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Der Mensch lernt seine Sprache - Zur Spracherwerbstheorie nach Noam Chomsky

Title: Der Mensch lernt seine Sprache - Zur Spracherwerbstheorie nach Noam Chomsky

Intermediate Examination Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Birgit von Eicken (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Einleitung


Kommunikation spielt eine besondere Rolle in der Gesellschaft. Nur wer seine Aktivitäten mit denen der Anderen koordinieren kann, ist gesellschaftlich handlungsfähig. Diese Koordination geschieht über die Kommunikation mit anderen Mitgliedern der Gesellschaft. Die menschliche Kommunikation erfolgt zum größten Teil über die Sprache. Um ein handlungsfähiges Mitglied der Gesellschaft zu werden, muss der Mensch im Kindes- und Jugendalter kommunikative und damit auch sprachliche Fähigkeiten entwickeln. Wie der Prozess des Spracherwerbs im Einzelnen aussieht und verläuft, ist umstritten. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze, die unter anderem aus den Bereichen der Soziologie, Psychologie und Linguistik stammen. Die Behavioristen z.B. gehen davon aus, dass der Mensch ohne angeborene Strukturen die Sprache erlernt, was entscheidend von den Erfahrungen mit der Umwelt geprägt wird. Eine vollkommen gegensätzliche Einstellung vertritt Noam Chomsky. Seiner Meinung nach sind die Strukturen der Sprache angeboren, also genetisch bedingt.1 Erst durch Übung und die entsprechenden Stimuli können diese Strukturen während der Sprachentwicklung heranreifen.


Diese zweite Theorie nach Chomsky soll im Folgenden genauer betrachtet werden, um einen Zugang aus dem Bereich der Linguistik zu diesem Thema zu erhalten. Um Chomskys Bedeutung für die Linguistik zu verdeutlichen, wird zunächst versucht, Chomsky und seine Theorie in die Geschichte der Linguistik einzuordnen. Im Weiteren soll seine Theorie des Spracherwerbs beschrieben werden, um sie anschließend kritisch zu betrachten. Hier ist von besonderem Interesse, welche Argumente für und welche gegen die Spracherwerbstheorie Chomskys sprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Chomskys Platz in der Linguistik

2.1 Chomskys Theorie der Sprache

2.2 Sein Platz in der Geschichte der Linguistik

3 Der Erwerb der Sprache

3.1 Der Spracherwerb nach Chomsky

3.2 Argumente für und gegen Chomskys Spracherwerbstheorie

3.2.1 Für Chomsky

3.2.2 Gegen Chomsky

3.2.3 Fazit

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Noam Chomskys Spracherwerbstheorie kritisch im Kontext linguistischer und psychologischer Diskurse, mit dem Ziel, die Angemessenheit seines Modells für den menschlichen Spracherwerbsprozess zu evaluieren.

  • Generative Transformationsgrammatik und Sprachkompetenz
  • Die Rolle der universellen Grammatik beim Kind
  • Kritische Auseinandersetzung mit angeborenen vs. umweltbedingten Faktoren
  • Vergleich behavioristischer und kognitiver Erklärungsansätze
  • Bedeutung der sozialen Umwelt und kritische Phasen

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Spracherwerb nach Chomsky

Chomsky distanziert sich sehr stark von den behavioristischen Theorien zum Spracherwerb, die er als „adäquat“ bezeichnet, wenn es darum geht, den Spracherwerb zu beschreiben. Das Kind lernt seine Sprache nicht indem es auf sprachliche Reize der Umwelt reagiert, also über ein Reiz-Reaktions-Schema.

Chomsky vergleicht das Kind mit einem Linguisten, der versucht, die Grammatik einer ihm unbekannten Sprache zu entdecken und aufzuschreiben. Der Linguist stellt Thesen auf, testet diese, gibt sie wieder auf oder verändert sie, bildet neue oder behält sie bei. Auf diese Weise entsteht ein System von Regeln. Ähnlich geht das Kind vor, so Chomskys Annahme. Es bildet zunächst einfache Hypothesen, die immer komplexer werden, je mehr Informationen es aufnimmt und je mehr Regeln es bildet. Diese Hypothesen über die Beschaffenheit des Regelsystems der Sprache werden vom Kind getestet. Chomsky meint, dass dieses ‚Hypothesenbildungsverfahren’ dem Kind angeboren ist.

Allerdings kann dies nicht alleine dem Kind dabei helfen, die vollständige Grammatik einer Sprache zu entdecken. Schließlich hat bisher noch kein Linguist eine vollständige Grammatik einer Sprache geschrieben. Kinder dagegen eignen sich die vollständige Grammatik ihrer Sprache in nur wenigen Jahren an. Das Kind muss demnach etwas Spezifisches über Sprache wissen. Chomsky geht davon aus, dass das Kind mit sprachlichen Universalien ausgestattet ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der Kommunikation und stellt die konträren Positionen der Behavioristen und Chomskys zum Spracherwerb gegenüber.

2 Chomskys Platz in der Linguistik: Dieses Kapitel skizziert die Grundlagen der generativen Transformationsgrammatik und verortet Chomsky historisch sowie disziplinär in der kognitiven Psychologie.

2.1 Chomskys Theorie der Sprache: Der Abschnitt erläutert Konzepte wie Tiefen- und Oberflächenstruktur, Kompetenz versus Performanz sowie die Rolle der universellen Grammatik.

2.2 Sein Platz in der Geschichte der Linguistik: Hier wird Chomskys Paradigmenwechsel im Vergleich zum Strukturalismus nach Ferdinand de Saussure und der Bezug zu Wilhelm von Humboldt analysiert.

3 Der Erwerb der Sprache: Das Kapitel führt in die Fragestellung ein, wie Kinder ohne explizites Training ein komplexes Regelsystem erwerben.

3.1 Der Spracherwerb nach Chomsky: Es wird die Theorie des "Language Acquisition Device" (LAD) sowie die Rolle von Hypothesenbildungsverfahren und sprachlichen Universalien beschrieben.

3.2 Argumente für und gegen Chomskys Spracherwerbstheorie: Dieser Teil bietet eine kritische Diskussion, die sowohl die Stärken der Theorie als auch deren Schwachstellen beleuchtet.

3.2.1 Für Chomsky: Dieses Kapitel belegt die These der angeborenen Sprachfähigkeit durch den Hinweis auf fehlende Imitation und die Produktivität kindlicher Sprachfehler.

3.2.2 Gegen Chomsky: Hier wird durch das Phänomen der "Wilden Kinder" argumentiert, dass soziale Einflüsse und kritische Entwicklungsphasen stärker gewichtet werden müssen.

3.2.3 Fazit: Das Fazit plädiert für eine Integration von genetischen und umweltbedingten Faktoren als logischere Erklärung des Spracherwerbs.

4 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden rekapituliert, wobei die Bedeutung von Chomskys Ansatz für die Psycholinguistik hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Noam Chomsky, Spracherwerb, Generative Transformationsgrammatik, Universelle Grammatik, Sprachkompetenz, Performanz, Tiefenstruktur, Oberflächenstruktur, Behaviorismus, Kognitive Psychologie, LAD, Hypothesenbildung, Psycholinguistik, Spracherwerbsvorrichtung, Angeborene Strukturen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Spracherwerbstheorie von Noam Chomsky und setzt sich kritisch mit dessen Annahmen über angeborene sprachliche Strukturen auseinander.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die generative Transformationsgrammatik, der Unterschied zwischen Kompetenz und Performanz, die Rolle von Universalien sowie die Auseinandersetzung mit umweltorientierten Lerntheorien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Chomskys linguistische Theorie verständlich zu beschreiben und anhand von empirischen Gegenargumenten zu prüfen, ob sie als alleinige Erklärung für den Spracherwerb ausreicht.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die linguistische Theorien Chomskys mit Erkenntnissen aus der Psycholinguistik und Beobachtungen zur Sprachentwicklung vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des theoretischen Rahmens nach Chomsky und eine detaillierte Diskussion von Pro- und Contra-Argumenten, ergänzt durch Überlegungen zur Bedeutung der sozialen Umwelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie generative Grammatik, Spracherwerb, universelle Grammatik und kognitive Prozesse definieren.

Warum spielt die Unterscheidung von Tiefen- und Oberflächenstruktur eine so große Rolle?

Sie ist entscheidend, weil Chomsky argumentiert, dass das Kind bei der Sprachproduktion nicht nur die äußere Form, sondern die semantische Tiefenstruktur verarbeiten muss, was die Komplexität der Sprachfähigkeit unterstreicht.

Welche Rolle spielen "Wilde Kinder" bei der Widerlegung von Chomskys Theorie?

Sie dienen als Gegenbeweis für die rein genetische Determinierung, da sie zeigen, dass isoliert aufgewachsene Kinder trotz angeborener Anlagen Schwierigkeiten beim Spracherwerb haben, was die Relevanz der sozialen Umwelt betont.

Warum hält die Autorin eine Verbindung von Genetik und Umwelt für logischer?

Weil der Spracherwerb zwar kognitive Voraussetzungen (Genetik) benötigt, der tatsächliche Prozess des Lernens jedoch zwingend die Interaktion mit der sozialen Umwelt (Input) erfordert.

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Details

Title
Der Mensch lernt seine Sprache - Zur Spracherwerbstheorie nach Noam Chomsky
College
University of Duisburg-Essen  (Fachbereich Geisteswissenschaften)
Course
Zur Spracherwerbstheorie nach Noam Chomsky
Grade
2,0
Author
Birgit von Eicken (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V67271
ISBN (eBook)
9783638602341
ISBN (Book)
9783638799577
Language
German
Tags
Mensch Sprache Spracherwerbstheorie Noam Chomsky Spracherwerbstheorie Noam Chomsky
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birgit von Eicken (Author), 2005, Der Mensch lernt seine Sprache - Zur Spracherwerbstheorie nach Noam Chomsky, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67271
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