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Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen

Title: Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen

Seminar Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Dipl.-Kfm. Robert Bayerlein (Author)

Psychology - Social Psychology
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Unter Eskalation von Commitment wird eine zunehmende Bindung an eine verlustreiche Handlung verstanden. Entscheidungsträger halten an einem Projekt fest und investieren weiterhin Ressourcen, obwohl die Erfolgsaussichten immer geringer werden und das Projekt bei objektiver Betrachtung abgebrochen werden müsste. Als Erklärungen für diese eskalierende Bindung an einen erfolglosen Handlungsstrang werden die Selbstrechtfertigungs-Theorie und die Theorie der kognitiven Dissonanz angesehen. Bei der Erforschung des Phänomens der Eskalation von Commitment wurde in den letzten Jahren verstärkt der Einfluss von Entscheidungen auf die menschliche Informationsverarbeitung untersucht.
Welche Informationen bezüglich ihrer Entscheidung erinnern Individuen ? Möglicherweise gibt es Unterschiede in der Menge und der Art der erinnerten Informationen zwischen eskalierenden und nicht eskalierenden Personen. Welche Determinanten beeinflussen die Erinnerungsleistung in Entscheidungsprozessen? Durch die Klärung dieser Fragen erhofft man sich ein besseres Verständnis von Eskalationseffekten und neue Ansätze für Deeskalationsstrategien. Bisherige Studien haben gezeigt, dass ein starker Zusammenhang zwischen Eskalation und Verantwortung besteht. Schwerpunkt dieser Arbeit bildet deshalb die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen. Nach Tetlock und Lerner (1999) ist Verantwortung als implizite oder explizite Erwartung, sich für eigene Meinungen, Gefühle oder Handlungen rechtfertigen zu müssen, zu verstehen. Verantwortung wird deswegen in diesem Zusammenhang auch als Rechtfertigungspflicht bezeichnet. Zunächst wird eine kurze Übersicht theoretischer Annahmen über Zusammenhänge zwischen Entscheidungen und Erinnerungsleistung sowie zwischen Entscheidungen und Verantwortung gegeben. Anschließend werden empirischen Befunde aus diesem Forschungsbereich vorgestellt und diskutiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG: ESKALATION UND ERINNERUNG

2 ENTSCHEIDUNG UND ERINNERUNG

3 ENTSCHEIDUNG UND VERANTWORTUNG

3.1 PROZESSVERANTWORTUNG

3.2 ERGEBNISVERANTWORTUNG

3.3 VERANTWORTUNG IM RAHMEN VON INDIVIDUAL- UND GREMIENENTSCHEIDUNGEN

3.4 PUBLIKUM UND VERANTWORTUNG

3.5 VERANTWORTUNG VOR UND NACH ENTSCHEIDUNGEN

4 EINFLUSS VON RECHTFERTIGUNGSPFLICHT AUF DAS ERINNERUNGSVERMÖGEN

4.1 EMPIRISCHE BEFUNDE

4.1.1 Dellarosa und Bourne (1984)

4.1.2 Brody und Bowman (1997)

4.1.3 Empirische Befunde eines Experiments des Lehrstuhls für Psychologie an der Universität Erlangen-Nürnberg (2002)

4.2 DISKUSSION

5 FAZIT

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Verantwortung und dem Erinnerungsvermögen im Rahmen von Entscheidungsprozessen. Dabei wird analysiert, inwiefern eine Rechtfertigungspflicht die Informationsverarbeitung beeinflusst und welche Rolle dies für das Phänomen der Eskalation von Commitment spielt.

  • Eskalation von Commitment und theoretische Erklärungsansätze
  • Der Einfluss von Entscheidungen auf die menschliche Informationsverarbeitung
  • Unterscheidung von Prozess- und Ergebnisverantwortung
  • Empirische Befunde zur Erinnerungsleistung in Entscheidungssituationen
  • Die Rolle von Rechtfertigungsdruck und Konsistenzbedürfnis

Auszug aus dem Buch

1 Einführung: Eskalation und Erinnerung

Unter Eskalation von Commitment wird eine zunehmende Bindung an eine verlustreiche Handlung verstanden (Schulz-Hardt, 1999). Entscheidungsträger halten an einem Projekt fest und investieren weiterhin Ressourcen, obwohl die Erfolgsaussichten immer geringer werden und das Projekt bei objektiver Betrachtung abgebrochen werden müsste. Als Erklärungen für diese eskalierende Bindung an einen erfolglosen Handlungsstrang werden die Selbstrechtfertigungs-Theorie und die Theorie der kognitiven Dissonanz angesehen (Brody und Bowman, 1997).

Bei der Erforschung des Phänomens der Eskalation von Commitment wurde in den letzten Jahren verstärkt der Einfluss von Entscheidungen auf die menschliche Informationsverarbeitung untersucht. In der Psychologie meint Informationsverarbeitung die Prozesse, die den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken und Handeln bei der Lösung von Problemen gewährleisten (Neisser, 1974).

Welche Informationen bezüglich ihrer Entscheidung erinnern Individuen? Möglicherweise gibt es Unterschiede in der Menge und der Art der erinnerten Informationen zwischen eskalierenden und nicht eskalierenden Personen. Welche Determinanten beeinflussen die Erinnerungsleistung in Entscheidungsprozessen? Durch die Klärung dieser Fragen erhofft man sich ein besseres Verständnis von Eskalationseffekten und neue Ansätze für Deeskalationsstrategien. Bisherige Studien haben gezeigt, dass ein starker Zusammenhang zwischen Eskalation und Verantwortung besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: ESKALATION UND ERINNERUNG: Das Kapitel führt in das Phänomen der Eskalation von Commitment ein und definiert den Fokus auf den Zusammenhang zwischen Verantwortung und Erinnerungsleistung.

2 ENTSCHEIDUNG UND ERINNERUNG: Hier werden theoretische Grundlagen beleuchtet, wie Entscheidungsprozesse die Informationsverarbeitung sowie die Speicherung konsistenter versus inkonsistenter Daten im Gedächtnis beeinflussen.

3 ENTSCHEIDUNG UND VERANTWORTUNG: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Verantwortungsarten und deren psychologischen Auswirkungen auf das Entscheidungsverhalten von Individuen und Gruppen.

4 EINFLUSS VON RECHTFERTIGUNGSPFLICHT AUF DAS ERINNERUNGSVERMÖGEN: Es werden empirische Studien diskutiert, die prüfen, ob und wie Rechtfertigungsdruck die Erinnerungsleistung bei der Evaluierung von Entscheidungen verändert.

5 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz zahlreicher Theorien noch keine gesicherten Erkenntnisse über die expliziten Auswirkungen von Verantwortung auf das Gedächtnis in Entscheidungssituationen vorliegen.

Schlüsselwörter

Eskalation von Commitment, Entscheidungsprozesse, Verantwortung, Erinnerungsvermögen, Informationsverarbeitung, Rechtfertigungspflicht, Prozessverantwortung, Ergebnisverantwortung, Kognitive Dissonanz, Selbstrechtfertigung, Gedächtnisstruktur, Empirische Befunde, Entscheidungsanomalien, Konsistenzbedürfnis, Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse, wie Entscheidungsprozesse und das damit verbundene Gefühl von Verantwortung das menschliche Gedächtnis und die Erinnerungsleistung beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Eskalation von Commitment, die Unterscheidung zwischen Prozess- und Ergebnisverantwortung sowie die kognitive Informationsverarbeitung bei der Rechtfertigung von Entscheidungen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu klären, ob es einen messbaren Zusammenhang zwischen der Verantwortung für eine Entscheidung und der Art der erinnerten Informationen gibt, um Ansätze für Deeskalationsstrategien zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Arbeit, die existierende psychologische Modelle zur Informationsverarbeitung mit einer Diskussion aktueller empirischer Experimente kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Modelle der Gedächtnisstruktur, den Einfluss von Verantwortungsgraden auf das Entscheidungsverhalten und die Auswertung sowie Diskussion verschiedener empirischer Studien dazu.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eskalation von Commitment, Verantwortung, Erinnerungsvermögen, Informationsverarbeitung, Rechtfertigungspflicht und Entscheidungsanomalien.

Wie unterscheidet sich Prozess- von Ergebnisverantwortung?

Während Prozessverantwortung die Qualität der Entscheidungsfindung verbessern kann, führt Ergebnisverantwortung eher zu einem stärkeren Rechtfertigungsdruck und Stress, was die kognitive Aufmerksamkeit verändern kann.

Warum kamen die betrachteten Studien zu widersprüchlichen Ergebnissen?

Die Unterschiede resultieren vermutlich aus variierenden Versuchsbedingungen, wie dem Vorhandensein von extrinsischen Anreizen, dem Zeitpunkt der Entscheidungsmitteilung und der Art der Urteilsbildung während der Informationsaufnahme.

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Details

Title
Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen
Course
Seminar Denken und Problemlösen in Entscheidungsprozessen
Grade
1,7
Author
Dipl.-Kfm. Robert Bayerlein (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V6791
ISBN (eBook)
9783638142830
ISBN (Book)
9783640098880
Language
German
Tags
Eskaliernendes Commitment Erinnerung Gedächtnis Verantwortung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Kfm. Robert Bayerlein (Author), 2002, Verantwortung und Erinnerung im Rahmen von Entscheidungsprozessen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6791
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