[...] Aufgrund des immensen Zukaufs liegt der Anteil der Materialkosten an den Herstellkosten der Unternehmen nämlich mittlerweile bei über 50 Prozent. Dies bedeutet, dass die Materialkosten das Betriebsergebnis enorm beeinflussen. Somit wird die Funktion „Einkauf“ immer mehr in den Fokus der Geschäftsleitung gerückt, denn im Einkauf sind noch Kosteneinsparungspotenziale vorhanden. Diese müssen allerdings gefunden werden. Anschließend müssen darauf ausgerichtete Einkaufsstrategien erarbeitet und Einkaufsziele vereinbart werden. Das strategische Einkaufscontrolling unterstützt die Einkaufsleitung dabei in erheblichem Maße.
Es liefert entscheidungsrelevante Informationen, die langfristig auf das Wohl des Unternehmens abzielen. Im Rahmen dieser Seminararbeit soll ein Einblick in den Bereich des „strategischen Einkaufscontrollings“ gegeben werden. Zu Beginn des zweiten Kapitels wird der Begriff „Einkauf“ erklärt, da das strategische Einkaufscontrolling diesen Bereich transparenter machen soll. Außerdem wird eine Abgrenzung von dezentralem zu zentralem Einkauf vorgenommen. Im Anschluss daran befasst sich Kapitel 3 mit dem Einkaufscontrolling im Allgemeinen sowie mit der Abgrenzung von operativem und strategischem Einkaufscontrolling. Am Ende des dritten Kapitels werden schließlich die Gründe für ein strategisches Einkaufscontrolling aufgeführt.
Kapitel 4 geht danach intensiv auf die Aufgaben und Ziele des strategischen Einkaufscontrollings ein. Um sich anschließend eine Vorstellung von den Instrumenten des strategischen Einkaufscontrollings machen zu können, werden in Kapitel 5 verschiedene Controllinginstrumente vorgestellt und z. T. genauer erläutert. Dass strategisches Einkaufscontrolling nicht nur in der Theorie besteht, wird in Kapitel 6 anhand eines Interviews mit der Abteilungsleiterin des Einkaufscontrollings der Robert Bosch GmbH bewiesen. Den Abschluss der Seminararbeit bildet die Schlussbemerkung in Kapitel 7.
Inhaltlich beschäftigt sich diese Seminararbeit nur mit Controllingthemen, die speziell für das strategische Einkaufscontrolling relevant sind. Auf allgemeine Controlling- themen wird nicht eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Einkauf
2.1 Begriffserklärung
2.2 Abgrenzung von dezentralem zu zentralem Einkauf
3. Das Einkaufscontrolling
3.1 Was ist Einkaufscontrolling?
3.2 Abgrenzung von operativem zu strategischem Einkaufscontrolling
3.3 Gründe für das strategische Einkaufscontrolling
4. Aufgaben und Ziele des strategischen Einkaufscontrollings
5. Instrumente des strategischen Einkaufscontrollings
5.1 Überblick über die Controllinginstrumente
5.2 ABC- und XYZ-Analyse als Basis
5.3 Portfolios im strategischen Einkauf
5.4 Lieferanten-Pyramide i.V.m. Lieferantenbewertung und -controlling
5.5 Kennzahlen im strategischen Einkaufscontrolling
5.6 Balanced Scorecard im Einkauf
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung des strategischen Einkaufscontrollings für moderne Unternehmen. Dabei wird analysiert, wie durch den Einsatz spezifischer Controlling-Instrumente der Einkauf von einer operativen Kostenstelle zu einem wertgestaltenden Management-Bereich entwickelt werden kann, um langfristige Wettbewerbsvorteile und Kosteneinsparungspotenziale zu realisieren.
- Grundlagen des Einkaufs und dessen strategische Ausrichtung
- Differenzierung zwischen operativem und strategischem Einkaufscontrolling
- Analyse der Kosteneinsparungspotenziale durch strategisches Controlling
- Einsatz von Controlling-Instrumenten (Portfolios, Kennzahlen, Balanced Scorecard)
- Integration und Bewertung von Lieferanten zur Optimierung der Wertschöpfungskette
Auszug aus dem Buch
3.1 Was ist Einkaufscontrolling?
Da der Einkauf immer mehr in den Vordergrund der Unternehmenstätigkeiten gerückt wird, ist es unerlässlich dessen Tätigkeiten genauer zu betrachten und zu analysieren. Das Einkaufscontrolling nimmt sich dieser Aufgabe an. Es dient somit als eine integrierte, zukunftsorientierte Führungskonzeption für die Einkaufsleitung, deren Ziel eine optimale und somit auch profitable Steuerung des Einkaufs ist.
Mit fundiertem Wissen im Einkaufscontrolling kann man jedoch nicht nur Prozesse effektiver steuern. Man kann außerdem Kosten an den verschiedensten Stellen senken sowie unternehmensinterne wie auch unternehmensexterne Zusammenhänge besser nutzen und so gestaltenden Einfluss auf das Einkaufsgeschehen nehmen.
Nun stellt sich allerdings noch die Frage, wer für das Einkaufscontrolling zuständig ist? Das Controlling im Einkauf sollte entweder von den Einkäufern oder besser noch von den im Einkauf angesiedelten Einkaufscontrollern durchgeführt werden, da nur direkt im Einkauf angesiedelte Mitarbeiter den nötigen Überblick über die aktuellen Daten und Fakten besitzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Kostendruck und die wachsende Bedeutung des Einkaufs, wodurch die Notwendigkeit eines strategischen Controllings zur Identifikation von Einsparpotenzialen begründet wird.
2. Der Einkauf: Dieses Kapitel definiert den Einkauf als Bindeglied zwischen Unternehmen und Beschaffungsmarkt und erörtert die Vor- und Nachteile von dezentralen versus zentralen Einkaufsstrukturen.
3. Das Einkaufscontrolling: Hier wird der Begriff des Einkaufscontrollings definiert, die Abgrenzung zum operativen Controlling vollzogen und die strategische Notwendigkeit für das Unternehmen dargelegt.
4. Aufgaben und Ziele des strategischen Einkaufscontrollings: Es werden die zentralen Zielsetzungen behandelt, insbesondere die ergebnisorientierte Steuerung, die Identifikation von Erfolgspotenzialen und die Optimierung der internen Organisation.
5. Instrumente des strategischen Einkaufscontrollings: Das Kapitel liefert eine detaillierte Übersicht über Methoden wie die ABC-/XYZ-Analyse, Portfoliotechniken, Lieferantenbewertung und den Einsatz der Balanced Scorecard.
6. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung würdigt das strategische Einkaufscontrolling als essenzielles Führungsinstrument zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und betont dessen Potenzial auch in dezentralen Strukturen.
Schlüsselwörter
Strategisches Einkaufscontrolling, Beschaffungsmarkt, Kosteneinsparung, Materialkosten, Lieferantenmanagement, Lieferanten-Pyramide, ABC-Analyse, XYZ-Analyse, Kennzahlensysteme, Balanced Scorecard, Wertschöpfungskette, Prozessoptimierung, Unternehmenssteuerung, Einkaufsvolumen, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle und die Funktionen des strategischen Einkaufscontrollings als Führungsinstrument, das Unternehmen dabei unterstützt, die Potenziale im Einkauf systematisch zu erschließen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Abgrenzung von operativem zu strategischem Controlling, die Analyse von Beschaffungsprozessen sowie die methodische Unterstützung des Einkaufsmanagements durch verschiedene Instrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie durch strategisches Einkaufscontrolling eine profitable Steuerung des Einkaufs ermöglicht und der Beitrag des Einkaufs zum Unternehmensergebnis nachhaltig gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und veranschaulicht die Anwendbarkeit der Konzepte durch Praxisbeispiele, empirische Studien und Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Einkauf und Controlling, die Analyse von strategischen Aufgaben und Zielen sowie eine detaillierte Vorstellung praxisrelevanter Instrumente wie Portfolio-Analysen und die Balanced Scorecard.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind strategisches Einkaufscontrolling, Kostensenkung, Lieferantenbewertung, Kennzahlen und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum ist die Lieferanten-Pyramide für das Controlling so wichtig?
Sie ermöglicht eine strukturierte Kategorisierung der Lieferantenbasis, identifiziert strategische Partner für langfristige Kooperationen und bildet die Grundlage für eine effiziente Lieferantensteuerung.
Welchen Mehrwert bietet die Balanced Scorecard im Einkauf?
Sie bietet einen flexiblen Rahmen, um Strategien in messbare Kennzahlen aus verschiedenen Perspektiven (Finanzen, Kunden, Prozesse, Lernen) zu übersetzen und ein einheitliches Strategieverständnis zu schaffen.
- Quote paper
- Jutta Zähringer (Author), 2006, Strategisches Einkaufscontrolling. Aufgaben, Ziele, Instrumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67519