Die vorliegende Hausarbeit entstand im Rahmen der Lehrveranstaltung „Operatives
Produktionsmanagement“ an der FHTW Berlin im Wintersemester 2006/2007 und behandelt
das Thema „Die Wertanalyse im Unternehmen“. Die Wertanalyse ist eine vielseitig
einsetzbare Methode. Sie überprüft und optimiert Objekte oder Aufgaben auf
Zweckmäßigkeit und Kosten. Die Arbeit gibt einen Überblick über die Ziele der Wertanalyse
und erläutert deren Umsetzung. Der Arbeitsplan nach DIN 69910 bzw. DIN EN 12973
strukturiert die Vorgehensweise bei der Umsetzung.
Nach dem 2. Weltkrieg herrschten bei der amerikanischen Industrie Produktionsengpässe
und Materialknappheit. Dieser Umstand zwang die Firma General Electric (GE) einen Teil
ihrer Rohstoffe zu ersetzen. GE bemerkte, dass die Substitution sowohl technische
Verbesserungen als auch niedrigere Kosten ergab. Um diese Erkenntnis zu nutzen, suchte
GE gezielt nach solchen Maßnahmen, die den Wert von Produkten erhöhen. Der
Chefeinkäufer L.D. Miles erhielt den Auftrag. Dieser forschte fünf Jahre lang in einem Team
und entwickelte das System der Wertanalyse. 1952 leitete L.D. Miles den ersten Workshop
zum Thema Wertanalyse. Daran nahmen 60 Mitarbeiter von GE teil. Später führte er auch
Zulieferanten-Seminare durch.
Die Wertanalyse verbreitete sich in Europa langsamer als in der USA. 1964 nutzte die
Automobilindustrie als erste die Wertanalyse und wollte damit ihre internationale
Wettbewerbsfähigkeit erhalten. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
3 Einführung in die Wertanalyse
3.1 Definition
3.2 Ziele der Wertanalyse
3.3 Anwendungsgebiete der Wertanalyse
3.4 Einteilung der Wertanalyse
3.5 Systemelemente der Wertanalyse
3.4.1 Methode
3.4.2 Verhaltensweisen
3.4.3 Management
4 Wertanalyse-Arbeitsplan nach DIN 69910
4.1 Projekt vorbereiten
4.2 Objektsituation analysieren
4.3 SOLL-Zustand beschreiben
4.4 Lösungsideen entwickeln
4.5 Lösungen festlegen
4.6 Lösungen verwirklichen
5 Wertanalyse-Arbeitsplan nach DIN EN 12973
6 Vorteile der Wertanalyse
7 Nachteile der Wertanalyse
8 Funktionen
8.1 Funktionsklasse
8.2 Funktionsart
8.3 Funktionsbaum
8.4 Zweck der Funktionsanalyse
9 Feedback zur Wertanalyse
10 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Einblick in die Methode der Wertanalyse als Instrument für das operative Produktionsmanagement zu geben. Dabei wird insbesondere untersucht, wie durch eine systematische Analyse von Funktionen und Kosten die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen gestärkt werden kann.
- Historische Entwicklung und Grundlagen der Wertanalyse
- Strukturierung der Wertanalyse-Arbeitspläne nach DIN 69910 und DIN EN 12973
- Systemelemente und Erfolgsfaktoren für die praktische Umsetzung
- Funktionsanalyse als Kernbestandteil der Wertoptimierung
- Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen bei der Anwendung im Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.5 Systemelemente der Wertanalyse
Die Wertanalyse ist ein System, um komplexe Probleme zu lösen. Für diese sind weder eindeutige Lösungen bekannt noch Lösungen mit Hilfe numerischer Verfahren, wie z.B. durch Rechnereinsatz, möglich. Die Systemelemente Methode, Verhaltensweisen und Management bilden die Stützpfeiler des Systems Wertanalyse (siehe Abbildung 2). Fällt bei diesem System eine Stütze weg, führt das u. U. zu einem unterbestimmten System und es bricht zusammen. Kommt hingegen eine Stütze dazu, ist ein überbestimmtes System möglich, das sich schwer abgleichen lässt. Erst wenn die Systemelemente gleichwertig zusammenwirken, fördern sie den Erfolg einer Wertanalyse.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zusammenfassung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Ziele der Wertanalyse und erläutert deren Umsetzung anhand standardisierter Arbeitspläne.
2 Einleitung: Beschreibt den historischen Ursprung der Wertanalyse bei General Electric als Antwort auf Produktionsengpässe und Materialknappheit.
3 Einführung in die Wertanalyse: Definiert die Wertanalyse als organisierte Anstrengung zur Kostenoptimierung bei gleichzeitiger Qualitätssicherung und beleuchtet deren universelle Anwendungsgebiete.
4 Wertanalyse-Arbeitsplan nach DIN 69910: Erläutert die sechs zentralen Grundschritte des Arbeitsablaufs von der Projektvorbereitung bis zur Realisierung der Lösungen.
5 Wertanalyse-Arbeitsplan nach DIN EN 12973: Stellt die 10 Arbeitsschritte der aktuellen europäischen Norm vor, die den nationalen Arbeitsplan ersetzt hat.
6 Vorteile der Wertanalyse: Listet die positiven Aspekte wie Innovationskraft, ganzheitliche Betrachtung und bereichsübergreifende Teamarbeit auf.
7 Nachteile der Wertanalyse: Thematisiert Herausforderungen wie den hohen Schulungsaufwand, lange Durchführungszeiten und mögliche Interessenkonflikte.
8 Funktionen: Erklärt die methodische Zerlegung von Objekten in Funktionen, um unnötige Kosten zu identifizieren und zu eliminieren.
9 Feedback zur Wertanalyse: Reflektiert die zwischenmenschlichen und organisatorischen Vorteile der Wertanalyse, insbesondere die Förderung der Kommunikation und Kundensicht.
10 Fazit und Ausblick: Zieht Bilanz über die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Wertanalyse im modernen System-Engineering.
Schlüsselwörter
Wertanalyse, Wertgestaltung, Wertverbesserung, Produktionsmanagement, Funktionsanalyse, DIN 69910, Kostenoptimierung, Prozessoptimierung, Systemelemente, Rationalisierung, Innovation, General Electric, Funktionsbaum, Kundensicht, Projektarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel der Wertanalyse in einem Unternehmen?
Das Hauptziel ist die Realisierung der Funktionen eines Produkts oder Prozesses zu den geringstmöglichen Kosten, ohne dabei Qualität, Zuverlässigkeit oder Marktfähigkeit negativ zu beeinträchtigen.
Welche Themenfelder stehen bei der Wertanalyse im Vordergrund?
Zentrale Themen sind die Kostenoptimierung, die funktionale Analyse von Produkten und Prozessen, die Förderung der Kreativität im Team sowie die effiziente Gestaltung von Arbeitsabläufen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie die Wertanalyse als vielseitige Methode zur Überprüfung und Optimierung von Objekten oder Aufgaben in Unternehmen eingesetzt werden kann, um eine höhere Effizienz zu erzielen.
Welche wissenschaftlichen Methoden und Normen werden in der Arbeit genannt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die strukturierten Arbeitspläne gemäß der nationalen Norm DIN 69910 sowie der europäischen Norm DIN EN 12973.
Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Systemelementen der Wertanalyse, den Schritten der Arbeitspläne, der Unterscheidung von Funktionsklassen und -arten sowie einer kritischen Analyse der Vor- und Nachteile.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation am besten?
Neben dem Kernbegriff „Wertanalyse“ sind Begriffe wie „Funktionsanalyse“, „Kostenoptimierung“, „Systemelemente“ und „Rationalisierung“ essentiell für das Verständnis der Arbeit.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen „Wertverbesserung“ und „Wertgestaltung“?
Die Wertverbesserung bezieht sich auf die Optimierung bestehender Produkte, während die Wertgestaltung auf die Funktionen entstehender Produkte zielt, um Kosten bereits in der Entwicklungsphase zu minimieren.
Warum ist ein neutraler Moderator für den Erfolg eines Wertanalyse-Projekts wichtig?
Der Moderator stellt sicher, dass das Team das Ziel nicht aus den Augen verliert, fördert die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Fachbereichen und moderiert konstruktiv bei Konflikten.
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- Doreen Salinger (Author), 2007, Die Wertanalyse im Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67399