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Der Hirntod als Tod des Menschen? Über die Diagnose des Hirntods und die Gefahr des Organmissbrauchs

Title: Der Hirntod als Tod des Menschen? Über die Diagnose des Hirntods und die Gefahr des Organmissbrauchs

Term Paper , 2002 , 18 Pages

Autor:in: Neapoli Karagianni (Author)

Theology - Practical Theology
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Im Vordergrund dieser Arbeit steht der Hirntod in Verbindung mit dem Transplantationsgesetz.

In meiner beruflichen Laufbahn wurde ich mit Sterben und Tod konfrontiert. Fest stand, dass tote Patienten keine Lebenszeichen mehr aufweißten. Anders bei hirntoten Patienten, sie wurden für tot erklärt, auch wenn Merkmale die bei einer Leiche üblich sind nicht vorhanden waren. Diese Patienten kamen ggf. als Organspender in Frage. Daraus resultierte die Frage, wie es möglich sein kann, dass der Begriff „Tod“ für zwei rein äußerlich unterschiedliche Merkmale benutzt werden darf.

In dieser Arbeit wird zunächst der geschichtliche Verlauf des Hirntodes dargestellt. In Folge wird der Hirntod definiert und die jeweiligen Kriterien erörtert, die Voraussetzungen sind um eine Organtransplantation vornehmen zu dürfen. Abschließend erfolgt eine Erläuterung, wie das Pflegepersonal mit dem Thema umgeht und ob eine Gefahr des Missbrauchs mit Organen besteht.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Geschichte des Hirntods

3. Kriterien des Hirntods

4. Ist der Hirntod der Tod des Menschen?

5. Wie geht das Pflegepersonal mit dem Thema Hirntod um?

6. Besteht eine Gefahr des Organmissbrauchs?

7. Schluss

Zielsetzung und zentrale Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die ethische, medizinische und pflegerische Problematik des Hirntodkonzepts im Kontext des Transplantationsgesetzes kritisch zu beleuchten und der Frage nachzugehen, ob der Hirntod zweifelsfrei mit dem Tod des Menschen gleichgesetzt werden kann.

  • Historische Entwicklung des Hirntodkriteriums und der Transplantationsmedizin
  • Klinische Diagnostik und medizinische Voraussetzungen des Hirntods
  • Philosophische und ethische Debatte über den Status des Hirntoten
  • Belastungen und Herausforderungen für das Pflegepersonal im Umgang mit hirntoten Patienten
  • Risiken des Organhandels und kommerzieller Interessen in der Transplantationsmedizin

Auszug aus dem Buch

2. Geschichte des Hirntods

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die künstliche Beatmung noch nicht erfunden, niemand hatte einen „Hirntoten“ gesehen. Ebenso war die Herzmassage noch nicht erforscht. Das heißt, zu dieser Zeit führte ein Atem und Kreislaufstillstand zwangsläufig zum Zusammenbruch des Organismus, welches den Tod zur Folge hatte. Dennoch gab es Patienten die nach einem Atemstillstand überlebten, sie zeigten jedoch Hirnschädigungen auf. Diese Patienten waren in einem sogenannten Wachkoma oder auch apallischen Syndrom genannt.

1959 begann man mit der Praktizierung der künstlichen Beatmung. Im gleichen Jahr beschrieben die französischen Ärzte Mollaret und Goulon den Verlust der Steuerungsfähigkeit und die damit einhergehende Zerstörung des Gehirns als „Coma depasse“. Das heißt „endgültiges Koma“ oder „jenseits des Komas“. Wie kamen die beiden Ärzte zu dieser Aussage? „Sie hatten Patienten beobachtet, deren Gehirn nach einem längeren Atemstillstand durch Sauerstoffmangel irreversibel – unumkehrbar – zerstört war, während ihr Organismus durch künstliche Beatmung am Leben erhalten werden konnte.“ Weiterhin machten Sie die Aussage, dass beim Abstellen der künstlichen Beatmung, unmittelbar danach der Stillstand der Lebensfunktionen eintritt.

1960 wurde die externe Herzmassage eingeführt. Somit stieg die Zahl der Patienten an, die wiederbelebt wurden und die im „Coma depasse“ weiterlebten. Zu dieser Zeit lebten die Patienten weiter, sie galten nicht als tot. Ein Mensch wurde als tot erklärt, wenn alle vitalen Funktionen für immer erloschen waren, das heißt durch Kreislauf und Atemstillstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Hirntod im Kontext des Transplantationsgesetzes und hinterfragt die Definition des Todes bei hirntoten Patienten.

2. Geschichte des Hirntods: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung medizinischer Beatmungstechniken und die daraus resultierende Notwendigkeit, neue Todeskriterien zu definieren.

3. Kriterien des Hirntods: Es werden die klinischen Parameter erläutert, die zur zweifelsfreien Feststellung des irreversiblen Hirntods führen.

4. Ist der Hirntod der Tod des Menschen?: Dieses Kapitel analysiert die philosophischen und ethischen Kontroversen bezüglich der Gleichsetzung von Hirntod und Individualtod.

5. Wie geht das Pflegepersonal mit dem Thema Hirntod um?: Es werden die emotionalen Konflikte und beruflichen Anforderungen an das Pflegepersonal im Umgang mit hirntoten Patienten und deren Angehörigen dargestellt.

6. Besteht eine Gefahr des Organmissbrauchs?: Hier wird die Problematik der Kommerzialisierung und des unethischen Umgangs mit menschlichen Organen für Transplantationszwecke kritisch beleuchtet.

7. Schluss: Abschließend wird die Notwendigkeit von Supervision und Fortbildung für das Personal betont sowie die andauernde Debatte um die Legitimität des Hirntodkriteriums zusammengefasst.

Schlüsselwörter

Hirntod, Transplantationsgesetz, Organspende, Organtransplantation, Intensivmedizin, Coma depasse, Ethik, Pflegepersonal, Sterbeprozess, Organmissbrauch, Lebensfunktion, Hirntodkriterium, Wiederbelebung, Seelsorge, Supervision.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Hirntod als medizinisches und rechtliches Konzept und beleuchtet die damit verbundenen ethischen Konflikte sowie die praktische Arbeit in pflegerischen Berufen.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Hirntodkriteriums, den medizinischen Diagnosestandards, der ethischen Bewertung der Organspende und den psychosozialen Auswirkungen auf das Personal.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob der Hirntod tatsächlich mit dem endgültigen Tod des Menschen gleichzusetzen ist und wie diese Sichtweise mit ethischen Anforderungen harmoniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die Fachliteratur, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Expertenanhörungen und kirchenethische Positionen zueinander in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der medizinhistorischen Entwicklung, die detaillierte Kriterienanalyse, die ethische Reflexion über die Todesdefinition und die Auseinandersetzung mit der Arbeitssituation in der Pflege.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Hirntod, Transplantationsmedizin, ethische Verantwortung, Pflegeethik und Sterbeprozess geprägt.

Wie definiert die Autorin den inneren Konflikt des Pflegepersonals?

Die Autorin beschreibt ein Spannungsfeld: Das Personal muss die Patienten aufgrund ihres medizinischen Wissens als tot betrachten, pflegt sie jedoch gleichzeitig wie lebende Menschen, um die Organfunktion für mögliche Spenden zu erhalten.

Welche konkreten Lösungen schlägt die Arbeit für das Pflegepersonal vor?

Zur Bewältigung der emotionalen Belastung werden Supervision durch Psychologen, seelsorgerische Betreuung sowie regelmäßige fachliche Weiterbildungen zum Thema Hirntod empfohlen.

Wie stehen die Kirchen zum Thema Hirntod?

Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche erkennen den Hirntod als Todeszeitpunkt an und bewerten die Organspende in diesem Kontext positiv als Ausdruck der Nächstenliebe.

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Details

Title
Der Hirntod als Tod des Menschen? Über die Diagnose des Hirntods und die Gefahr des Organmissbrauchs
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Köln
Author
Neapoli Karagianni (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V67717
ISBN (eBook)
9783638604727
ISBN (Book)
9783638793636
Language
German
Tags
Hirntod
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Neapoli Karagianni (Author), 2002, Der Hirntod als Tod des Menschen? Über die Diagnose des Hirntods und die Gefahr des Organmissbrauchs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67717
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