Der marmorne Tempelbau der Walhalla, initiiert von König Ludwig I. von Bayern und erbaut von seinem Hofarchitekten Leo von Klenze, erhebt sich auf dem Bräuberg bei Donaustauf, einige Kilometer donauabwärts von Regensburg entfernt. Im Jahre 1830 wurde der Grundstein für den Longitudinalbau gelegt, der sich architektonisch am griechischen Parthenon, dem Tempel der Göttin der Weisheit Athene orientiert. 12 Jahre später, nach zahlreichen Plan- und Bauänderungen, wurde der Tempel zu "Ehren des Vaterlandes", der heute 126 Büsten und 64 Gedenktafeln der "rühmlich ausgezeichneten Teutschen" beherbergt, eröffnet. Die Walhalla gilt als bedeutendstes deutsches Nationaldenkmal und als „international berühmteste Schöpfung Klenzes“. Die folgende Arbeit wird auf die Entstehungs- und Baugeschichte der Walhalla eingehen, sowie auf deren architektonische Gestaltung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
a. Das Denkmal
b. Die Namensgebung
c. Der Stil
d. Die Standortwahl
2. Entstehungsgeschichte
a. Die ersten Entwürfe
b. Die Rundbauentwürfe
c. Die Halle der Erwartung
d. Die Büsten
e. Die Baugeschichte
3. Baubeschreibung
a. Außenansicht
b. Innenansicht
c. Ikonologie und Ikonographie
d. Nachahmung oder Neuschöpfung?
4. Resumee
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungs- und Baugeschichte der Walhalla bei Donaustauf unter besonderer Berücksichtigung ihrer architektonischen Gestaltung und ikonographischen Deutung, um die wissenschaftliche Frage zu beantworten, inwiefern es sich bei dem Bau um eine bloße Nachahmung der Antike oder eine eigenständige architektonische Neuschöpfung handelt.
- Historischer Kontext und Entstehungsgeschichte des Denkmals unter König Ludwig I.
- Analyse der verschiedenen Bauentwürfe und der Standortwahl
- Ikonographische Bedeutung der Büsten und des Bauschmucks
- Auseinandersetzung mit der architektonischen Epoche des Klassizismus
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen antikem Vorbild und individueller Gestaltung
Auszug aus dem Buch
c. Ikonologie und Ikonographie
Der Tempelbau der Walhalla wirkt in seiner Gesamtheit besonders durch den monumentalen Unterbau und seiner Einbettung in die freie Natur. Von der Donau aus fällt der Blick auf die Südseite des Gebäudes, das mit seinem weißen Gestein aus dem Grün der Berge hervorstrahlt. Das Panorama mit der Donau im Vordergrund ist besonders beeindruckend. Im urbanen Kontext hätte der Bauherr diese Wirkung nicht erzielen können. Zudem liegt die Funktion des Tempelbaus in der Aufbewahrung der Büsten bereits Verstorbener und soll den Bezug zum Paradiesischen und Himmlischen herstellen. Diese Wirkung wird gerade durch die Hanglage und die natürliche Umgebung betont.
Zudem erweckt das Erklimmen der zahlreichen Stufen zum Tempel der Walhalla hinauf eine erhabene Stimmung. Durch die Terrassenblöcke richtet man beim Aufstieg seinen Blick je nach Position gen Himmel, oder auf den emporragenden Tempel, was den Bezug zwischen irdischem und himmlischem Bereich verbindet. Mit dem Aufstieg erreicht man über den voluminösen Unterbau den lichten Tempel darüber. Besticht die Walhalla in der Außenansicht noch durch ihre weiße Reinheit und die klassischen Formen, wirkt das Innere durch ein buntes Farbenspiel, Figuren und neue Perspektiven.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Initiative König Ludwigs I. zum Bau der Walhalla als bedeutendes deutsches Nationaldenkmal und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Entstehungsgeschichte: Dieses Kapitel detailliert die komplexen Planungsphasen, die verschiedenen Entwürfe vom Longitudinal- zum Rundbau, die Rolle der "Halle der Erwartung" sowie die bürokratischen und künstlerischen Auseinandersetzungen während des Baus.
3. Baubeschreibung: Hier erfolgt eine Analyse der architektonischen Gegebenheiten von der Außenansicht und dem Unterbau bis hin zur detaillierten Beschreibung der Innenräume, des Skulpturenschmucks und der ikonographischen Bedeutung.
4. Resumee: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Walhalla zwar auf antiken Vorbildern basiert, diese jedoch durch individuelle konstruktive und künstlerische Entscheidungen wesentlich übertrifft.
Schlüsselwörter
Walhalla, Leo von Klenze, Ludwig I. von Bayern, Klassizismus, Nationaldenkmal, Architekturgeschichte, Parthenon, Baugeschichte, Büsten, Ikonographie, Donaustauf, Tempelbau, germanische Geschichte, Denkmalpflege, Skulpturen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, der architektonischen Gestaltung und der Bedeutung der Walhalla bei Regensburg als zentrales deutsches Nationaldenkmal des 19. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Baugeschichte, der Rolle des Architekten Leo von Klenze, der Standortwahl, der ikonographischen Bedeutung des Bauschmucks und der ständigen Debatte zwischen Kopie und Neuschöpfung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob die Walhalla als bloße Nachahmung des griechischen Parthenons zu verstehen ist oder als ein eigenständiges Werk, das die antiken Formen künstlerisch neu interpretiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine kunsthistorische Analyse, die Quellen, architektonische Pläne, zeitgenössische Dokumente sowie eine ikonologische Deutung der Baugestalt und Ausstattung heranzieht.
Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?
Der Hauptteil analysiert die chronologische Entwicklung der Entwürfe, die kontroversen Diskussionen zur Namensgebung und Stilwahl sowie die spezifische Ausgestaltung des Unterbaus und der Ruhmeshalle.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Klassizismus, Nationaldenkmal, Leo von Klenze, Monumentalarchitektur und die Verbindung von Kulturgeschichte und Architektur.
Welche Rolle spielte der Streit um die Büste Luthers?
Dieser Konflikt illustriert die Schwierigkeit, ein nationales und kulturgeschichtliches Denkmal zu errichten, das konfessionelle und politische Grenzen überwinden sollte, was im streng katholischen Bayern zu internen Spannungen führte.
Warum war der Unterbau für Klenze so bedeutend?
Der monumentale Unterbau war entscheidend für die ästhetische Wirkung in der Landschaft und diente zudem als notwendiges konstruktives Element, um den "Aufstieg" in den entseelten Bereich des Tempels zu inszenieren.
Wie wurde die architektonische "Originalität" erreicht?
Laut Fazit erreichte Klenze die Neuschöpfung insbesondere durch die Anpassung des griechischen Tempeltypus an die landschaftliche Hanglage, die innovative Eisenkonstruktion im Dachstuhl und eine bunte, germanisch inspirierte Farbgebung im Inneren.
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- Annika Poloczek (Author), 2005, Nationaldenkmal "Walhalla". Architektur, Entstehungs- und Baugeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67623