Kinderbücher der Neuen Sachlichkeit im Horizont von Kindheit heute


Examensarbeit, 2005

65 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

1. Einleitung

2. Die „Neue Sachlichkeit“

3. Die Entwicklung von der Kinderliteratur des Kaiserreiches zur Großstadterzählung der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Jugendschriftenbewegung
3.1 Die Jugendschriftenbewegung
3.2 Schmutz- und Schundliteratur
3.3 Kinderliterarische Großstadtromane der Weimarer Republik unter Einfluss der Neuen Sachlichkeit im Diskurs der Zeit

4. Kindheit im Spiegel der Zeit
4. 1 Lebensumstände und Alltag von Kindern in der Weimarer Republik
4.2 Reformpädagogische Einflüsse der Zeit
4.2.1 verschiedene Bewegungen
4.2.2 Die Pädagogik vom Kinde aus

5. Drei kinderliterarische Großstadterzählungen der Neuen Sachlichkeit
5.1 Carl Dantz: „Peter Stoll. Ein Kinderleben“
5.1.1 Inhalt und Allgemeines „Peter Stoll“
5.1.2 Der Autor Carl Dantz
5.1.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit
5.1.4 „Peter Stoll“ im Echo der Zeit
5.2 Wolf Durian: „Kai aus der Kiste“
5.2.1 Inhalt und Allgemeines zu „Kai aus der Kiste“
5.2.2 Der Autor Wolf Durian
5.2.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit
5.2.4 „Kai aus der Kiste“ im Echo der Zeit
5.3 Erich Kästner: „Emil und die Detektive“
5.3.1 Inhalt und Allgemeines zu „Emil und die Detektive“
5.3.2 Der Autor Erich Kästner
5.3.3 Bezug zur Neuen Sachlichkeit
5.3.4 „Emil und die Detektive“ im Echo der Zeit
5.4 Kurzer Vergleich der drei Bücher

6. Kinderliteratur nach 1933

7. Die Großstadterzählungen der Neuen Sachlichkeit aus heutiger Sicht

8. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Vorwort

Um die formale Richtigkeit dieser Arbeit zu wahren, habe ich mich zu diesem Vorwort entschlossen. Veranlasst wurde ich dazu aus zwei Gründen:

Der Titel meiner Arbeit lautet „Kinderbücher der Neuen Sachlichkeit im Horizont von Kindheit heute“. Der Titel entspricht durchaus auch dem Inhalt dieser Arbeit, da einzelne Kinderbücher dieser literarischen Strömung unter anderem auch darauf untersucht werden, aus welchem Grund sie heute nicht mehr oder aber immer noch aktuell und erfolgreich sind. Eine solche Untersuchung beinhaltet selbstverständlich die heutige Kindheit, einschließlich gegenwärtiger Kindheitsbilder, Moralvorstellungen, Alltagsrealitäten und vieler weiterer Gesichtspunkte. Unter anderem solche Aspekte sind mit der Wortgruppe „im Horizont von Kindheit heute“ gemeint.

Nachdem der Titel dieser Arbeit bereits feststand und ich mich immer weiter in die Thematik zu vertiefen begann, musste ich jedoch feststellen, dass sich eine sinnvolle Betrachtung dieser Bücher aus und unter dem Blickwinkel gegenwärtiger Kindheit nicht losgelöst von der Kindheitsrealität zu Zeiten der Buchveröffentlichungen bewerkstelligen lässt. Zwar war die Berücksichtigung dieser Thematik von mir stets vorgesehen, doch mit der Zeit wurde mir immer bewusster, welch großen Rahmen sie einnehmen werden muss. Die Gründe für das Entstehen jener außergewöhnlichen Kinderliteratur sind von so großem Umfang und zudem eine Verknüpfung verschiedenster gesellschaftlicher, pädagogischer, politischer und literarischer Bedingungen, dass sie von mir nicht in der zunächst angedacht knappen Form zur Ausführung gebracht werden konnten. Ich denke diesbezüglich, dass eine ausführliche Erklärung der Entstehungsgeschichte jener Bücher für die Einordnung in die heutige Zeit unbedingt notwendig ist. Der Umfang dieser Erklärung nimmt daher einen größeren Teil der Arbeit ein, als der zur heutigen Zeit vorgenommene Bezug.

Dennoch ist der Titel der Arbeit ihrer Thematik und ihrem Inhalt immer noch angemessen. Es sollte dem Leser an dieser Stelle nur erklärt werden, weshalb der Teilaspekt „ (…) im Horizont von Kindheit heute“ nicht so ausführliche Beachtung findet, wie es der Titel zunächst vermuten lässt.

Des Weitern möchte ich dieses Vorwort nutzen, um darauf hinzuweisen, dass in der vorliegenden Arbeit bei der Bezeichnung verschiedener Personengruppen jeweils ausschließlich das männliche Geschlecht genannt wird. Gemeint sind natürlich immer sowohl die männlichen, wie auch die weiblichen Vertreter jeglicher Personengruppen. Der Verzicht auf die weibliche Form soll lediglich einen angenehmen Lesefluss gewährleisten und überflüssige grammatikalische Verkomplizierungen vermeiden.

1. Einleitung

Um 1900 tauchte in der Kinderliteratur ein bis dahin vollkommen außer Acht gelassenes Motiv auf. Die moderne Großstadt, die neuerdings den Alltag vieler Kinder prägte, fand sich nun auch in vielen zeitgenössischen Erzählungen für Kinder wieder. Bis zum Jahre 1933 erschienen zahlreiche solcher Werke. Viele wurden lediglich in geringer Auflage publiziert, nicht öffentlich rezensiert oder erschienen als Fortsetzungsgeschichten in Zeitschriften. Sie wurden in solch beträchtlicher Anzahl auf den Markt gebracht, dass sie heute als Gesamtheit kaum zu erfassen sind. Sie spielten jedoch in der damaligen Kinderliteratur, vor allem zur Zeit der Weimarer Republik, eine Hauptrolle.

Diese Arbeit wird sich also mit den Großstadterzählungen der Weimarer Republik beschäftigen und dabei folgende Fragen aufwerfen:

- Wieso entwickelte sich ausgerechnet der Schauplatz Großstadt als so prägnantes Motiv in der Kinderliteratur?
- Wie kam es, dass diese Großstadterzählungen, im Gegensatz zu anderer Kinderliteratur früherer Zeit, heute kaum mehr - mit Ausnahme von Erich Kästners „Emil und die Detektive“ - in den kindlichen Bücherregalen zu finden sind?
- Und wieso verschwand eben jenes Motiv mit dem Ende der Weimarer Republik ebenso schnell wieder aus den Kinderbüchern?

Diese Fragen zu klären, wird Aufgabe meiner Arbeit sein. Will man solche literarischen oder in diesem Fall kinderliterarischen Fragestellungen erörtern, kommt man jedoch nicht umhin, sie im gesamtgesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Die Zeit der ersten deutschen Republik war in vielerlei Hinsicht sehr pluralistisch geprägt: So wird heute einerseits von den „Goldenen Zwanzigern“ gesprochen, während in eben jenen zwanziger Jahren die Inflation und die Weltwirtschaftskrise der Bevölkerung erhebliche Bürden auflastete. So spricht man zum einen von der „Moderne“ und von „Modernisierung“, zum anderen breitete sich das Proletariat immer weiter aus, die Verarmung der unteren Schichten konnte nicht aufgehalten werden und verschlimmerte sich durch die Folgen des Ersten Weltkrieges sogar. Es war eine Zeit in der die gesamte Bevölkerung, politisch wie gesellschaftlich, neue Erfahrungen sammelte. Sie ist geprägt von unterschiedlichsten Bewegungen, ob auf politischer, kultureller oder pädagogischer Ebene. Diese Vielschichtigkeit spiegelt sich letztlich auch in der Kinder- und Jugendliteratur wider.

So wird die weitere Arbeit zeigen, dass auch die Großstadterzählungen keineswegs als homogenes Genre gesehen werden können. Darüber hinaus existierten in dieser Zeit neben den Großstadterzählungen auch zahlreiche andere Arten von Kinderliteratur. Die Weimarer Republik kann somit auf verschiedenen Ebenen als Sammelbecken unterschiedlichster Strömungen betrachtet werden. Eine dieser Strömungen wird als „Neue Sachlichkeit“ bezeichnet. Welchen Einfluss sie auf eben jene Kinderliteratur hatte, wird in dieser Arbeit ebenfalls Beachtung finden.

Aufgabe wird es hier also sein, die Großstadterzählung in der Kinderliteratur als ein Phänomen ihrer Zeit zu erklären. Dafür wird in einem ersten Schritt die Neue Sachlichkeit näher betrachtet und beschrieben werden. Die Entwicklung der Kinderliteratur hin zur modernen Großstadterzählung soll anschließend thematisiert werden. Besondere Beachtung wird dabei die Jugendschriftenbewegung um Heinrich Wolgast finden, da sie als die einflussreichste Bewegung hinsichtlich einer sich neu herauskristallisierenden Kinderliteratur gesehen werden muss.

Doch das Phänomen der neusachlichen Großstadterzählungen allein auf die literarische Ebene zu reduzieren, würde zu kurz greifen. Es kann nur im Zusammenhang mit einer sich verändernden und insbesondere einer durch zunehmende Urbanisierung geprägten Gesellschaft gesehen werden. Kindheit veränderte sich zu dieser Zeit stark. Seit der Jahrhundertwende bildete sich zudem eine reformpädagogische Bewegung, welche in den zwanziger Jahren zunehmend an Einfluss und Bedeutung gewann. Es entstand ein neues Kindheitsbild, welches sich auch in den Großstadterzählungen widerspiegelt. Dementsprechend wird sich der weitere Teil der Arbeit mit dem neuen Kindheitsalltag, geprägt unter anderem durch die zunehmende Urbanisierung sowie dem sich neu herausbildenden Kindheitsbild beschäftigen.

Anschließend werden exemplarisch drei Kinderbücher, in welchen sich die Großstadt als Handlungsort darbietet und welche unter dem Einfluss der Neuen Sachlichkeit entstanden, näher untersucht werden. Die Werke werden dabei jeweils inhaltlich vorgestellt. Darauf folgend werden ideologische und thematische Aspekte geklärt werden, so dass später eine Einordnung in ihre Zeit und die Klärung der Fragestellungen dieser Arbeit möglich sind.

Insofern stellt diese Arbeit keine rein kinderliterarische Untersuchung dar. Vielmehr werden die Fragen im Zusammenspiel verschiedener Teildisziplinen bearbeitet. Der historische Hintergrund spielt dabei eine wichtige Rolle, weil geklärt werden wird, dass nur die Zeit nach der Jahrhundertwende, insbesondere die Zeit der Weimarer Republik, das Fundament für diese spezielle Kinderliteratur bieten konnte. Auch soziologische und sozialwissenschaftliche Aspekte werden ihren Platz finden, da meines Erachtens der Kinderalltag jener Tage ebenfalls eine fundamentale Rolle bei der Entstehung der Großstadterzählungen spielte. Schließlich werden auch die reformpädagogischen Bewegungen Erwähnung finden und somit einen pädagogischen Aspekt in diese Arbeit tragen. Das Zusammenspiel all dieser Disziplinen soll schließlich die Großstadterzählung als Phänomen der zwanziger und dreißiger Jahre erklären.

2. Die Neue Sachlichkeit

„Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts phantasievoller als die Sachlichkeit“[1]

Was genau ist die Neue Sachlichkeit und was sind ihre entscheidenden Merkmale? Diese Frage eindeutig zu beantworten, fällt schwer. Zwar haben schon viele Autoren, Literaturwissenschaftler etc. sich daran versucht, doch kommen sie vielfach zu unterschiedlichen Ergebnissen und Erkenntnissen.

Als unumstrittenes Faktum kann die Tatsache genannt werden, dass der Begriff von der Malerei auf die Literatur übertragen wurde. Zum ersten Mal tauchte er im Jahre 1900 in Verbindung mit einer neuen und funktionalistisch ausgerichteten Architektur auf.[2] Als Terminus einer Epoche wurde der Begriff jedoch nicht in der Architektur, sondern in der Malerei der zwanziger Jahre geläufig. 1923 plante Gustav Friedrich Hartlaub, seinerzeit Direktor der Mannheimer Kunsthalle, eine Ausstellung mit dem Titel „Die Neue Sachlichkeit“[3], welche 1925 auch unter eben diesem Titel eröffnet wurde[4]. Dieser Begriff wurde prägend für eine neue Stilrichtung in der Malerei, die sich in erster Linie durch eine betont starke Abgrenzung zum Expressionismus auszeichnete. Gegenstand der Kunstwerke waren überwiegend Aspekte des alltäglichen Lebens, welche so detailgetreu wie möglich gezeichnet wurden. Eine wichtige Rolle spielten dabei auch die in der damaligen Zeit sich verändernden Lebens- und Arbeitsumstände auf Grund der zunehmenden Industrialisierung und Urbanisierung. Dementsprechend waren großindustrielle Maschinen ebenso auf den Gemälden zu sehen wie die zu dieser Zeit neu aufkommenden Massenvergnügungen, Mietskasernen[5], Jazzkonzerte oder Sportveranstaltungen.[6]

Zur selben Zeit fanden auf literarischer Ebene ebenfalls schwerwiegende Veränderungen statt. So hatte eine politisch unruhige Zeit (Reparationszahlungen, Novemberrevolution, Kapp-Lüttwitz-Putsch, Ruhrkampf, Inflation, Weltwirtschaftskrise, wachsende Zahl von Arbeitslosen etc.) sowie die Ernüchterung, die sich nach dem verlorenen Krieg in der Bevölkerung breit machte, erheblichen Einfluss auf die Literatur. Eine Hinwendung zu dem Realen, zum wirklichen, alltäglichen Leben und der Versuch einer unverfälschten Darstellung dieser Aspekte traten an die Stelle expressionistischer Ideale.

Sachlichkeit, Wahrheit, Objektivität und die Beobachtung der äußeren Wirklichkeit waren nicht nur Ideale der Neuen Sachlichkeit, sondern auch schon in den Anfängen der Moderne sowie vor allem innerhalb des Dadaismus als Ansprüche der Literatur zu finden.[7] Die Neue Sachlichkeit ist somit als Weiterführung der bereits um 1890 einsetzenden Auseinandersetzung mit der zunehmenden Industrialisierung und Urbanisierung zu sehen. Sie ist nicht als eigene literarische Epoche, sondern als literarische Strömung innerhalb der Moderne zu bewerten. Im Gegensatz zur Kunstgeschichte konnte sie sich in der Literatur nie als Epochenbegriff durchsetzen.[8] Dies mag vor allem an der Vielschichtigkeit innerhalb der literarischen Bewegung gelegen haben. Sie war geprägt durch Widersprüche und Uneinigkeiten. Zudem traten die Autoren nicht als geschlossen agierende Gruppe auf. Daher wird heute diesbezüglich von einem „Zeitalter der Paradoxien und Widersprüche“[9] gesprochen.

Trotzdem kann man ihre Programmatik und Ideale heute relativ gut eingrenzen. Sabina Becker bemängelt zwar eine fehlende theoretische Aufarbeitung dieser Strömung,[10] doch ist sie es in erster Linie selbst, die in neuerer Zeit mit etlichen Forschungen und Publikationen das literarische Zeitalter der Neuen Sachlichkeit sehr gut greifbar gemacht hat.

Entscheidend war, wie bereits erwähnt, die Abgrenzung zum Expressionismus. Auf der Ebene des Autors war dabei ausschlaggebend, dass dieser in den Hintergrund trat. Es fand eine Abwertung des Künstlers und des Künstlerischen und eine Aufwertung des inhaltlichen Stoffes statt. Dies ging einher mit einer kühlen und sachlichen Betrachtung sowie einem neutralen Blick des Erzählers auf die Handlung. Dementsprechend entwickelte sich die Literatur in der neuen Sachlichkeit zu einer Gebrauchs-, Zweck-, und mit Einschränkung auch Agitpropliteratur, welche sich selbst verpflichtete, die Realität so „roh und unverfälscht wie nur möglich wiederzugeben“.[11] Bei der Darstellung der Protagonisten wurde in der Regel weder auf die Vorgeschichte der Person noch auf eine gesellschaftliche Vorgeschichte eingegangen.[12] Der neusachliche Roman der Weimarer Republik grenzt sich damit eindeutig von der Literatur der Wilhelminischen Epoche[13] ab, in der historische Erzählungen und eine psychologisierende Analyse der Protagonisten üblich waren. Diese Abgrenzung erscheint logisch, da eines der Postulate neusachlicher Literatur die objektive Darstellung der gesellschaftlichen und sozioökonomischen Gesamtsituation war.[14] Zur Gewährleistung dessen musste das Augenmerk des Lesers nicht auf ein Einzelschicksal gelenkt werden, sondern vielmehr musste dieses Einzelschicksal als Ausgangspunkt genommen werden, um dem Leser eben jene Gesamtsituation vor Augen zu führen. Sabina Becker spricht diesbezüglich von der „Forderung nach der Darstellung gesellschaftlicher Typen statt individueller Persönlichkeiten“ und einer „Sozioanalyse statt Individualanalyse“.[15] Um dies möglichst objektiv und wertfrei bewältigen zu können, wurde in vielen Romanen ein dokumentarischer Schreibstil angewendet. Teilweise wurde sogar von einer „Demontage (…) tradierter Literatur“, auf der Grundlage eines neuen symbiotischen Verhältnisses von Literatur und Journalismus geschrieben.[16] Die Reportage erlebte ein nie wieder erreichtes Hoch als Stilmittel und wurde besonders vom „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“ vehement befürwortet, da nur ein solcher Schreibstil die erforderliche Authentizität in die Werke bringen könne.[17]

Der „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“ ist erwähnenswert, da die explizit geforderte Hinwendung zu einer Gebrauchsliteratur auch eine Hinwendung an das Proletariat als Leserschaft bedeutete. Dies war ebenfalls neu, da Literatur bis dato hauptsächlich ein bürgerliches Anliegen gewesen war. Eine Gebrauchsliteratur bedeutete also eine „Bedarfs-Produktion (…) für die Masse“, statt einer „Luxusproduktion“ für Auserlesene.[18] Eine offensichtliche Politisierung der Literatur sollte jedoch bewusst vermieden werden. Sie hätte dem objektiven Blick auf das Sachliche im Weg gestanden. Dennoch hatten natürlich auch die Autoren eine politische Haltung, welche in vielen Werken durchklingt.

Die angesprochene Nicht-Beachtung der Vorgeschichten der Protagonisten zielte ebenfalls darauf ab, nicht politisch wertend zu schreiben. Doch gerade hier spiegelt sich auch das Paradoxe der Bewegung wieder. Einerseits finden sich neusachliche Elemente in literarischen Werken von Autoren jeglicher politischer Strömungen. Auch und gerade linksradikale sowie proletarisch-revolutionäre Autoren (z.B. Becher, Kisch, Piscator) werden und wurden von jeher der neusachlichen Bewegung zugeordnet.[19] Andererseits wurde der Neuen Sachlichkeit später immer wieder vorgeworfen, dass sie durch eine zu wertfreie Schreibweise die Frage des Klassenkampfes nicht aufgeworfen und somit systemstabilisierend gewirkt sowie den aufkommenden Faschismus und Nationalsozialismus dadurch weder hinterfragt noch verhindert habe.[20] Jenem Kritikpunkt muss jedoch entgegnet werden, dass die Wurzeln der Neue Sachlichkeit in der Anfangszeit der Weimarer Republik liegen. Die Kritik, dem Nationalsozialismus nicht die Stirn geboten zu haben, kann sich jedoch lediglich auf die Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung beziehen, in der sich diese Strömung ohnehin aufzulösen begann. Des Weiteren bedeutete ein Verzicht auf politisch-agitatorische Elemente nicht zwangsläufig eine Bejahung des Systems. Kästner in „Fabian - Geschichte eines Moralisten“ oder Fallada in „Kleiner Mann – was nun?“ verzichten zwar auf direkte politische Äußerungen, bringen aber ihre Bedenken hinsichtlich des bestehenden Systems deutlich auf moralischer Ebene zum Ausdruck. Abschließend muss zu dieser Diskussion gesagt werden, dass sich die Autoren auch durchaus der Problematik einer strikten Enthaltung politischer Argumentationen und Wertungen bewusst waren. Die Folge war, dass Autoren, welche sich entweder dem Marxismus verpflichtet fühlten oder sich später dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus anschlossen, allen voran Berthold Brecht, der neusachlichen Strömung auf Grund genau dieser Problematik den Rücken kehrten[21] und durch diesen Schritt zur Auflösung der gesamten Bewegung beitrugen.

Nicht politische Inhalte dominierten also die Werke der Neuen Sachlichkeit, sondern vielmehr die vorherrschende gesellschaftliche Realität. Durch das Zeitalter der Industrialisierung positionierten sich vielfach Themen in den Werken, die den Lebensalltag und die Technisierung betrafen. Der einzelne Mensch wurde dabei weniger als Individuum, sondern vielmehr als kleines und jederzeit austauschbares Rädchen in einer neu entstehenden Massenkultur beschrieben. Diese Vorstellung deckt sich mit der Idee, den Menschen bzw. Protagonisten nicht in seiner Individualität, dafür aber in seiner gesellschaftlichen Rolle darzustellen. Da sich diese neue Kultur mit ihrem neuen Menschenbild am deutlichsten in den industriellen Zentren entwickelte, konnte der Schauplatz der neusachlichen Werke nur die Großstadt sein. Somit ist eines der wichtigsten Charakteristika der Neuen Sachlichkeit genannt.

Die Hinwendung zur Großstadt und die detailgetreue Beschreibung derselben waren absolut neu.

„(…) von der Großstadt sprechen heißt sich jenem Ort nähern, an dem wie nirgendwo sonst die wesentlichen Erscheinungen moderner Zivilisation anzutreffen sind und ihre weitreichenden Auswirkungen für die Menschen erfahrbar werden“[22]

schrieb Myriam Mieles 1995 und beschrieb damit die Ursache für die Großstadt als Schauplatz fast aller dieser Strömung zuzuordnenden Werke. Die dominanteste Rolle nimmt dabei zweifelsohne Berlin ein. Geradezu exemplarisch dafür erscheint der Titel „Berlin Alexanderplatz. Die Geschichte vom Franz Biberkopf“ von Alfred Döblin, welches immer wieder als neusachliches Paradewerk angeführt wird. In keiner anderen Stadt sind die Phänomene und Auswirkungen eines neu beginnenden Zeitalters und einer neu entstehenden Massenkultur mit Telefon, Automobilen, Straßenbahnen, Sportveranstaltungen, Konzerten, Freizeitmöglichkeiten, Mietskasernen sowie industrieller Ansiedlung und sich dadurch ausbreitendem Klassenkampf so offensichtlich zu beobachten wie im Berlin der zwanziger Jahre.[23]

Die häufigste Erscheinungsform neusachlicher Werke war der Zeitroman. Besonders er konnte die wichtigen Postulate der Bewegung wie z.B. Aktualität und Faktizität problemlos vereinigen. Doch lässt sich die Kategorie „Zeitroman“ weiter unterteilen. So gab es neusachliche Antikriegs-, Industrie-, Angestellten-, Kinder- und allgemeine Zeitromane.[24]

Neben den angesprochenen Postulaten wie Zeitlichkeit und Faktizität gibt es eine Menge weiterer Aspekte neusachlicher Ästhetik, an Hand derer Autoren und Werke heute dieser Bewegung zugeordnet werden. Sabina Becker hat diese zu einem Kanon zusammengefasst, der die Literatur dieser Zeit ausgesprochen treffend beschreibt. Er beinhaltet unter anderem die Schlagwörter Antiexpressionismus, Nüchternheit, Realitätsbezug, Aktualität, Reportagestil, Neutralität, Dokumentarismus, Tatsachenpoetik, Gebrauchswert und Entindividualisierung.[25]

Bleibt schließlich noch die Frage nach der genauen zeitlichen Einordnung zu klären. Auch hierzu gibt es die unterschiedlichsten Meinungen. Häufig wurde die Zeit der Neuen Sachlichkeit mit der Stabilisierungsphase der Weimarer Republik gleichgesetzt.[26] Diese begann mit dem Ende der Inflation (1923/1924) und endete mit dem Tod des damaligen Außenministers Gustav Stresemanns (1929). Eingegrenzt wird dieser Zeitraum einerseits durch das Aufkommen der Begrifflichkeit „Neue Sachlichkeit“ um 1923 (s.o.) und andererseits mit dem 1930 erschienenen Artikel „Schluß mit der neuen Sachlichkeit!“[27], in welchem Joseph Roth diesen Schreibstil für nicht mehr aktuell und der vorherrschenden gesellschaftlichen Realität nicht mehr angemessen beschreibt. Zudem gewann nationalistische und nationalsozialistische Literatur langsam aber sicher immer mehr Bedeutung. So wurde das neusachliche Buch „Erfolg“ von Lion Feuchtwanger 1930 mit der Begründung kritisiert, dass bereits eine neue Epoche der Romantik angebrochen und der Nationalismus inzwischen die „große Mode“ sei.[28] Doch trotz dieser öffentlich aufkommenden Kritik gegenüber der Neuen Sachlichkeit wurden viele weitere Werke mit neusachlichen Tendenzen geschrieben. Selbst Alfred Döblins „Berlin – Alexanderplatz“ erschien erst 1931. Ebenso kam das neusachliche Genre des Angestelltenromans erst nach 1929 auf,[29] da sich diese völlig neue Gesellschaftsschicht erst im Laufe der Weimarer Republik herausbildete[30] und somit erst später in der Literatur thematisiert wurde. Ebenso unhaltbar scheint die These des Aufkommens der Neuen Sachlichkeit um 1923. Denn schon viel früher finden sich etliche neusachliche Tendenzen in diversen Werken und Kritiken. Spätestens Alfred Döblins „Bekenntnis zum Naturalismus“[31] dürfte eindeutig neusachliche Ideen beinhalten. Sabina Becker geht sogar soweit, den Zeitraum mit der politischen Epochenbegrenzung (1918–1933) gleichzusetzen.[32] Sinnvoll erscheint die von Grimm / Hermand gemachte Einordnung der Neuen Sachlichkeit auf den Zeitrum 1918 – 1933 mit einer Akzentuierung auf die Jahre 1923–1929, in denen die Literatur die meisten und eindeutigsten neusachlichen Elemente aufweist.[33]

3. Die Entwicklung von der Kinderliteratur des Kaiserreiches zur Großstadterzählung der Weimarer Republik unter besonderer Berücksichtigung der Jugend-schriftenbewegung

Dass mit Ende des Kaiserreiches und dem verloren gegangenen Ersten Weltkrieg ein neues literarisches Zeitalter begonnen hat, sollte im vorangegangen Kapitel deutlich geworden sein. Dies gilt auch für die Kinder- und Jugendliteratur der damaligen Zeit. Dennoch kommt man nicht umhin, sie in einem kausalen Zusammenhang mit der Wilhelminischen Epoche zu betrachten.

Kinderliterarische Großstadtromane kamen in der Weimarer Republik in verschiedenen Variationen und beträchtlicher Anzahl auf den Markt. 1925 erschien „Peter Stoll. Ein Kinderleben“ von Carl Dantz. Ein Jahr später wurde „Kai aus der Kiste“ von Wolf Durian in Buchform verlegt, nachdem es zwei Jahre zuvor bereits als Fortsetzungsroman in der Kinderzeitschrift „Der heitere Fridolin“ erschienen war. 1928 veröffentlichte Erich Kästner seine inzwischen zum Kinderbuchklassiker avancierte Erzählung „Emil und die Detektive“ und 1931 erschien mit Alex Weddings „Ede und Unku“ ein Kinderbuch, welches die Nähe der Autorin zur KPD keineswegs zu verstecken versuchte. Als politisches Gegenstück dazu veröffentlichte Aloys Schenzinger 1932 „Der Hitlerjunge Quex“. Diese Liste könnte beliebig fortgeführt werden, doch sind die wichtigsten Veröffentlichungen wohl genannt. Der Bekanntheitsgrad der meisten dieser Werke ist heute jedoch sehr gering und nur die wenigsten werden noch publiziert.

Die Ursprünge dieser Kinderliteratur lassen sich jedoch sehr viel früher als das Erscheinen der genannten Werke datieren. Sie sind im Rahmen der reformpädagogischen Bewegungen zu sehen, welche bereits um die Jahrhundertwende stark an Bedeutung gewonnen hatten. 1902 rief Ellen Key das „Jahrhundert des Kindes“ aus[34]. Es wurde öffentlich eine „Pädagogik vom Kinde aus“ gefordert. Auch der Bremer Reformpädagoge Fritz Gansberg veröffentlichte bereits 1905 die Fibel „Streifzüge durch die Welt der Großstadtkinder“, in dessen Vorwort er den Lehrplan für veraltet erklärt. Des Weiteren forderte er für den Schulunterricht in der Großstadt eine Hinwendung zu alltäglichen Themen und Erfahrungen von Großstadtkindern. Es wären die Kinder selbst, die mit ihren Erfahrungen und Bedürfnissen den Inhalt des Unterrichtes bestimmen müssten. Die konträren im Lehrplan vorgesehenen naturkundlichen Themen entsprächen nicht mehr der Wirklichkeit der Großstadtkinder.[35] Gansberg schrieb mehrere solcher avantgardistischer Fibeln. Von den zuständigen öffentlichen Behörden wurden sie jedoch keinesfalls so begrüßt wie von seinen reformpädagogischen Kollegen. Die ebenfalls 1905 veröffentlichte Fibel „Bei uns zu Haus. Eine Fibel für kleine Stadtleute“ wurde schließlich erst 1922 für den Schulgebrauch zugelassen.[36]

Diese reformpädagogischen Ideen entstanden zu einer Zeit, die durch den Kampf um die qualitative Verbesserung von Kinder- und Jugendliteratur geprägt war. Geführt wurde er von der Jugendschriftenbewegung, in erster Linie von Heinrich Wolgast, dem Vorsitzenden ihres institutionellen Organs.

3.1 Die Jugendschriftenbewegung

Die Geschichte der Jugendschriftenbewegung begann im Jahre 1851, in dem erstmals eine Liste mit „empfehlenswerter“ Kinder- und Jugendlektüre herausgegeben wurde.[37] Es entwickelte sich eine Bewegung mit dem Ziel, der damals vorherrschenden „Schmutz- und Schundliteratur“, wie sie von der Bewegung genannt wurde, etwas ästhetisch sowie qualitativ Hochwertigeres entgegenzustellen.

1893 schlossen sich verschiedene regionale Jugendschriftenkomissionen zu einem „Vereinigten deutschen Prüfungsausschuss für Jugendliteratur“ zusammen. Gleichzeitig wurde mit der „Jugendschriften-Warte“ eine Zeitschrift gegründet, die „wie keine andere den offiziellen kinderliterarischen Diskurs der Zeit repräsentiert“[38] und als wichtigstes Forum der Bewegung gilt. Schriftleiter war Heinrich Wolgast, ein sehr polarisierender Vorsitzender, der die Ideale und Postulate der Jugendschriftenbewegung lange Zeit prägte, wenn sie auch innerhalb der Bewegung umstritten waren und nicht immer eine Mehrheit hatten.[39] Die in der Zeitschrift regelmäßig veröffentlichten Buchkritiken und Rezensionen hatten über die Bewegung hinaus Bedeutung und erheblichen Einfluss auf den Erfolg eines neu erscheinenden Kinderbuches.[40] Die Zeitschrift beinhaltete in fast jeder Ausgabe Listen mit Literatur, die für die Jugend zu empfehlen bzw. abzulehnen sei.

Die Kriterien, nach denen ein Buch empfohlen oder nicht empfohlen wurde, beschrieb Heinrich Wolgast 1896 in „Das Elend unserer Jugendliteratur“ eindrucksvoll. Darin wird seine enge Verbundenheit mit der „Kunsterziehungsbewegung“, welche als erste die schon genannte „Pädagogik vom Kinde aus“ forderte, überdeutlich.[41] Er plädierte für eine Erziehung zur Kunst und durch Kunst und orientierte sich dabei an dem schon von Schiller ausgearbeitetem Ideal der „Erziehung des Menschen zur ästhetischen Genussfähigkeit“.[42] Eine seiner wichtigsten Forderungen war somit die Erziehung zu ästhetischer und anspruchsvoller Literatur. Wolgast brach mit der bisher existierenden Vorstellung von guter Kinder- und Jugendliteratur, indem er forderte, dass auch die „Jugendschrift (…) ein Kunstwerk“[43] sein müsse. Die Jugendschriftenbewegung um Heinrich Wolgast strebte somit einen „ästhetisch bildenden“[44] Literaturunterricht an.

Als größtes Defizit einer Jugendschrift wurde eine in der Literatur existente Tendenz gesehen. „Tendenzfreiheit“ war eines der wichtigsten Postulate der Bewegung. Diese vermeintliche Tendenz bezog sich auf moralische, religiöse und politische Aspekte. Ihre Verurteilung wurde durch eine noch nicht ausgebildete Urteilsfähigkeit der Kinder und Jugendlichen begründet.[45]

Zudem wurde eine spezifische Kinderliteratur abgelehnt. Als Leitsatz wurde dafür die 1898 von Heinrich Wolgast formulierte Forderung:

„Wenn Du für die Jugend schreiben willst – in diesem Paradoxon formulierte ich es mir – so darfst du nicht für die Jugend schreiben! – Denn es ist unkünstlerisch, die Behandlung eines Stoffes so oder anders zu wenden, je nachdem du dir den großen Peter oder den kleinen Hans als Publikum denkst.“ [sic!][46]

Im selben Aufsatz heißt es daran anknüpfend „Nur unsere echten Dichter sollen unsere Jugendschriftsteller sein.“[47] Und noch schärfer formulierte Walter Benjamin diesen Standpunkt:

„Wenn es irgendein Gebiet auf der Welt gibt, wo das Spezialistentum immer wieder wird versagen müssen, so ist es das Schaffen für Kinder. Und der Anfang des Elends der Kinderliteratur lässt sich mit einem Worte bezeichnen: es war der Augenblick, da sie in die Hände der Spezialisten fiel.“[48]

Insbesondere diese Forderungen waren selbst innerhalb der Bewegung so umstritten, dass Wolgast sie 1910 teilweise revidierte.[49] Auch wurden sie von den meisten Jugendbuchautoren ignoriert, da sie sich sonst selbst ihre Daseinsberechtigung abgesprochen hätten. Sie orientierten sich stattdessen an der im Jahre 1903 von Heinrich Scharrelmann als konträre Antwort auf den Wolgast-Leitsatz formulierten Forderung: „Wer für die Jugend schreiben will, der muss sich bemühen, ein Stück Welt vom Standpunkt des Kindes aus darzustellen“.[50]

Somit sind die wichtigsten Postulate und Ideale der Jugendschriftenbewegung genannt. Sie richteten sich gegen die in der Kaiserzeit vorherrschende Kinder- und Jugendliteratur, welche auch zu Beginn der Weimarer Republik noch sehr populär war[51] und im Folgenden erläutert wird.

[...]


[1] Egon Erwin Kisch: Der rasende Reporter, 1925, in: Becker, 1997, Bd. 2, S.163

[2] vgl. Schmied, 1977, S.162

[3] vgl. Becker, Sabina: Neue Sachlichkeit im Roman, in: Becker / Weiß, 1995, S.14

[4] vgl. Paucker, 1974, S.13

[5] Als Mietskasernen bezeichnet man große, mehrgeschossige Mietshäuser aus der Zeit der Industrialisierung für die untere Bevölkerungsschicht. Diese Mietskasernen wurden von vermögenden Personen so gebaut, dass sie eine möglichst hohe Anzahl von Wohnungen auf dem gegebenen Grundstück hatten und damit den Gewinn maximierten. Dabei wurden die Bauvorschriften ausgereizt oder sogar ignoriert.Typische Mietskasernen existierten in Deutschland vor allem in Berlin, wo die großen Grundstücke großflächig überbaut wurden. An das repräsentative Vorderhaus schlossen sich mehrere aneinandergebaute Hinterhäuser an, so dass dazwischen nur noch enge, meist rechteckige Höfe frei blieben, die nur durch Durchfahrten unter den Häusern zugänglich waren. Eine Abfolge von 3 oder 4 Höfen war keine Seltenheit. Diese Anordnung hatte den Stil von Kasernen, daher auch die Namensgebung. (…) Die Wohnungen in den Hinterhäusern waren (…) mangels Licht und Luft ungesund, besonders die Wohnungen im Tiefparterre und Dachgeschoss. (…) Oft wurden die zusätzlichen Räume der beengten Wohnungen wieder untervermietet oder ein Bett an einem Schlafgänger vermietet. (…) Gründe für das Entstehen der Mietskasernen in Berlin war die durch starken Zuzug verursachte Wohnungsnot, Ausweisung großer Baugrundstücke und eine Bauordnung, die eine sehr dichte Überbauung ohne Abstände gestattete. (Definition nach:http://mietskaserne.adlexikon.de/Mietskaserne.shtml)

[6] vgl. Heizmann, 1990, S.36

[7] vgl. Becker in: Becker / Weiß, 1995, S.15f

[8] vgl. Heizmann, 1990, S.16

[9] Lamb, Stephen: Die Weimarer Republik im Zeichen des Konflikts, in: Die Weimarer Repubik. Im Zeichen des Konflikts, zitiert nach: ebd., S.16

[10] vgl. Becker in: Becker / Weiß, 1995, S.6

[11] Grimm / Hermand, 1970, S.10

[12] vgl. Becker in: Becker / Weiß, 1995, S.12f

[13] Wilhelminische Epoche, bzw. Wilhelminismus meint die Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. von 1888-1918

[14] Die bewusste Herausbildung einer Gebrauchsliteratur, die dem Leser die gesellschaftliche und sozioökonomische Gesamtsituation möglichst objektiv und unverfälscht aufzeigen wollte, ist auch einer der Hauptunterschiede zu der neusachlichen Malerei, welche dies in gewisser Weise zwar ebenso tat, allerdings ohne es ausdrücklich zu ihrer Doktrin zu machen. (vgl. Becker in: Becker / Weiß, 1995, S.15)

[15] Becker in: Becker / Weiß, 1995, S.20

[16] Heizmann, 1990, S.41

[17] vgl. ebd., S.42f

[18] Behne, Adolf: Die Stellung des Publikums zur modernen deutschen Literatur, 1926, in: Becker, 1997, Bd. 2, S.213

[19] vgl. Heizmann, 1990, S.26

[20] vgl. Becker in: Becker / Weiß 1995, S.13

[21] vgl. Heizmann, 1990, S.25

22 Mieles, Myriam: Zivilisationsraum Großstadt - kinderliterarische Großstadtprosa in der Weimarer Republik, in: Nassen, 1995, S.89

[23] vgl. Glaser, 1986, S.6-215

[24] vgl. Becker in: Becker / Weiß 1995, S.20

[25] vgl. Becker, 1997 Bd. 1, S.10

[26] vgl. Heizmann, 1990, S.17 und Becker, 1997 Bd. 1, S.13

[27] Joseph Roth: Schluß mit der neuen Sachlichkeit, 1930, in: Becker, 1997, Bd. 2, S.315ff

[28] vgl. Weiß, Christoph: Gestaltung des unmittelbar Greifbaren in: Becker / Weiß, 1995, S.328

[29] vgl. Becker in: Becker / Weiß 1995, S.17

[30] vgl. Glaser, 1986, S.37

[31] Alfred Döblin: Bekenntnis zum Naturalismus, 1920, in: Becker, 1997, Bd. 2, S.64f

[32] vgl. Becker, 1997, Bd. 1, S.6

[33] vgl. Grimm / Hermand, 1970, S.8

[34] vgl. Key, 1904

[35] vgl. Gansberg, 1905, S.1 - 18

[36] vgl. Nagel, Michael: Urbane Lebenswelt und der Blick vom Kinde aus, in: Nassen, 1995, S.69

[37] vgl. Wilkending, Gisela: Die Kommerzialisierung der Jugendliteratur und die Jugendschriftenbewegung um 1900, in: Maase / Kaschuba, 2001, S.219

[38] Karrenbrock, 2001, S.11

[39] vgl. Brunken, Otto: Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur von den Anfängen bis 1945, in: Lange, 2002, S.62

[40] vgl. Wilkending in: Maase / Kaschuba, 2001, S.220

[41] vgl. Brunken in: Lange, 2002, S.61

[42] Wilkending in: Maase /Kaschuba, 2001, S.223

[43] Wolgast, Heinrich: Das Elend unserer Jugendliteratur. Ein Beitrag zur künstlerischen Erziehung der Jugend, 1896, zitiert nach: Wilkending in: Maase / Kaschuba, 2001, S.220

[44] Brunken in: Lange, 2002, S.61

[45] vgl. ebd., S.62

[46] Wolgast, Heinrich im Vorwort zu: Storm, Theodor: Pole Poppenspäler, 6.Abdruck, Braunschweig, Berlin, Hamburg, Westermann Verlag, 1898

[47] ebd.

[48] Benjamin, Walter in einem Rundfunkvortrag 1929, zitiert nach: Karrenbrock, 2001, S.13

[49] vgl. Brunken in: Lange 2002, S.64

[50] Scharrelmann, Heinrich, zitiert nach: Karrenebrock, 2001 S.178

[51] vgl. Brunken in: Lange, 2002, S.69

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Kinderbücher der Neuen Sachlichkeit im Horizont von Kindheit heute
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
65
Katalognummer
V67527
ISBN (eBook)
9783638586269
Dateigröße
732 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderbücher, Neuen, Sachlichkeit, Horizont, Kindheit, Schule, Grundschule
Arbeit zitieren
Ingo Schultz (Autor), 2005, Kinderbücher der Neuen Sachlichkeit im Horizont von Kindheit heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67527

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