. folgende Schwierigkeiten auf: Sind Verben wie ankommen in dem Satz Sie kamen gegen zwölf Uhr zu Hause an. als ein oder zwei Wörter einzustufen? Wie sollen kontinuierliche Prozesse aufgefaßt werden, die das Zusammenwachsen von Wörtern zur Folge haben?, erkennbar zum Beispiel an Rad fahren - radfahren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung umreißt die Zielsetzung der Arbeit, das Wort, die Wortarten und Wortbildungen zu analysieren, wobei hauptsächlich die Werke von Hentschel, Weydt und Lühr als theoretische Grundlage dienen.
1. Das Wort. Mögliche Definitionen, deren Grenzen und Unzulänglichkeiten: Dieses Kapitel erläutert die Problematik der Wortdefinition auf verschiedenen Beschreibungsebenen, wie der phonetischen, orthographischen und morphologischen Ebene.
2. Wörter und ihre Einteilung in Wortarten: Hier wird die Klassifizierung von Wörtern in Wortarten anhand von semantischen, morphologischen und syntaktischen Kriterien gegenübergestellt.
3. Wortbildung: Das Kapitel behandelt die Verfahren der Wortneubildung und detailliert die verschiedenen Wortbildungstypen nach Fleischer, Lühr und insbesondere Coseriu.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine ganzheitliche Definition des Wortes nur durch die Kombination verschiedener Beschreibungsebenen möglich ist und betont die enge wechselseitige Abhängigkeit von Wort, Wortart und Wortbildung.
Schlüsselwörter
Wort, Wortart, Wortbildung, Morphologie, Syntax, Semantik, Komposition, Ableitung, Morphem, Signifikant, Signifikat, Farbwörter, Wortartenklassifikation, Flexion, Konversion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den linguistischen Grundlagen des deutschen Wortbegriffs, der Kategorisierung von Wörtern in Wortarten und den verschiedenen Verfahren der Wortbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Bestimmung des Wortes, die Unterscheidung verschiedener Wortarten nach unterschiedlichen linguistischen Kriterien und die Systematisierung von Wortbildungstypen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Komplexität und Unschärfe des Wortbegriffs aufzuzeigen und eine verständliche Übersicht über die morphologischen und semantischen Mechanismen der deutschen Sprache zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist eine strukturierte Literaturanalyse, die auf den linguistischen Ansätzen maßgeblicher Grammatiken und Einführungswerke der Sprachwissenschaft basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Definitionsansätze für das Wort diskutiert, verschiedene Klassifikationsmodelle für Wortarten verglichen und Wortbildungsmodelle nach Fleischer, Lühr und Coseriu erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wort, Wortart, Wortbildung, Morphologie, Syntax, Semantik, Komposition und Ableitung.
Welchen Vorteil bietet die Wortbildungseinteilung nach Coseriu?
Sie zeichnet sich durch ihre geringe Zahl an Typen aus und bietet eine leicht verständliche und übersichtliche Art der Einteilung.
Warum ist eine eindeutige Definition des Begriffs "Wort" so schwierig?
Da Wörter je nach Betrachtungsweise (phonetisch, orthographisch, morphologisch oder syntaktisch) unterschiedlich isoliert und definiert werden können, existiert keine allgemeingültige und befriedigende Definition.
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- MA Angela Exel (Author), 1997, Wort, Wortart und Wortbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67245