Die Krise in den achtziger Jahren nach Titos Tod


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
14 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Die Krise in den achtziger Jahren nach Titos Tod
1 Jugoslawien zum Zeitpunkt Titos Tod
2 Titos Tod
2.1 Tod Titos
2.2 Begräbnis Titos
3 Wirtschaftliche Krise Jugoslawiens
4 Krise des politischen Systems
5 Nationale Spannungen: Albanische Aufstände

III Schluss

IV Literaturverzeichnis

I Einleitung

Heute ist Tito vor allem als Führer der Blockfreien Bewegung bekannt.

Josip Broz wurde am 7. Mai 1892 als Sohn einer Kleinbauernfamilie in Kroatien, das damals zu Österreich- Ungarn gehörte, geboren. Sein Geburtstag wurde im späteren Jugoslawien jedoch am 25. Mai gefeiert, da er sich offenbar selbst einmal bei dem Datum seiner Geburt geirrt hatte und es dann dabei blieb.

Seinen Aufstieg zur Macht begann Josip Broz als Unteroffizier in der österreichischen Armee. Dort geriet Broz während des 1. Weltkrieges in russische Kriegsgefangenschaft. Er trat 1918 in die Rote Armee in Sowjetrussland ein. 1920 kehrte er nach Kroatien zurück und arbeitete dort beim Aufbau der Kommunistischen Partei mit. 1921 wurde die Partei in Kroatien verboten, und er kam mehrmals in Haft. Nach Verbüßung seiner letzten Gefängnisstrafe, die er von 1928 bis 1934 verbüßte, ging er unter dem Decknamen Tito nach Moskau, wo er verschiedene Funktionen in der Kommunistischen Internationale (Abk. Komintern) übernahm. Die Kommunistische Internationale ist der Name für verschiedene Vereinigungen zur Förderung der Zusammenarbeit sozialistischer und kommunistischer Organisationen der ganzen Welt. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 stellte Tito eine Partisanenarmee auf, die den Deutschen Widerstand leisten sollte. 1943 wurde eine provisorische Regierung mit Tito als Ministerpräsident aufgestellt. 1944 erreichte Tito die Befreiung Jugoslawiens. Mit seiner neuen Regierung, in der nun auch Bürgerliche aus der Exilregierung vertreten waren, setzte er seinen Kurs zum Aufbau eines sozialistischen Staates in Jugoslawien fort. Im November 1945 wurde das Land in die „Föderative Volksrepublik Jugoslawien“ umgewandelt. Tito blieb weiterhin Ministerpräsident.

Tito blieb als Staats- und Regierungschef Jugoslawiens zunächst ein getreuer Gefolgsmann Stalins. Trotzdem kam es aber 1948 zum Bruch, weil. Tito seinen „eigenen Weg zum Sozialismus“ verfolgte, mit dem Gedanken der Selbstverwaltung. Außenpolitisch wurde Tito zum Führer der Blockfreien Bewegung. Blockfreie Staaten waren Staaten, die zusammengeschlossen waren. Diese Staaten gehörten während des Kalten Krieges keinem der beiden von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion angeführten Machtblöcken angehörten.[1]

Nachdem Tito im Jahre 1980 gestorben war, wurde innerhalb der Föderativen Republik Jugoslawiens nach und nach eine Krise des Landes bekannt. In der Alltagssprache ist mit dem Wort Krise häufig eine gefährliche Entwicklung, Zuspitzung oder Verschärfung einer Situation gemeint. Diese Situation weicht meistens von der Regel ab und ist somit eine Ausnahmesituation. Sie übersteigt oft die Bewältigungsmaßnahmen der Betroffenen, da kein offensichtlicher Ausweg zu erkennen ist. Krisen sind oft die Folge von Geschehnissen, die eine Veränderung der Gegebenheiten notwendig machen. Bei Anzeichen einer Krise versuchen die Menschen zunächst das Problem auf bewährte Weise zu lösen. Sollte dieser Versuch erfolglos sein, so wächst die Anspannung und es werden neue Lösungswege herangezogen.

Welche Art von Krise sich in Jugoslawien nach Titos Tod entwickelte und schließlich für den Zerfall Jugoslawiens verantwortlich war, soll in dieser Hausarbeit mit dem Titel ‚Die Krise in den achtziger Jahren nach Titos Tod’ geklärt werden. Des weiteren soll erläutert werden, warum diese Krise nicht zu Lebzeiten Titos bekannt war.

Im ersten Unterpunkt soll knapp erläutert werden, wie sich der Parteikongress im Jahre 1978 über die wirtschaftliche Lage Jugoslawiens äußerte.

Tito starb drei Tage vor seinem 88. Geburtstag. Im Unterpunkt 2.1 werden die verschiedenen Erkrankungen, die zu seinem Tod führten, erläutert. In 2.2. soll das prachtvolle Staatsbegräbnis Titos beschrieben werden.

Im dritten Unterpunkt sollen die Faktoren der wirtschaftlichen Krise behandelt werden. Außerdem soll eine Ursache für die wirtschaftliche Krise erläutert werden.

Die wirtschaftliche Krise entwickelte sich schrittweise und wurde mehr und mehr zu einer Krise des politischen System Jugoslawiens. Daher soll im vierten Unterpunkt geklärt werden, wie sich die politische Krise Jugoslawiens äußerte.

Am Beispiel der albanischen Aufstände sollen im vierten Unterpunkt dann schließlich die nationalen Spannungen innerhalb Jugoslawiens erläutert werden.

II Die Krise in den achtziger Jahren nach Titos Tod

1 Jugoslawien zum Zeitpunkt Titos Tod

Der XI. Parteikongress Ende Mai 1978 zeigte sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung Jugoslawiens zufrieden. Nach Ansicht von Edvard Kardelj, der oft als ‚Chefideologe’ Titos bezeichnet wurde, wird der Öffentlichkeit im Jahr 1978 die Wahrheit in Bezug auf die wirtschaftliche Lage verschwiegen.[2] Tito selbst sah, die Stärke Jugoslawiens in seinem sozialistischen Sebstverwaltungssystem, wie er in seinem letzten Bericht an den Kongress vortrug.[3] Noch Ende der siebziger Jahre redete Parlamentspräsident Peko Dapčevič nicht von einer Krise, sondern nur von ‚Schwierigkeiten’. Ausländische Korrespondenten wurden zurechtgewiesen, wenn sie von einer Krise sprachen. Es seien lediglich Schwierigkeiten von vorübergehender Natur.[4]

2 Titos Tod

2.1 Tod Titos

Das Zentralkomitee der Partei und das Staatspräsidium Jugoslawiens ließen am Sonntag den 4. Mai 1980 mit folgenden Worten verlauten, dass Josip Broz Tito nach monatelangem Todeskampf gestorben sei:

„Arbeiterklasse, Werktätige und Bürger, Völker und Volksgruppen der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawiens – Genosse Tito ist gestorben.“[5]

Im Januar 1980 wurde Tito wegen Verschluss der Blutgefäße das linke Bein amputiert. Zunächst erholt sich der 87 jährige Tito überraschend gut von der Amputation. Doch ab dem 10. Februar 1980 wurde die Öffentlichkeit über die ständigen Verschlechterungen von Titos Zustand informiert: Er litt an einer Nierenunterfunktion, Verdauungsstörungen, Herzschwäche, Lungenentzündung und Herzrhythmusstörungen, Außerdem litt er an Nierenversagen, einer starken Magenblutung, einer Allgemeininfektion mit hoher Temperatur und neigte zu Blutungen.[6]

Nach seinem Tod wurde seine Funktion, in der er Staat und Partei zugleich leitete, von dem Präsidium der Republik übernommen. Das Präsidium leitete bereits die Regierungsgeschäfte Jugoslawiens seit der Erkrankung Titos. Hierzu gehörten Mijatovic, dem Präsidenten von der Partei und Kolischewski, dem Präsidenten des Staates. Die acht weiteren Mitglieder des Präsidiums setzten sich aus sechs Vertretern der Teilrepubliken und der zwei autonomen Provinzen zusammen.[7]

Auch deutsche Politiker gaben Stellungsnahmen zu Titos Tod ab. Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt kündigte an, am Begräbnis teilzunehmen und bei dieser Gelegenheit mit dem sowjetischen Staatschef Breschnew und dem DDR – Vorsitzenden Honecker zusammen zu treffen. Somit waren Politiker von Ost und West am Grabe Titos in seltener Einigkeit zusammen, um Titos Wirken für Frieden und Entspannung zu würdigen.[8]

2.2 Begräbnis Titos

Titos Begräbnis war eine lange Prozession. Die Prozession begann in der slowenischen Landeshauptstadt Laibach. Dort trugen sechs Gardeoffiziere in dunkelblauer Paradeuniform den Eichensarg Titos auf eine Plattform vor dem Gebäude des Landesparlaments. Dort bedeckten sie ihn mit der jugoslawischen Staatsfahne. Der Sarg wurde auf den ‚Blauen Zug’ geladen, mit dem er als Staats - und Parteichef seine Bürger drei Jahrzehnte bereiste und regierte. Entlang der gesamten Bahnstrecke hatten sich Menschen eingefunden, die Tito die letzte Ehre erweisen wollten. Der ‚Blaue Zug’ machte einen Zwischenhalt in der kroatischen Landeshauptstadt Zagreb, wo der Sarg Titos vor dem Hauptbahnhof zu einer kurzen Abschiedszeremonie aufgestellt wurde. Auch hier hatte sich wieder eine große Menschenmenge versammelt. Die letzte Station des ‚Blauen Zuges’ war Belgrad. Hier erwarteten das gesamte Staats – und Parteipräsidium, die Mitglieder des Bundesparlamentes und des diplomatischen Corps das Eintreffen von Titos Sarg. Es hatte sich eine Menschenmenge von ca. 100.000 Menschen versammelt. Der Leichnam Titos wurde im jugoslawischen Parlamentsgebäude aufgebahrt. Schließlich wurde Titos Leichnam in einem Mausoleum, an dem schon seit Januar 1980 gearbeitet wurde, in der Nähe von seiner Residenz in Belgrad beigesetzt.[9]

[...]


[1] Vgl. ‚Tito’ Encarta Enzyklopädie. 1998. 1993 – 1997 Microsoft Corporation. Köln 1997

[2] Vgl. Libal, Wolfgang: Das Ende Jugoslawiens, Selbstzerstörung, Krieg ohne Ohnmacht der Welt, Wien 1993, S. 99.

[3] Ebd. S. 99.

[4] Ebd. S. 102.

[5] WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 5. Mai 1980.

[6] Ebd.

[7] Ebd.

[8] Ebd.

[9] WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 6. Mai 1980.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Krise in den achtziger Jahren nach Titos Tod
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Geschichte Jugoslawiens 1918 - 1991
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V67796
ISBN (eBook)
9783638605199
ISBN (Buch)
9783640175710
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Krise, Jahren, Titos, Geschichte, Jugoslawiens
Arbeit zitieren
Janine Diedrich (Autor), 2005, Die Krise in den achtziger Jahren nach Titos Tod, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67796

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