Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - General

Die Ideologiekritik der kritischen Theorie und ihr Bezug zur Pädagogik

Title: Die Ideologiekritik der kritischen Theorie und ihr Bezug zur Pädagogik

Seminar Paper , 2006 , 17 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Veronika Donn (Author)

Pedagogy - General
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die kritische Theorie der Gesellschaft, die im Frankfurter Institut für Sozialforschung ihren institutionellen Rahmen fand, ist eine der bedeutendsten sozialphilosophischen Theorien des letzten Jahrhunderts. Diese Theorie soll hier zunächst in ihren Grundzügen dargestellt werden, bevor genauer auf die Ausprägungen der Theorie nach Horkheimer und Habermas eingegangen wird. Besonderes Augenmerk soll auf den Themenkomplex Ideologiekritik und ihre Bedeutung für die Pädagogik gelegt werden. Die kritische Theorie der Gesellschaft wurde im Frankfurter Institut für Sozialforschung entwickelt, das 1924 in Frankfurt am Main gegründet wurde, um eine fächerübergreifende Sozialforschung zu etablieren. Diese Forschung orientierte sich stark an den Theorien von Karl Marx. Es sollte eine umfassende Gesellschaftstheorie entwickelt werden, v. a in bezug auf drei Themenkomplexe: die Analyse der Beziehung von materieller und geistiger Kultur, die Frage nach der Vermittlung von sozioökonomischen Strukturen und den sozialpsychologischen Dispositionen der Menschen und die politisch- ökonomische Problematik, z. B. die Frage nach Planwirtschaft oder Kapitalismus. In der späteren Ausprägung der Theorie wurde auch die abendländische Vernunfttradition Gegenstand der Kritik. Die kritische Theorie sah sowohl die Subjekte als auch die Objekte aller Wissenschaft als gesellschaftlich begründet an, was die Notwendigkeit der Reflexion ihrer Handlungsbedingungen nach sich zieht. Dadurch grenzt sie sich von der traditionellen Theorie ab, die eine Trennung von wissenschaftlichem Objekt und dem betrachtenden Subjekt voraussetzt. (vgl. Dubiel 1988, S. 17- 22). Im Folgenden soll besonders auf die „Dialektik der Aufklärung“ von Horkheimer und Adorno eingegangen werden, wie auch auf Horkheimers Aufsatz „Ideologie und Handeln“. Hauptsächlich aus diesen beiden Quellen sollen die Grundlagen von Horkheimers Auffassung über Ideologiekritik herausgearbeitet werden, die dann mit Habermas` Positionen - vor allem bezogen auf seine Werke „Theorie des kommunikativen Handelns“ und „Technik und Wissenschaft als Ideologie“ - verglichen werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die kritische Theorie der Gesellschaft

2.1. Grundannahmen

2.2. Die nachbürgerliche Kultur

2.3. Der autoritäre Sozialcharakter

2.4. Der totalitäre Kapitalismus

2.5. Die Ideologiekritik der kritischen Theorie

3. Horkheimer: Grundannahmen und Ideologiekritik

3.1. Die „Dialektik der Aufklärung“ als aufklärerische Ideologiekritik

3.2. Horkheimers Ideologiebegriff

3.3. Horkheimers Ideologiekritik

3.4. Kritik am ökonomischen Materialismus, Wissenssoziologie, Liberalismus und Positivismus

4. Habermas: Die Überwindung von Horkheimers Standpunkten

4.1. Habermas` Ideologiekritik: „Technik und Wissenschaft als Ideologie“

4.2. Die „Theorie des kommunikativen Handelns“

4.3. Die Kritik an der „Dialektik der Aufklärung“

5. Die Bedeutung der Ideologiekritik der kritischen Theorie für die Pädagogik

5.1. Ideologiekritik und pädagogische Wissenschaft

5.2. Ideologiekritik und die pädagogische Praxis

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzepte der Ideologiekritik innerhalb der Kritischen Theorie, insbesondere im Vergleich der Positionen von Max Horkheimer und Jürgen Habermas, um deren Relevanz für die pädagogische Wissenschaft und Praxis aufzuzeigen. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie ideologiekritische Ansätze dazu beitragen können, erzieherische Prozesse und wissenschaftliche Erkenntnisbildung vor unreflektierten Machtinteressen zu schützen.

  • Grundlagen und zentrale Annahmen der Kritischen Theorie der Gesellschaft.
  • Horkheimers Verständnis von Ideologie und dessen Dialektik der Aufklärung.
  • Habermas' Weiterentwicklung der Ideologiekritik durch kommunikative Rationalität.
  • Übertragung ideologiekritischer Prinzipien auf die pädagogische Forschung und Praxis.
  • Reflexion des Verhältnisses von Wissenschaft, Ideologie und erzieherischem Machtgefälle.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die „Dialektik der Aufklärung“ als aufklärerische Ideologiekritik

In der „Dialektik der Aufklärung“ thematisieren Horkheimer und Adorno den Prozess der Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur sowie die Funktion der Vernunft. Die Aufklärung begreift das aufklärerische Denken im Kontrast zum Mythos: Der Mythos beruht auf der Autorität der Überlieferung, der Glauben geschenkt wird, währen das Denken der Aufklärung die Vernunft als Autorität ansieht. Diesem Gegensatz stellen Horkheimer und Adorno ihre These entgegen, dass der Mythos Aufklärung ist, und die Aufklärung in die Mythologie zurückschlägt. Die Autoren berufen sich auf die Werke von Homer, die zwar Mythen beschreiben, in denen aber das Subjekt vor den mythischen Mächten flieht. Deshalb sehen Horkheimer und Adorno in den Ursprungsmächten, die gleichzeitig eine Autorität darstellen und vor denen das Subjekt fliehen möchte, die erste Stufe der Aufklärung. Die Aufklärung würde vollzogen werden, wenn die Befreiung von den Ursprungsmächten der Mythen gelingen würde. Dies führt zum zweiten Teil der Anfangsthese: die Aufklärung, die die Befreiung von den mythischen Gewalten ist, soll nun wiederum zur Rückkehr der Mythologie führen. In den Mythen überwindet der Mensch die äußere Gewalt der Mächte, indem er seine innere Natur beherrscht. Diese Entsagung deuten Horkheimer und Adorno wieder als Opferritual, das beständig mythisch wiederholt wird. Der Mensch hat sich von den Ursprungsmächten gelöst und muss sich dafür selbst beherrschen. die Vernunft wird dadurch zweckrational als Natur- und Triebbeherrschung eingesetzt, sie wird also instrumentalisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Kritischen Theorie sowie Darlegung der Forschungsabsicht, die Konzepte Horkheimers und Habermas' auf ihren ideologiekritischen Gehalt hin zu untersuchen.

2. Die kritische Theorie der Gesellschaft: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, einschließlich des Wandels von liberalistischen Deutungsmustern zum totalitären Spätkapitalismus und der Rolle des Sozialcharakters.

3. Horkheimer: Grundannahmen und Ideologiekritik: Analyse von Horkheimers Ideologiebegriff und seiner Kritik an der instrumentellen Vernunft, die als Naturbeherrschung die menschliche Befreiung gefährdet.

4. Habermas: Die Überwindung von Horkheimers Standpunkten: Darstellung der Habermaschen Kritik an der Vernunftskepsis und Einführung der kommunikativen Rationalität als neue Grundlage für kritische Theorie.

5. Die Bedeutung der Ideologiekritik der kritischen Theorie für die Pädagogik: Untersuchung, wie ideologiekritische Ansätze die Erziehungswissenschaft vor einer technokratischen Vereinnahmung bewahren können.

6. Schlussbemerkung: Resümee über die Notwendigkeit der Reflexion von Theorie und Praxis zur Sicherung der pädagogischen Unabhängigkeit gegenüber gesellschaftlichen Machtstrukturen.

Schlüsselwörter

Kritische Theorie, Ideologiekritik, Max Horkheimer, Jürgen Habermas, instrumentelle Vernunft, kommunikative Rationalität, Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Dialektik der Aufklärung, Technokratie, Machtverhältnisse, Wissenschaftstheorie, Sozialpsychologie, Spätkapitalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich ideologiekritischer Konzepte innerhalb der Kritischen Theorie, um deren Anwendungspotenzial für die Pädagogik zu bewerten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Felder sind die Entwicklung der Kritischen Theorie von Horkheimer bis Habermas, die Dialektik der Aufklärung, das Konzept der kommunikativen Rationalität und deren Bedeutung für erzieherische Kontexte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Beitrag der Ideologiekritik zur Erziehungswissenschaft aufzuzeigen, insbesondere um pädagogische Theorien und Praktiken kritisch auf verborgene Machtinteressen zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine theoriegeschichtliche und rekonstruktive Analyse, die primär auf der Auswertung und dem Vergleich philosophischer Schlüsselwerke basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesellschaftstheoretischen Grundlagen, die Ideologiekritik bei Horkheimer, deren Revision durch Habermas sowie die spezifische Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Pädagogik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Ideologiekritik, instrumentelle Vernunft, kommunikatives Handeln, Machtgefälle und die Reflexion von Wissenschaft als Ideologie geprägt.

Warum hält Habermas Horkheimers Vernunftbegriff für problematisch?

Habermas argumentiert, dass Horkheimer mit seinem Fokus auf die instrumentelle Vernunft den emanzipatorischen Vernunftgehalt der Moderne unterschätzt, was eine fundamentale Kritik an der Vernunft selbst und damit an der Ideologiekritik unmöglich mache.

Inwiefern ist das erzieherische Verhältnis laut Autor anfällig für Ideologien?

Durch das natürliche Machtgefälle zwischen Erzieher und Zögling besteht die Gefahr, dass Theorien und Werte instrumentalisiert werden, um ein falsches Bewusstsein zu erzeugen, was eine ständige ideologiekritische Reflexion der pädagogischen Praxis notwendig macht.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Die Ideologiekritik der kritischen Theorie und ihr Bezug zur Pädagogik
College
University of Augsburg
Grade
1.3
Author
Veronika Donn (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V67844
ISBN (eBook)
9783638605441
ISBN (Book)
9783656791027
Language
German
Tags
Ideologiekritik Theorie Bezug Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Donn (Author), 2006, Die Ideologiekritik der kritischen Theorie und ihr Bezug zur Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67844
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint