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Jugendsprache. "Ey Alter, was geht ab?" Eine Annäherung

Title: Jugendsprache. "Ey Alter, was geht ab?" Eine Annäherung

Term Paper , 2006 , 12 Pages , Grade: 2,1

Autor:in: Jennifer Reuter (Author)

German Studies - Linguistics
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Die vorliegende Arbeit versucht zunächst, die Frage zu beantworten, was Jugendsprache überhaupt ist und von wem diese Sprache gesprochen wird. So stellt sich zum Beispiel die Frage, ob die Jugend eine eigene Sprache spricht, wie die Bezeichnung „Jugendsprache“ vermuten lässt. Weiterhin gilt es zu klären, ob diese Sprache ausschließlich von Jugendlichen gesprochen wird und, ob alle Jugendlichen sich dieser Sprechweise bedienen.

In einem zweiten Schritt könnte man sich fragen, warum es überhaupt Jugendsprache gibt. Folglich wird in Punkt 2 versucht, verschiedene Gründe für die Existenz einer Jugendsprache zu liefern. Es ist in diesem Zusammenhang beispielsweise der Protestaspekt zu nennen, da mit der Jugendsprache eine Abgrenzung von der Erwachsenenwelt zum Ausdruck gebracht wird. Die gemeinsame Kreation sprachlicher Elemente schafft zudem eine gemeinsame Basis für die Schaffung eines Zusammengehörigkeitsgefühls.

Im Anschluss geht es darum, herauszufinden, woraus diese Jugendsprache besteht, also was die charakteristischen Merkmale sind, welche Jugendsprache auszeichnen. Aus der Fülle der Kennzeichen von Jugendsprache können im Rahmen dieser Arbeit nur einige Merkmale exemplarisch genannt und erläutert werden, zu denen u.a. die Verwendung von Wortneuschöpfungen sowie die gehäufte Benutzung von Anglizismen gehören.

Der Jugendsprache wird häufig der Vorwurf gemacht, dass es sich bei ihr um eine Sprachverhunzung handele. Auf der anderen Seite hat Jugendsprache auch den Ruf, „trendy“ zu sein, was dazu führt, dass sich viele eigentlich dem Jugendalter entwachsenen Personen dieser Sprache bedienen. Mit diesen und anderen Bewertungen von Jugendsprache setze ich mich im vierten Punkt auseinander, um im Anschluss die vorliegende Arbeit mit einigen Schlussbemerkungen zum Abschluss zu bringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Versuch einer Klärung des Begriffs „Jugendsprache“

2. Gründe für eine Jugendsprache

3. Merkmale der Jugendsprache

4. Bewertung der Jugendsprache durch die Gesellschaft

Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Jugendsprache, definiert den Begriff im soziologischen und sprachwissenschaftlichen Kontext und analysiert die Ursachen sowie die typischen Merkmale dieser Sprachvarietät. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Funktionen von Jugendsprache als Identitätsmerkmal zu schaffen und der pauschalen gesellschaftlichen Kritik eine differenzierte Sichtweise entgegenzusetzen.

  • Definition des Jugendbegriffs (juristisch, biologisch, soziologisch)
  • Soziologische Funktionen: Abgrenzung und Gruppenidentität
  • Sprachliche Charakteristika (Anglizismen, Neologismen, Verkürzungen)
  • Gesellschaftliche Bewertung und Generationenkonflikt
  • Entwicklung und Dynamik von Sprachwandelprozessen

Auszug aus dem Buch

3. Merkmale der Jugendsprache

Obgleich die verwendeten Redemittel und Sprechweisen sich regional und von Gruppe zu Gruppe oft in starkem Ausmaß unterscheiden, lassen sich dennoch einige typische Charakteristika von Jugendsprache verzeichnen, von denen ich einige im Folgenden aufzählen und erläutern möchte.

Es ist auffällig, dass verstärkt kurze, unvollständige Sätze verwendet werden, wie beispielsweise: Jetzt reicht’s. „Bildete man gegen Ende der 80er Jahre in der Regel noch syntaktisch einigermaßen einwandfreie Sätze, so sind heute Teilsätze und/oder Satz(ab)brüche an der Tagesordnung.“ Oft werden auch Wortverkürzungen vorgenommen, wie z.B. hab’, Perso und Zivi. Laut Ehmann kann diese verkürzte, recht konkrete Sprechweise auch als kommunikativer Vorteil gewertet werden: „Sie [die Jugendsprache] ist ökonomischer und bequemer als die vielfach langatmige, verschnörkelte Standardsprache.“

Des weiteren ist das häufige Verwenden von Fremdwörtern, vor allem Anglizismen, ein Kennzeichen von Jugendsprache. Beispiele für Anleihen aus dem angelsächsischen Raum ließen sich viele finden. Es sind Wörter wie cool, stylish, trendy und chillen und Ausdrücke wie Keep it real und Take it easy. Dabei ist anzumerken, dass eine gehäufte Benutzung von Anglizismen auch in der Standardsprache zu verzeichnen ist.

Die Jugendsprache besteht u.a. auch aus vielen Neologismen. Diese Wortneuschöpfungen sind Ausdruck des spielerischen und kreativen Umgangs von Jugendlichen mit Sprache. Beispiele dafür sind bekloppt und glotzen. Wortneubildungen in der Jugendsprache bestehen jedoch auch aus zusammengesetzten Wörtern, die in der Kombination eine neue Bedeutung erhalten. Als Beispiele können durchblicken, abhängen, rummachen und kalt machen angeführt werden. Oft werden auch bereits bestehenden Wörtern neue Bedeutungen zugeschrieben. Diese werden dann in einem anderen Zusammenhang gebraucht. Beispiele dafür sind ätzend und Bodenturner.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das anhaltende wissenschaftliche Interesse an der Jugendsprache und thematisiert die Problematik ihrer schnellen Veraltung in Wörterbüchern sowie das Ziel der Arbeit, den Begriff und seine Funktionen zu explorieren.

1. Versuch einer Klärung des Begriffs „Jugendsprache“: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Jugend“ aus juristischer, biologischer und soziologischer Perspektive und erörtert die Schwierigkeit, eine homogene Gruppe zu definieren, die eine einheitliche Sprache spricht.

2. Gründe für eine Jugendsprache: Es werden die Funktionen der Jugendsprache als Mittel zur Identitätsfindung, zur Abgrenzung gegenüber der Erwachsenenwelt und als Ausdruck kommunikativer Ökonomie dargelegt.

3. Merkmale der Jugendsprache: Dieses Kapitel beschreibt typische linguistische Charakteristika wie Satzverkürzungen, die Verwendung von Anglizismen, Neologismen sowie semantische Bedeutungsveränderungen.

4. Bewertung der Jugendsprache durch die Gesellschaft: Die gesellschaftliche Rezeption der Jugendsprache, die häufig von negativen Vorurteilen geprägt ist, wird hier im Kontext des Generationenkonflikts kritisch diskutiert.

Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Jugendsprache eine dynamische Sprachvarietät ist, die als ständiger Begleiter des Sprachwandels fungiert und deren Elemente oft langfristig in die Standardsprache übergehen.

Schlüsselwörter

Jugendsprache, Sprachvarietät, Identitätsfindung, Abgrenzung, Neologismen, Anglizismen, Sprachwandel, Generationenkonflikt, Kommunikationsökonomie, Sprachgebrauch, Soziolekt, Jugendkultur, Wortneuschöpfungen, Standardsprache

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Annäherung an das Thema „Jugendsprache“, indem sie den Begriff definiert, die Gründe für ihre Entstehung beleuchtet und ihre sprachlichen sowie gesellschaftlichen Aspekte analysiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition des Jugendalters, die psychologischen und soziologischen Hintergründe der Sprachverwendung, typische sprachliche Merkmale und die gesellschaftliche Kritik an jugendsprachlichen Ausdrucksweisen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Vorurteil der „Sprachverhunzung“ zu hinterfragen und Jugendsprache als ein normales, kreatives und notwendiges Phänomen der Identitätsbildung in einer Gesellschaft zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer, soziologischer und linguistischer Fachpublikationen und Wörterbücher zum Thema Jugendsprache.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Analyse der Entstehungsgründe, die Auflistung linguistischer Merkmale und die Untersuchung der gesellschaftlichen Rezeption und Bewertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind neben Jugendsprache vor allem Sprachvarietät, Identitätsbildung, Neologismen, Anglizismen, Sprachwandel und der Generationenkonflikt.

Warum ist die Definition von „Jugend“ für das Thema so kompliziert?

Die Definition ist schwierig, da die Übergänge zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter fließend sind und je nach rechtlicher, biologischer oder soziologischer Perspektive stark variieren können.

Wie unterscheidet sich die Jugendsprache von der Standardsprache?

Sie zeichnet sich primär durch einen ökonomischeren, kreativeren und emotionaleren Gebrauch aus, nutzt häufiger Anglizismen und neigt zu Verkürzungen, während sie sich bewusst von formelleren Sprachnormen abgrenzt.

Welche Rolle spielt die „Kreativität“ in der Jugendsprache?

Kreativität ist ein zentraler Treiber, da Jugendliche durch Neologismen und neue Bedeutungskontexte ihre eigene sprachliche Welt schaffen, was wiederum ein Gefühl der Zusammengehörigkeit stärkt.

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Details

Title
Jugendsprache. "Ey Alter, was geht ab?" Eine Annäherung
College
University of Hamburg  (Germanistik)
Course
Einführung in die Semantik
Grade
2,1
Author
Jennifer Reuter (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V67754
ISBN (eBook)
9783638605007
ISBN (Book)
9783638807012
Language
German
Tags
Alter Eine Annäherung Thema Jugendsprache Einführung Semantik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Reuter (Author), 2006, Jugendsprache. "Ey Alter, was geht ab?" Eine Annäherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67754
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