Aufgrund einer uneinheitlichen Definition des Gebietes der Kulturwirtschaft in Literatur und Politik wird im nachfolgenden Kapitel zunächst eine Abgrenzung und Definition der Kulturwirtschaft herausgearbeitet. Zudem wird auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Kulturwirtschaft eingegangen, um die Relevanz des diskutierten Themas zu unterstreichen. Anschließend werden spezifische Eigenschaften von Kulturgütern sowie von digitalen Gütern herausgearbeitet. Dies erscheint wichtig, da sich diese Gütergruppe stark von anderen Gütern unterscheidet und maßgeblich den Gegenstand dieser Arbeit determiniert. Kapitel zwei schließt mit einer Betrachtung der rechtlichen Grundlagen in der Kulturwirtschaft und einem Überblick über digitale Rechteverwaltung. Vor dem Hintergrund der Probleme mit illegalen Kopien und Internet-Tauschbörsen in den Kulturwirtschaften erscheint dieser kurze Exkurs vonnöten. Kapitel drei erläutert kurz die Methodik, die der Analyse in dieser Arbeit zugrunde liegt. In Kapitel vier werden die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Musikindustrie, die Filmindustrie sowie den Literaturmarkt analysiert. Die Analyse wird anhand von Porters Konzepten der Wertschöpfungskette und der Branchenstrukturanalyse durchgeführt. Zudem werden Parallelen und Unterschiede zwischen den einzelnen Industrien herausgearbeitet. Es sei darauf hingewiesen, dass aufgrund der hohen Dynamik und Komplexität des Betrachtungsgegenstandes, es trotz stetiger Bemühungen um Vollständigkeit und Aktualität nicht ausgeschlossen ist, dass vereinzelte Aspekte in der vorliegenden Arbeit keine Berücksichtigung gefunden haben. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und Beurteilung der Ergebnisse in Kapitel fünf.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Kulturwirtschaft und Kulturgüter
2.1 Abgrenzung und Definition der Kulturwirtschaft
2.2 Volkswirtschaftliche Bedeutung der Kulturwirtschaft
2.3 Eigenschaften von Kulturgütern
2.4 Eigenschaften digitaler Güter
2.5 Rechtliche Grundlagen
2.6 Digital Rights Management (DRM)
3 Vergleichende Analyse ausgewählter Branchen der Kulturwirtschaft
3.1 Methodik
3.2 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Musikindustrie
3.2.1 Veränderungen der Wertschöpfungskette
3.2.2 Veränderungen der Wettbewerbsstruktur
3.2.3 Stand der Digitalisierung und zukünftige Entwicklungen
3.3 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Filmindustrie
3.3.1 Veränderungen der Wertschöpfungskette
3.3.2 Veränderungen der Wettbewerbsstruktur
3.3.3 Stand der Digitalisierung und zukünftige Entwicklungen
3.4 Auswirkungen der Digitalisierung auf den Literaturmarkt
3.4.1 Veränderungen der Wertschöpfungskette
3.4.2 Veränderungen der Wettbewerbsstruktur
3.4.3 Stand der Digitalisierung und zukünftige Entwicklung
4 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf die ökonomischen Strukturen der Kulturwirtschaft. Dabei wird analysiert, wie sich Wertschöpfungsketten und Wettbewerbsverhältnisse in den Branchen Musik, Film und Literatur verändern und welche strategischen Konsequenzen sich daraus ergeben.
- Analyse der ökonomischen Besonderheiten von Kulturgütern im digitalen Zeitalter.
- Untersuchung von Disintermediationsprozessen in der Musik-, Film- und Buchbranche.
- Vergleich der Auswirkungen von Online-Distribution und illegalen Tauschbörsen auf die Marktteilnehmer.
- Evaluierung der Bedeutung von Digital Rights Management (DRM) als Schutzmechanismus.
- Betrachtung der veränderten Marktmachtverhältnisse zwischen Anbietern, Zulieferern und Konsumenten.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Veränderungen der Wertschöpfungskette
Die Wertschöpfungskette der Musikindustrie dient der Überführung von künstlerischen Kompositionen in marktfähige, konsumierbare Produkte. Sie ist durch eine hohe Anzahl an Kettengliedern geprägt. Aus Sicht des Endkunden wird im Normalfall aber nur die erste Stufe der Wertschöpfungskette bewusst wahrgenommen. Für den Konsumenten stellt lediglich der Künstler selbst eine „Marke“ dar und ist somit das einzig vermarktbare Wiedererkennungsmerkmal. Alle anderen Wertschöpfungsstufen sind für den Konsumenten verborgen und daher im Prinzip beliebig austauschbar.
Vereinfacht kann die traditionelle Wertschöpfungskette der Musikindustrie in vier Hauptstufen unterteilt werden. Auf der ersten Stufe der Wertschöpfungskette stehen die Künstler und Komponisten von Musikstücken. In manchen Fällen schreiben Musiker und Bands ihre Musikstücke selbst, in den meisten Fällen werden die Musikstücke aber von Composern für die Künstler geschrieben.
Die Künstler bieten ihre Musikstücke den Labels an, die auf der zweiten Stufe der Wertschöpfungskette stehen. Labels sind Tonträgerfirmen, deren Hauptaufgabe die Selektion von Künstlern und die Suche nach Talenten ist. Das Label gewährt erfolgsversprechenden Künstlern einen Vorschuss zur Finanzierung der Produktion und übernimmt das Marketing für den Künstler. Liegen die Aufnahmen des Künstlers beim Label vor, übernimmt dieses im Normalfall auch die Zusammenstellung verschiedener Titel zu einer CD. Die Labels tragen im Wertschöpfungsprozess der Musikindustrie das Hauptrisiko, da sie als eine Art Venture Capital Gesellschaft vielversprechende Talente vorfinanzieren. Die Tatsache, dass 80% aller veröffentlichten Tonträger aufgrund einer zu geringen Auflage nie in die Gewinnzone kommen, veranschaulicht das hohe Risiko sehr deutlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der digitalen Transformation der Kulturwirtschaft ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Kulturwirtschaft und Kulturgüter: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der Kulturwirtschaft und erläutert die ökonomischen Besonderheiten von Kultur- und digitalen Gütern sowie rechtliche Rahmenbedingungen.
3 Vergleichende Analyse ausgewählter Branchen der Kulturwirtschaft: In diesem Hauptteil wird mittels der Methoden von Porter eine detaillierte Untersuchung der Musik-, Film- und Buchindustrie hinsichtlich ihrer Wertschöpfungs- und Wettbewerbsstrukturen durchgeführt.
4 Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und bewertet die unterschiedlichen Auswirkungen der Digitalisierung auf die untersuchten Teilmärkte.
Schlüsselwörter
Kulturwirtschaft, Digitalisierung, Musikindustrie, Filmindustrie, Literaturmarkt, Wertschöpfungskette, Wettbewerbsstruktur, Porter, Internet, E-Books, DRM, Tauschbörsen, Disintermediation, Kulturgüter, Marktmacht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen, die die Digitalisierung auf drei zentrale Branchen der Kulturwirtschaft (Musik, Film, Literatur) ausübt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Transformation von Wertschöpfungsketten, die Veränderung von Wettbewerbsstrukturen sowie die strategischen Herausforderungen, denen sich Unternehmen in diesen Sektoren gegenübersehen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Parallelen und Unterschiede zwischen der Musik-, Film- und Buchbranche in Bezug auf die Digitalisierung aufzuzeigen, um die zukünftige Entwicklung dieser Märkte besser einschätzen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert primär auf den betriebswirtschaftlichen Konzepten von Michael E. Porter, insbesondere der Wertschöpfungskettenanalyse und der Branchenstrukturanalyse (Five Forces).
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils die Disintermediation, die Veränderungen der Wettbewerbsintensität und den Stand der Digitalisierung für die Musik-, Film- und Literaturbranche detailliert beleuchten.
Was zeichnet die Schlüsselwörter der Arbeit aus?
Die Keywords spiegeln die methodische Ausrichtung (Porter, Wettbewerb), die untersuchten Branchen (Musik, Film, Buch) und die technologischen Treiber (Digitalisierung, Internet, DRM) wider.
Warum wird die Musikindustrie als "Lehrmeister" für andere Branchen bezeichnet?
Die Musikindustrie war als erste Branche massiv von der Digitalisierung betroffen und hat durch den frühen Zusammenbruch traditioneller Strukturen (File Sharing) und den späteren Lernprozess eine Vorreiterrolle für Film- und Buchwirtschaft eingenommen.
Welche Sonderrolle nimmt die Filmindustrie laut dem Autor ein?
Die Filmindustrie ist aufgrund ihres zweiten Standbeins (Merchandising) und ihrer komplexeren Verwertungsstrategien (Windowing) sowie höherer Produktionskosten weniger stark durch die Disintermediation bedroht als die Musikindustrie.
Warum konnten sich E-Books bisher nicht vollständig durchsetzen?
Der Autor führt dies auf die technologische Überlegenheit von Papier in Bezug auf Nutzungskomfort und Displayqualität sowie auf mangelnde Standards in der E-Book-Hardware zurück.
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- Diplom Kaufmann; Master of Computing Markus Mayer (Author), 2005, Kulturwirtschaft im Wandel - Eine vergleichende Analyse der Auswirkungen von Digitalisierung auf ausgewählte Branchen der Kulturwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67580