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Konventionen der Untertitelung in Film und Fernsehen. Zur "Good subtitling practice"

Title: Konventionen der Untertitelung in Film und Fernsehen. Zur "Good subtitling practice"

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Kulturwissenschaftler Hendrik Heinze (Author)

Film Science
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Gutes Untertiteln ist eine hohe Kunst, wahrgenommen jedoch meist nur in ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten. „All of us have, at one time or another, left a movie theater wanting to kill the translator. Our motive: the movie’s murder by ‘incompetent’ subtitle”, schreibt der Filmkritiker Nornes (1999: 17). Dem Publikum ist oft nicht bewusst, welch große technische, sprachliche, stilistische und dramaturgische Herausforderungen mit der Übertragung einhergehen. Zusätzliche audiovisuelle Komponenten in einer polysemiotischen Umgebung, ein Wechsel vom gesprochenen zum geschriebenen Medium und eine beachtliche Textreduktion werden von Untertitlern als arbeitserschwerende Einschränkungen und von Translationswissenschaftlern als distinkte Merkmale einer “neuen” Art der Übersetzung gesehen.

Zur Vereinheitlichung und Erleichterung dieser anspruchsvollen Tätigkeit existieren verschiedene Konventionen. Diese Arbeit hat zum Ziel, die geltenden Standards der Untertitelung und deren wissenschaftliche Herleitung zu beleuchten. Zahlreiche Autoren haben Handreichungen und Überblicke zum guten Untertiteln verfasst, so z.B. Buhr (2003), Dries (1995), Ivarsson (1992) und Luyken et. al. (1991). Auch die wissenschaftliche Literatur zum Thema wächst stetig. Um die Einhaltung gewisser Standards sicherzustellen, hat die Gilde der europäischen Untertitler zahlreiche Festlegungen zum zeitgemäßen Untertiteln getroffen. Hier ist besonders der ‚Code of Good Subtitling Practice’ der ‚European Association for studies in screen translation’ (ESIST) zu nennen, den die erfahrenen Untertitler Jan Ivarsson und Mary Carroll zusammengestellt haben (Ivarsson/Carroll 1998). Eine genaue Auseinandersetzung mit den dortigen technischen und sprachlichen Maßgaben ist das Herzstück dieser Arbeit. Die so entstandene Vermischung normativer Handlungsanweisungen und deskriptiver Analysen ist ein bewusster Versuch der thematischen Anordnung.

Als umfängliche und kompetente Einschätzung des Untertitelns und seiner Herausforderungen richtet sich diese Arbeit an Sprach- und TranslationswissenschaftlerInnen sowie PraktikerInnen gleichermaßen. Die gelungene Verknüpfung von praxisnaher Darstellung und fundierter theoretischer Analyse, der klare und prägnante Stil sowie das umfangreiche Literaturverzeichnis machen die Arbeit insbesondere für Studenten geistes- und kulturwissenschaftlicher Fächer interessant. Der Autor ist Diplom-Kulturwissenschaftler.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Möglichkeiten der sprachlichen Übertragung von Filmen

1.2 Standards und Konventionen

2 Definition

3 Eine kurze Geschichte des Untertitelns

4 Charakteristika der Untertitelung

4.1 Ist Untertitelung Übersetzung?

4.2 Die polysemiotische kommunikative Situation

4.2.1 Raum und Zeit

4.2.2 Rhythmus

4.2.3 Segmentierung

4.3 Reduktion: Linguistische Strategien

4.3.1 Totale Reduktion / Tilgung

4.3.2 Partielle Reduktion / Kondensation und Paraphrase

4.4 Adaption gesprochener Sprache

5 Zusammenfassung

6 Fremdsprachliche Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang: Code of Good Subtitling Practice

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geltenden Standards und Konventionen der Untertitelung im Film- und Fernsehbereich sowie deren wissenschaftliche Herleitung. Ziel ist es, die technischen und linguistischen Anforderungen an eine qualitativ hochwertige Untertitelung zu beleuchten und den Status des Untertitelns als eigenständige Form der Übersetzung, oft als "transadaptation" bezeichnet, zu verdeutlichen.

  • Wissenschaftliche Einordnung der Untertitelung als audiovisual translation.
  • Analyse der technischen Rahmenbedingungen (Raum, Zeit, Rhythmus).
  • Untersuchung linguistischer Strategien zur Textreduktion.
  • Adaption gesprochener Sprache in den schriftlichen Code.
  • Bedeutung von Konventionen, insbesondere des "Code of Good Subtitling Practice".

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Raum und Zeit

Wie lange muss ein Untertitel mindestens, wie lange darf er höchstens „stehen“? Ist es schlimm, wenn er nicht zeitgleich mit dem Einsetzen der Figurenrede erscheint und mit dem Erstummen der Stimme vom Bildschirm verschwindet? Anders als bei der Lektüre eines Buches ist es bei audiovisuellen Medien nicht der Zuschauer, der die Betrachtungsdauer bestimmt (Gottlieb 1994a: 101). Den Untertitlern obliegt es, Konventionen zu finden, um allen Wünschen und Zwängen gleichermaßen gerecht zu werden: Dem für diesen Film oder Beitrag vermuteten „durchschnittlichen“ Zuschauer mit seiner Lesegeschwindigkeit, dem Quelltext und seinem Verfasser sowie den räumlichen und zeitlichen Beschränkungen, die die Breite des Bildschirms und die Geschwindigkeit des Filmes der Übertragung auferlegen.

Hier ist zu erwähnen, dass Menschen Untertitel in unterschiedlicher Absicht konsultieren mögen. Dollerup (1974: 197) geht davon aus, dass zahlreiche Menschen ihre Fremdsprachenkenntnisse mittels Untertiteln pflegen. De Linde (1995: 10) weist darauf hin, dass das Leseschema sehr von der Menge und Komplexität der übermittelten Informationen abhängig ist. De Linde/Kay zitieren dazu Minchintons Auffassung, dass in Liebesfilmen die Handlung jedem vorhersehbar sei und Untertitel eher kurz zur Bestätigung konsultiert würden (Minchinton bei de Linde/Kay 1999: 6). Anders sei es dagegen in Krimis, wo die Untertitel genau gelesen werden müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der sprachlichen Übertragung von Filmen ein, vergleicht die Untertitelung mit der Synchronisation und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Standards der Untertitelung wissenschaftlich zu beleuchten.

2 Definition: Hier wird der Begriff der Untertitelung definiert, wobei interlinguale Untertitel von anderen Formen wie der Untertitelung für Hörgeschädigte abgegrenzt werden.

3 Eine kurze Geschichte des Untertitelns: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der Untertitelung, die mit dem Aufkommen des Tonfilms in den späten 1920er Jahren eng verknüpft ist.

4 Charakteristika der Untertitelung: Dieser zentrale Abschnitt behandelt die technischen und linguistischen Herausforderungen, darunter die polysemiotische kommunikative Situation, räumliche und zeitliche Beschränkungen, Strategien der Reduktion sowie die Adaption gesprochener Sprache.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Untertitel ein unverzichtbares, aber anspruchsvolles Medium sind, für dessen Qualität ein fundiertes Instrumentarium an Konventionen existiert.

6 Fremdsprachliche Zusammenfassung: Eine englischsprachige Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit.

7 Literaturverzeichnis: Ein umfassendes Verzeichnis der in der Arbeit zitierten sowie ergänzender Literatur.

8 Anhang: Code of Good Subtitling Practice: Der Anhang enthält den "Code of Good Subtitling Practice" als Referenz für professionelle Standards.

Schlüsselwörter

Untertitelung, audiovisuelle Übersetzung, transadaptation, Synchronisation, Sprachübertragung, Film, Fernsehen, Medienlinguistik, Code of Good Subtitling Practice, Reduktionsstrategien, audiovisuelle Kommunikation, Untertitelstandards, Interlinguale Untertitelung, Lesegeschwindigkeit, polysemiotische Situation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen, technischen Standards und sprachlichen Strategien, die hinter der professionellen Untertitelung von Film- und Fernsehproduktionen stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Untertitelung, historische Hintergründe, die komplexen Anforderungen der "polysemiotischen" Filmsprache, Methoden der Textreduktion sowie die Einhaltung technischer Konventionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die geltenden Standards der Untertitelung aufzuzeigen, deren Notwendigkeit wissenschaftlich zu begründen und das Handwerk des Untertitelns als anspruchsvolle Form der Übersetzung zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der existierende Theorien und Handreichungen zur Untertitelung – insbesondere der "Code of Good Subtitling Practice" – deskriptiv analysiert und in den Kontext aktueller Forschung gestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil (Kapitel 4) werden die spezifischen Charakteristika der Untertitelung detailliert diskutiert, unter anderem die räumlichen und zeitlichen Restriktionen, die Segmentierung von Textblöcken und linguistische Strategien zur Kondensation und Paraphrasierung von Dialogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Untertitelung, audiovisuelle Übersetzung (audiovisual translation), transadaptation, mediale Restriktionen und der Code of Good Subtitling Practice.

Warum wird Untertitelung oft nicht als bloße Übersetzung angesehen?

Da Untertitelung aufgrund der audiovisuellen Umgebung einem engen, durch Raum und Zeit bestimmten Rahmen unterliegt, handelt es sich eher um eine "transadaptation", bei der redaktionelle Eingriffe und Kürzungen notwendig sind, um Kohärenz und Lesbarkeit zu gewährleisten.

Welche Bedeutung haben die "Raum und Zeit"-Restriktionen für Untertitler?

Diese Restriktionen zwingen den Untertitler dazu, den Originaltext systematisch zu reduzieren und zu segmentieren, damit die Untertitel auf dem Bildschirm lesbar sind und gleichzeitig synchron zum Sprechrhythmus des Films erscheinen.

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Details

Title
Konventionen der Untertitelung in Film und Fernsehen. Zur "Good subtitling practice"
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Fakultät fur Kulturwissenschaften)
Course
Filmsynchronisation und Übersetzungsprobleme - Was kann man übersetzen?
Grade
1,3
Author
Diplom-Kulturwissenschaftler Hendrik Heinze (Author)
Publication Year
2005
Pages
34
Catalog Number
V67760
ISBN (eBook)
9783638605038
ISBN (Book)
9783638672375
Language
German
Tags
Good Konventionen Untertitelung Film Fernsehen Filmsynchronisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Kulturwissenschaftler Hendrik Heinze (Author), 2005, Konventionen der Untertitelung in Film und Fernsehen. Zur "Good subtitling practice", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67760
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