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"Auch das Schöne muss sterben!" - Schillers Schönheitsbegriff untersucht am Beispiel der Elegie "Nänie"

Title: "Auch das Schöne muss sterben!" - Schillers Schönheitsbegriff untersucht am Beispiel der Elegie "Nänie"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Hannah Suppa (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit diesem plakativen und viel zitierten Ausspruch leitet Schiller die Elegie „Nänie“ ein und setzt somit ein Fazit unter seine bisherigen Arbeiten über den Schönheitsbegriff. Die Frage, was als schön gelte und wie der Schönheitsbegriff definiert werden kann, hat Schiller über eine breite Schaffensphase beschäftigt. Bereits 1793, also knapp sechs Jahre vor Entstehung der „Nänie“, hat er sich in den so genannten Kallias-Briefen mit der Frage nach einem „objektiven Prinzip für den Geschmack“ auseinandergesetzt. Schillers Definition des Schönheitsbegriffs verlief nicht stringent. In „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ findet eine Negierung seiner in den Kallias-Briefwechseln formulierten Darstellungen statt. In „Nänie“, seinem oftmals als schönstes Gedicht tituliertem Werk, gipfeln seine bisherigen Ergebnisse im ersten Vers: „Auch das Schöne muss sterben!“. Was für eine provokative Aussage! Wie kommt Schiller zu seinem sich wandelnden Schönheitsbegriff? Kann die „Nänie“ als Abschluss seiner Betrachtungen zur Schönheit verstanden werden?
Über den Entstehungszeitpunkt der „Nänie“ herrscht in der Forschung Uneinigkeit, da keine sicheren Daten zur Entstehungsgeschichte überliefert sind. Ungefähr kann die Entstehung der „Nänie“ auf das Jahr 1799 datiert werden. Die gesamte Schaffensphase ab 1790, in der Schiller Kant-Lektüre studiert hat und sich vorwiegend mit Fragen nach der Ästhetik und Schönheit beschäftigt hat, war durch mehrfache Krankheitsschübe geprägt, die sich wohl auch auf seine Arbeiten ausgewirkt haben. So schloss seine gesundheitliche Verfassung seit 1791 „eine aktive Teilnahme am öffentlichen Leben nahezu“ aus.
Im Zuge seiner Krankheitsgeschichte wurde so für Schiller das Thema Tod und Sterben immer präsenter. Und so ist auch der Tod in Verbindung mit dem Schönheitsbegriff ein zentrales Thema der „Nänie“.
Schillers Schönheitsbegriffs soll in dieser Arbeit anhand dieser Elegie untersucht und interpretiert werden. Zunächst gehe ich auf die philosophischen und theoretischen Schriften Schillers, insbesondere im Hinblick auf Kants „Kritik der Urteilskraft“ ein. Die ausführliche Interpretation des Gedichtes soll dabei vor allem Schillers Schönheitsbegriff einbeziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Schönheitsbegriff

2.1 Philosophische und literaturgeschichtliche Einordnung

2.2 Schillers Schönheitsbegriff in seinen theoretischen Schriften

3 „Nänie“

3.1 Einordnung

3.2 Interpretation

3.3 Verwendung des Schönheitsbegriffs

4 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Schillers Verständnis von Schönheit anhand der Elegie „Nänie“. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Schillers Schönheitsbegriff über seine theoretischen Schriften hinweg entwickelt hat und inwieweit das Gedicht „Nänie“ als Abschluss oder Reflexion dieses komplexen Denkprozesses verstanden werden kann.

  • Analyse von Schillers theoretischen Grundlagen zur Ästhetik und Schönheit
  • Untersuchung der philosophischen Auseinandersetzung mit Kants „Kritik der Urteilskraft“
  • Eingehende Interpretation der Elegie „Nänie“ unter Einbeziehung mythologischer Motive
  • Diskussion über die Rolle der Kunst angesichts der Vergänglichkeit des Schönen
  • Betrachtung von „Nänie“ als Bindeglied zwischen Theorie und künstlerischer Praxis

Auszug aus dem Buch

3.2 Interpretation

Die Interpretation des Gedichtes wird nicht unterteilt, sondern Struktur und Bedeutung zusammenhängend betrachtet. Denn gerade bei „Nänie“ hängen Aufbau und Struktur der Verse eng zusammen mit der inhaltlichen Interpretation.

Bei Schillers „Nänie“ handelt es sich um eine Elegie. Eine Elegie ist „nach der formalen Bestimmung ein Gedicht beliebigen Inhalts in elegischen Distichen, nach einer inhaltlichen Bestimmung ein Gedicht im Tone verhaltener Klage und wehmütiger Resignation“58. Gedichte, die in elegischen Distichen verfasst wurden, wurden meist zur Flötenbegleitung gesungen, was als traurig empfunden wurde. So entwickelte sich die Elegie thematisch zum Trauergesang. Ein Distichon ist ein Gedicht oder Strophe von zwei Zeilen, die aus einem daktylischen Hexameter und einem daktylischen Pentameter bestehen.59 Der Hexameter ist der längste antike Sprechvers 60- wieder einmal bedient sich Schiller also an Techniken und Strukturen der antiken Dichtung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz der „Nänie“ für Schillers Schönheitsbegriff und formuliert die leitenden Forschungsfragen der Arbeit.

2 Schönheitsbegriff: Dieses Kapitel verortet das Konzept der Schönheit philosophisch und literaturgeschichtlich und analysiert Schillers theoretische Auseinandersetzung mit Immanuel Kant sowie seine eigenen kunsttheoretischen Positionen.

3 „Nänie“: Der Hauptteil bietet eine Einordnung des Werkes, eine detaillierte Interpretation der Versstruktur und Mythen sowie eine kritische Untersuchung, wie der Schönheitsbegriff innerhalb des Gedichts konkretisiert wird.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung von „Nänie“ als Abschluss eines jahrelangen ästhetischen Denkprozesses im Schaffen Schillers.

Schlüsselwörter

Schiller, Nänie, Schönheit, Ästhetik, Klassik, Kant, Kunst, Freiheit, Elegie, Mythologie, Philosophie, Vergänglichkeit, Tod, Dichtung, Anmut.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Schönheitsverständnis Friedrich Schillers, insbesondere wie dieses in seiner Elegie „Nänie“ reflektiert, weiterentwickelt oder hinterfragt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Ästhetik des 18. Jahrhunderts, das Verhältnis von Kunst und Natur, der Einfluss Kants auf Schiller sowie die Rolle der antiken Mythologie in der deutschen Klassik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob „Nänie“ als systematischer Abschluss von Schillers theoretischen Betrachtungen zur Schönheit verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die sowohl philosophische Schriften Schillers als auch eine strukturierte Textinterpretation des Gedichts kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Einordnung der „Nänie“ in Schillers Gesamtwerk, der Analyse der formalen Struktur und der mythologischen Bezüge sowie der Frage nach der Konsistenz seines Schönheitsbegriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff „Schönheit“ sind „Freiheit“, „Ästhetik“, „Klassik“ und der „Kallias-Briefwechsel“ entscheidende Begriffe.

Warum spielt die griechische Mythologie eine so wichtige Rolle in der Elegie?

Die Mythen (Orpheus, Aphrodite, Achill) dienen Schiller als exemplarisches Material, um die Macht der Schönheit gegenüber dem Tod zu veranschaulichen und seine abstrakten Theorien beispielhaft zu verdeutlichen.

Inwiefern korrigiert Schiller im Gedicht seine früheren Ansichten?

Während Schiller in seinen theoretischen Schriften oft versuchte, ein objektives Prinzip des Schönen zu finden, gesteht er in „Nänie“ die Vergänglichkeit des Schönen in der realen Welt ein, wobei er die Kunst als einzigen verbleibenden Rettungsanker definiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Kunst in der „Nänie“?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Kunst in „Nänie“ als Ausweg aus der Vergänglichkeit fungiert, indem das Schöne in der idealisierten Form des Gedichts überdauern kann.

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Details

Title
"Auch das Schöne muss sterben!" - Schillers Schönheitsbegriff untersucht am Beispiel der Elegie "Nänie"
College
University of Münster  (Germanistisches Institut)
Course
Hauptseminar: Was ist Klassik?
Grade
2,0
Author
Hannah Suppa (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V67344
ISBN (eBook)
9783638603331
ISBN (Book)
9783656781455
Language
German
Tags
Auch Schöne Schillers Schönheitsbegriff Beispiel Elegie Nänie Hauptseminar Klassik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannah Suppa (Author), 2006, "Auch das Schöne muss sterben!" - Schillers Schönheitsbegriff untersucht am Beispiel der Elegie "Nänie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67344
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