In der vorliegenden Arbeit soll praxisnah aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten sowohl in zivilrechtlicher als auch in steuerrechtlicher Hinsicht bestehen, Änderungen an Strukturen von Unternehmen, insbesondere Einbringen in Kapitalgesellschaften, vorzunehmen. Der Rahmen dieser Arbeit beschränkt sich auf die Darstellung der Grundlagen der Einbringung in eine Kapitalgesellschaft nach § 20 UmwStG, da hier die praxisrelevantesten Einbringungsfälle geregelt werden und das UmwStG die zivilrechtlich eintretenden Folgen einer Unternehmensumstrukturierung unter steuerlichen Gesichtspunkten würdigt. Im Übrigen ist das UmwStG im Hinblick auf das EStG als lex spezialis anzusehen.
Ziel der Ausarbeitung ist es vor allem, Möglichkeiten der Unternehmensumstrukturierung aufzuzeigen, bei denen die wirtschaftliche Belastung für die Beteiligten so gering wie möglich gehalten wird und wenn möglich, es zu keiner Versteuerung der stillen Reserven kommt.
Zunächst erfolgt ein kurzer Überblick über die zivilrechtlichen Grundlagen. Die allgemeinen steuerrechtlichen Folgen als auch die Rechtsfolgen des § 20 UmwStG, insbesondere der diversen Ansatzwahlrechte und der Auswirkungen für den Einbringenden als auch für die Kapitalgesellschaft, werden dargestellt. Ebenso wird auf Grunderwerbsteuer und auch Erbschafts- und Schenkungsteuer eingegangen. Die erzielten Erkenntnisse werden abschließend zu einem Fazit verdichtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zur Aufgabenstellung
1.2 Gründe für die Unternehmensumstrukturierung
1.3 Vermögensübertragung nach dem Umwandlungsgesetz
2 Grundlagen der Einbringung in eine Kapitalgesellschaft
2.1 Zivilrechtliche Grundlagen
2.1.1 Verschmelzung
2.1.2 Spaltung
2.1.2.1 Aufspaltung
2.1.2.2 Abspaltung
2.1.2.3 Ausgliederung
2.1.3 Vermögensübertragung
2.1.4 Formwechsel
2.2 Steuerliche Folgen
2.2.1 Allgemeine Grundsätze
2.2.2 Voraussetzung einer Einbringung i. S. d. § 20 UmwStG
2.2.2.1 Einbringung
2.2.2.2 Einbringung eines Betriebes
2.2.2.3 Wesentliche Betriebsgrundlagen
2.2.2.4 Gewährung neuer Anteile
2.3 Rechtsfolgen des § 20 UmwStG
2.3.1 Ansatzmöglichkeiten für das eingebrachte Betriebsvermögen
2.3.1.1 Maßgeblichkeit der Bilanz der Kapitalgesellschaft
2.3.1.2 Ansatzmöglichkeiten nach § 20 Abs. 2 UmwStG
2.3.1.3 Einschränkung des Ansatzwahlrechtes durch die Kapitalgesellschaft
2.3.1.4 Sonderprobleme bei den Ansatzwahlrechten u. a. bei späteren Änderungen
2.3.2 Konsequenzen für den Einbringenden
2.3.2.1 Veräußerungpreis
2.3.2.2 Begünstigung des Einbringungsgewinns (Rechtslage nach dem 31.12.2001)
2.3.2.3 Anwendung des Halbeinkünfteverfahrens
2.3.2.4 Steuerverstrickung der Anteile
2.3.3 Auswirkungen bei der übernehmenden Kapitalgesellschaft
2.3.3.1 Behandlung der Wirtschaftsgüter bei der Kapitalgesellschaft (§ 22 Abs. 1 UmwStG)
2.3.3.2 Gewerbesteuer
2.3.3.3 Umsatzsteuer
2.3.3.3.1 Auswirkungen einer Vermögensübertragung
2.3.3.3.2 Folge- und Begleitkosten einer Vermögensübertragung
2.4 Grunderwerbsteuer
2.4.1 Umwandlungsvorgang (Gesamtrechtnachfolge)
2.4.2 Anteilsvereinigung
2.4.3 Formwechsel
2.5 Erbschaft und Schenkungsteuer
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert praxisnah die zivil- und steuerrechtlichen Möglichkeiten sowie Rahmenbedingungen bei der Einbringung von Betriebsvermögen in Kapitalgesellschaften, um Umstrukturierungen unter Vermeidung hoher steuerlicher Belastungen zu ermöglichen.
- Grundlagen der Einbringung nach § 20 UmwStG
- Steuerliche Folgen und Bewertungsansätze (Buchwert, Teilwert, Zwischenwert)
- Auswirkungen für den Einbringenden und die übernehmende Kapitalgesellschaft
- Gewerbe-, Umsatz-, Grunderwerb- sowie Erbschaft- und Schenkungsteuer
Auszug aus dem Buch
2.1.2.3 Ausgliederung
Auch bei der Ausgliederung wird ein Teil des Vermögens des übertragenden Rechtsträgers auf einen oder mehrere andere Rechtsträger übertragen. Der Unterschied zur Abspaltung besteht jedoch darin, dass die als Gegenleistung zu gewährende Beteiligung an dem übernehmenden Rechtsträger nicht den Gesellschaftern des übertragenden Rechtsträgers, sondern dem übertragenden Rechtsträger selbst gewährt wird (§ 123 Abs. 3 UmwG)5. Es entsteht also ein Mutter-Tochter-Verhältnis zwischen dem übertragenden und dem übernehmenden Rechtsträger. Der übertragende Rechtsträger besteht nach der Ausgliederung als Rumpfunternehmen weiter. Die Ausgliederung kann somit als Gegenstück zu der Verschmelzung einer Tochtergesellschaft auf die Muttergesellschaft betrachtet werden, bei der Anteilsinhaber und Übernehmer ebenfalls identisch sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Unternehmensumstrukturierung durch Einbringung in Kapitalgesellschaften ein und erläutert die Zielsetzung, steuerlich möglichst unbelastete Gestaltungen aufzuzeigen.
2 Grundlagen der Einbringung in eine Kapitalgesellschaft: Dieses Kapitel detailliert die zivilrechtlichen Formen der Umwandlung sowie die komplexen steuerrechtlichen Voraussetzungen und Folgen einer Einbringung nach dem Umwandlungssteuergesetz.
3 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Einbringung ein tauschähnlicher Vorgang ist, bei dem durch geschickte Wahl des Bewertungsansatzes steuerliche Belastungen aus der Aufdeckung stiller Reserven gemindert werden können.
Schlüsselwörter
Einbringung, Betriebsvermögen, Kapitalgesellschaft, Umwandlungssteuergesetz, Umwandlungsgesetz, Buchwertansatz, Teilwertansatz, Zwischenwertansatz, stille Reserven, Umstrukturierung, Steuerverstrickung, Halbeinkünfteverfahren, Gewerbesteuer, Grunderwerbsteuer, Unternehmensumwandlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die zivil- und steuerrechtlichen Aspekte der Einbringung von Betriebsvermögen in Kapitalgesellschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Umwandlungssteuerrecht, Bewertungsfragen bei der Einbringung sowie den Folgeauswirkungen in verschiedenen Steuerarten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Möglichkeiten der Unternehmensumstrukturierung aufzuzeigen, die eine wirtschaftliche Belastung für die Beteiligten minimieren und eine Versteuerung stiller Reserven vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen Analyse der gesetzlichen Bestimmungen, des Umwandlungssteuergesetzes (UmwStG) und einschlägiger Rechtsprechung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zivilrechtliche Grundlagen, steuerliche Folgen der Einbringung (insb. § 20 UmwStG), Ansatzwahlrechte und die Konsequenzen für Einbringende und Kapitalgesellschaft erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Einbringung, Betriebsvermögen, Umwandlungssteuergesetz, Buchwertansatz und stille Reserven.
Wie unterscheidet sich die Ausgliederung von der Abspaltung?
Bei der Ausgliederung wird die Gegenleistung dem übertragenden Rechtsträger selbst gewährt (Mutter-Tochter-Verhältnis), während sie bei der Abspaltung an dessen Gesellschafter geht.
Wann ist der Buchwertansatz für die Kapitalgesellschaft vorteilhaft?
Der Buchwertansatz ist steuerlich günstiger, da keine sofortige Versteuerung der stillen Reserven erfolgt und eine Steuerstundung erreicht wird.
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- Diplom-Finanzwirt (FH) Sebastian Stiller (Author), 2005, Gestaltungsüberlegungen zur Einbringung von Betriebsvermögen in eine Kapitalgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67629