Die Vermeidung des Individuellen könnte im Hinblick auf die expressionistische Kriegslyrik eine ihrer Wurzeln im Erleben der unmenschlichen Grabenkämpfe der Massenheere während des ersten Weltkriegs gehabt haben. Sie war zwar schon vorher da, aber unter den rigorosen Bedingungen einer fast mechanistisch gesteuerten Kriegsmaschinerie erfuhr das Individuum plötzlich und erbarmungslos eine nie zuvor gekannte Bedeutungslosigkeit und Ohmacht. Zeitgenössische Dichter wie Georg Trakl, Georg Heym und Alfred Henschke (Klabund) verarbeiteten diese selbst gewonnenen traumatischen Erfahrungen oder sahen das drohende Unheil bereits Jahre zuvor kommen. In dieser Arbeit sollen besonders die expressionistischen Merkmale berücksichtigt werden. Dabei steht Georg Trakls „Die Schwermut“ im Vordergrund. Zum Vergleich behandele ich je ein Gedicht von Georg Heym ("Nach der Schlacht") und Klabund ("Ballade vom Landsknecht"). Zur literarhistorischen Einordnung und Orientierung lege ich die 2004 erschienene Epochendarstellung von P. Sprengel als Forschungsstand zugrunde
Inhaltsverzeichnis
- I Thema, Epoche und Forschungsstand
- II. Die Gedichte
- 1.,,Die Schwermut“ (Georg Trakl, Juni 1914)
- 1.1. Grundhaltung des Gedichts und Gesamtwirkung
- 1.2. Handlung, Geschehen, dargestellte Situation im Gedicht
- 1.3. Stilmittel/Ausdrucksmittel
- 1.3.1. Bilder, Bildersprache und Wahrnehmungsweise
- 1.3.2. Wortwahl und Stilebene
- 1.3.3. Metrum, Rhythmus und andere Klangwirkungen
- 2.,,Nach der Schlacht“ (Heym, Juni 1910)
- 2.1. Grundhaltung des Gedichts-und Gesamtwirkung
- 2.2. Dargestellte Situation im Gedicht
- 2.3. Stilmittel/Ausdrucksmittel
- 2.3.1. Bilder, Bildersprache und Wahrnehmungsweise
- 2.3.2. Wortwahl und Stilebene
- 2.3.3. Metrum, Rhythmus und andere Klangwirkungen
- 3.,,Ballade vom Landsknecht“ (Klabund, Juni 1914)
- 3.1. Grundhaltung des Gedichts und Gesamtwirkung
- 3.2. Handlung, Geschehen, dargestellte Situation im Gedicht
- 3.3. Stilmittel/Ausdrucksmittel
- 3.3.1. Bilder, Bildersprache und Wahrnehmungsweise
- 3.3.2. Wortwahl und Stilebene
- 3.3.3. Metrum, Rhythmus und andere Klangwirkungen
- III. Kurze vergleichende Gegenüberstellung der drei Gedichte
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht expressionistische Kriegsgedichte, wobei ein Schwerpunkt auf Georg Trakls „Die Schwermut“ gelegt wird. Die Arbeit analysiert die stilistischen Merkmale und die Darstellung des Krieges in den ausgewählten Gedichten.
- Der Expressionismus als künstlerische Revolte gegen traditionelle ästhetische Konventionen
- Die Darstellung von Krieg und Gewalt im expressionistischen Gedicht
- Die Rolle von Bildern, Bildersprache und metaphorischem Sprachgebrauch
- Die Auswirkungen des Krieges auf die menschliche Psyche und die Gesellschaft
- Der Einfluss von Georg Trakls Leben und Werk auf seine Kriegslyrik
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich der Epoche des Expressionismus und dem Forschungsstand zu expressionistischen Kriegsgedichten. Es wird darauf eingegangen, wie der Expressionismus als künstlerische Strömung mit den traditionellen ästhetischen Konventionen brach und eine neue Sichtweise auf Krieg und Gewalt einnahm.
Das zweite Kapitel analysiert Georg Trakls Gedicht „Die Schwermut“ im Detail. Es werden die Grundhaltung des Gedichts, die dargestellte Situation und die verwendeten Stilmittel/Ausdrucksmittel untersucht.
Das dritte Kapitel vergleicht Trakls Gedicht mit Gedichten von Georg Heym und Klabund, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung von Krieg und Gewalt herauszuarbeiten.
Schlüsselwörter
Expressionismus, Kriegslyrik, Georg Trakl, „Die Schwermut“, Kriegserfahrungen, Bildsprache, Metaphern, Stilmittel, Symbolismus, Psychologisierung, Tod, Gewalt, Zerstörung, Schuld, Pessimismus
Häufig gestellte Fragen
Was kennzeichnet expressionistische Kriegsgedichte?
Kennzeichnend sind eine Abkehr von traditionellen ästhetischen Konventionen, die Darstellung von Ohnmacht, Zerstörung und Tod sowie eine drastische, oft metaphorische Bildsprache, die das traumatische Erleben der Massenheere verarbeitet.
Welche Werke werden in dieser Analyse untersucht?
Im Fokus steht Georg Trakls Gedicht „Die Schwermut“ (1914). Zum Vergleich werden Georg Heyms „Nach der Schlacht“ (1910) und Klabunds „Ballade vom Landsknecht“ (1914) herangezogen.
Wie wird das Individuum im expressionistischen Kriegsbild dargestellt?
Das Individuum erfährt unter den Bedingungen der mechanisierten Kriegsmaschinerie eine nie zuvor gekannte Bedeutungslosigkeit und Ohnmacht. Die Lyrik spiegelt diese Entpersönlichung wider.
Welche Stilmittel nutzen Dichter wie Georg Trakl?
Trakl nutzt eine dichte Bildersprache, Symbole und spezifische Rhythmen, um eine melancholische Grundhaltung und die psychologischen Auswirkungen von Gewalt und drohendem Unheil darzustellen.
Warum schrieben manche Dichter schon vor 1914 über den Krieg?
Dichter wie Georg Heym sahen das drohende Unheil der Weltkatastrophe bereits Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch des Ersten Weltkriegs voraus und verarbeiteten diese Vorahnung in visionären Bildern.
Welche Rolle spielt die Psychologisierung in der Kriegslyrik?
Die Lyrik dient als Ventil für traumatische Erfahrungen. Sie thematisiert nicht nur äußere Zerstörung, sondern vor allem die inneren Zustände wie Angst, Schuldgefühle und Pessimismus der Soldaten und Zeitgenossen.
- Citar trabajo
- Bernhard Wetzstein (Autor), 2005, Expressionistische Kriegsgedichte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67413