In den letzten Jahren hat ein Wechsel der Medien-Generationen stattgefunden. Nachdem jetzt Computer und damit auch Internet, Handys, CD-Spieler, Fernseher und viele mehr fast alltägliche Begleiter unserer Gesellschaft geworden sind, hat sich auch eine Veränderung der Kinder und Jugendlichen und deren Einstellung in Hinsicht auf diese Massenmedien breit gemacht. Vielmehr sind wir an einem Punkt angekommen, an dem wir umdenken müssen und die neuen Medien als eine Chance sehen sollten. Doch die Massenmedien stellen auch eine Herausforderung dar, denn oft sind sie ein Grund für Individualisierung und daraus folgend für zunehmende Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. Diese Gewalt wird oft noch durch andere Faktoren wie das Umfeld der Jugendlichen oder aber die Familienverhältnisse der Einzelnen bestimmt, bevor sie letztendlich in der Institution Schule ausgetragen wird. Ist durch die Massenmedien die Zunahme der Gewalt an Schulen zu vermuten? Oder inwieweit wirken die Medien auf die Schulgewalt ein? Diesen Fragestellungen möchte ich in meinen folgenden Ausführungen auf den Grund gehen. Ich spezialisiere mich auf Gewalt in der Schule, d.h. ich gehe auf Kinder und Jugendliche ein, nicht auf Erwachsene. Zunächst werde ich eine Definition von Gewalt und Medien geben. Als nächstes gehe ich auf den Einfluss der außerschulischen Umwelt auf Gewalt ein. Ich möchte die Nutzung von Medien durch Jugendliche darstellen, deren Einflussmöglichkeiten auf die Kinder und Jugendlichen und den Zusammenhang zur Schule herstellen, bevor ich die Einflussmöglichkeiten für Eltern und Lehrer darstelle. Zum Schluss möchte ich einige Zukunfts-perspektiven darstellen, die uns doch sehr zu wünschen übrig lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Gewalt? Was sind Medien?
3. Einfluss der außerschulischen Umwelt auf Gewalt
4. Gewalt und Medien (Medienkonsum)
4.1 Mediennutzung
4.2 „Individualisierung“ als Auslöser von Gewalt
4.3 Medien-Vorbilder
4.4 Gewaltdarstellungen in den Medien
4.5 Verarbeitung von Mediengewalt
5. Zukunftsvorstellungen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen sowie deren Gewaltbereitschaft im schulischen Kontext. Ziel ist es zu analysieren, ob und inwiefern Medien als Auslöser für Gewalt fungieren oder diese verstärken können, wobei auch weitere Sozialisationsinstanzen wie Familie und Peer-Groups berücksichtigt werden.
- Einfluss der außerschulischen Umwelt auf das Sozialverhalten.
- Mechanismen der Mediennutzung und deren Wirkung auf die Identitätsbildung.
- Die Rolle von Gewaltdarstellungen in modernen Unterhaltungsmedien.
- Strategien zur Verarbeitung von Mediengewalt und Ansätze der Medienerziehung.
- Präventionsmöglichkeiten im pädagogischen Schulalltag.
Auszug aus dem Buch
4.4 Gewaltdarstellungen in den Medien
Es gibt verschiedene Formen der Gewaltdarstellung im Fernsehen und Internet. In der heutigen Zeit erstreckt sich das Gewaltangebot über alle Bereiche des Fernsehens. Es beginnt bei der spektakulären Kriegsberichterstattung in den Nachrichten geht über Reality-Shows und Krimis im Vorabendprogramm, weiter über Actionfilmen und gewaltdarstellenden Reportagen im 20:15 Uhr-Programm bis hin zu Softpornos und Horrorfilmen im 22 Uhr-Programm. Gewaltdarstellungen in den Medien können zwei verschiedene Einwirkungen auf den Jugendlichen haben.
Kleiter stellt dazu 1994 folgende Aussagen dar:
1. Wenn ein Heranwachsender seine Wertorientierungen schon ziemlich gefestigt hat, dann findet eine innerliche Distanzierung der gesehenen Inhalte statt, was dazu führt, zukünftig möglichst zu vermeiden, solche Gewaltdarstellungen anzusehen.
2. Wenn allerdings der Heranwachsende „kognitiv und emotional“ Gewaltdarstellungen als attraktiv empfindet, kann es zu aggressivem Verhalten führen, da meist solche inneren Kontrollsysteme nicht aufgebaut sind. In diesem Fall wird der Jugendliche nach „härteren“ Reizen suchen und den Konsum von Gewaltfilmen steigern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Wandel der Medien-Generationen ein und stellt die zentrale Frage nach dem Einfluss der Medien auf das Gewaltaufkommen an Schulen.
2. Was ist Gewalt? Was sind Medien?: Es erfolgt eine begriffliche Klärung von Gewalt (physisch, psychisch, institutionell) sowie eine Definition der Massenmedien als technische Verbreitungsmittel.
3. Einfluss der außerschulischen Umwelt auf Gewalt: Dieses Kapitel beleuchtet Sozialisationskontexte außerhalb der Schule, insbesondere die Bedeutung der Familie und der Peer-Groups für die Entwicklung von Gewalthandlungen.
4. Gewalt und Medien (Medienkonsum): Der Hauptteil untersucht detailliert, wie Mediennutzung, Vorbilder und Gewaltdarstellungen zur Individualisierung und einer möglichen Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen beitragen.
5. Zukunftsvorstellungen: Es werden medienpädagogische Perspektiven erörtert, insbesondere die Notwendigkeit, Jugendliche zur praktischen Reflexion über Gewaltdarstellungen anzuleiten.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Medien ein Wegbegleiter heutiger Jugendlicher sind und Gewalt nicht allein verursachen, aber durch mangelnde Reflexion die Hemmschwelle für reale Gewaltanwendung senken können.
Schlüsselwörter
Medienkonsum, Gewalt an Schulen, Massenmedien, Sozialisation, Jugendliche, Medienerziehung, Identitätsbildung, Gewaltdarstellung, Prävention, Peer-Group, Mediennutzung, Schulkultur, Selbstreflexion, Fernsehkonsum, Aggression.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Einfluss, den Massenmedien auf das Verhalten von Kindern und Jugendlichen ausüben, speziell in Bezug auf die Gewaltentstehung im schulischen Umfeld.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Sozialisationsinstanzen Familie und Peer-Group, der Mediennutzung von Jugendlichen, der Wirkung von Gewaltdarstellungen sowie der Rolle der Medienerziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie groß die tatsächliche Wirkung von Medien auf Gewalt in der Schule ist und ob dies durch pädagogische Ansätze beeinflusst werden kann.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender Studien und fachwissenschaftlicher Literatur zur Gewaltforschung und Medienpädagogik.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Im Hauptteil werden spezifische Aspekte wie Mediennutzung, die Rolle von Medien-Vorbildern und die psychologische Verarbeitung von Mediengewalt durch Jugendliche detailliert erörtert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienkonsum, Gewalt an Schulen, Medienerziehung, Sozialisation und Identitätsbildung.
Welche Bedeutung kommt der Schule bei der Gewaltprävention zu?
Die Schule wird als wichtiger pädagogischer Ort identifiziert, an dem Jugendliche durch Reflexion und handlungsorientierte Projekte lernen können, den Umgang mit Medien und Gewalt kritisch zu hinterfragen.
Warum wird die Rolle der Familie in einer Medienarbeit so betont?
Der Autor argumentiert, dass eine mangelnde elterliche Erziehung oder Wertevermittlung dazu führt, dass sich Jugendliche verstärkt in virtuelle Medienwelten zurückziehen, was das Risiko für Gewalt beeinflussen kann.
- Quote paper
- Daniel Hänsgen (Author), 2004, Gewalt und Medien: Wie groß ist die Wirkung von Medien auf Gewalt in der Schule wirklich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67532