In den letzten beiden Jahrzehnten wurde weltweit die Produktion verstärkt international. Diese Globalisierung von Unternehmen ist sehr gut an einem Anstieg von Direktinvestitionen ins Ausland und einem verstärkten internationalen Handel zu erkennen. In dieser Hausarbeit wird analysiert, welche Determinanten die Standortentscheidung von multinationalen Unternehmen ("MNE") allgemein beeinflussen. Dabei wird insbesondere gezeigt, welche Vor- und Nachteile einer ausländischen Niederlassung bei der Entscheidung über einen Auslandmarkteintritt abgewogen werden müssen. Sollte es zu einem Auslandsmarkteintritt kommen, so kann zwischen verschiedenen Arten gewählt werden. Eine der bedeutendsten Eintrittsarten ist die der ausländischen Direktinvestition. Sie tritt besonders in Bereichen mit hoher firmenspezifischer Sachkenntnis auf, da diese Sachkenntnis ohne hohe Kosten an ausländische Niederlassungen transferiert werden kann. Welches räumliche Gleichgewicht der Standorte sich bei vertikalen MNE ergibt, wird einem allgemeinen Gleichgewichtmodell analysiert. Als Rahmen wird ein 2-Länder, 2-Güter und 2-Produktionsfaktoren-Modell verwendet. Durch die Annahme verschieden großer Länder wird gezeigt, dass die Standortwahl maßgeblich von zwei Effekten abhängt: zum einen von externen Effekten der Forschung und Entwicklung, die dazu führen dass sich die Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen der verschiedenen MNE in einem Land konzentrieren. Zum anderen vom Homemarket-Effekt, der durch Skaleneffekte und Transportkosten entsteht und Anreize dazu gibt, die Produktion in einem großen Land anzuordnen. Durch die Verlagerung der Produktion ins große Land, kommt es zu einem Preisanstieg der benötigten Produktionsfaktoren für Forschung und Entwicklung. Diese wird dann aufgrund des Kostenvorteils ins kleinere Land verlagert. Die Hausarbeit ist folgendermaßen gegliedert: Die Formen und allgemeinen Determinanten eines Auslandsmarkteintritts werden in Kapitel 2 dargestellt. In Kapitel 3 wird näher auf die Analyse von vertikalen MNE, insbesondere deren Standortentscheidung, eingegangen. Eine Zusammenfassung mit Ausblick auf die aktuelle Situation in Europa folgt abschließend in Kapitel 4.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Formen und Determinanten von MNE
2.1. Differenzierung von MNE nach ihrem Standort
2.3. Arten des Auslandsmarkteintritts
3. Die Analyse von vertikalen MNE
3.1. Das Modell von Ekholm & Hakkala
3.1.1. Technologie
3.1.2. Präferenzen der Hauhalte
3.1.3. Gewinnmaximierung der Firmen
3.2. Determinanten der Standortentscheidung
3.3. Zusammenhang der Effekte
3.4. Gleichgewichte
3.5. Wohlfahrt
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Determinanten der Standortentscheidung bei multinationalen Unternehmen (MNE), mit einem besonderen Fokus auf vertikale Strukturen im Hightech-Sektor und deren theoretische Modellierung.
- Differenzierung zwischen nationalen, horizontalen und vertikalen MNE.
- Analyse von Vor- und Nachteilen bei einem Auslandsmarkteintritt mittels OLI-Ansatz.
- Theoretische Untersuchung der Standortwahl anhand des Modells von Ekholm & Hakkala.
- Untersuchung von externen Effekten, Homemarket-Effekten und Separationskosten.
- Auswirkungen der Standortentscheidungen auf Wohlfahrt und Lohnniveau.
Auszug aus dem Buch
3.2. Determinanten der Standortentscheidung
Aus der gegebenen Technologie, der Nutzenmaximierung der Haushalte und der Gewinnmaximierung der Firmen ergeben sich verschiedene Determinanten, die zu einem räumlichen Gleichgewicht der Standorte führen. Dieses Gleichgewicht der Standorte von Produktion und F&E können durch verschiedene Effekte charakterisiert werden: externer Effekt, Homemarket-Effekt in Verbindung mit Transportkosten, und Separationskosten.
Die externen Effekte treten zwischen den F&E-Abteilungen der verschiedenen Firmen und führen dazu, dass für die eigene F&E weniger gebildete Arbeitskräfte gebraucht werden um das gleiche Ergebnis zu erreichen. Je höher die externen Effekte sind, desto geringer sind die anfallenden Kosten. Dabei wird angenommen, dass die externen Effekte geografisch begrenzt sind. Dadurch bildet sich eine Anhäufung/Ballung von F&E in einem Land.
Der Homemarket-Effekt besagt, dass sich aufgrund von steigenden Skalenerträgen wirtschaftliche Aktivitäten dort sammeln werden, wo sich ihnen ein größerer Markt bietet. Denn je näher an einem großen Markt produziert wird, desto geringer sind die Transportkosten und es bieten sich den Produzenten größere Absatzchancen und somit höhere Gewinne. Der Homemarket-Effekt ist besonders stark bei mittleren Transportkosten. Bei hohen Transportkosten ist es zu teuer, Güter in andere Länder zu transportieren. Bei geringen Transportkosten wiederum ist es unerheblich, wo produziert wird.
Separationskosten entstehen dort, wo F&E von der Produktion getrennt wird und die erworbenen Fachkenntnisse aus den F&E-Abteilungen über Grenzen hinweg zur Produktion übertragen werden müssen. Daher werden die Produktion und F&E möglichst im gleichen Land betrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die zunehmende Globalisierung und definiert den Rahmen der Arbeit, insbesondere den Fokus auf die Standortwahl vertikaler MNE in einem 2-Länder-Modell.
2. Formen und Determinanten von MNE: Dieses Kapitel differenziert Organisationsformen wie horizontale und vertikale MNE und erläutert mittels OLI-Ansatz die Triebfedern für Auslandsmarkteintritte.
3. Die Analyse von vertikalen MNE: Der Hauptteil analysiert mittels des Modells von Ekholm & Hakkala, wie technologische Faktoren und Markteffekte die Standortentscheidung für Produktion und Forschung beeinflussen.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die Haupterkenntnisse über Standortkonzentration zusammen und diskutiert, wie sinkende Handelskosten in Europa zukünftige MNE-Strukturen verändern könnten.
Schlüsselwörter
Multinationale Unternehmen, MNE, Standortentscheidung, Direktinvestitionen, vertikale MNE, Forschung und Entwicklung, F&E, Homemarket-Effekt, Skalenerträge, OLI-Ansatz, Markteintritt, Hightech-Sektor, Wohlfahrt, Außenhandel, ökonomische Modelle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die multinationalen Unternehmen bei der Entscheidung über den Standort ihrer Produktions- und Forschungsaktivitäten beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?
Die zentralen Themen sind die Unterscheidung zwischen horizontalen und vertikalen MNE, die Kosten-Nutzen-Abwägung bei Auslandsinvestitionen und die theoretische Modellierung räumlicher Gleichgewichte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Standortwahl von vertikalen MNE im Hightech-Sektor mithilfe eines allgemeinen Gleichgewichtsmodells zu erklären und die Auswirkungen verschiedener ökonomischer Effekte aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung sowie das Modell von Ekholm & Hakkala (2004) zur ökonomischen Analyse mittels numerischer Simulationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Determinanten der Standortentscheidung wie dem Homemarket-Effekt, externen F&E-Effekten und Separationskosten sowie deren Einfluss auf die Wohlfahrt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Multinationale Unternehmen (MNE), Direktinvestitionen, Standortentscheidung, F&E-Intensität und Homemarket-Effekt.
Wie wirkt sich der Homemarket-Effekt auf die Standortwahl aus?
Der Homemarket-Effekt führt dazu, dass Unternehmen ihre Produktion tendenziell dort ansiedeln, wo ein größerer Absatzmarkt existiert, um Transportkosten zu minimieren und die Skalenerträge besser zu nutzen.
Welche Bedeutung haben Separationskosten in diesem Modell?
Separationskosten entstehen, wenn Forschung und Produktion räumlich getrennt werden; sie wirken der Tendenz zur Standorttrennung entgegen, da Wissenstransfer über Landesgrenzen hinweg Kosten verursacht.
Warum wird im Ausblick auf die EU-Erweiterung Bezug genommen?
Die EU-Erweiterung und die damit verbundene Marktintegration führen zu sinkenden Handelskosten, was laut Modell den Homemarket-Effekt schwächen könnte und somit die Anreize für eine räumliche Trennung von F&E und Produktion reduziert.
- Quote paper
- Matthias Riekeles (Author), 2005, Die Standortentscheidung von multinationalen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67722