Gewalt und Medien: Wie groß ist die Wirkung von Medien auf Gewalt in der Schule wirklich?


Hausarbeit, 2004

15 Seiten, Note: 1-


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Gewalt? Was sind Medien?

3. Einfluss der außerschulischen Umwelt auf Gewalt

4. Gewalt und Medien (Medienkonsum)
4.1 Mediennutzung
4.2 „Individualisierung“ als Auslöser von Gewalt
4.3 Medien-Vorbilder
4.4 Gewaltdarstellungen in den Medien
4.5 Verarbeitung von Mediengewalt

5. Zukunftsvorstellungen

6. Fazit

7. Literaturangaben

1. Einleitung

In den letzten Jahren hat ein Wechsel der Medien-Generationen stattgefunden. Nachdem jetzt Computer und damit auch Internet, Handys, CD-Spieler, Fernseher und viele mehr fast alltägliche Begleiter unserer Gesellschaft geworden sind, hat sich auch eine Veränderung der Kinder und Jugendlichen und deren Einstellung in Hinsicht auf diese Massenmedien breit gemacht. Vielmehr sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir umdenken müssen und die neuen Medien als eine Chance sehen sollten.

Doch die Massenmedien stellen auch eine Herausforderung dar, denn oft sind sie ein Grund für Individualisierung und daraus folgend für zunehmende Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. Diese Gewalt wird oft noch durch andere Faktoren wie das Umfeld der Jugendlichen oder aber die Familienverhältnisse der Einzelnen bestimmt, bevor sie letztendlich in der Institution Schule ausgetragen wird. Ist durch die Massenmedien die Zunahme der Gewalt an Schulen zu vermuten? Oder inwieweit wirken die Medien auf die Schulgewalt ein?

Diesen Fragestellungen möchte ich in meinen folgenden Ausführungen auf den Grund gehen. Ich spezialisiere mich auf Gewalt in der Schule, d.h. ich gehe auf Kinder und Jugendliche ein, nicht auf Erwachsene.

Zunächst werde ich eine Definition von Gewalt und Medien geben. Als nächstes gehe ich auf den Einfluss der außerschulischen Umwelt auf Gewalt ein. Ich möchte die Nutzung von Medien durch Jugendliche darstellen, deren Einflussmöglichkeiten auf die Kinder und Jugendlichen und den Zusammenhang zur Schule herstellen, bevor ich die Einflussmöglichkeiten für Eltern und Lehrer darstelle. Zum Schluss möchte ich einige Zukunfts-perspektiven darstellen, die uns doch sehr zu wünschen übrig lassen.

2 Was ist Gewalt? Was sind Massenmedien?

Um genau argumentieren zu können, muss man wissen, was man unter dem Begriff Gewalt versteht. Denn die alltägliche Bedeutung von „Gewalt“ ist eine ungenaue und bedarf daher einer kurzen Erklärung. Es gibt enge und weite Definitionen von Gewalt.

Gewalt im engeren Sinn ist eine physische Schädigung und ein körperlicher Zwang, der von einem Menschen ausgeht und gegen einen anderen Menschen ausgeübt wird. Mindestens eine Streitpartei wendet diese Mittel an und übt so Gewalt aus. Hinzu kommt, dass erst dann von Gewalt gesprochen werden darf, wenn der physische Zwang moralisch unangemessen ist. Androhung von körperlicher Gewalt gehört noch zu dieser engeren Definition.

Gewalt im weiteren Sinn meint die psychische Schädigung eines Menschen gegen einen anderen Menschen meist durch verbale Attacken. Diese Form der Gewaltausübung kann unter Umständen noch intensiver sein als die rein physische Gewaltausübung, besonders auf lange Zeit gesehen. Weiter gibt es noch die institutionelle und strukturelle Gewalt, die sich nicht mehr auf direkte Interaktionen zwischen Menschen bezieht. Beispiel: Lehrer machen Leistungs-bewertungen über Schüler und üben so Gewalt durch Notendruck aus. Dies tun sie aber unter der Aufsicht der Institution Schule. Es handelt sich also um eine entpersonalisierte Gewalt als Bestandteil institutioneller Verkehrsformen.

Strukturelle Gewalt wird z.B. durch Ungleichheit zwischen Gesellschaften ausgeübt.

Gewalt in der Schule meint meist die physische und psychische Gewaltausübung von Schülern an Schülern, von Schülern an Lehrern, Lehrern an Schülern und die Gewalt in Form von Vandalismus, d.h. Anwendung von Gewalt an Sachen in der Schule. Eine besondere Ausprägungsform der Gewalt in der Schule ist das Mobbing bzw. Bullying. Diese Formen der Gewaltausübung finden in der Institution Schule statt und daher der Begriff.[1]

Der Begriff Massenmedien bezeichnet technische Verbreitungsmittel um eine Massenkommunikation hervorzurufen, d.h. eine Sonderform der menschlichen Kommunikation, bei der ein „Kommunikator“ seine Aussagen öffentlich an ein anonymes Publikum gibt. Dies geschieht über Medien. Dazu gehören Druckmedien (Zeitungen, Bücher, usw.) und elektronische Medien wie auditive Medien (CD, Kassette, usw.) und audio-visuelle Medien (Fernsehen, Videokassetten, DVD, usw.). Neuere multimediale Medien sind z.B. das Internet, der Computer und Spielekonsolen.[2]

3. Einfluss der außerschulischen Umwelt auf Gewalt

Nicht die Schule allein ist für die Gewalttätigkeit von Kindern und Jugendlichen verantwortlich, d.h. nicht die Schule als Institution und täglichem Zusammensein von Jugendlichen ist das Problem, sondern viele verschiedene Faktoren bzw. Sozialisationskontexte spielen eine bedeutende Rolle. Man könnte sogar fragen, ob nicht diese Kontexte die Gewalt in die Schule hineintragen.

Als Sozialisationskontexte zu unterscheiden sind die Familiensituation bzw. die elterliche Erziehung, dann das Zusammenfinden von Jugendlichen in sog. Peer-Groups (Gleichaltrigen-Gruppen) oder Cliquen und zuletzt natürlich der Medienkonsum, auf den ich später ausführlich eingehen werde.

Die Familie bzw. die Eltern haben den größten Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung des Jugendlichen. Sie ist die erste Sozialisationsinstanz, die im Leben durchlaufen wird. Merkmale der Familienstruktur weisen nicht auf psychische Gewaltausübung. Nur wenn die Familienform abweicht von der „normalen“ Familienkonstellation oder aus einer einfachen sozialen Schicht (z.B. viele Geschwister, niedriges Bildungsniveau, unsichere Beschäftigungssituation des Vaters) dann kann es zu physischen Gewalthandlungen kommen.

In der Familie kommt es aber auch auf die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern an. Wenn in der Familie keine Kommunikation herrscht, dann kann die Folge psychische wie auch physische Aggression sein.

Bleibt zu sagen, dass es nicht unbedingt auf die Familienstruktur ankommt, sondern darauf, wie restriktiv die familiäre Erziehung ist, d.h. je stärker sich die Jugendlichen akzeptiert fühlen, desto seltener gibt es gewaltförmige Handlungen in der Schule.[3]

Peer-groups und Cliquen sind wichtige Entwicklungspunkte der Jugendlichen auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Da Freundschaften auch eine wichtige Sozialisationsinstanz neben Familie und Medien sind, werde ich kurz den Zusammenhang zu Gewalt in der Schule erläutern.

Psychische Gewalt tritt eher in Situationen des Zusammenseins in Gruppen auf, als wenn man sich in einer Situation des „Allein-Seins“ befindet.

[...]


[1] (vgl.: Tillmann 1999: 18-30)

[2] (vgl.: http://www.bpb.de/wissen..., Massenmedien)

[3] (vgl.: Tillmann 1999: 153-174)

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Gewalt und Medien: Wie groß ist die Wirkung von Medien auf Gewalt in der Schule wirklich?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Gewalt in institutionellen Kontexten
Note
1-
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V67532
ISBN (eBook)
9783638586313
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Im Seminar ging es um unterschiedliche Ansätze der Pädagogik zum Entgegenwirken von Gewalteinfluss in der Schule und außerhalb der Schule. Es wurden Maßnahmen, Interventionsmöglichkeiten und Konzepte erarbeitet und vorgestellt für den richtigen Umgang mit Gewalt in der Schule.
Schlagworte
Gewalt, Medien, Wirkung, Schule, Kontexten
Arbeit zitieren
Daniel Hänsgen (Autor), 2004, Gewalt und Medien: Wie groß ist die Wirkung von Medien auf Gewalt in der Schule wirklich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67532

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