Seit Beginn der Achtziger hat die Teilnahme der Frauen am Arbeitsmarkt enorm zugenommen. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf verschiedene Gründe, wie beispielsweise der gestiegenen Emanzipation der Frauen, der wachsenden Zahl allein erziehender Mütter und nicht zuletzt wegen des Bedarfs zusätzlicher Einkommen in der Familie. Durch diesen wachsenden Anteil an erwerbstätigen Frauen und die dadurch zunehmende Beobachtung von Diskriminierung gegenüber Frauen fühlten sich die meisten Regierungen industrialisierter Länder dazu veranlasst, den Grundsatz „Equal Pay for Equal Work“ in ihren Gesetzen zu verankern.
Dieser Sachverhalt und die Versuche der Wirtschaft die Gleichstellungsgrundsätze durch horizontale und vertikale Segregation zu umgehen, wird in dieser Arbeit, mit Bezug auf eine Studie von David Neumark von der Michigan State University untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ablauf der Studie
3. Vorbereitung der Studie
3.1 Angleichen der Lebensläufe
3.2 Charakteristika der Teilnehmer(innen)
4. Ergebnisse der Studie
4.1 Arbeitsplatzangebote
4.2 Einladungen zum Vorstellungsgespräch
4.3 Arbeitsplatzangebote nach Vorstellungsgesprächen
5. Schätzungen mit Hilfe der erlangten Daten
6. Lohnunterschiede
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit analysiert anhand der „Audit Study“ von Neumark et al. das Phänomen der Diskriminierung von Frauen am Arbeitsmarkt, insbesondere im Kontext der vertikalen Segregation in der Gastronomie. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Chancen auf Anstellungen und Lohnniveaus zwischen den Geschlechtern systematisch nachgewiesen werden können.
- Grundlagen der geschlechtsspezifischen Arbeitsmarktsegregation
- Methodik der „Audit Study“ zur Messung von Einstellungsdiskriminierung
- Analyse von Arbeitsplatzangeboten und Vorstellungsgesprächen nach Preissegmenten
- Statistische Schätzfunktionen zur Bestimmung von Diskriminierungsparametern
- Zusammenhang zwischen vertikaler Segregation und Lohndifferenzen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Seit Beginn der Achtziger hat die Teilnahme der Frauen am Arbeitsmarkt enorm zugenommen. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf verschiedene Gründe, wie beispielsweise der gestiegenen Emanzipation der Frauen, der wachsenden Zahl allein erziehender Mütter und nicht zuletzt wegen des Bedarfs zusätzlicher Einkommen in der Familie. So waren 1973 nur 48% der weiblichen amerikanischen Bevölkerung erwerbstätig und 1997 bereits 67,1%. Dieser wachsende Anteil an erwerbstätigen Frauen und die dadurch zunehmende Beobachtung von Diskriminierung gegenüber Frauen hat die meisten Regierungen industrialisierter Länder dazu veranlasst, den Grundsatz „Equal Pay for Equal Work“ in ihren Gesetzen zu verankern.
Dies bedeutet also, dass die Chancen auf eine Anstellung und gebührende Entlohnung für eine Frau mit gleicher Ausbildung, gleicher Berufserfahrung, etc. exakt die gleichen sein müssen wie die des entsprechenden Mannes. In der Praxis werden diese Vorgaben häufig durch die horizontale Segregation, das heißt durch die Verteilung von Männern und Frauen auf unterschiedliche Berufe und Wirtschaftszweige, und durch die vertikale Segregation, also die unterschiedliche Positionierung innerhalb eines Berufszweiges, umgangen. Dies resultiert darin, dass Frauen in den schlechter bezahlten Berufen, beziehungsweise auf den niedrigeren Hierarchiestufen, angestellt werden und sich die Arbeitgeber somit nicht rechtfertigen müssen, da auf Grund der verschiedenen Arbeiten keine direkte Diskriminierung vorliegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der geschlechtsspezifischen Diskriminierung am Arbeitsmarkt und die Vorstellung des Untersuchungsgegenstands der Gastronomie.
2. Ablauf der Studie: Erläuterung des Studiendesigns, bei dem Probanden als Paare in verschiedenen Restaurantkategorien testweise Bewerbungen einreichten.
3. Vorbereitung der Studie: Beschreibung der Maßnahmen zur Vergleichbarkeit, wie die Standardisierung von Lebensläufen und das Verhalten der Teilnehmer.
4. Ergebnisse der Studie: Präsentation der Daten zu Arbeitsplatzangeboten und Einladungen, differenziert nach Preissegmenten der Gastronomie.
5. Schätzungen mit Hilfe der erlangten Daten: Anwendung statistischer Methoden (Probit-Analyse) zur Quantifizierung der Diskriminierungseffekte.
6. Lohnunterschiede: Analyse der korrelierenden Lohndiskrepanzen zwischen verschiedenen Preissegmenten und Geschlechtern.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Studienergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsnotwendigkeiten zur vertikalen Segregation.
Schlüsselwörter
Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Audit Study, vertikale Segregation, Gastronomie, Lohndiskrepanz, Gender-Gap, Arbeitsplatzangebote, Vorstellungsgespräche, Probit-Analyse, Gleichberechtigung, Equal Pay, statistische Signifikanz, Preissegment, Frauenanteil
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Mechanismen von Geschlechterdiskriminierung bei der Einstellung von Personal in der Gastronomiebranche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die vertikale Segregation, Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern sowie der Nachweis diskriminierender Einstellungspraktiken.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss des Geschlechts auf die Erfolgsaussichten bei Bewerbungen in unterschiedlichen gastronomischen Preissegmenten empirisch zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode der „Audit Study“ angewendet, ergänzt durch eine statistische Probit-Analyse der erhobenen Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Bewerbungsergebnisse, Einladungsraten zu Vorstellungsgesprächen und die sich daraus ergebenden Lohnunterschiede.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Diskriminierung, Audit Study, vertikale Segregation, Lohndiskrepanz und Geschlechtergleichstellung.
Warum spielt das Preissegment der Restaurants eine Rolle?
Die Segmentierung in teure, mittlere und billige Restaurants dient dazu, die vertikale Segregation aufzuzeigen, da in hochpreisigen Feldern signifikante Unterschiede in der Einstellungspraxis zugunsten von Männern beobachtet wurden.
Welchen Einfluss hatte die „asiatische Abstammung“ einer Bewerberin?
Dieser Aspekt stellte eine Störvariable dar, die die statistische Aussagekraft in Bezug auf die reine geschlechtsspezifische Diskriminierung teilweise erschwerte und als "Fehler" bei der Stichprobenauswahl identifiziert wurde.
- Citar trabajo
- Diplom-Volkswirt Damien Kögler (Autor), 2007, Diskriminierung am Arbeitsmarkt - "Sex Discrimination in Restaurant Hiring: An Audit Study", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67706