Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Dennoch gibt es auch hier Armut.
Als Basis der Arbeit wurden die aktuellen Zahlen zur Armutssituation aus der EU-SILC 2004 verwendet. Das realtiv neue Phänomen "working poor", das oft mit prekären und atypischen Beschäftigungsverhältnissen einher geht und in Zusammenhang mit Armut gesetzt wird, wird erarbeitet.
Ein großer Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den atypischen Arbeitsverhältnissen. Ich gehe weiters auf unterschiedlichen Formen atypsicher Beschäftigung ein sowie auf Vor- und Nachteile die sich für Arbeitnehmer ergeben, zeige aktuelle Zahlen und die Entwicklung auf. Genannt werden auch soziodemografische Merkmale der Personen in diesen Beschäftigungsverhältnissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Armut in Österreich
2.1. Aktuelle Zahlen
2.2. Armut trotz Arbeit - Working poor
3.. Prekäre und atypische Beschäftigung
3.1. Prekäre Beschäftigung
3.2. Atypische Beschäftigungsverhältnisse
3.2.1. Zeitarbeitsformen
3.2.2. Atypische Kontrakt-Arbeitszeitformen
3.2.3. Dislozierende Arbeitsformen
3.2.4. Scheinselbstständigkeit - abhängige Selbstständigkeit
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Armutssituation in Österreich auf Basis der EU-SILC 2004 Daten. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern prekäre und atypische Beschäftigungsverhältnisse sowie das Phänomen "Working poor" das Risiko für Haushalte erhöhen, unter die Armutsgrenze zu fallen.
- Analyse der Armutsgefährdung in Österreich anhand aktueller statistischer Erhebungen
- Untersuchung des Phänomens "Working poor" und dessen Auswirkungen auf die Lebenssituation
- Differenzierung verschiedener Formen atypischer Beschäftigung (Leiharbeit, Teilzeit, Telearbeit)
- Bewertung der Vor- und Nachteile atypischer Arbeitsverhältnisse für Arbeitnehmer
- Identifikation soziodemografischer Merkmale besonders gefährdeter Personengruppen
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Zeitarbeitsformen
Mühlberger definiert diese Arbeitsform als jene, die durch Zeitbefristung gekennzeichnet ist und nennt hier Leiharbeit und befristete Arbeitsverhältnisse.
Bei der Leiharbeit wird zwischen echter und unechter unterschieden. Die echte ist dadurch gekennzeichnet, dass Beschäftigte nur in Ausnahmefällen anderen Arbeitsstätten überlassen werden. Die unechte hingegen ist dadurch gekennzeichnet, dass Beschäftige durch spezielle Personalleasingfirmen regelmäßig an Firmen vermittelt werden. Hier hat der Beschäftige einen Arbeitsvertrag mit der Personalleasingfirma die wiederum mit jener Firma, die das Leasingpersonal aufnimmt, einen Überlassungsvertrag abschließt.
Der Beschäftige in der unechten Leiharbeit hat in derartigen Verträgen ein Recht auf den im Betrieb üblichen Lohn, der nicht unter den Bestimmungen des Kollektivvertrages liegen darf. Allerdings liegt in der Realität der bezahlte Lohn unter jenem der Stammbelegschaft was auch bedeutet, dass weniger Beiträge in die Sozialversicherung eingezahlt werden. Weiters ist das Unfallrisiko für diese Personen höher, da viele Firmen für diese Leasingkräfte die Arbeitsplätze nur soweit gestalten, dass Arbeit möglich ist. Leiharbeit kann einerseits helfen, schneller einen Arbeitsplatz zu finden und vielleicht eine Dauerstelle zu erhalten, wenn der Betrieb Beschäftige übernimmt. Andererseits kann Leiharbeit Beschäftigte derartig brandmarken, sodass das Finden einer Vollzeitstelle noch schwieriger wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Themenstellung, die Datenbasis EU-SILC 2004 sowie die Schwerpunkte hinsichtlich atypischer Beschäftigungsverhältnisse und deren Einfluss auf die Armutssituation.
2. Armut in Österreich: Dieses Kapitel erläutert aktuelle Armutszahlen in Österreich, definiert den Begriff der Armutsgefährdung und analysiert die spezifische Lebenslage von "Working poor"-Haushalten.
3.. Prekäre und atypische Beschäftigung: Der Hauptteil gliedert sich in die Definition prekärer Beschäftigung sowie eine detaillierte Betrachtung verschiedener atypischer Arbeitsmodelle wie Leiharbeit, Teilzeit, Telearbeit und Scheinselbstständigkeit.
4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über den Zusammenhang von Arbeitsmarktflexibilisierung, Armutsgefährdung und der überproportionalen Betroffenheit von Frauen.
Schlüsselwörter
Armut, Österreich, EU-SILC, Working poor, Prekäre Beschäftigung, Atypische Beschäftigung, Leiharbeit, Teilzeit, Telearbeit, Scheinselbstständigkeit, Armutsgefährdung, Sozialpolitik, Arbeitsmarkt, Einkommen, Erwerbstätigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen atypischen Beschäftigungsverhältnissen, dem Phänomen der "Working poor" und der Armutsgefährdung in Österreich auf Basis der EU-SILC 2004 Daten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen Armutsgefährdung, prekäre Arbeitsverhältnisse, die verschiedenen Formen atypischer Beschäftigung sowie die spezifischen Auswirkungen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arbeitsflexibilisierung und prekäre Beschäftigungsformen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, unter die Armutsschwelle zu rutschen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Sekundärdatenanalyse, die auf den Ergebnissen der EU-SILC 2004 Studie sowie fachwissenschaftlicher Literatur zur Arbeitsmarktflexibilisierung basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Ausprägungen atypischer Beschäftigung, namentlich Zeitarbeitsformen, atypische Kontrakt-Arbeitszeitformen, dislozierende Arbeitsformen und Scheinselbstständigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Armut, Working poor, atypische Beschäftigung, Prekarität, EU-SILC und soziale Sicherheit.
Wie definiert die Studie "Working poor"?
Die Arbeit beschreibt "Working poor" als Haushalte, die unter die Armutsschwelle fallen, obwohl alle darin lebenden erwerbsfähigen Personen einer Arbeit nachgehen.
Welche Rolle spielen Frauen in diesem Kontext?
Die Arbeit stellt fest, dass Frauen häufiger prekär oder in Teilzeit beschäftigt sind, was ihr Armutsrisiko signifikant erhöht, insbesondere bei Alleinerzieherinnen oder alleinlebenden Frauen.
- Quote paper
- Birgit Schweighofer (Author), 2006, Armut in Österreich: Aktuelle Zahlen - Working poor, prekäre und atypische Beschäftigung und deren Auswirkungen auf die Armutssituation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67406