Bei der Beschaffung von Fremdkapital über den privaten Kapitalmarkt spielen die Banken und Sparkassen in Deutschland eine wichtige Rolle. Sie trugen seit Jahren dazu bei, dass mittelständische Unternehmen auf deutschen Markt eine Überlebenschance bekommen könnten. Viele Faktoren haben im Laufe der Zeit diese Beziehung verändert. In einer Zeit der globalisierten Wirtschaft und Finanzmärkte stellt sich öfter denn je die Frage nach der Rolle, die den Banken heute zukommt und die ihnen in Zukunft zugeordnet werden soll. Diese Arbeit widmet sich der Beziehung zwischen Kreditinstituten und mittelständischen Unternehmen. Dabei soll unter Beachtung der Besonderheiten des Bankensystems in Deutschland der Zugang mittelständischen Unternehmen zu Fremdfinanzierungsmitteln in Form von Krediten dargestellt werden. Zu diesem Zweck wird zunächst auf Kreditinstitut und deren Bedeutung eingegangen. Danach wird ausführlich das Zielsystem der Kreditinstitute erläutert, um ökonomische Zwänge, denen die Kreditinstitute ausgesetzt sind, zu verdeutlichen. Dann wird ein kurzer Überblick in der Tiefe der Universalbanken gegeben. Hier werden nur Kreditbanken, Sparkassen und Girozentrallen vorgestellt. In dem Hauptteil dieser Arbeit geht es um die Bankfinazierung des deutschen mittelständischen Unternehmens. Hier wird auch der Hausbankprinzip erklärt. Im Anschluss werden die Veränderungen für die Mittelstandfinanzierung durch Basel II zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Der Begriff „Mittelstand“
2. Der Begriff „Bank“
3. Zielsystem der Kreditinstitute
4. Bankensystem in Deutschland
5. Universalbanken
5.1. Überblick: Kreditbanken
5.2. Überblick: Sparkassen und Girozentrallen
6. Bankfinanzierung des deutschen Mittelstandes
6.1. Bedeutung des traditionellen Bankkredits in Deutschland und für KMU
6.2. Hausbankprinzip bei mittelständischen Unternehmen
7. Basel I
8. Basel II
9. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die veränderte Rolle der Banken bei der Fremdkapitalbeschaffung für mittelständische Unternehmen in Deutschland. Sie analysiert die Auswirkungen regulatorischer Rahmenbedingungen wie Basel II und den Einfluss aktueller wirtschaftlicher Entwicklungen auf die Finanzierungspraxis kleiner und mittlerer Unternehmen.
- Struktur und Funktionen des deutschen Bankensystems
- Bedeutung des traditionellen Bankkredits für KMU
- Das Hausbankprinzip als Beziehungsmodell
- Auswirkungen von Basel II auf die Kreditvergabe
- Anforderungen an Transparenz und Risikobewertung
Auszug aus dem Buch
6.2. Hausbankprinzip bei mittelständischen Unternehmen
Aufgrund von der Entwicklung des Finanzierungsverhaltens mittelständischer Unternehmen hat sich das Relationship Banking Prinzip herauskristallisiert. Es entsteht jeweils eine enge Beziehung zu einer Bank, die als Hausbank definiert wird. Diese Beziehung ist auf Dauer angelegt und die jeweilige Hausbank ist auch der Hauptkapitalgeber.46 Diese Beziehung bringt für beide Parteien Vorteile mit sich gebracht. Die Banken können die sonst bestehende Informationsasymmetrie ausgleichen. Dadurch steigt die Bereitschaft der Kapitalinstitute die Finanzierungsmittel dem mittelständischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Diese Bereitschaft gibt auch den Unternehmen Anstoß dazu die Informationen über Finanzierungssituation an Banken weiterzuleiten.47
Folgende Eigenschaften Kennzeichen eine Hausbankbeziehung:48
• Die Hausbank ist der erste Ansprechpartner des Unternehmens in allen Finanzierungsfragen und trägt die Verantwortung für die Abwicklung aller Kredit- und Finanzdienstleistungsgeschäfte mit dem betreffenden Unternehmen.
• Aufgrund von dem dauerhaften Bestehen der Beziehung zwischen einem Unternehmen und dessen Hausbank wachst auch Vertrauen beider Parteien zueinander. Die bestehenden Kontakte werden dadurch stärker und der Informationsfluss auch.
• Der besondere Einfluss der Hausbank führt außerdem dazu bei, dass das Kreditinstitut die Mitverantwortung für das betreffende Unternehmen übernimmt.49
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung umreißt die zentrale Rolle der Banken für mittelständische Unternehmen und benennt die Themenbereiche Bankensystem, Finanzierung und Basel II als Schwerpunkte der Arbeit.
1. Der Begriff „Mittelstand“: Es wird die Definition von mittelständischen Unternehmen erläutert und klargestellt, dass in dieser Arbeit "KMU" und "Mittelstand" synonym verwendet werden.
2. Der Begriff „Bank“: Dieser Abschnitt differenziert zwischen den rechtlichen Begriffen "Bank" und "Kreditinstitut" und benennt die Gewinn- und Sicherheitsziele des Bankbetriebs.
3. Zielsystem der Kreditinstitute: Hier werden die ökonomischen Zwänge und das Spannungsfeld zwischen Rentabilitätsstreben und Sicherheit innerhalb eines Kreditinstituts analysiert.
4. Bankensystem in Deutschland: Das Kapitel bietet einen Überblick über die Aufteilung des deutschen Bankensektors in Universal- und Spezialbanken.
5. Universalbanken: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung der Kreditbanken sowie der Sparkassen und Girozentralen als Hauptfinanzierer des Mittelstands.
6. Bankfinanzierung des deutschen Mittelstandes: Dieses Kapitel untersucht die Bedeutung des Bankkredits und das Hausbankprinzip unter Berücksichtigung von Wettbewerb und wirtschaftlicher Lage.
7. Basel I: Kurze Darstellung der Einführung international harmonisierter Eigenkapitalanforderungen und deren pauschale Wirkung.
8. Basel II: Analyse der neuen Eigenkapitalvereinbarungen, ihrer Anforderungen an Rating-Verfahren und der daraus resultierenden Veränderungen für mittelständische Betriebe.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die bankorientierte Finanzierung an Bedeutung verliert und Unternehmen künftig mehr Eigeninitiative und Flexibilität zeigen müssen.
Schlüsselwörter
Banken, Mittelstand, Fremdkapital, Bankfinanzierung, Kreditinstitut, Universalbanken, Hausbankprinzip, Basel II, Eigenkapital, Unternehmensinsolvenzen, Kreditrisiko, Rating, Finanzierungsverhalten, Wettbewerb, KMU
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle der Banken als Finanzierungspartner für mittelständische Unternehmen in Deutschland und beleuchtet den Wandel in diesen Geschäftsbeziehungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Struktur des Bankensystems, die Finanzierungspraxis bei KMU, das Hausbankmodell sowie die regulatorischen Auswirkungen von Basel II.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, welche Rolle Banken derzeit für mittelständische Unternehmen spielen und wie sich diese Beziehung durch neue Marktbedingungen und Regulierung verändert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung von Statistiken zur Unternehmensfinanzierung und Insolvenzentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Bankfinanzierung des Mittelstands, die Bedeutung des Hausbankprinzips und die spezifischen Anforderungen durch das Rating-System unter Basel II.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Mittelstandsfinanzierung, Bankensystem, Hausbankprinzip, Basel II, Kreditrisiko und Rating.
Wie verändert Basel II die Kreditvergabe an den Mittelstand?
Basel II führt zu einer stärkeren Transparenzforderung und risikogerechten Bepreisung, was Unternehmen dazu zwingt, ihre eigene Finanzplanung und Rating-Fähigkeit zu professionalisieren.
Warum wird das Hausbankprinzip als vorteilhaft beschrieben?
Es reduziert Informationsasymmetrien, schafft langfristiges Vertrauen und erleichtert somit den Zugang zu Fremdkapital, da die Bank die spezifische Situation des Kunden besser einschätzen kann.
Welchen Einfluss haben Unternehmensinsolvenzen auf die Banken?
Steigende Insolvenzzahlen führen bei Banken zu einer höheren Risikoaversion, was sich in restriktiveren Kreditrichtlinien und erschwerten Finanzierungsbedingungen niederschlägt.
- Quote paper
- Iryna Spektor (Author), 2006, Rolle der Banken in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67589