Allgemeine psychische Belastungen: Ursachen und Folgen


Seminararbeit, 2006
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Vorbemerkung

2. Psychische Belastungen
2.1 Psychische Belastungen allgemein
2.2 Psychische Belastungen am Arbeitsplatz
2.2.1 Definition
2.2.2 Ursachen
2.2.3 Folgen
physiologisch, somatisch

3. Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen
3.1 Schulangst
3.2 Depressionen
3.3 Psychosomatische Beschwerden
3.5 Essstörungen
3.6 Schulstress

4. Abschließende Reflexion

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Typisierung körperlicher Empfindungen und psychoso- matischer Beschwerden auf dem Kontinuum zwischen krank und gesund

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Klassifikation möglicher Beanspruchungen und Beanspruchungsfolgen

Tabelle 2: Übersicht über zentrale Angstquellen nach unterschiedlichen Altersstufen

Tabelle 3: Belastungen, welche die Entstehung depressiver Symptome und Störungen bedingen

1. Vorbemerkung

In dieser Semesterarbeit möchte ich psychische Belastungen darstellen. In einer knappen Einführung werde ich zunächst allgemein die psychischen Belastungen erläutern und anschließend psychische Belastungen am Arbeitsplatz mit ihren Ursachen und Folgen vorstellen. Den Schwerpunkt meiner Semesterarbeit bilden psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen im Kontext der Schule. Dabei werde ich auf die Ursachen und Auswirkungen eingehen und Handlungsalternativen für Lehrkräfte und Eltern darstellen.

Da ich Wirtschaftspädagogik studiere und anstrebe als Diplom-Handelslehrerin zu arbeiten, habe ich mich dazu entschlossen, psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Schule zu untersuchen.

2. Psychische Belastungen

2.1 Psychische Belastungen allgemein

Psychische Belastungen können allgemein als eine psychologische Größe definiert werden, die von außen auf eine Person einwirkt, was zu Strapazen dieser Person führt. Diese Belastung kann auch als Stress definiert werden, sofern sie eine starke Macht auf die Psyche der Person ausübt und über einen längeren Zeitraum andauert.

2.2 Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

2.2.1 Definition

Die Europäische Norm DIN EN ISO 10075 „Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung“ wurde durch eine Arbeitsgruppe des Internationalen Normenausschusses Ergonomie erarbeitet. Der Teil 1 „Allgemeines und Grundsätze“ definiert psychische Belastungen als „die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von Außen auf den Menschen einwirken“[1].

2.2.2 Ursachen

Alle Anforderungen, die an den Menschen gestellt werden, können somit als psychische Belastungen empfunden werden. Dabei können die Einflussfaktoren „Anforderungen der Arbeitstätigkeit“, „Arbeitsmittel und Arbeitsumwelt“, „Soziale und organisatorische Faktoren“ und „Gesellschaftliche Faktoren“ betrachtet werden. Zu dem Einflussfaktor „Anforderungen der Arbeitstätigkeit“ zählen neben unklaren Verantwortlichkeiten auch fehlende Informationen und häufige Abweichungen von der Arbeitsaufgabe. Arbeiten unter Lärmbedingungen und nicht ausreichende klimatische Bedingungen können als Einflussfaktoren „Arbeitsmittel und Arbeitsumwelt“ aufgefasst werden. Mobbing am Arbeitsplatz, Nacht- und Schichtarbeit und unzureichende Qualifikationsangebote zählen zu den „sozialen und organisatorischen Faktoren“. Als „gesellschaftliche Faktoren“ gelten die Arbeitssicherheit und auch die gesellschaftliche Akzeptanz der verrichteten Arbeit.[2]

Weitere Beispiele für Auslöser von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz können unerwünschte Arbeitszeitregelungen, Schichtarbeit, keine Autonomie, hoher Zeitdruck, Arbeitsanforderungen bei denen die vorhandenen beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht angewendet werden können, Konflikte mit Vorgesetzten und fehlende Aufstiegsmöglichkeiten sein.[3]

Diese Einflussfaktoren sind nur beispielhaft genannt und können von Person zu Person, und von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz, in ihrer Intensität, Kombination, Dauer und Vorhersehbarkeit variieren. Während der eine Mitarbeiter häufige Überstunden als Belastung empfindet, stellen sie für den anderen Mitarbeiter Normalität dar.

2.2.3 Folgen

Es gibt positive und negative Folgen von psychischen Belastungen. Zu den positiven Folgen kann man Aktivierung, Lerneffekte und Trainingseffekte zählen und zu den negativen Folgen Stress, Monotonie, psychische Sättigung, Ermüdung, Burnout und Arbeitsunfähigkeit.[4]

Stress wird als Folge von Überanspruchung verstanden. Er wirkt sich zum Beispiel in Spannung, Angst, Ärger und Erregtheit aus. Die Folgen reichen von Fehlhandlungen bis hin zu Krankheitsanfälligkeit.[5]

Abwechslungsarme Tätigkeiten können Monotonie hervorrufen. Dabei wird eine Unterforderung der Mitarbeiter ausgelöst. Folgen von Monotonie können somit Müdigkeit, Leistungsabnahme, Interesselosigkeit und eine Verminderung der Reaktionsfähigkeit sein.[6]

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die möglichen Beanspruchungen und ihre Folgen:

Tabelle 1: Klassifikation möglicher Beanspruchungen und Beanspruchungsfolgen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Wenchel (2001), S. 27.

Die

se Tabelle verdeutlicht, dass psychische Belastungen nicht nur zu psychischen Folgen und körperliche Belastungen nicht nur zu körperlichen Folgen führen. Alle möglichen Belastungen können somit zu physischen und psychischen Folgen führen.[7]

3. Psychische Belastungen von Kindern und Jugendlichen

Auch Kinder und Jugendliche sind nicht von psychischen Belastungen befreit. Neben Beanspruchungen in der Familie oder im Freundeskreis werden viele von ihnen durch die Schule belastet. Die Gefahr ist groß, dass viele Kinder und Jugendliche in ihrer Schullaufbahn psychische Belastungen erleiden. Sie stehen unter Noten- und Leistungsdruck, haben Prüfungsangst oder werden von ihren Klassenkameraden gemobbt. Daher ist es sehr wichtig, dass man als zukünftige Lehrkraft einen Überblick über psychische Belastungen von Schülerinnen und Schülern bekommt und ihre Ursachen und Auswirkungen kennt, um Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Im Folgenden möchte ich daher die verschiedenen psychischen Belastungen mit ihren möglichen Ursachen und Auswirkungen erläutern und Gegenmaßnahmen für Lehrkräfte und Eltern aufzeigen.

3.1 Schulangst

Kinder leiden unter verschiedenen Ängsten. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über ihre typischen Ängste:

Tabelle 2: Übersicht über zentrale Angstquellen nach unterschiedlichen Altersstufen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bach (2004), S. 33.

Es ist sehr auffällig, dass die Kinder schon im Vorschulalter und bei Schulbeginn Angst vor der Schule haben. Diese Angst bleibt bei vielen Schülerinnen und Schülern bis zum Ende ihrer Schulzeit bestehen.

Experten schätzen, dass zwischen 600.000 und 1.200.000 Schülerinnen und Schüler an einer ausgeprägten Form von Schulangst leiden, die sich in Symptomen wie Zittern, Schweißausbrüche, Bauchweh, Kreislaufattacken, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen oder Ohnmachtsanfällen zeigt. Jedes siebte Kind ist noch nicht einmal zwölf Jahre alt.[8]

Schulangst wird als eine relativ überdauernde Bereitschaft angesehen, schulische und hier vor allem Leistungssituationen als persönliche Bedrohung zu empfinden. Das zentrale Element für die Entstehung von Angst ist die subjektive Bewertung einer Situation als Bedrohung. Eine bestimmte objektive Belastung wird folglich nicht in jedem Falle bei allen Schülern die gleiche Reaktion hervorrufen; denn die gleiche belastende Situation kann von verschiedenen Individuen unterschiedlich interpretiert und verarbeitet werden.[9]

Als Ursachen für Schulangst werden Leistungsdruck, Mobbing durch die Mitschüler, unsensible Lehrer und ehrgeizige oder übertrieben fürsorgliche Eltern gesehen. Etwa 60 Prozent der Eltern wünschen sich für ihre Kinder den Schulabschluss mit dem Abitur, da sie befürchten, dass diese sonst keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Dadurch setzen sie ihre Kinder ungewollt unter Druck. Nur maximal 30 Prozent eines Jahrganges schließen jedoch ihre Schullaufbahn mit dem Abitur ab.[10]

Die Schulangst teilt sich in Leistungsangst und in die soziale Angst auf. Zu der Leistungsangst zählen die Prüfungsangst, die Auftretensangst und die Angst, Fehler zu machen. Zu der sozialen Angst gehören die Angst vor Machtverlust, die Angst vor Zurückweisung und die Angst vor Nichtanerkennung.[11]

Die beiden folgenden Beispiele zeigen soziale Ängste: Manche Schülerinnen und Schüler haben Angst im Sportunterricht vorzuturnen. Sie befürchten, dass sie während der Übung einen Fehler machen können und daraufhin von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern ausgelacht werden. Langfristig würden sie ihren Status bzw. ihre Rangposition in der Klasse verlieren. Wiederum andere haben Angst davor, in einer größeren Gruppe eine Frage zu stellen. Sie fürchten sich davor, dass sie ihre Unwissenheit offenbaren, dass sie vom Lehrer kritisiert werden, dass sie von den Mitschülerinnen und Mitschülern herablassende Bemerkungen erhalten und dass sie langfristig ihr Selbstbewusstsein zu verlieren.[12]

[...]


[1] Wenchel (2001), S. 14.

[2] Vgl. Wenchel (2001), S. 14 f.

[3] Vgl. Seibel / Lühring (1984), S. 34.

[4] Vgl. Wenchel (2001), S. 17.

[5] Vgl. Wenchel (2001), S. 22-25.

[6] Vgl. Wenchel (2001), S. 25 f.

[7] Vgl. Wenchel (2001), S. 28.

[8] Vgl. Czermak (2005), S. 33.

[9] Bach (2004), S. 49.

[10] Vgl. Czermak (2005), S. 34.

[11] Vgl. Bach (2004), S. 53.

[12] Vgl. Bach (2004), S. 56.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Allgemeine psychische Belastungen: Ursachen und Folgen
Hochschule
Universität Paderborn
Veranstaltung
Gut und sicher führen
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V67394
ISBN (eBook)
9783638603621
ISBN (Buch)
9783638711524
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Seminararbeit ist unter dem Titel "Psychische Belastungen" erschienen. Anfänglich werden psychische Belastungen am Arbeitsplatz beschrieben. Der Hauptteil dieser Seminararbeit bezieht sich jedoch auf die Darstellung psychischer Belastungen von Schülerinnen und Schülern mit Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte und Eltern.
Schlagworte
Allgemeine, Belastungen, Ursachen, Folgen
Arbeit zitieren
Nadine Bach (Autor), 2006, Allgemeine psychische Belastungen: Ursachen und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67394

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