Eine hohe Gründungsrate an Unternehmen aller Art pro 1000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gilt allgemein als Indikator für eine gesunde Wirtschaft, regional wie auch national betrachtet. Durch neue Unternehmensgründungen entstehen immer Arbeitsplätze, darüber hinaus sind diese neu gegründeten Betriebe oft sehr innovativ was ihre Fertigungsweise, ihre Firmenstruktur oder ihr Produkt betrifft. Diese Innovationen geben nicht selten positive Impulse auf die Gesamtwirtschaft. Um neue Gründungen zu fördern gibt es Gründungsförderungsprogramme, die allesamt von der DtA (Deutsche Ausgleichsbank) getragen werden. Die bereits bestehende Wirtschaft wird heute in breitem Maße durch die öffentliche Hand unterstützt (Subventionen als auch infrastrukturelle Maßnahmen und Vorbildung der Arbeitnehmer durch das öffentliche Schulwesen). Wenn dies bereits der Fall ist, liegt es nahe, diese Wirtschaft durch Förderung von Unternehmensneugründungen weiter zu stärken.
Direkte finanzielle Förderungen wie Subventionen kommen aber nicht jedem Zugute, da man sie (im günstigsten Fall) nur bekommt, wenn man sie auch benötigt und es den Betrieb schon gibt. Um jedoch einen Betrieb neu zu gründen braucht man erst Kapital. Welche Möglichkeiten es gibt, selbiges zu bekommen und welche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft eine solche „Gründungsförderung“ hat, wird im Folgenden behandelt werden.
Im Übrigen soll betrachtet werden, inwiefern eine solche Förderung Sinn ergibt und welche Auswirkungen Unternehmensneugründungen generell für die Regionalentwicklung haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Gründung und Gründungsförderung
3. Auswirkungen der Gründungen und der Gründungsförderung der DtA
3.1. Auswirkungen in Westdeutschland
3.2. Auswirkungen in Ostdeutschland
3.3. Auswirkungen in Gesamtdeutschland
4. Vorstellung des „EXIST“ Programms
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Unternehmensneugründungen und spezifischen Gründungsförderungsprogrammen – insbesondere durch die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) – auf die wirtschaftliche Entwicklung in deutschen Regionen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwieweit diese Förderinstrumente zur regionalen Stärkung beitragen, Arbeitsplätze schaffen und das Überleben junger Unternehmen in unterschiedlichen Wirtschaftskontexten sichern.
- Bedeutung der Gründungsrate für die gesamtwirtschaftliche Gesundheit
- Differenzierung der Förderauswirkungen zwischen Ost- und Westdeutschland
- Analyse der Überlebenschancen geförderter versus ungeförderter Unternehmen
- Die Rolle von Gründungsförderung in strukturschwachen Gebieten
- Vorstellung unterstützender Netzwerke am Beispiel des EXIST-Programms
Auszug aus dem Buch
3. Auswirkungen der Gründungen und der Gründungsförderung der DtA :
In Westdeutschland stieg die Zahl der Betriebsgründungen seit 1983, dem Beginn der vorliegenden Untersuchung, nur langsam an, erst mit dem Jahr 1989 kam ein erheblicher Sprung nach oben. Dies ist im Wesentlichen auf 3 Ursachen zurückzuführen. Es bestand zunehmend die Möglichkeit, sich flexibel auf den Markt einzurichten, da die Produktionsprozesse billiger und flexibler einsetzbar wurden. Somit lohnte es sich auch, kleinere Mengen zu produzieren. Des Weiteren bahnte sich eine zunehmende Differenzierung der Nachfrage an, was mehr Nischen entstehen ließ. Der wichtigste Grund dieses rasanten Anstiegs von ca. 124.000 Gründungen im Jahr 1988 auf ca. 143.000 im Jahr 1989 ist das Aufkommen der Förderprogramme der DtA, die Betriebsgründungen lukrativer werden ließen. Ab 1989 blieb dieses hohe Niveau bis 1997 trotz zeitweiliger Reduzierung oder gar Einstellung der Förderkredite weiter bestehen.
Innerhalb Westdeutschlands gibt es jedoch große Unterschiede. Besonders hohe Gründungsraten je 1000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gibt es im südlichen Münchner Umland, und an der Nordsee. Nur im nahen Münchner Umland ist dies wohl auf die „Spread-Effect-Gründungen“ dieses Agglomerationsraums zurückzuführen, in den übrigen Bereichen sind diese hohen Raten auf den Tourismus zu beziehen, da dieser durchweg hohe Gründungsraten aufweist. Diese ansonsten strukturschwachen Gebiete der BRD profitieren also in besonderem Maße von der Förderung und den Neugründungen selbst, da die traditionell in diesen Räumen vorherrschenden Gewerbe des primären Sektors in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung, also auch an Arbeitsplätzen verlieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Unternehmensgründungen als Indikator für eine gesunde Wirtschaft und führt in die Notwendigkeit sowie die Mechanismen der Gründungsförderung ein.
2. Definition Gründung und Gründungsförderung: Hier werden die Begriffe der Neugründung und der verschiedenen Formen der Gründungsförderung voneinander abgegrenzt und präzisiert.
3. Auswirkungen der Gründungen und der Gründungsförderung der DtA: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die regionalen Unterschiede der Gründungsaktivitäten in West- und Ostdeutschland sowie deren generelle wirtschaftliche Impulse.
4. Vorstellung des „EXIST“ Programms: Dieses Kapitel beschreibt ein spezifisches, bundesweit getragenes Förderprogramm, das sich gezielt an Hochschulabsolventen richtet, um innovative Gründungen durch Beratung und Netzwerke zu unterstützen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Wirksamkeit von Gründungsförderungen und diskutiert deren Bedeutung für den Strukturwandel und die regionale Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Unternehmensgründung, Gründungsförderung, Deutsche Ausgleichsbank, DtA, Regionalentwicklung, Westdeutschland, Ostdeutschland, EXIST-Programm, Existenzgründer, Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, Innovationsförderung, Strukturwandel, Überlebensquote, Wirtschaftsgeographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Bedeutung von Unternehmensneugründungen und dem Einfluss staatlicher bzw. institutioneller Förderprogramme auf die regionale Wirtschaftsentwicklung in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Förderkredite der Deutschen Ausgleichsbank (DtA), die Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern sowie die spezifische Unterstützung von akademischen Gründern durch das EXIST-Programm.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob Gründungsförderung einen messbaren positiven Impuls auf die regionale Wirtschaft ausübt und wie sie das Überleben von jungen Unternehmen beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Untersuchungen, um die Entwicklung der Gründungszahlen und die Überlebenswahrscheinlichkeiten geförderter Betriebe zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Publikation behandelt?
Der Hauptteil analysiert die regionalen Gründungsdynamiken in West- und Ostdeutschland, vergleicht die Bedeutung der Förderung in verschiedenen Wirtschaftssektoren und stellt das EXIST-Netzwerk vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Unternehmensgründung, Gründungsförderung, DtA, Regionalentwicklung, Innovation, EXIST-Programm und wirtschaftlicher Strukturwandel.
Warum war nach der Wende eine spezielle Gründungsförderung im Osten Deutschlands notwendig?
Ostdeutsche Unternehmen mussten sich kurzfristig von der Planwirtschaft auf die Marktwirtschaft umstellen, wobei sie mit fehlendem Startkapital und dem Zusammenbruch ehemaliger Staatsbetriebe konfrontiert waren, was staatliche Unterstützung erforderlich machte.
Wie unterscheidet sich die Überlebenschance geförderter Unternehmen gegenüber ungeförderten?
Die Daten zeigen, dass geförderte Unternehmen eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit haben, die ersten fünf Geschäftsjahre zu überstehen, da die Förderung finanzielle Engpässe abmildert.
Was leistet das EXIST-Programm konkret für Gründer?
Das Programm unterstützt Hochschulabsolventen nicht direkt mit Kapital, sondern bietet durch regionale Netzwerke fachkompetente Beratung und hilft bei der bürokratischen Abwicklung, etwa bei der Beantragung von DtA-Krediten.
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- Bastian Naumann (Author), 2004, Gründungen und Gründungsförderung als Motoren der Regionalentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67746