Investitionsplanung und Investitionsrechnung. Ziele, Verfahren, Kritische Analyse


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Definition des Investitionsbegriffs
2.2. Investitionsarten
2.3. Investitionsmotive und Investitionszielsetzungen

3. Die Investitionsplanung als bedeutender Bestandteil der Unternehmensplanung
3.1. Beschreibung von Investitionsplanung und deren Aufgaben
3.2. Der Investitionsplanungsprozess
3.3. Sukzessivplanung und Simultanplanung

4. Die Investitionsrechnung
4.1. Das Entscheidungsproblem
4.2. Statische Verfahren
4.2.1. Gewinnvergleichsrechnung
4.2.2. Amortisationsrechnung
4.3. Kritische Beurteilung der statischen Verfahren
4.4. Dynamische Verfahren
4.4.1. Kapitalwertmethode
4.4.2. Methode des internen Zinsfußes
4.5. Kritische Beurteilung der dynamischen Verfahren

5. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Investitionsdaten, Beispiel 1: Avantomat und Fixomat, Blech AG

Tabelle 2: Gewinnvergleichsrechung, Beispiel 1: Avantomat und Fixomat, Blech AG

Tabelle 3: Berechnung des durchschnittlichen Cash-flow, Beispiel 1: Avantomat und Fixomat, Blech AG

Tabelle 4: Amortisationsrechnung nach der Durchschnittsmethode, Beispiel 1: Avantomat und Fixomat, Blech AG

Tabelle 5: Amortisationsrechnung nach der Kumulationsmethode, IO1 und IO

Tabelle 6: Rückflüsse, Beispiel 2: Drehbänke, Firma Universalmetall

Tabelle 7: Bar- und Kapitalwerte, Beispiel 2: Drehbänke, Firma Universalmetall

Tabelle 8: Methode des internen Zinsfußes, Beispiel

Tabelle 9: Methode des internen Zinsfußes, Beispiel

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Objektbezogene Investitionen

Abbildung 2: Wirkungsbezogene Investitionen

Abbildung 3: Der Investitionsplanungsprozess

Abbildung 4: Die Verfahren der Investitionsrechnung

Abbildung 5: Kritische Auslastung von Avantomat und Fixomat, Blech AG

Abbildung 6: Grafische Ermittlung des internen Zinsfußes des Investitionsobjekts I, Beispiel

1. Einleitung:

„Deutschlands Unternehmen haben in den vergangenen Monaten so viel im eigenen Land investiert wie seit vier Jahren nicht mehr. Aus ersten Schätzungen der Bundesbank geht hervor, dass die Ausgaben für Ausrüstungen im ersten Halbjahr um 5,8 Prozent höher lagen als im Vorjahr.“[1] Daraus ergibt sich, dass der Anteil der Gewinne aus Unternehmertätigkeit und Vermögen am Volkseinkommen auf 33,5 % gestiegen ist, ein Wert den es zuletzt in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab.[2] Die Auswirkungen des Wirbelsturms Katrina in den USA Ende August diesen Jahres auf die Ölpreise am Weltmarkt werden dieser Entwicklung entgegenstehen. Dies macht es für Investoren noch wichtiger, ihre Investitionsprogramme sorgfältig zu planen und alle Alternativen auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen, um folgenschwere Fehlentscheidungen zu vermeiden.

2. Grundlagen

Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Verfahren der Investitionsrechnung vorzustellen und kritisch zu beurteilen. Dazu ist es notwendig, zuerst die Motive und Zielsetzungen von Investoren zu erläutern und Bedeutung der Investitionsplanung innerhalb der Unternehmensgesamtplanung zu verdeutlichen.

2.1. Definition des Investitionsbegriffs:

Auf Grund der großen Bedeutung, den Investitionen für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen haben, finden sich in der Fachliteratur unzählige Definitionen des Investitionsbegriffs. Stellvertretend hierfür sei das Gabler Wirtschaftslexikon zitiert, welches eine Investition als „die zielgerichtete, in der Regel langfristige Kapitalbindung zur Erwirtschaftung zukünftiger Erträge“[3] beschreibt. Zwei Begriffe in dieser Definition bedürfen jedoch einer genaueren Betrachtung. Kapitalbindung meint die Aufgabe von Liquidität zu Gunsten einer Anlage finanzieller Mittel in Objekten finanzieller, materieller oder immaterieller Art.[4] Zukünftige Erträge sind der vom Investor erhoffte längerfristige Nutzen aus der Kapitalbindung, über den sich aber wegen seiner Unvorhersehbarkeit keine zuverlässigen Aussagen treffen lassen, weshalb mit einer Investition immer ein gewisses Risiko verbunden ist. Aus dieser Beschreibung lassen sich somit die drei Hauptmerkmale von Investitionen ableiten: Liquiditätskomponente, Erfolgskomponente und Risikokomponente.[5] Darüber hinaus kann eine Investition sowohl eine Handlung, die Tätigkeit des Investierens, als auch ein Objekt, das Ergebnis des Investierens, bezeichnen. Der vorliegenden Arbeit wird, dem Beispiel der Fachliteratur folgend, ausschließlich die erste Begriffsfassung zu Grunde gelegt.

2.2. Investitionsarten

Investitionen[6] können nach verschiedenen Gesichtspunkten gegliedert werden. Geht man bei der Einteilung der Investitionstätigkeiten von der Art des Investitionsobjekts aus, so unterscheidet man zwischen Sachinvestitionen (Grundstücke, Gebäude, Betriebsmittel, Vorräte) Finanzinvestitionen (Wertpapiere, Beteiligungen, Forderungsrechte) und immateriellen Investitionen (Forschung und Entwicklung, Aus- und Weiterbildung, Lizenzen, Werbung). Diese drei Investitionsarten fasst man unter der Kategorie objektbezogene Investitionen zusammen.

Die Kategorie wirkungsbezogene Investitionen unterscheidet dagegen nach Wirkung und Anlass der Investitionstätigkeiten. Laufende Investitionen umfassen sowohl Ersatz verbrauchter oder nicht mehr nutzbarer durch neue, gleichartige Betriebsmittel als auch Generalüberholungen und Großreparaturen an abnutzbaren Vermögensgegenständen. Einmalige Investitionen oder Errichtungsinvestitionen werden bei Unternehmensgründungen getätigt und dienen der Erstausstattung des Unternehmens mit dem notwendigen Anlage- und Umlaufvermögen. Die am breitesten gefächerte Sparte sind die Ergänzungsinvestitionen. Sie haben als Ziel die Sicherung, Veränderung oder Erweiterung eines vorhandenen Leistungspotentials.[7]

Darüber hinaus existieren weitere Möglichkeiten der Klassifizierung von Investitionen, die aber den vorgesehenen Rahmen sprengen und ohnehin schon Bekanntes nur aus einer anderen Perspektive darstellen würden.

2.3. Investitionsmotive und Investitionszielsetzungen

Die obige wirkungsbezogene Klassifikation der Investitionsmotive hilft, die geeignete Methode der Investitionsrechnung zu finden, wenn man die Vorteilhaftigkeit einer Investition abwägen möchte, denn „es gibt keine Methode der Investitionsrechung, die in allen Situationen die beste ist.“[8]

Auch ohne eine genaue Beschreibung des angestrebten Ziels ist es nicht möglich herauszufinden, ob und wann eine Investitionsmöglichkeit optimal ist. Dabei reicht es jedoch nicht, nur nach einer möglichst vorteilhaften Investition zu suchen, da diese Formulierung zu pauschal gehalten ist und keine präzise Aussage liefert. „Ziele müssen auf jeden Fall operational definiert sein (…). Benötigt werden klare, bei genügend differenzierter Beschreibung für jedermann eindeutig verständliche – kurz: operationale – Zielkriterien.“[9] Unternehmen verfolgen niemals nur ein einzelnes Ziel, sondern streben nach der Verwirklichung eines Zielbündels, welches man allgemein Zielsystem nennt. Zwischen den Zielen eines Zielsystems bestehen Beziehungen unterschiedlicher Natur. Ziele können sich zueinander konkurrierend, komplementär oder indifferent verhalten.

Inhaltlich lassen sich alle unternehmerischen Ziele in monetäre und nicht-monetäre Interessen einteilen.[10] Charakteristisch für monetäre Ziele ist, dass sich die Zielgrößen in Geld messen lassen. Nicht-monetäre Ziele dagegen sind beispielsweise Unabhängigkeit, Sicherheit, Macht, Prestige, Traditionspflege, ethische Motive oder Wohltätigkeitszielsetzungen. Das Problem dabei ist, dass letztere Art der Ziele nicht rechenbar gemacht und in der Investitionsrechnung somit nicht berücksichtigt werden kann, weshalb auf sie auch nicht weiter eingegangen werden soll. Für die Investitionsrechnung relevant sind ausschließlich die monetären Ziele langfristiges Gewinnstreben und Renditestreben. Für ein operationales Zielkriterium ist der Begriff Gewinn allerdings noch zu breit gefasst. Langfristiges Gewinnstreben soll in der vorliegend Arbeit verstanden werden als Einkommensstreben oder als Vermögensstreben. Einkommensstreben ist gleichbedeutend mit Entnahmemaximierung. Der Investor setzt sich ein gewisses, festes Endvermögen am Ende des Planungszeitraums als Ziel und möchte währenddessen für Privatkonsum jährlich gleich bleibende, aber möglichst hohe, maximale Entnahmen aus dem Betrieb ziehen. Beim Vermögensstreben oder der Endwertmaximierung setzt sich der Investor stattdessen ein gewisses, festes Niveau an jährlichen Entnahmen für Konsumzwecke als Ziel und möchte dafür sein Endvermögen am Ende des Planungszeitraums maximieren.

Manchen Investoren orientieren sich am Renditestreben und sind nicht daran interessiert, den absoluten Gewinn zu maximieren, sondern die Kapitalrentabilität als das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. Dieses Vorgehen mag auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Bei der Beurteilung mehrperiodiger Entscheidungsprobleme ist es aber aus Gründen der Vergleichbarkeit empfehlenswert als Bezugskapital das Anfangs- oder Startkapital heranzuziehen. Da dies jedoch bei Vergleichsrechnungen immer eine konstante Größe ist, führt die Maximierung des Quotienten Gewinn durch konstantes Startkapital ebenso wie die oben erwähnte Maximierung des Gewinns stets zum gleichen Ergebnis. Aus diesem Grund kann Renditestreben als Zielsetzung unberücksichtigt bleiben.[11] Die folgenden Ausführungen zur Investitionsplanung und Investitionsrechung orientieren sich ausschließlich an den beiden Varianten der langfristigen Gewinnmaximierung.

3. Investitionsplanung als bedeutender Bestandteil der Unternehmensplanung

Die Investitionsplanung stellt eine Teilplanung der Unternehmensplanung dar. Investitionsentscheidungen sind fast immer mit hohem Kapitaleinsatz und langfristiger Kapitalbindung verbunden. Investitionen erhöhen den Fixkostenanteil und verändern somit die Kostenstruktur eines Unternehmens. Darüber hinaus sind sie wichtige Träger des technischen Fortschritts, der die Sicherung und Weiterentwicklung des Unternehmens fördert. Aus diesen Gründen kommt einer sorgfältigen Investitionsplanung eine große Bedeutung zu.[12]

3.1. Beschreibung von Investitionsplanung und deren Aufgaben

Ziel der Investitionsplanung ist es, den vorausgedachten Betriebsprozess gegen Unordnungen, Zufälligkeiten und Risiken abzuschirmen. Dies bedeutet für die Praxis, dass „die zukünftig über eine Reihe von Jahren auftretenden ökonomischen Wirkungen aus der Projektrealisierung innerhalb eines methodenorientierten Vorgehens aufzuarbeiten sind.“[13] Dies geschieht auf verschiedene Arten und auf verschiedenen Ebenen der Unternehmenshierarchie: In der obersten Führungsebene erfolgt die strategische Planung, welche sich auf langfristig ausgerichtete Produkt- und Marketingstrategien des Unternehmens bezieht und einen langfristigen Investitionsplan über 5 bis 10 Jahre erstellt. Aus ihr ergibt sich in der Ebene darunter die mittelfristig ausgerichtete taktische Planung, welche mit dem Ziel der Aufrechterhaltung des laufenden Geschäfts die Entscheidungen der strategischen Planung umsetzt, indem sie einen einjährigen Investitionsplan verabschiedet und das Investitionsbudget festlegt. Hieraus wiederum leitet sich die operative Planung ab, die sich als kurzfristige Ausführungsplanung mit der konkreten Entscheidung für einzelne Investitionsobjekte befasst. Die sich aus der operativen Investitionsplanung ergebenden drei Hauptaufgaben Optimierung der Investitionsentscheidung sowie Realisierung und Kontrolle des Investitionsprojekts spiegeln sich direkt im Investitionsplanungsprozess wider.

3.2. Der Investitionsplanungsprozess

Der Planungsprozess verläuft stufenweise und lässt sich in folgende Planungsschritte einteilen:[14] Die für die Zielanalyse ausschlaggebenden Zielsetzungen eines Investors wurden bereits mit den beiden Ausprägungen des langfristigen Gewinnstrebens in Kapitel 2.3 beschrieben. Im Zuge der Problemanalyse verschafft sich der Investor einen Überblick über die aktuelle Situation, durch die er sich zur Durchführung einer Investition veranlasst sieht. Als nächsten Schritt muss er seine Handlungsmöglichkeiten zusammenstellen und die für ihn optimale Alternative wählen. Die Entscheidungsproblematik ergibt sich dabei aus den möglichen Investitionsmotiven des Investors. Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes erfordert Ersatzinvestitionen. Neu- und Erweiterungsinvestitionen dagegen sind erforderlich, wenn eine Ausweitung der Kapazität erwünscht ist. Modernisierungs- und Rationalisierungsinvestitionen steigern zusätzlich dazu die Arbeitsproduktivität. Investitionsentscheidungen haben vielfältige Wirkungen. Für die Investitionsplanung relevant ist zunächst jedoch nur der Einfluss auf die Zielgröße langfristiger Gewinn. Die beiden Phasen der Wirkungsprognose und Bewertung, die sich mit dieser Problematik beschäftigen, stehen nun innerhalb der Investitionsplanung im Mittelpunkt. Die Wirkungsprognose setzt als Bezugspunkt für die Messung der gewinnmäßigen Auswirkungen einer Investition die Unterlassungsalternative, d.h. die Nichtdurchführung der Investition. Die monetären Investitionswirkungen werden mit den Verfahren der Investitionsrechnung ermittelt und anschließend zu Zwecken der Bewertung zu Wertziffern verdichtet. Die Entscheidung für eine der Investitionsalternativen bildet den Abschluss des Planungsprozesses im engeren Sinne. Nun beginnt die Phase der Realisation, in der das Investitionsvorhaben unter Einhaltung des geplanten Finanz- und Zeitrahmens durchgeführt wird. Nach der Realisation führt der Investor Prozess begleitend einen Soll-Ist-Vergleich durch, der die in der Bewertungsphase ermittelten mit den tatsächlich eingetretenen Erfolgsbeiträgen vergleicht. Bei negativen Abweichungen kann er versuchen, gegenzusteuern und zu intervenieren. Darüber hinaus liefert die Abweichungsanalyse hilfreiche Erfahrungswerte für eine bessere Prognose bei zukünftigen Investitionsbeurteilungen.[15]

3.3. Sukzessivplanung und Simultanplanung

Der gerade beschriebene Verlauf der Investitionsplanung wurde auf einzelne Investitionen bezogen. Ein Unternehmen hat in einer Rechnungsperiode aber nicht nur eine Investition abzuwickeln, sonder eine Vielzahl von sich gegenseitig nicht ausschließenden Investitionen, die letztlich das Investitionsprogramm darstellen und im Investitionsplan dokumentiert werden. Für die Planung von Investitionsprogrammen und den damit verbundenen Teilplänen – die wichtigsten sind Investitionsplan, Finanzplan, Absatzplan und Produktionsplan – stehen zwei Kategorien von Methoden zur Verfügung, die hier kurz erklärt werden sollen. Die Sukzessivplanung beginnt mit dem Teilplan, dem ausschlaggebende Bedeutung zugemessen wird. Sukzessive werden anschließend die anderen Teilpläne erarbeitet. Der Nachteil dieser Vorgehensweise ist, dass schon entwickelte Teilpläne nicht mehr geändert werden können, auch wenn dies auf Grund der nachfolgenden Planungsschritte für den Investor von Vorteil wäre. Möglicherweise ergeben sich dem Investor derart günstige Investitionsmöglichkeiten, dass es besser gewesen wäre, im vorhergehenden Planungsschritt eine größere Menge an Finanzmitteln zur Verfügung zu stellen. Die Simultanplanung versucht, diese Nachteile zu vermeiden. Sie ermittelt ein optimales Investitionsprogramm, indem sie auf Interdependenzen eingeht und alle Teilpläne möglichst harmonisch aufeinander abstimmt.[16]

4. Die Investitionsrechnung

Die Investitionsrechnung steht im Mittelpunkt des Investitionsplanungsprozesses. Unter ihr versteht man „Methoden, mit denen die Vorteilhaftigkeit investitionspolitischer Maßnahmen geprüft und das im Hinblick auf die Zielsetzungen des Unternehmens optimale Investitionsprogramm rechnerisch bestimmt werden soll.“[17] Diese Definition spricht nur allgemein von Vorteilhaftigkeit einer Investition. Der zu Grunde liegende Sachverhalt ist jedoch differenzierter zu betrachten.

4.1. Das Entscheidungsproblem

Als effizientes Planungsinstrumentarium muss die Investitionsrechnung für verschiedene Problemkreise geeignet sein. Für den Investor können sich hierbei folgende drei Problemstellungen ergeben, welche man unter der Rubrik Entscheidungsproblem zusammenfassen kann: Vorteilhaftigkeitsproblem, Wahlproblem und Ersatzproblem.

Das Vorteilhaftigkeitsproblem stellt sich bei Vorhandensein nur eines einzigen Investitionsobjekts, für das es keine Alternativen gibt. Die Investitionsentscheidung hängt somit nur davon ab, ob das betrachtete Vorhaben als vorteilhaft anzusehen ist und welche Gewinne und welches Risiko zu erwarten sind. Bei mangelnder Vorteilhaftigkeit wird die Investition in das Objekt unterlassen. Eine derartige Fragestellung tritt auf, wenn beispielsweise eine bestimmte für die Fertigung notwendige Spezialmaschine nur von einem einzigen Unternehmen angeboten wird.

Ein Auswahlproblem besteht, wenn dem Investor mehrere alternative, sich gegenseitig ausschließende Investitionsobjekte zur Verfügung stehen. Diesen werden mit Hilfe der Investitionsrechnung unter Gewinn-, Rentabilitäts-, Kosten- und Risikoaspekten miteinander verglichen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass dabei nur das relativ zu den anderen Alternativen am vorteilhafteste Investitionsobjekt ermittelt werden kann. Der Vergleich lässt keine Aussagen über die absolute Vorteilhaftigkeit zu. So kann eine vom Unternehmen festgesetzte Mindestrentabilität unter Umständen auch vom vorteilhaftesten Investitionsobjekt nicht erreicht werden.

Beim Ersatzproblem geht es um die Ermittlung des optimalen Ersatzzeitpunktes eines Investitionsobjekts. Die Fragestellung lautet daher, wann ein gegenwärtig genutztes Investitionsobjekt durch ein neues, gleichartiges Investitionsobjekt ersetzt werden soll. Die Gründe für den Ersatz können unterschiedlicher Natur sein: steigende Reparaturkosten, steigende Ausschussquote, fallende Kapazität oder fallende Qualität.[18]

Für die meisten Investitionsentscheidungen typisch ist das Wahlproblem. Die drei obigen Problemstellungen sind jedoch in der Praxis selten streng voneinander abgrenzbar. Sehr oft stellt sich zusammen mit dem Ersatzproblem auch gleichzeitig die Frage nach der Wahl der besten Alternative.

Um diese Arbeit in einem angemessenen Umfang halten zu können, werden nur die klassischen Methoden der Investitionsrechnung vorgestellt. Die Verfahren für Einzelobjektentscheidungen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Statische und dynamische Verfahren.[19]

[...]


[1] Financial Times Deutschland, 24.08.2005

[2] Vgl. Financial Times Deutschland, 24.08.2005

[3] Gabler (2004), S. 1588

[4] Vgl. Betge (1991), S.1

[5] Vgl. Schulte (1999), S. 30-39

[6] Übersicht über die Investitionsarten siehe Abbildung 1 und 2 im Anhang, S. 16

[7] Vgl. Schulte ( 1999), S. 40f.

[8] Kruschwitz (2000), S. 6

[9] Kruschwitz (2000), S.9

[10] Vgl. Wöhe (1996), S. 742

[11] Vgl. Kruschwitz (2000), S. 13-14, 44-47

[12] Vgl. Wöhe (1996), S. 742 und Olfert (1997), S. 59-60

[13] Betge (1991), S. 13

[14] Siehe Abbildung 3 im Anhang, S. 17

[15] Vgl. Wöhe (1996), S. 743-745

[16] Vgl. Kruschwitz (2000), S. 189-191, Hofmann (1993), S. 76-77 und Olfert (1997), S. 104-107

[17] Gabler (2004), S. 1591

[18] Vgl. Olfert (1997), S. 44 und Betge (1991), S. 18

[19] Darstellung einer vollständigen Übersicht aller Verfahren der Investitionsrechnung siehe Abbildung 4 im Anhang, S.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Investitionsplanung und Investitionsrechnung. Ziele, Verfahren, Kritische Analyse
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
30
Katalognummer
V67855
ISBN (eBook)
9783638605502
Dateigröße
3038 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Investitionsplanung, Investitionsrechnung, Ziele, Verfahren, Kritische, Analyse
Arbeit zitieren
Matthias Schmid (Autor), 2006, Investitionsplanung und Investitionsrechnung. Ziele, Verfahren, Kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67855

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