Ziel dieser Diplomarbeit ist es, der ökonomischen und mathematischen Argumentation in den Beiträgen von Maskin und Tirole sowie Baye und Ueng detailliert zu folgen und kritisch Stellung zu beziehen. In Abschnitt 1 wird zunächst ein Basismodell des sequenziellen Wettbewerbs entwickelt, das als Ausgangspunkt für die weitere Analyse dient. In Abschnitt 2.1 wird der klassische sequenzielle bzw. simultane Mengenwettbewerb kurz dargestellt. Die Abschnitte 2.2 und 2.3 behandeln den dynamischen Mengenwettbewerb mit unendlich vielen Perioden und unter Berücksichtigung der Kosten für Produktionsmengenänderungen. Die Konvergenz der Ergebnisse des endlichen und unendlichen sequenziellen Wettbewerbs wird anschließend in Abschnitt 2.4 näher erläutert. In den Abschnitten 3.1 und 3.2 wird die Analyse des Preiswettbewerbs entwickelt. Die Darstellungen in den einzelnen Abschnitten orientieren sich in Methodik und Symbolik an der zugrunde liegenden Literatur. Längere, rein mathematische Darstellungen werden aus Gründen der Lesbarkeit im Anhang abgehandelt. Eine Ausnahme bildet lediglich Abschnitt 2.4, denn die von Maskin und Tirole gewählten, teilweise recht exotischen Methoden lassen eine ausführlichere Kommentierung ratsam erscheinen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ein Basismodell für sequenziellen Wettbewerb mit unendlichem Horizont
2 Mengenwettbewerb
2.1 Simultaner und einfach sequenzieller Mengenwettbewerb
2.2 Dynamischer Mengenwettbewerb
2.3 Dynamischer Mengenwettbewerb mit Anpassungskosten
2.4 Konvergenz von endlichem und unendlichem Spiel
3 Preiswettbewerb
3.1 Simultaner und einfach sequenzieller Preiswettbewerb
3.2 Dynamischer Preiswettbewerb
4 Zusammenfassung und kritische Würdigung
Zielsetzung und Forschungsgegenstand
Die Arbeit untersucht die Dynamisierung von oligopolistischen Marktmodellen unter Verwendung des Konzepts der Markov-perfekten Gleichgewichte. Ziel ist es, die ökonomischen und mathematischen Zusammenhänge in Modellen des sequenziellen Mengen- und Preiswettbewerbs detailliert nachzuvollziehen, deren Stabilität zu analysieren und kritisch zu bewerten.
- Analyse sequenzieller Marktstrukturen mit unendlichem Zeithorizont.
- Vergleich zwischen simultanen und dynamischen Wettbewerbsmodellen.
- Untersuchung von Anpassungskosten bei Mengenänderungen.
- Herleitung und Interpretation von Markov-perfekten Reaktionsfunktionen.
- Konvergenzverhalten zwischen endlichen und unendlichen Spielmodellen.
Auszug aus dem Buch
2.2 Dynamischer Mengenwettbewerb
Ziel dieses Abschnitts ist die Herleitung der Reaktionsfunktionen im Markov-perfekten Gleichgewicht bei dynamischem Mengenwettbewerb. Anschließend werden die Ergebnisse des klassischen Cournot-Wettbewerbs mit den Ergebnissen der dynamischen Variante verglichen.
Ausgangspunkt der Überlegungen ist das Basismodell aus Abschnitt 1 sowie der in Abschnitt 2.1 vorgestellte Analyserahmen. Die strategische Variable h_i aus Abschnitt 1 ist im Folgenden als Produktionsmenge des i-ten Unternehmens zu interpretieren. Die gesuchte Markov-perfekte Strategie besteht, wegen der in Abschnitt 2.1 verwendeten quadratischen Gewinnfunktionen bzw. der dadurch implizierten linearen Ableitungen, aus Reaktionsfunktionen der Form R_i(q_j) = a - bq_j.
Zunächst wird die Steigung der Reaktionsfunktionen bestimmt. Im Anschluss daran lässt sich leicht der Achsenabschnitt ermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ein Basismodell für sequenziellen Wettbewerb mit unendlichem Horizont: Dieses Kapitel entwickelt ein grundlegendes Modell für Duopole mit sequenzieller Struktur, in dem Unternehmen intertemporale Gewinne maximieren und Markov-Strategien anwenden.
2 Mengenwettbewerb: Hier wird der dynamische Mengenwettbewerb analysiert, wobei gezeigt wird, wie Unternehmen ihre Produktionsmengen als Markov-perfekte Strategien festlegen und welche Auswirkungen Anpassungskosten haben.
3 Preiswettbewerb: Dieses Kapitel überträgt die Analyse auf heterogene Gütermärkte, in denen Unternehmen über Preise konkurrieren und strategische Komplementaritäten bestehen.
4 Zusammenfassung und kritische Würdigung: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse, stellt die Bedeutung der Markov-Annahmen heraus und diskutiert die methodischen Stärken und Schwächen der betrachteten Modellansätze.
Schlüsselwörter
Markov-perfektes Gleichgewicht, Mengenwettbewerb, Preiswettbewerb, Stackelberg-Modell, Cournot-Duopol, dynamische Spiele, Anpassungskosten, Reaktionsfunktion, Diskontierungsfaktor, Oligopol, strategische Substitute, strategische Komplemente, Marktgröße, Gewinnmaximierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert dynamische Marktmodelle von Unternehmen, die in sequenzieller Form miteinander im Wettbewerb stehen, unter Berücksichtigung unendlicher Zeithorizonte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Mengen- und Preiswettbewerb in Oligopolen sowie der Dynamisierung dieser klassischen Marktmodelle mittels Markov-Strategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die ökonomische und mathematische Nachvollziehbarkeit der Beiträge von Maskin/Tirole sowie Baye/Ueng und die kritische Würdigung dieser dynamischen Ansätze.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden spieltheoretische Ansätze, insbesondere die Markov-perfekte Gleichgewichtsanalyse und die Lösung von Differenzengleichungen, angewandt.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Im Hauptteil werden sukzessive das Basismodell, der dynamische Mengenwettbewerb (mit und ohne Anpassungskosten) und der Preiswettbewerb abgeleitet und modelliert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Markov-perfektes Gleichgewicht, dynamische Oligopole, Stackelberg-Wettbewerb und intertemporale Gewinnmaximierung geprägt.
Warum verschwindet der First-Mover-Vorteil im unendlichen dynamischen Spiel?
Da sich die Unternehmen in ihrer strategischen Rolle als Leader und Follower in jeder Zugperiode abwechseln und der Spielhorizont zu jedem Zeitpunkt gleich lang ist, gleicht sich die strategische Position der Konkurrenten an.
Welchen Einfluss haben Anpassungskosten auf das Marktergebnis?
Hohe Anpassungskosten führen dazu, dass Unternehmen träger auf Wettbewerbsveränderungen reagieren, was den scharfen Wettbewerb dämpft und zu höheren Unternehmensgewinnen führt.
- Quote paper
- Claus Herbertz (Author), 2006, Markov-perfekte Gleichgewichte bei dynamischem Preis- und Mengenwettbewerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67659