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Ich- und Wirklichkeitszerfall in den Rönne-Novellen – besonders in "Gehirne"

Title: Ich- und Wirklichkeitszerfall in den Rönne-Novellen – besonders in "Gehirne"

Term Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Im Februar 1915 erscheint die erste Rönne Novelle von Gottfried Benn mit dem Titel Gehirne. Hintergrund ist, dass Benn eine Vertretungsstelle in einem Lungensanatorium antritt. Aufgrund seiner psychischen Labilität vernachlässigt er immer mehr seine Pflichten, die er als Anstaltsleiter anfangs gewissenhaft erfüllt. Er zieht sich zurück und verbringt die meiste Zeit reglos auf dem Rücken liegend.
Stellenweise herrscht eine Übereinstimmung zwischen der Biographie des Autors und der Handlung der Novelle. Es folgen "Die Eroberung", "Die Reise", "Die Insel" und "Der Geburtstag". Der Arzt Dr. Werff Rönne ist die Zentralgestalt dieser Erzählungen, mit denen Benn seine „absolute Prosa 1" verwirklicht. Rönne wird in allen Novellen als Person dargestellt, die den Bezug zur Realität verloren hat und in ihrer eigenen Welt zu leben scheint.
Diese Arbeit untersucht, in wie weit die Werke von Gottfried Benn an der Tradition des Expressionismus stehen und beschäftigt sich gleichzeitig mit den Fragen, die Rönnes Ich- und Wirklichkeitsverlust betreffen.
- Woher resultiert sein Zerfall?
- Wie und mit welchen Mitteln versucht er diesen zu bekämpfen?
- Erlangt er Erlösung – und wenn ja – wie erlangt er sie und bleibt sie beständig?
- Auf welcher Ebene manifestiert sich dieser Realitätsverlust?
Die Wahl der Namen, die verwendete Sprache, alles unterstreicht und betont den Zerfall und den Wirklichkeitsverlust Rönnes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Ich- und Wirklichkeitszerfall im Expressionismus

C. Benn über sich – die Entstehungssituation

D. Der Name Werff Rönne

E. Gehirne

I. Ich- und Wirklichkeitszerfall

II. Sprache

F. Ich- und Wirklichkeitszerfall in den übrigen Rönne Novellen

G. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Ich- und Wirklichkeitsverlust der zentralen Figur Dr. Werff Rönne in den Novellen von Gottfried Benn. Dabei wird analysiert, wie der Zerfall Rönnes narrativ und sprachlich konstruiert wird, inwieweit Benns Prosa in der Tradition des Expressionismus steht und welche Rolle die Sprache als Mittel zur existentiellen Selbstbegegnung spielt.

  • Analyse des Ich-Zerfalls und der Depersonalisation der Hauptfigur.
  • Untersuchung des "Rinnens" als Metapher und existentieller Zustand.
  • Betrachtung der expressionistischen Tradition und Benns Abkehr von rationalen Welterklärungen.
  • Untersuchung der "Montagekunst" und der assoziativen Sprachstruktur.
  • Darstellung der Rolle des Schreibens als Versuch der Weltkonstruktion durch das Wort.

Auszug aus dem Buch

E. Gehirne

Zentrales Thema der Novelle bzw. aller fünf Erzählungen ist Rönnes Bemühen um Stabilisierung, welches aus fundamentaler Verunsicherung resultiert. Sofern man diese Verunsicherung nicht von vornherein als pathologisch klassifiziert, lassen sich durchaus Ursachen für Rönnes Verhalten finden, die jenseits individueller Befindlichkeit liegen und auf soziale Zusammenhänge verweisen. Das zuerst entstandene Prosastück der Rönne-Novellen, Gehirne, beginnt mit der Schilderung einer Zugfahrt des jungen Arztes Rönne in Richtung Norden, wo er den Chefarzt in einem Sanatorium vertreten soll. Persönliche Details, private Wünsche oder Absichten, alles, was eine individuelle Psyche andeuten würde, bleiben ausgespart. Sogar der Vorname Rönnes wird nicht genannt.

Die Beschreibung ist auf sachliches reduziert: „Rönne, ein junger Arzt, […] fuhr durch Süddeutschland dem Norden zu.“ Den Süden hat er also noch nicht verlassen, den Norden hat er aber auch noch nicht erreicht. Es wird deutlich, dass sich bereits hier Rönnes Bezugspunkte auflösen. Dies ist gleichzeitig das erste Anzeichen für seine Zerrüttung. Fatma Massoud beschreibt, dass die zwei entgegengesetzt liegenden Himmelsrichtungen keine geographischen Bezugspunkte mehr sind und eine weite Bewegungsmöglichkeit zwischen zwei getrennten Welten erlauben, die mit den Begriffen Norden und Süden assoziiert sind.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rönne-Novellen ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach den Ursachen und Bewältigungsstrategien von Rönnes Ich- und Wirklichkeitsverlust.

B. Ich- und Wirklichkeitszerfall im Expressionismus: Das Kapitel verortet den Expressionismus als Gegenbewegung zum Impressionismus und Naturalismus und beleuchtet die Suche nach neuen ästhetischen Konzepten infolge einer als sinnlos empfundenen Lebensumwelt.

C. Benn über sich – die Entstehungssituation: Hier wird die biographische Entstehungssituation der Novellen während Benns Tätigkeit als Psychiater in einem Prostituiertenkrankenhaus reflektiert.

D. Der Name Werff Rönne: Dieses Kapitel analysiert die Namensgebung als semantisches und symbolisches Element, das auf das "Rinnen" und damit auf Aggregatzustände der Figur verweist.

E. Gehirne: Untersucht das spezifische Zerfallserlebnis der Hauptfigur in der ersten Novelle und die Rolle der Sprache als Instrument der Wirklichkeitserschaffung.

F. Ich- und Wirklichkeitszerfall in den übrigen Rönne Novellen: Betrachtet die Entwicklung von Rönnes Krisenerfahrungen und Anpassungsversuchen in den weiteren Novellen des Zyklus.

G. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst Rönnes Scheitern an der konventionellen Realität und seine Flucht in eine durch Sprache erzeugte, subjektive Wirklichkeit zusammen.

Schlüsselwörter

Gottfried Benn, Rönne-Novellen, Expressionismus, Ich-Zerfall, Wirklichkeitsverlust, absolute Prosa, Identität, Sprache, Assoziation, Montagekunst, Subjektivität, Entfremdung, Existentialismus, Wahrnehmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die expressionistischen Novellen von Gottfried Benn, insbesondere die Figur des Dr. Werff Rönne und dessen Verlust von Realitätsbezug und Ich-Identität.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Krise des Individuums in der Moderne, die Rolle der Sprache, das Verhältnis von Ich und Objektwelt sowie die ästhetische Gestaltung von Zerfallsprozessen.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, woraus Rönnes Zerfall resultiert, wie er diesen mittels Sprache zu bekämpfen versucht und ob er eine beständige Erlösung finden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textinhalt in Bezug zu expressionistischen Strömungen und zeitgenössischen biographischen sowie philosophischen Kontexten setzt.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungssituation, die Symbolik des Namens Rönne, die psychische Verfassung in "Gehirne" sowie die sprachliche Konstruktion der Wirklichkeit im Vergleich zu den übrigen Novellen des Zyklus.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind "Ich-Zerfall", "absolute Prosa", "Montagekunst", "Assoziationsflut" und "Aggregatzustände".

Warum spielt das "Rinnen" eine so große Rolle für die Interpretation?

Das Verb "rinnen" wird als Schlüsselmetapher für Rönnes instabile Existenzform verstanden, die einen ständigen Übergang zwischen verschiedenen Aggregatzuständen zwischen Festigkeit und Auflösung markiert.

Wie unterscheidet sich die Perspektive in den späteren Novellen?

Während in "Gehirne" auktorial erzählt wird, tritt der Erzähler in den übrigen Novellen zurück und gibt den Blick vermehrt aus Rönnes personaler Perspektive wieder.

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Details

Title
Ich- und Wirklichkeitszerfall in den Rönne-Novellen – besonders in "Gehirne"
College
University of Cologne
Grade
2,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V67725
ISBN (eBook)
9783638604789
ISBN (Book)
9783638672290
Language
German
Tags
Ich- Wirklichkeitszerfall Rönne-Novellen Gehirne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Ich- und Wirklichkeitszerfall in den Rönne-Novellen – besonders in "Gehirne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67725
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