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"Carmen". Geschichte der Entstehung eines Mythos

Title: "Carmen". Geschichte der Entstehung eines Mythos

Seminar Paper , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anne Bacmeister (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Die Novelle „Carmen“ ist heute nicht mehr aus der Weltliteratur herauszudenken. Die Figur der Carmen steht für zügellose Leidenschaft, Skrupellosigkeit, Unabhängigkeit, Auflehnung gegen das soziale System und die Nichteinhaltung gesellschaftlicher Normen, besonders im Kontext des streng religiösen, konservativen Spaniens von vor 150 Jahren. In der Novelle hat Prosper Mérimée ein Spanienbild kreiert, das heutzutage noch als aktuell gesehen und für kommerzielle Zwecke genutzt wird, das jedoch auch nicht unumstritten ist. Der Stoff an sich wurde nach Erscheinen der Novelle in vielerlei Weise aufgenommen und bearbeitet, u.a. in Form einer Oper und diverser Verfilmungen. Heute, rund 150 Jahre nach ihrem Erscheinen, ist Carmen immer noch ein Begriff, der nichts von seiner Lebendigkeit und seiner Mystik verloren hat. Immer neue Verfilmungen und Inszenierungen haben dazu beigetragen, dass sie nicht in Vergessenheit geriet.
In der folgenden Arbeit soll im ersten Teil dargestellt werden, wie der Autor zu seinem Spanienbild kam. Ferner wird ein Überblick gegeben über seine Spanienreisen und wie diese sein Bild von der iberischen Halbinsel und sein Schreiben beeinflussten, außerdem wird eine Zusammenfassung der Handlung gegeben sowie eine Charakteristik der Carmen. Der zweite Teil befasst sich mit den verschiedenen Umsetzungen der Novelle, insbesondere mit der Oper von George Bizet, die Carmen nach anfänglichen „Startschwierigkeiten“ zu ihrem Ruhm verhalf. Des weiteren wird auf einige der Verfilmungen eingegangen, insbesondere auf die Verfilmung von Carlos Saura Mitte der 80er Jahre, die half, das Carmen-Bild nachhaltig zu verändern.
Eine detaillierte Darstellung aller Filme jedoch würde den Rahmen der Arbeit übersteigen. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Resumé über den Carmen-Mythos und auch dem Standpunkt derer, die sich gegen den Carmen-Mythos und sein verallgemeinerndes Spanienbild stellen, denn die Materie hat nicht nur für Begeisterung gesorgt, sondern wurde, besonders von den Spaniern, durchaus auch kritisch gesehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil 1: Prosper Mérimée und Carmen in der Literatur

1. Prosper Mérimée: Spanienreisen und Spanienbild

2. Inhalt und Gliederung der Novelle

3. Carmens Ursprünge

4. Femme fatale Carmen

4.1 Äußere Beschreibung

4.2 Charakter

5. Schlussüberlegungen zu Prosper Mérimée und Carmen

Teil 2: Carmen in Ton und Bild

6. Die Oper „Carmen“

6.1 Verarbeitung der Novelle in der Oper

6.2 Die Musik

7. Carmen im Film

8. „Carmen“ von Carlos Saura

9. Reaktionen auf Carmen

Schlußbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und den kulturhistorischen Wandel des Carmen-Mythos, ausgehend von Prosper Mérimées literarischer Vorlage bis hin zu ihrer Adaption in Oper und Film. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie die Figur der Carmen als Projektionsfläche für Konzepte wie Leidenschaft, Exotik und Unabhängigkeit dient und wie verschiedene Künstler diese Figur in den Kontext ihrer jeweiligen Zeit übertragen haben.

  • Historische Einflüsse auf Mérimées Spanienbild
  • Die literarische Konstruktion der Femme fatale
  • Opernadaption und musikalische Inszenierung des spanischen Lokalkolorits
  • Intermediale Transformationen der Carmen-Figur im Film
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Mythos und seiner Rezeption

Auszug aus dem Buch

4.1 Äußere Beschreibung

Optisch erscheint Carmen in der Novelle als „seltsame, wilde Schönheit, mit einem Gesicht, das einem fürs erste fremd anmutete, das man aber nicht mehr vergessen konnte (...), mit einem wollüstigen und grausamen Ausdruck, eine „hübsche Hexe“18

Mit schräggestellten, halb geöffneten Augen verführt Carmen die Männer. In ihren Augen herrscht ein wollüstiger und zugleich scheuer Ausdruck. Der Autor selber projiziert das Tödliche in Carmen hinein, indem er von ihr als eine „beauté étrange sauvage“ spricht, mit „Wolfsaugen“, einem „Wolfsblick“. Dieser Vergleich der Frau mit einem schönen, aggressiven und tückischem Tier zieht sich als Leitmotiv durch die gesamte Novelle19. Die Carmen als Tier, das José María nicht domestizieren kann, das der Erzähler nicht auf Distanz halten kann und für das José Navarro ein lebensgefährliches Risiko eingeht. Ihr Blick aus nur einem Auge kann mehrmals in der Novelle gesehen werden, so auch in der Szene, in der Don José sie nach dem Streit in der Tabakfabrik abführen muss: „>Wo ist meine Mantilla?< Sie warf sie so über den Kopf, dass nur eins ihrer großen Augen hervorschaute (..)“ (S. 54). Auch in der letzten Szene, in der Don José Carmen umbringt, ist es Carmens schwarzes Auge, das ihm im Gedächtnis bleibt: „Beim zweiten Stich sank sie um, ohne einen Schrei. Noch ist´s mir, als sähe ich ihr großes schwarzes Auge mich anstarren (..)“ (S. 124)

Als erstes jedoch fällt dem Erzähler ihr Haar auf: schwarz, lang und glänzend; es ist mit einem Jasminstrauß geschmückt und verbreitet einen starken Duft; seine blauschwarze Farbe bildet einen deutlichen Kontrast zur weißen Jasminblüte. (S. 37).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Prosper Mérimée: Spanienreisen und Spanienbild: Dieses Kapitel beleuchtet die biografischen Hintergründe des Autors und analysiert, wie seine Reisen nach Spanien und seine Lektüre anderer Reiseberichte sein romantisches, teils klischeehaftes Spanienbild prägten.

2. Inhalt und Gliederung der Novelle: Hier erfolgt eine inhaltliche Zusammenfassung der Novelle sowie eine Analyse der erzählstrukturellen Gliederung und der vorangestellten Zitate, die das fatale Schicksal der Protagonisten ankündigen.

3. Carmens Ursprünge: Der Abschnitt geht den literarischen und realen Quellen der Carmen-Figur nach, insbesondere Mérimées persönlichen Begegnungen und den Einflüssen zeitgenössischer spanischer Literatur.

4. Femme fatale Carmen: Dieses Kapitel widmet sich der Charakterisierung Carmens als prototypische Femme fatale, wobei ihre äußeren Merkmale, ihr magisches Auftreten und ihr Symbolgehalt für den Leser detailliert untersucht werden.

5. Schlussüberlegungen zu Prosper Mérimée und Carmen: Ein Resümee zur Schaffung des andalusischen Lokalkolorits durch Mérimée und wie er einfache Figuren zu einem bleibenden Bestandteil der Weltliteratur formte.

6. Die Oper „Carmen“: Fokus auf die Adaption durch George Bizet, die trotz anfänglicher Misserfolge den Stoff weltweit populär machte und durch Musik und Libretto eine neue Dimension erreichte.

7. Carmen im Film: Ein Überblick über die vielfältige Filmgeschichte der Stoffes, von frühen Stummfilmen bis zu modernen Interpretationen, die unterschiedliche Aspekte der Figur betonen.

8. „Carmen“ von Carlos Saura: Eine detaillierte Analyse der berühmten Verfilmung von Carlos Saura, die Realität und Fiktion vermischt und den Prozess der künstlerischen Inszenierung selbst thematisiert.

9. Reaktionen auf Carmen: Dieses Kapitel dokumentiert die kontroversen gesellschaftlichen und kritischen Reaktionen, von der Ablehnung in Spanien bis zur feministischen oder filmwissenschaftlichen Kritik.

Schlüsselwörter

Carmen, Prosper Mérimée, Femme fatale, Spanienbild, Oper, George Bizet, Carlos Saura, Mythos, Literaturadaption, Filmgeschichte, Andalusien, Romantik, Leidenschaft, Exotik, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und Transformation des Carmen-Mythos ausgehend von der literarischen Vorlage von Prosper Mérimée bis hin zu deren Adaptionen in der Oper und im Film.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Konstruktion des Spanienbildes durch europäische Romantiker, die Darstellung der Femme fatale, die intermediale Transformation literarischer Stoffe sowie die kulturelle Rezeption und Kritik an diesen Darstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Figur der Carmen von einem zeitgebundenen literarischen Entwurf zu einem zeitlosen Mythos gewandelt hat, der bis heute unterschiedlich interpretiert wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin verwendet eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die den Vergleich zwischen den Textvorlagen, den filmischen Inszenierungen und zeitgenössischen kritischen Diskursen in den Mittelpunkt stellt.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Teil eins beleuchtet Mérimées Werk und die literarische Figur, während Teil zwei die Adaptionsgeschichte in Ton und Bild, insbesondere die Oper und den Film von Carlos Saura, untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mythos, Femme fatale, Spanienbild, kulturelle Identität, Intermedialität und die spezifische Figur der Carmen charakterisiert.

Inwiefern spielt der Film von Carlos Saura eine besondere Rolle?

Der Film von Carlos Saura nimmt eine Sonderstellung ein, da er die Grenze zwischen Realität und Fiktion durch die Darstellung einer "Probe im Ballett" auflöst und so eine Meta-Ebene der Mythos-Bildung schafft.

Wie reagierten zeitgenössische Kritiker auf die verschiedenen Carmen-Adaptionen?

Die Reaktionen waren oft kontrovers; insbesondere wurde der Vorwurf des "Pseudo-Spanischen" laut, während spätere Kritiker die Idealisierung der Figur oder deren Darstellung als Freiheitsheldin aus feministischer Sicht hinterfragten.

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Details

Title
"Carmen". Geschichte der Entstehung eines Mythos
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (FASK Germersheim)
Course
'Spanien' in literarischen Reisebeschreibungen des 19. und 20. Jahrhunderts
Grade
1,3
Author
Anne Bacmeister (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V67351
ISBN (eBook)
9783638603386
ISBN (Book)
9783656672210
Language
German
Tags
Carmen Geschichte Entstehung Mythos Reisebeschreibungen Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Bacmeister (Author), 2005, "Carmen". Geschichte der Entstehung eines Mythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67351
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