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Medea. Stimmen - Ein Roman von Christa Wolf

Title: Medea. Stimmen - Ein Roman von Christa Wolf

Term Paper , 2003 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katja Dirkers (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Geschichte der Medea wurde uns aus der griechischen Mythologie überliefert und löst seitdem gleichermaßen Grauen, sowie Faszination aus. Viele Autoren griffen und greifen immer wieder den Mythos dieser Person auf. Als eine der widersprüchlichsten mystischen Gestalten findet sie als immer wiederkehrendes Motiv Eingang in die Literaturgeschichte. Ihre Person wurde ständig anders gedeutet. Für die einen ist sie eine eifersüchtige, Intrigen schmiedende Verräterin, für die anderen die liebende, heilende Priesterin. Euripides hat das Leben dieser Frau als erster zusammenfassend erzählt. Er hat die Gestalt Medea zu dem gemacht, wofür sie heute bekannt ist: zu einer Kindsmörderin. Christa Wolfs’ Medea ist eine andere. Die Schriftstellerin stellt das Leben der griechischen (Anti- ) Heldin so dar, wie sie es sich vorgestellt hat, und wie es ihre Nachforschungen ergaben. Sie stieß dabei auf ältere Quellen, als die des Euripides und stellte fest, dass dieser einiges eigenständig dazu erfand und vieles anders interpretierte als sie. Christa Wolf sah ihre Medea als emanzipierte starke Frau, die einfach anders war als alle anderen und deswegen aus Gefahr für das Königreich Korinth beseitigt werden musste.

Ich habe dieses Buch zum Gegenstand meiner Hausarbeit gemacht, da mich die Thematik interessierte: die Rolle der Frau in der Antike. Es wird aufgezeigt, wie eine Frau das Thema behandelt und ob es ihr gelingt aus dem Jahrhunderte alten Stoff einen aktuellen Roman der Gegenwartsliteratur zu gestalten. In meiner Hausarbeit werde ich den Mythos Medea bei Christa Wolf näher analysieren. Einbeziehen werde ich dabei die Tragödie des Euripides, und Abweichungen sowie Parallelen dieser beiden unterschiedlichen Wiedergaben aufzeigen. Zudem gehe ich auf mögliche Interpretationsansätze ein, wobei ich Christa Wolfs Lebensgeschichte, als ehemalige DDR-Bürgerin, Stasi- Mitarbeiterin und Frauenrechtlerin berücksichtige.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung:

II. Hauptteil:

1.1. Die Autorin Christa Wolf:

1.2. Zeitgeschichtlicher Hintergrund:

2. Inhalt:

2.1. Medea- Stimmen:

2.2. Euripides Medea:

3. Abweichungen des Medea- Mythos bei Euripides und Christa Wolf: Eine Gegenüberstellung:

3.1. Das Fluchtmotiv:

3.2. Der Mord an Absyrtos:

3.3. Die Rolle des Königs von Korinth

3.4. Die Beziehung Medeas zu Glauke:

3.5. Glaukes Tod:

3.6. Der Mord an ihren beiden Söhnen:

3.7. Der Charakter Medeas:

4. Interpretationsansätze:

4.1. Der Einbezug der Ost- West- Thematik:

4.2. Christa Wolf = Medea?

5. Parallelen zu problematischen Verhaltensmustern der heutigen Zeit

5.1. Das Sündenbock- Phänomen:

5.2. Der Fremdenhass

5.3. Das Problem einer kapitalistischen Gesellschaft:

5.4 Die Rolle der Frau:

III. Schlussbemerkung:

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Christa Wolfs Roman "Medea. Stimmen" im Vergleich zur klassischen Tragödie des Euripides, um aufzuzeigen, wie die Autorin die historische Frauenfigur neu deutet und dabei zeitgenössische gesellschaftliche Problematiken reflektiert.

  • Analyse der Abweichungen zwischen dem antiken Medea-Mythos und Christa Wolfs moderner Interpretation.
  • Untersuchung des Sündenbock-Phänomens und dessen Relevanz in der Gesellschaft.
  • Betrachtung von Fremdenfeindlichkeit und patriarchalen Strukturen als zentrale Konfliktfelder.
  • Interpretation des Romans im Kontext der Ost-West-Thematik und der Biografie der Autorin.
  • Reflektion über die Rolle der Frau in der Antike und der heutigen Zeit.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Fluchtmotiv:

Die Ausgangssituationen der Lebensgeschichte Medeas übernahm Christa Wolf dem Drama des Euripides. Anfänglich sind also noch deutliche Parallelen erkennbar: Medea, Kolcherin, Tochter des König Aietes und der Merope, oberste Priesterin der Hekate, lernt den Argonauten Jason kennen, der aus Jolkos kam, um seinem Onkel das Goldene Vlies zu besorgen. Medea verschafft ihm dieses und verlässt mit ihm ihr Land. Der wahre Grund für Medeas Flucht stellen beide Autoren jedoch unterschiedlich dar.

Euripides sieht Medea als „hilflose Sklavin sexueller Leidenschaften“, die „blind vor Liebe“, völlig von „Jason hingerissen“, ihren eigenen Vater verrät, um Jason das Vlies zu besorgen. Christa Wolfs Medea hat einen bedeutenderen Grund Kolchis zuverlassen: ihr Wissen um den Tod von Absyrtos, ihres geliebten Bruders. Dieser wurde von seinem eigenen Vater ermordet, damit dieser seinen Thron nicht verliert. Dieses entsprach den alten Gesetzen der Kolcher, auf die ich im zweiten Abschnitt Der Mord an Absyrtos zu sprechen komme. Medea jedenfalls konnte sich mit den alten Sitten Kolchis, sowie mit ihrem Vater als Mörder, nicht identifizieren. Absyrtos Tod hat ihr die Augen geöffnet und sie stellt das ganze System in Frage. Sie kann nicht begreifen, warum man den Göttern ständig durch Opfergaben „Dankbarkeit und Unterwerfung“ beweisen muss und warum sie die Menschen „sterben lassen, um [sie] dann wieder auf die Erde zurückzuschicken.“ Aus diesen Gründen schließt sie sich Jason an und kehrt ihrer Heimat den Rücken. Sie ließ sich leiten von der Vorstellung und Hoffnung irgendwo ein anderes, ein besseres Land zu finden. Ein Land mit dessen politischen Wertesystem sie sich besser identifizieren kann. Christa Wolf gibt „ihrer“ Medea ein Motiv, welches sich nicht nur auf die bloße Liebelei mit Jason bezieht, sondern durchaus einen ernsteren Hintergrund hat.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Darstellung des Medea-Mythos von der Antike bis zur Gegenwart und Formulierung der Fragestellung zur Neuinterpretation durch Christa Wolf.

II. Hauptteil: Biografie der Autorin Christa Wolf und Einordnung des zeitgeschichtlichen Hintergrunds im Kontext der DDR-Geschichte.

2. Inhalt: Detaillierte Zusammenfassung der Handlungsstränge von Christa Wolfs "Medea. Stimmen" sowie der euripideischen Vorlage.

3. Abweichungen des Medea- Mythos bei Euripides und Christa Wolf: Eine Gegenüberstellung: Analytischer Vergleich beider Werke anhand zentraler Motive wie Flucht, Mord an Absyrtos und der Charakterisierung Medeas.

4. Interpretationsansätze: Diskussion der Ost-West-Problematik und die Frage der autobiografischen Bezüge zwischen der Autorin und ihrer Romanfigur.

5. Parallelen zu problematischen Verhaltensmustern der heutigen Zeit: Untersuchung aktueller Phänomene wie Sündenbockmechanismen, Fremdenhass und kapitalistischem Machtstreben innerhalb des Romans.

III. Schlussbemerkung: Reflektion über das Fazit der Arbeit und die Relevanz von Christa Wolfs literarischer Gesellschaftskritik.

IV. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Medea, Christa Wolf, Mythos, Euripides, Sündenbock, Fremdenhass, Patriarchat, Emanzipation, DDR, Korinth, Kolchis, Identifikation, Literaturanalyse, Gesellschaftskritik, Mythologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit?

Die Arbeit analysiert Christa Wolfs Roman "Medea. Stimmen" und vergleicht ihn mit der antiken Tragödie des Euripides, um die moderne Neudeutung des Medea-Mythos aufzuzeigen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die kritische Auseinandersetzung mit dem Patriarchat, das Phänomen der Sündenbockbildung, Fremdenfeindlichkeit und die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll gezeigt werden, wie Christa Wolf den antiken Stoff nutzt, um aktuelle gesellschaftliche Problematiken zu spiegeln und eine emanzipierte Sichtweise auf Medea zu etablieren.

Welche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse und einen direkten Textvergleich beider Medea-Versionen unter Einbeziehung biografischer und historischer Kontexte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine biografische Vorstellung der Autorin, die Inhaltsangaben der Romane, den Vergleich zentraler Motive sowie die Interpretation aktueller gesellschaftlicher Parallelen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sündenbock-Phänomen, patriarchale Strukturen, antiker Mythos, Emanzipation und zeitgeschichtliche DDR-Erfahrungen der Autorin.

Wie unterscheidet sich Christa Wolfs Medea von der Euripides-Version?

Während Euripides Medea als rachsüchtige Kindsmörderin darstellt, zeichnet Christa Wolf sie als emanzipierte, starke Frau, die Opfer von Intrigen wird und jegliche Gewalt ablehnt.

Welche Bedeutung kommt der Rolle von König Kreon im Roman zu?

Kreon wird bei Christa Wolf als machtbesessener Herrscher dargestellt, dessen Intrigen gegen Medea das Ziel verfolgen, sein eigenes Verbrechen zu vertuschen.

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Details

Title
Medea. Stimmen - Ein Roman von Christa Wolf
College
University of Münster
Course
Literatur der DDR
Grade
2,0
Author
Katja Dirkers (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V67332
ISBN (eBook)
9783638602594
ISBN (Book)
9783656812609
Language
German
Tags
Medea Stimmen Roman Christa Wolf Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Dirkers (Author), 2003, Medea. Stimmen - Ein Roman von Christa Wolf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67332
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