Die Sportbiographien von Jugendlichen haben sich in den letzten fünf Jahrzehnten deutlich verändert. Diese Entwicklung soll in dieser Arbeit nicht nur theoretisch belegt, sondern auch mit eigenen Untersuchungen anhand von Interviews analysiert werden.
Der erste Teil der Ausarbeitung befasst sich mit der Veränderung der Kindheit im Wandel der Zeit sowie dem Wandel im Bewegungs- und Sportalltag allgemein. Anschließend werden die einzelnen Sportbiographien der durchgeführten Interviews vorgestellt und detailliert beschreiben.
Zunächst erfolgt ein Vergleich auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede, danach der Abgleich mit den wissenschaftlichen Befunden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kindheit im Wandel
2.1. Demographische Entwicklung der familialen Lebenswelt
2.2. Kindheit in den 50er Jahren
2.3. Kindheit heute
3. Die Bewegungs- und Sportwelt im Wandel
3.1. Der Bewegungs- und Sportalltag in den 50er Jahren
3.2. Sportliche Aktivitäten heute
4. Empirische Überprüfung
4.1. Einzelfalldarstellung
4.1.1. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.2. Vergleich mit den wissenschaftlichen Ergebnissen
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Wandel der Sportbiographien von Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten, wobei theoretische Erkenntnisse durch eine eigene empirische Interviewstudie mit männlichen Jugendlichen in Oberhausen überprüft und verglichen werden.
- Veränderung der Kindheit im gesellschaftlichen Wandel
- Wandel des Bewegungs- und Sportalltags
- Empirische Analyse von Sportbiographien
- Vergleich zwischen individuellen Fallstudien und wissenschaftlichen Befunden
- Rolle des Vereinsengagements und der Freizeitgestaltung
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Bewegungs- und Sportalltag in den 50er Jahren
In den 50er Jahren hielten sich die Kinder so oft wie nur möglich draußen im Freien auf. Sie spielten mit den Nachbarskindern auf der Straße in ihrer Umgebung. Diese Form der Freizeitgestaltung war ein ganz wichtiger Aspekt in der Nachkriegszeit. Die Kinder konnten selber bestimmen was und wie lange sie spielen wollten ohne den Einfluss ihrer Eltern. Zu dem damaligen Zeitpunkt wuchsen die Kinder von selbst in die Spiel-, Regelspiel- und Sportspiel-Kultur hinein (vgl. Schmidt, Hartmann-Tews, Brettschneider, 2003, S.110). Sie waren auf sich alleine gestellt und mussten alles untereinander selbstständig regeln und aushandeln. Diese Straßenspiele werden drei verschiedene Funktionen zugeschrieben:
1. Motorischer Aspekt: Durch die tägliche Auseinandersetzung mit den motorischen Anforderungen erfolgte eine Ausbildung der Grob- und Feinmotorik.
2. Sozialer Aspekt: Durch Übernahme, Umgestaltung und Einhaltung von Regeln entwickelte sich bei den Kindern ein Regelbewusstsein sowie ein moralisches Urteilsvermögen.
3. Kognitiver Aspekt: Um Spielerrollen anwenden und ausgestalten zu können, müssen die Kinder zuvor die Strategien der einzelnen Spiele erworben haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Veränderung der Sportbiographien über die letzten fünf Jahrzehnte ein und skizziert das methodische Vorgehen durch Interviews.
2. Kindheit im Wandel: Dieses Kapitel thematisiert die demographischen Verschiebungen, den Rückgang der Geburtenrate sowie den Wandel der familialen Lebenswelt seit den 1950er Jahren.
3. Die Bewegungs- und Sportwelt im Wandel: Es werden die Unterschiede im Bewegungsalltag von Kindern zwischen den 1950er Jahren und der heutigen Zeit sowie die Entwicklung sportlicher Aktivitäten aufgezeigt.
4. Empirische Überprüfung: In diesem Teil werden sechs männliche Jugendliche zu ihren sportlichen Lebenswegen interviewt, Gemeinsamkeiten herausgearbeitet und mit wissenschaftlicher Literatur verglichen.
5. Fazit: Die Ergebnisse der Interviews werden zusammengefasst und mit dem theoretischen Teil abgeglichen, wobei eine weitgehende Bestätigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse festgestellt wird.
Schlüsselwörter
Sportbiographien, Kindheit im Wandel, Sportalltag, Vereinsengagement, Jugend, empirische Untersuchung, Sozialisation, Freizeitgestaltung, Fußballverein, Sportvereinskarriere, demographische Entwicklung, Bewegungsforschung, Sozialschicht, Vereinswechsel, Lebensraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich die sportlichen Biographien von Jugendlichen über fünf Jahrzehnte verändert haben und prüft dies durch eine empirische Untersuchung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Wandel der Kindheit, die Entwicklung des Bewegungs- und Sportalltags sowie das Vereinsengagement und die Freizeitgestaltung von Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den theoretischen Wandel der Sportbiographien durch eigene Interviews mit Jugendlichen zu untermauern und Vergleiche zur aktuellen sportwissenschaftlichen Literatur zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Untersuchung in Form von sechs qualitativen Interviews mit männlichen Jugendlichen durchgeführt, deren Ergebnisse mit wissenschaftlichen Statistiken und Befunden abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des gesellschaftlichen und sportlichen Wandels sowie eine anschließende Einzelfallanalyse von sechs Jugendlichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sportbiographien, Kindheit im Wandel, Vereinsengagement, Freizeitverhalten und die empirische Überprüfung sportlicher Laufbahnen.
Wie unterscheidet sich der Bewegungsalltag der 50er Jahre von heute laut der Studie?
In den 50er Jahren spielten Kinder selbstorganisiert im öffentlichen Raum, während Kinder heute aufgrund von Verkehrsaufkommen und Bebauung mehr Zeit drinnen verbringen und ihre Aktivitäten in verinselten Lebensräumen oder festen Institutionen wie Sportvereinen stattfinden.
Welche Erkenntnisse lieferte die Befragung zum Thema Vereinswechsel?
Die Untersuchung zeigt, dass alle befragten Jugendlichen mindestens einmal den Verein gewechselt haben, was eine deutliche Tendenz zur höheren Mobilität im Vergleich zu den 1950er Jahren darstellt, in denen eine lebenslange Vereinstreue typischer war.
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- Angelique Scholtyssek (Author), 2006, Sportbiographien von Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren: Analysen, empirische Überprüfung und Vergleiche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67749