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Das Frauenbild in der Jugendliteratur der DDR

Title: Das Frauenbild in der Jugendliteratur der DDR

Seminar Paper , 1998 , 19 Pages , Grade: sehr gut (1,3)

Autor:in: Ilka Borchardt (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

"Die Persönlichkeitsentwicklung der Mädchen wie der Jungen, der Frauen wie der Männer ist kein Resultat der xy-Chromosomen oder der Geschlechtshormone; sie ist durch gesellschaftliche Faktoren determiniert." (aus Junge Frauen heute, Wie sie sind - was sie wollen Leipzig, 1981.)
Im Seminar "War die DDR eine Frau?" stellte sich als eine der ersten Frage die nach dem "typisch Weiblichen" und dem "typisch Männlichen". In der Diskussion bemerkten wir, daß weibliches und männliches Verhalten im westlichen etwas anderes bedeutet als im DDR-Kontext. Mich interessiert in diesem Zusammenhang das Frauenbild, das in der DDR-Kinder- und Jugendliteratur gezeigt wird.
Ich beschäftigte mich für diese Arbeit mit Jugendbüchern, die mit der Empfehlung "ab 12 Jahren" zwischen 1958 und 1984 herausgegeben wurden. Bei der Untersuchung habe ich die Erscheinungszeit nicht berücksichtigt, da dies den Rahmen der Arbeit gesprengt hätte. Sie handeln von 14- bis 18-jährigen Mädchen und Jungen.
Die Bücher fand ich durch Zufall, damit erhebt meine Auswahl keinen endgültigen Anspruch auf Repräsentativität. Allerdings waren Karl Neumanns Frank bzw. Frank und Irene und Gunter Preuß′ Julia sowie Günter Görlichs Den Wolken ein Stück näher in meiner Schule Unterrichtsstoff. Aufgrund des allgemeingültigen Lehrplans in der DDR kann mit einiger Sicherheit davon ausgegangen werden, daß dies auch an anderen Schulen der Fall war.
Um ein detailliertes Bild zu erhalten, bezog ich das Jugendmagazin neues leben, den Ratgeber Die Frau aus der Reihe Kleine Enzyklopädie sowie eine weitere Veröffentlichung des Leipziger Verlags für die Frau mit ein.
Als erstes stelle ich die Jugendbücher inhaltlich vor, dann untersuche ich sie auf ein allgemeineres Frauenbild unter Berücksichtigung der jeweiligen Position der weiblichen Figuren. Im folgenden Kapitel beschäftige ich mich mit dem offiziellen Bild der Frau in der DDR und wie dieses sich in den Jugendbüchern wiederfindet. Anschließend gebe ich einen kurzen Überblick über die Entwicklung und Bedeutung mädchenorientierter Jugendliteratur.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Jugendbücher in der DDR

2.1 Eine Auswahl

2.2 Frauen- und Mädchenfiguren

2.2.1 Weibliche Nebenrollen

2.2.2 Weibliche Hauptrollen

2.2.3 Weibliche “Ko-Helden”

3 Das Frauenbild in der DDR

3.1 “Die Frau in der sozialistischen Gesellschaft”

3.2 Das sozialistische Frauenbild in den Jugendbüchern

3.3 Entwicklung mädchenorientierter Jugendliteratur

4 Zusammenfassung

5 Literaturverzeichnis

5.1 Jugendbücher

5.2 Sonstige Primärliteratur

5.3 Sekundärliteratur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Frauenbild in der Jugendliteratur der DDR anhand ausgewählter Beispiele aus den Jahren 1958 bis 1984. Das primäre Ziel ist es, die Darstellung weiblicher Figuren in ihrem gesellschaftlichen und familiären Kontext zu analysieren und zu prüfen, inwieweit spezifisch weibliche Problematiken in der sozialistischen Jugendliteratur thematisiert wurden oder hinter einem allgemeinen Menschenbild zurücktraten.

  • Analyse der Darstellung von Frauen- und Mädchenfiguren in DDR-Jugendbüchern.
  • Unterscheidung zwischen der Rolle von Frauen in der Gesellschaft (Schule, Arbeit) und in der Familie.
  • Vergleich der Rollen von Haupt- und Nebenfiguren innerhalb der erzählten Liebes- und Entwicklungsprozesse.
  • Einordnung der Befunde in das offizielle sozialistische Frauenbild der DDR.
  • Reflektion über die Entwicklung mädchenorientierter Jugendliteratur unter sozialistischen Vorzeichen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Weibliche Nebenrollen

Oft erschöpft sich die Bedeutung der Mädchen und Frauen in Nebenrollen in Hilfsbereitschaft und als Belohnung oder Ansporn für die männlichen Helden. Eindeutig ist dies z.B. bei Irene in Frank und Irene. Irene sorgt sich um Frank, als dieser die Schule abbrechen will, und versucht, den Vater nach Hause zu holen, damit dieser Frank von seinem Entschluß abbringt. Sie sorgt zusammen mit ihrer Mutter für Franks Geschwister, sie kümmert sich um Frank, als er betrunken ist, sie versucht vergeblich, zwischen Franks “Partisanen” und Ede, einem Aufschneider, zu vermitteln, sie versucht, ihre Mutter und Franks Vater zu verkuppeln, sie besorgt einen “Verteidiger” für Frank und seine Freunde, als diese wegen einer Schwindelei für ihre Fahrerlaubnis auffliegen usw. Nicht zuletzt beeinflußt sie auch unbewußt Frank, der viel darüber nachdenkt, was sie tun würde, wie sein Verhalten auf sie wirkt und auch in der ganz “klassischen Version”: “Sie schaffte nicht viel, obwohl sie sich keuchend mühte. Doch keiner lachte. Ihr Wille zum Helfen brachte neuen Schwung in die Kolonne. Vor dem Mädchen wollte jeder stark sein.” Birgit Dankert faßt zusammen: “Frank erfährt Liebe als Belohnung für gesellschaftlich nützliches Verhalten.”

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt das Forschungsinteresse dar, das aus dem Seminar "War die DDR eine Frau?" erwuchs, und erläutert die Auswahl der untersuchten Jugendbücher sowie die methodische Herangehensweise.

2 Jugendbücher in der DDR: In diesem Kapitel werden die ausgewählten Werke inhaltlich vorgestellt und die weiblichen Figuren in Haupt- und Nebenrollen analysiert.

3 Das Frauenbild in der DDR: Das Kapitel vergleicht das offizielle sozialistische Frauenbild mit dessen literarischer Umsetzung in den untersuchten Jugendbüchern und beleuchtet die Entwicklung des Genres der mädchenorientierten Literatur.

4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Analyse und führt zur zentralen These, dass geschlechtsspezifische Themen in der untersuchten Literatur kaum als solche markiert wurden.

5 Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Jugendbücher sowie die Primär- und Sekundärliteratur aufgelistet.

Schlüsselwörter

DDR-Jugendliteratur, Frauenbild, Mädchenfiguren, sozialistische Gesellschaft, Emanzipation, Geschlechterrollen, Literaturanalyse, Mädchenbuch, Sozialismus, Selbstfindung, Rollenbilder, gesellschaftliches Engagement, DDR-Alltag, literarische Darstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie weibliche Figuren in ausgewählten DDR-Jugendbüchern dargestellt werden und ob diese Darstellung geschlechtsspezifische Merkmale aufweist.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung von Frauen- und Mädchenrollen in der Gesellschaft gegenüber dem familiären Umfeld sowie die Frage nach dem Einfluss der sozialistischen Ideologie auf die Literatur.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob und wie die DDR als "Frau" in der Jugendliteratur konzipiert ist und wie sich das Frauenbild in diesem spezifischen gesellschaftlichen Kontext manifestiert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse von ausgewählten Jugendbüchern aus den Jahren 1958 bis 1984, ergänzt durch den Vergleich mit zeitgenössischen Ratgebern und offiziellen Diskursen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Rollenverteilung in den Büchern, differenziert zwischen männlichen und weiblichen Haupt- sowie Nebenfiguren und setzt diese in Bezug zum offiziellen sozialistischen Menschenbild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind DDR-Jugendliteratur, Frauenbild, Emanzipation, sozialistische Gesellschaft, Geschlechterrollen und Mädchenbuch.

Welche Bedeutung hat das "Mädchenbuch" in der DDR laut der Analyse?

Das Genre war umstritten; es wurde als literarische Variante der Jugendliteratur zwar geduldet, aber es gab keine explizit geschlechtsspezifische "Mädchenliteratur", da Gleichberechtigung als bereits erreicht oder garantiert galt.

Welche Rolle spielt das private Umfeld für die Frauenfiguren?

Die Analyse zeigt, dass im Privaten häufig noch traditionelle Verhältnisse herrschten, in denen von Frauen die Harmonie der Familie und die Hausarbeit erwartet wurden, auch wenn sie gleichzeitig berufstätig waren.

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Details

Title
Das Frauenbild in der Jugendliteratur der DDR
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Europäische Ethnologie)
Course
Seminar: War die DDR eine Frau?
Grade
sehr gut (1,3)
Author
Ilka Borchardt (Author)
Publication Year
1998
Pages
19
Catalog Number
V6731
ISBN (eBook)
9783638142366
Language
German
Tags
Frauenbild Jugendliteratur Seminar Frau DDR
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ilka Borchardt (Author), 1998, Das Frauenbild in der Jugendliteratur der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6731
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