Das Thema Leistung gewinnt in unserer heutigen Gesellschaft mehr und mehr an Bedeutung, man könnte es sogar als das „Trendwort der Nation“ bezeichnen. Nicht ohne Grund charakterisiert man unsere heutige Industriegesellschaft zunehmend als Leistungsgesellschaft. Wer etwas erreichen, erfolgreich und finanziell abgesichert sein will, muss dafür arbeiten und das nicht zu knapp. Die Leistung ist es doch, die heutzutage entscheidet welche soziale Position und welchen Rang einem Menschen innerhalb der Gesellschaft zukommt. Dieser Druck ist schon im Grundschulalter zu spüren, erstreckt sich über die ganze Schulzeit via Ausbildung bis hin zum Beruf. Selbst da ist der Druck noch nicht zu Ende, denn fast jeder Betrieb baut aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage Arbeitsplätze ab und wer möchte da auch schon dabei sein. Das Kind wird also schon recht frühzeitig daran gewöhnt, dass es notwendig ist zu lernen, den Erwartungen der Institution Schule und denen der Eltern zu entsprechen. Schon komisch, dass die Gesellschaft, gerade wo Leistung doch so wichtig geworden ist, zunehmend beklagt , unsere Schüler „...werden immer dümmer...“ (PISA-Studie). „Schon 1988 kam der SPIEGEL zu dem Schluss, dass die Schule ein Tollhaus geworden sei.1995 konstatierte er: „Noch nie ist es so schwer gewesen, aus Kindern Erwachsene zu machen.“ (Keller 2000, S.15)
Aber woran liegt das, dass die Schüler zunehmend schlechte Noten mit nach Hause bringen, unkonzentriert, verhaltensauffällig etc. sind? An den Schülern selber? Oder an der Gesellschaft?
Um diese und andere Fragen geht es im Folgenden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung:
II. Hauptteil:
1. Welche Bedeutung hat der Eintritt in die Schule?
2. VERHALTENSSTÖRUNG:
2.1. Wann ist mein Kind „verhaltensgestört“?
2.2Ursachen: Wie kommt es zur Verhaltensstörung?
2.2.1.Mögliche Komplexe Ursachen:
2.2.2. Mögliche familiäre und soziale Ursachen
2.3.Geschlechtsspezifische Untersuchungen/ Beobachtungen:
2.4. Aufgaben der Schule
3. WAHRNEHMUNGSAUFFÄLLIGKEITEN:
3.1. Was bedeutet wahrnehmungsgestört?
3.2. Ursachen
3.2.1. Mögliche Komplexe Ursachen
3.2.2. Mögliche soziale, familiäre und schulische Ursachen:
3.3. Förderungsmaßnahmen:
3.4. Kontaktadressen:
4. Das Problem des Schulsystems
5. Aufgaben der Schule und der Wandel der Gesellschaft von früher (1960) und heute
III. Schluss
Zielsetzung und Thematik
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Lernschwächen und schulischen Minderleistungen im Grundschulalter. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen sowie dem Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf die Leistungsanforderungen an Kinder.
- Identifikation und Kategorisierung von Verhaltensstörungen bei Kindern.
- Untersuchung von Ursachen für Lernschwierigkeiten (organisch, familiär, sozial).
- Darstellung der Problematik innerhalb des aktuellen Schulsystems.
- Reflektion des Wandels gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und deren Auswirkung auf die Kindesentwicklung.
- Ansätze zur Früherkennung und pädagogischen Förderung betroffener Schüler.
Auszug aus dem Buch
2. VERHALTENSSTÖRUNG:
Verhaltensstörungen bei Kindern ist ein stark zunehmendes Problem unserer Gesellschaft. Vor allem Lehrer beklagen, dass verhaltensauffällige Kinder einen großen Anteil ihrer päd. Arbeit in Anspruch nehmen und die Konzentration auf die wesentliche Funktion der Schule mehr und mehr vernachlässigt wird. Viele Lehrer fühlen sich zudem überfordert und beklagen eine mangelnde Ausbildung in dem Bereich.
Unter Verhaltensstörung wird eine Vielzahl von „auffälligem Verhalten“ zusammengefasst, hier nur einige Beispiele: Lügen, Stehlen, Schule schwänzen, permanentes Stören, Hyperaktivität (motorische Unruhe), Tics (unwillkürliches Zucken), Aggressivität, Mutismus (Verstummen), Autismus (psychotischer Rückzug auf das Selbst), ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom), Enuresis (Einnässen) etc.
Diese Mannigfaltigkeit des Begriffes „verhaltensgestört“ macht eine genaue Eingrenzung problematisch. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Urteil, ob ein Kind verhaltensgestört ist oder nicht, seitens einzelner Interaktionspartner und beurteilenden Instanzen wie Ärzte, Erzieher, Lehrer etc. gefällt wird und daher höchst subjektiv ist. Studien zufolge zeigen 10-12% aller Kinder im Grundschulalter psychosoziale Auffälligkeiten. Das sind immerhin 2-3 schwierige Kinder pro Klasse, und die Tendenz ist steigend. 5% dieser Kinder haben ernsthafte Probleme und müssten individuell betreut werden (vgl. Bornhaupt/Hurrelmann 1991, S.31).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Leistung in der modernen Industriegesellschaft und die damit einhergehende psychische Belastung für Grundschulkinder.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Ursachen und Erscheinungsformen von Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen und diskutiert die Rolle der Schule sowie des gesellschaftlichen Wandels.
1. Welche Bedeutung hat der Eintritt in die Schule?: Dieses Kapitel beschreibt den Schulanfang als kritische Entwicklungsphase, in der bei vielen Kindern erstmals schulische Minderleistungen und Verhaltensauffälligkeiten zutage treten.
2. VERHALTENSSTÖRUNG:: Das Kapitel definiert den Begriff der Verhaltensstörung, stellt eine Kategorisierung vor und benennt die komplexen organischen sowie sozialen Ursachen.
3. WAHRNEHMUNGSAUFFÄLLIGKEITEN:: Hier werden Lernschwächen wie Sprachstörungen, Legasthenie und Dyskalkulie thematisiert sowie deren Ursachen und mögliche Fördermaßnahmen erläutert.
4. Das Problem des Schulsystems: Dieses Kapitel kritisiert die mangelnde Flexibilität des Schulsystems, das auf individuelle Lernschwierigkeiten oft mit Überforderung und Selektion reagiert.
5. Aufgaben der Schule und der Wandel der Gesellschaft von früher (1960) und heute: Der Text vergleicht die Erziehungs- und Lebensbedingungen der Kinder von früher mit der heutigen, komplexeren und leistungsorientierteren Gesellschaft.
III. Schluss: Der Schluss reflektiert die Erkenntnisse der Arbeit und unterstreicht die Notwendigkeit einer sensiblen, individuellen Betreuung von Kindern mit Förderbedarf.
Schlüsselwörter
Leistungserziehung, Grundschule, Verhaltensstörung, Wahrnehmungsstörung, Lernschwäche, Legasthenie, Dyskalkulie, Leistungsgesellschaft, Schulsystem, Entwicklungspsychologie, Früherkennung, Fördermaßnahmen, Sozialisation, Pädagogik, Schulerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik von Lern- und Verhaltensauffälligkeiten bei Grundschulkindern im Kontext einer leistungsorientierten Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen Verhaltensstörungen, Wahrnehmungsstörungen (wie Legasthenie und Dyskalkulie) sowie die veränderten Bedingungen für das Aufwachsen von Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Ursachen schulischer Minderleistungen zu wecken, um Fehldiagnosen zu vermeiden und gezielte Hilfen für betroffene Kinder aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse und verknüpft diese mit eigenen Beobachtungen aus der Nachhilfepraxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Verhaltensstörungen und Wahrnehmungsstörungen, analysiert deren Entstehung und beleuchtet die Rolle des Schulsystems und des gesellschaftlichen Wandels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Leistungserziehung, Wahrnehmungsstörung, Verhaltensauffälligkeit, gesellschaftlicher Wandel und individuelle Förderung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der heutigen Schule?
Sie kritisiert das System als oft zu starr, da die Lehrerausbildung und Klassengrößen eine individuelle Förderung von Kindern mit spezifischen Lernschwierigkeiten häufig erschweren.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Früherkennung bei?
Die Früherkennung ist laut der Autorin essenziell, um die Spirale aus schlechten Noten, sinkendem Selbstwertgefühl und daraus resultierenden Verhaltensstörungen rechtzeitig zu durchbrechen.
- Citation du texte
- Katja Dirkers (Auteur), 2003, Problematische Verläufe der Leistungserziehung - Lernschwächen in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67329