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Verfilmung literarischer Werke - Bedeutung und Verfahren zur filmischen Adaption von Romanen am Beispiel von Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Homo faber

Title: Verfilmung literarischer Werke - Bedeutung und Verfahren zur filmischen Adaption von Romanen am Beispiel von Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Homo faber

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Neues (Author)

Communications - Movies and Television
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Wird ein literarisches Werk als Grundlage für einen Film verwendet, bedeutet dies nicht selten eine Enttäuschung für das Publikum. Kürzungen, Veränderungen und falsche Besetzungen sind in den Augen der Zuschauer oft Zeichen für schlecht gelungene Adaptionen. Doch bei der Umwandlung von Schrift ins Bild gibt es keine festgelegten Regeln und so bedienen sich Filmemacher verschiedener Verfahren bei der filmischen Umsetzung einer literarischen Vorlage. Schon seit den Anfängen des Films am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Filme auf der Grundlage von Literatur, aber auch anderen Künsten, wie beispielsweise dem Theater produziert. Bereits etablierte Genres wurden so mit dem neuen Medium verbunden. Zunächst sollen in dieser Arbeit die Bedeutung und damit verbundenen Motive filmischer Adaptionen herausgestellt werden. Durch unterschiedliche Voraussetzungen beider Medien ergeben sich neben Möglichkeiten auch Grenzen, bei der Transformation eines literarischen Werkes in einen Film. Der Film bedient sich bestimmter Codes, die er zum Teil auch mit anderen Künsten teilt, um schließlich ein Gesamtwerk zu bilden. Als Vermittler zwischen einem Autor und der Leserschaft literarischer Werke dient meist ein fiktiver Erzähler, durch welchen die Erzählsituation des Werkes bestimmt wird. Um diese filmisch darzustellen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Matthias Hurst in seiner Arbeit Erzählsituationen in Literatur und Film sehr anschaulich beschreibt und die ich deshalb als Grundlage nutzen möchte. Schließlich sollen die Erkenntnisse mit dem Hauptaugenmerk auf der Erzählsituation auf ein filmisches Beispiel angewandt werden. Volker Schlöndorffs Verfilmung (1990) von Max Frischs Roman Homo faber bietet sich vor allem aufgrund der, von der literarischen Vorlage abweichenden Erzählsituation, zur Analyse an. Denn der in Ich-Perspektive erzählte Roman, der ausschließlich die Wahrnehmungen des Protagonisten darstellt, wurde von Schlöndorff in abweichender Weise verfilmt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literarisierung des Film

2.1 Bedeutung filmischer Adaptionen

2.2 Literatur als Vorbild des Films

3. Von der Literatur zum Film

3.1 Möglichkeiten und Grenzen bei der Verfilmung von Literatur

3.2 Transformationsmodell

3.3 Kinematografischer Code

3.4 Übertragung der literarischen Erzählsituation auf den Film

4. Homo faber

4.1 Der Roman Homo faber von Max Frisch

4.3 Filmische Umsetzung des Romans

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die komplexen Prozesse und Herausforderungen bei der Transformation literarischer Werke in das Medium Film, mit einem spezifischen Fokus auf die filmische Erzählsituation am Beispiel von Volker Schlöndorffs Adaption des Romans Homo faber von Max Frisch.

  • Bedeutung und Motive filmischer Adaptionen
  • Möglichkeiten und Grenzen beim Medienwechsel
  • Anwendung des Transformationsmodells auf den Film
  • Bedeutung kinematografischer Codes
  • Analyse der Erzählsituation bei Romanverfilmungen

Auszug aus dem Buch

3.3 Kinematografischer Code

Durch den Prozess der Transformation entwickeln sich verschiedene Elemente zu einem künstlerischen Werk. Diese können aus den verschiedensten kulturellen Codes stammen.

„Die Struktur eines Films wird durch Codes definiert, mit denen er arbeitet und die in ihm wirksam sind.“ Unterschieden wird dabei zwischen Codes, die der Film mit anderen Künsten gemein hat – wie beispielsweise Sprache, Gestik, Geräusche und Musik – und kinematografischen Codes, die allein im Film vorkommen. Bei der Umsetzung eines Films spielen nicht nur kinematografische Codes eine Rolle. Auch nicht-kinematografische Codes sind entscheidend, wenn eine Tiefenstruktur in eine Oberflächenstruktur transformiert wird.

Das Element, welches gattungsbestimmend für den Film ist, ist das Bild. Codes, die nur im Medium Film vorkommen, sind visuelle Gestaltungsmittel, wie beispielsweise die Montage und die Mise-en-scène. Rudolf Rach formuliert sehr treffend, dass „die einzigartige Fähigkreit der Kamera, Bilder aufzunehmen, in entscheidendem Maße das Wesen des Films“ bestimmt. Monaco erklärt zu den Codes pointiert: „Die spezifisch filmischen Codes bilden zusammen mit den Codes, die der Film mit anderen Künsten teilt, die Syntax des Films.“

Obwohl es keine festgeschriebenen Gesetze zur Art der kinematografischen Transformation gibt, weist John M. Carroll auf einige Regeln hin, die bei der filmischen Umsetzung verschiedener Stoffe beachtet werden sollten. Beispielsweise wird durch Großaufnahmen die Emotionalität intensiviert. Durch alternierende und beschleunigte Montage steigert sich die Spannung. Weiterhin sollten verschiedene Regeln bei der Montage beachtet werden, die eine Verwirrung der Zuschauer und die Verwischung raum-zeitlicher Zusammenhänge vermeiden sollen. Zwar können Verstöße gegen diese Gesetze den filmischen Diskurs für Zuschauer unverständlich erscheinen lassen oder als handwerkliche Schwächen betrachtet werden, doch verschiedene Filmkünstler, wie zum Beispiel die Autoren der Novelle Vague verstießen zum Teil absichtlich dagegen, um sich von Konventionen zu lösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Literaturverfilmung und führt in die Fragestellung ein, wie sich literarische Erzählsituationen filmisch umsetzen lassen.

2. Literarisierung des Film: Dieses Kapitel erörtert die Bedeutung filmischer Adaptionen und das historische sowie ökonomische Verhältnis zwischen Literatur und dem Medium Film.

3. Von der Literatur zum Film: Hier werden theoretische Modelle zur Transformation, kinematografische Codes und die spezifische Problematik der Übertragung literarischer Erzählsituationen diskutiert.

4. Homo faber: In diesem Kapitel wird Max Frischs Roman analysiert und untersucht, wie Volker Schlöndorff die Ich-Erzählsituation in seinem Film transformiert hat.

5. Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass die filmische Adaption einen fundamentalen medialen Wechsel darstellt, der eine Veränderung in der Wirkung des Inhalts zur Folge hat.

Schlüsselwörter

Literaturverfilmung, filmische Adaption, Max Frisch, Homo faber, Erzählsituation, Transformationsmodell, Ich-Erzähler, Kinematografischer Code, Medienwechsel, Volker Schlöndorff, Montage, Tiefenstruktur, Oberflächenstruktur, Voice-over, Erzählperspektive.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die theoretischen und praktischen Herausforderungen, die entstehen, wenn literarische Texte in das Medium Film übertragen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Bedeutung filmischer Adaptionen, die Grenzen des Medienwechsels von Text zu Bild und die Anwendung narratologischer Konzepte auf den Film.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Erzählsituationen – insbesondere die Ich-Perspektive – durch kinematografische Mittel umgesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Filmanalyse auf Basis der Erzähltheorie, insbesondere unter Anwendung des Transformationsmodells nach Matthias Hurst und Franz K. Stanzel.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Beziehung von Literatur und Film und eine konkrete Analyse von Volker Schlöndorffs Adaption von Max Frischs Roman "Homo faber".

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Adaption, Erzählsituation, Transformation, Kinematografischer Code und der Vergleich zwischen literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung.

Wie bewertet die Arbeit Schlöndorffs Adaption von "Homo faber" im Hinblick auf die Erzählperspektive?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die subjektive Ich-Erzählsituation des Romans durch den Regisseur in eine auktoriale Erzählweise überführt wurde, was die beabsichtigte Wirkung des Originals verändert.

Welche Rolle spielt die "Voice-over"-Technik im Film "Homo faber"?

Das Voice-over wird als Versuch gewertet, das erzählende Ich des Romans zu erhalten, wobei diese Technik jedoch nicht durch die visuelle Gestaltung des Films gestützt wird.

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Details

Title
Verfilmung literarischer Werke - Bedeutung und Verfahren zur filmischen Adaption von Romanen am Beispiel von Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Homo faber
College
University of Siegen
Course
Literatur-Fotografie-Film
Grade
1,3
Author
Stefanie Neues (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V67520
ISBN (eBook)
9783638587341
ISBN (Book)
9783656809241
Language
German
Tags
Verfilmung Werke Bedeutung Verfahren Adaption Romanen Beispiel Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Homo Literatur-Fotografie-Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Neues (Author), 2006, Verfilmung literarischer Werke - Bedeutung und Verfahren zur filmischen Adaption von Romanen am Beispiel von Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung Homo faber , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67520
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