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Selbstsozialisation

Title: Selbstsozialisation

Presentation (Elaboration) , 2004 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sandra Schmechel (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Summary Excerpt Details

Das Referat mit dem Thema „Selbstsozialisation“ wurde von uns im Rahmen des Seminars „Varianten von Pädagogisierungskritik“ gehalten. Innerhalb dieses Seminars haben wir uns mit kritischen Aspekten in der Pädagogik als wissenschaftliche Disziplin beschäftigt. Zum einen mit der überzogenen Hoffnung die in die Pädagogik gesetzt wird, in Bezug auf mögliche Verbesserungen innerhalb der Gesellschaft, zum anderen mit der Kindheit als „Schonraum“ und dessen Inszenierung. Außerdem setzten wir uns auch mit den Denkansätzen einer „Antipädagogik“ auseinander, die jede Art von pädagogischem Eingriff in die Entwicklung eines Kindes, bzw. eines Jugendlichen ablehnt. In unseren Diskussionen wurde schließlich deutlich, dass die Pädagogik ihre Grenzen hat und dass die Faktoren, die die Entwicklung eines Menschen mitbestimmen vielfältig sind. Einige davon sind durch Erziehung beeinflussbar, andere entziehen sich wiederum dem Rahmen indem Eltern, Erzieher oder Lehrer die Richtung mitbestimmen können. Wir kamen zu der Erkenntnis, dass Erziehung Versuchshandeln ist, bei dem man keine Garantie darauf hat mit entsprechendem Handeln zu einem gewünschten Ziel zu kommen. Es ist ebenfalls nicht zu beweisen, ob ein Ziel wirklich aufgrund eines bestimmten Handelns erreicht wurde, oder ob es gar trotz dieses Verhaltens aufgetreten ist. In Anlehnung an diese These beschäftigten wir uns in unserem Referat mit der Selbstsozialisation, der Annahme, dass sich Kinder und Jugendliche selbst, auch ohne Eingriff der älteren Generation, auf ihre Art und Weise entwickeln, quasi unter ihresgleichen sozialisiert werden. Diese Ausarbeitung soll wiedergeben, was wir uns zu den gegebenen Fragestellungen erarbeitet haben. Ich halte mich dabei an den Aufbau nach dem wir den Vortrag im Seminar gestaltet haben und werde demnach zu Beginn den Begriff „Selbstsozialisation“ sowie „peer-Sozialisation“ erläutern und Belege aus der Forschung zu diesem Thema anbringen. Anschließend komme ich zu den Nebenwirkungen in der Erziehung wie sie von Eduard Spranger in seinem Buch beschrieben wurden. Ich werde erläutern wie Selbstsozialisation in Bezug auf Mediennutzung von Kindern zu verstehen ist und im letzten Teil meiner Ausarbeitung geht es dann um Folgen der Selbstsozialisation, mit deren Problematik ich mich kritisch auseinandersetzen werde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Selbstsozialisation

1. Einleitung

2.Erläutern Sie, was mit „Selbstsozialisation“ und „peer- Sozialisation“ gemeint ist.

3.Stellen Sie die Belege, Indizien, Forschungsbefunde dar, die das Phänomen der Selbstsozialisation untermauern sollen.

4. Schildern sie das Gesetz der „ungewollten Nebenwirkungen in der Erziehung“ und erläutern Sie die Sprangersche Argumentation, die dahinter steht.

5.Erläutern Sie am Beispiel der Mediennutzung von Kindern, was hier Selbstsozialisation bedeutet.

6. Schildern Sie die problematischen Folgen der Selbstsozialisation nach Dollase und setzen Sie sich kritisch damit auseinander.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Selbstsozialisation und setzt dieses in Kontrast zur traditionellen, pädagogisch gesteuerten Erziehung. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Kinder und Jugendliche in der Lage sind, ihre Entwicklung eigenständig zu steuern, und welche Rolle hierbei sowohl Peer-Gruppen als auch mediale Einflüsse spielen, während gleichzeitig kritische Perspektiven auf die Grenzen und potenziellen Gefahren dieses Prozesses beleuchtet werden.

  • Grundlagen der Selbst- und Peer-Sozialisation
  • Wissenschaftliche Belege für die Eigensteuerung von Kindern
  • Eduard Sprangers Gesetz der ungewollten Nebenwirkungen
  • Die Rolle der Medien als aktiver Sozialisationsfaktor
  • Kritische Analyse der Folgen nach Rainer Dollase

Auszug aus dem Buch

3.Stellen Sie die Belege, Indizien, Forschungsbefunde dar, die das Phänomen der Selbstsozialisation untermauern sollen

Zinnecker berichtet über die Untersuchung zum so genannten „heimlichen Lehrplan“ („hidden curriculum“), also dem was Schülern unbewusst beigebracht wurde und was nicht offizieller Bestandteil des Lehrplanes ist. In den 70er Jahren wurde noch davon ausgegangen, dass die Lehrer für diesen unfreiwilligen Lehrplan verantwortlich waren, also unbewusst Unterrichtsfremdes an ihre Schüler vermittelten. Heute wird jedoch davon ausgegangen, dass dieser „heimliche Lehrplan“ von den peers hervorgebracht wird.

Von entscheidender Bedeutung für die Sozialisationsforschung sind die Erkenntnisse von Niklas Luhmann, da dieser deutlich machte, dass Schüler nicht nur als Bestandteil der Schule oder Kinder als Bestandteile der Familie anzusehen seien, sondern als personale Umwelten von Schule und Familie. Sie bilden eigenständige, komplexe „personale Systeme“ und operieren nach einer eigenen System- bzw. Psycho-Logik. Durch diese Erkenntnis wurde das Verständnis von Sozialisation gewandelt.

Die amerikanische Autorin und Forscherin Judith Rich Harris warf sogar die Frage auf, ob das von den Eltern Beigebrachte nicht gar von den Kindern „abgestreift“ werden könnte, sobald sie aus dem Haus gehen. Sie stellt die Frage ob die Erziehungsinhalte der Eltern außerhalb des Elternhauses überhaupt relevant sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Selbstsozialisation: Eine einführende Betrachtung des Themenfeldes im Rahmen der Pädagogisierungskritik.

1. Einleitung: Darstellung der Seminarhintergründe und der Erkenntnis, dass Erziehung als Versuchshandeln zu begreifen ist.

2.Erläutern Sie, was mit „Selbstsozialisation“ und „peer- Sozialisation“ gemeint ist.: Definition der Begriffe und Beschreibung des kindlichen Strebens nach eigener Handlungslogik.

3.Stellen Sie die Belege, Indizien, Forschungsbefunde dar, die das Phänomen der Selbstsozialisation untermauern sollen.: Aufarbeitung wissenschaftlicher Thesen, die den Einfluss von Peers und Eigenaktivität über den elterlichen Einfluss stellen.

4. Schildern sie das Gesetz der „ungewollten Nebenwirkungen in der Erziehung“ und erläutern Sie die Sprangersche Argumentation, die dahinter steht.: Analyse von Erziehung als Zweckhandeln und die unvermeidbare Diskrepanz zwischen Zielsetzung und Ergebnis.

5.Erläutern Sie am Beispiel der Mediennutzung von Kindern, was hier Selbstsozialisation bedeutet.: Untersuchung, wie Kinder Medien aktiv zur Identitätsbildung und Welterschließung nutzen, statt nur passive Konsumenten zu sein.

6. Schildern Sie die problematischen Folgen der Selbstsozialisation nach Dollase und setzen Sie sich kritisch damit auseinander.: Auseinandersetzung mit Thesen, die eine Vernachlässigung der Erziehung durch Selbstsozialisations-Ideologien befürchten.

Schlüsselwörter

Selbstsozialisation, Peer-Sozialisation, Pädagogisierungskritik, Erziehung, Sozialisationsforschung, Mediennutzung, hidden curriculum, Versuchshandeln, Nebenwirkungen, Identitätsbildung, Handlungslogik, Persönlichkeitsentwicklung, Autonomie, Kindheitsforschung, Eigenverantwortung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Selbstsozialisation, bei dem Kinder und Jugendliche ihre Entwicklung maßgeblich selbst oder in Interaktion mit Gleichaltrigen gestalten, ohne dass dies direkt durch Erwachsene gelenkt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definition von Selbst- und Peer-Sozialisation, den Einfluss der Medien auf die Entwicklung, die Grenzen pädagogischen Handelns sowie die kritische Reflexion potenzieller Risiken bei einem Rückzug der Erziehungsinstitutionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen klassischer Fremderziehung und der zunehmenden Bedeutung der Selbstsozialisation aufzuzeigen und dabei zu hinterfragen, welche Auswirkungen diese auf die heutige Jugend hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse bestehender Forschungsliteratur, pädagogischer Theorien (insb. Spranger) und sozialwissenschaftlicher Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Darstellung von Forschungsbelegen, die Erläuterung von Sprangers Gesetz der ungewollten Nebenwirkungen und die kritische Analyse nach Dollase.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Selbstsozialisation, Peer-Sozialisation, Erziehung als Versuchshandeln, Mediennutzung und pädagogische Diskrepanz.

Wie interpretieren Kinder laut dieser Arbeit Medienangebote?

Kinder werden nicht als passive Empfänger gesehen, sondern nutzen Medien aktiv, um ihre Umwelt zu explorieren, Identifikationsmöglichkeiten zu finden und ihre eigenen Interessen sowie Handlungslogiken zu entwickeln.

Was kritisiert Dollase an der Selbstsozialisation?

Dollase warnt davor, dass die Euphorie um die Selbstsozialisation als Vorwand für "erzieherisches Disengagement" dienen kann, um elterliche Pflichten zu vernachlässigen und die Verantwortung für Sozialisationsmisserfolge allein auf das Kind abzuwälzen.

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Details

Title
Selbstsozialisation
College
University of Lüneburg  (Bildungs-,Kultur- und Sozialwissenschaften)
Course
Varianten von Pädagogisierungskritik
Grade
2,0
Author
Sandra Schmechel (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V67571
ISBN (eBook)
9783638603928
ISBN (Book)
9783656771753
Language
German
Tags
Selbstsozialisation Varianten Pädagogisierungskritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Schmechel (Author), 2004, Selbstsozialisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67571
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